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Cold Case: Eine Prise Mord erscheint über ThinkFun und kostet 10-11€.

ThinkFun baut mit „Eine Prise Mord“ die Cold-Case-Reihe aus

Cold Case – Eine Prise Mord im Test: Eine Polizeiakte wird zum Krimispiel

  • VonSebastian Hamers
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Mit einer authentisch wirkenden Polizeitakte schickt ihr euch in Cold Case: Eine Prise Mord an, einen Mordfall aus den 80er Jahren zu klären.

Wenn man als Verlag heute ein Krimi-Spiel auf den Markt werfen möchte, muss man sich schon etwas einfallen lassen, um aus der Masse der Titel hervorzustechen. Im Sommer 2021 konnte ThinkFun diese Aufgabe ziemlich ordentlich lösen. Cold Case: Eine todsichere Geschichte lieferte ein packendes Drama, das vor allem dank des tollen Spielmaterials für eine authentische Kriminalatmosphäre sorgte. Jetzt steht mit „Eine Prise Mord“ der direkte Nachfolger im Handel. An der Erfolgsformel hat der Verlag nichts geändert. Mehr vom gleichen, das muss nicht zwingend ein Nachteil sein… jedenfalls nicht, wenn der Inhalt wieder so überzeugt wie beim Erstlingswerk.

Cold Case: Eine Prise Mord lässt euch in der Polizeiakte wühlen

Schon bei „Eine todsichere Geschichte“ hatte die Polizeibehörde einen alten ungeklärten Fall aus den Archiven gefischt, um die Vorfälle nochmals von einem Expertenteam untersuchen zu lassen. Nachdem die Aktion von Erfolg gekrönt war, werden diese Ermittler – das seid natürlich ihr – nun noch einmal ins Polizeirevier gerufen. Auf der Agenda steht erneut ein Mordfall aus den 80er Jahren, der seinerzeit nicht abgeschlossen werden konnte.

Cold Case: Eine Prise Mord liegen insgesamt 30 Dokumente bei, so wie dieser Zeitungsartikel.

Da viele Akteure vierzig Jahre später bereits verstorben sind und es auch am Tatort wohl nicht mehr viel zu entdecken gibt, stützen sich eure neuen Erkenntnisse einzig und allein auf das Studium der alten Polizeiakte. Diese ist gleichzeitig auch der einzige Bestandteil des Spiels. Regellesen? Nicht nötig. Legt einfach den Aktenordner auf den Tisch und grabt euch durch die Dokumente, die vor rund vier Jahrzehnten von den Ermittlern zusammengetragen wurden.

  • für 1-4 Spieler ab 14 Jahren
  • Verlag: ThinkFun
  • Spieldauer: 60-120 Minuten
  • Preis: 10-11€

Flashback in die 80er mit Cold Case: Eine Prise Mord

Die Akte führt euch zurück in das Jahr 1983 und erzählt von den tragischen Ereignissen in der beschaulichen englischen Kleinstadt Melmbury. Im Sommer dieses Jahres wurde der 82jährige Harold Green in seinem eigenen Haus ermordet. Trotz intensiver Nachforschungen konnten die Vorfälle nie vollständig aufgeklärt werden. Dabei hat die Polizei ihre Arbeit offenbar wirklich gründlich erledigt. Nicht weniger als dreißig Dokumente liegen der Akte bei. Auf euch wartet also reichlich Arbeit.

Der Polizeiakte von Cold Case: Eine Prise Mord liegen auch diverse Fotos bei.

Zunächst verschafft ihr euch einen groben Überblick über die Geschehnisse, die seinerzeit durch die Lokalpresse aufgearbeitet wurden. Anschließend geht es immer weiter ins Detail. Jedes Dokument hilft, die Vorfälle vom 09. Juli 1983 zu reproduzieren. So liegt der Akte eine ausführliche Untersuchung des Tatorts bei, genauso wie natürlich der Autopsie-Bericht. Die Polizeibeamten haben damals zudem diverse Zeugen, wie etwa den Nachbarn oder Mitglieder aus der Kirchengemeinde des Opfers befragt und außerdem einige Indizien sichergestellt.

Bei Cold Case: Eine Prise Mord fügt sich die Geschichte wie ein Puzzle zusammen

Beim Durchstöbern der Dokumente ergeben sich so oftmals heiße Spuren, mit denen ihr verschiedene Theorien für den Tathergang erstellt. Durch die nachfolgenden Akteninhalte werden diese manchmal gestützt, manchmal müssen sie aufgrund der Beweislage aber auch wieder verworfen werden. Schnell stellt sich heraus, dass in Melmbury durchaus mehrere Personen ein Interesse am Ableben des alten Harold Greens haben dürften. Doch wer von ihnen wäre kaltblütig genug, dafür einen Mord zu begehen?

Einen guten Überblick in Cold Case: Eine Prise Mord verschafft euch der Grundriss des Tatorts.

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, werden keinerlei zusätzliche Spielmaterialien benötigt. Würfel oder Spielkarten liegen dem Spiel nicht bei. Allerdings sind Stift und Papier gute Hilfsmittel, um in den ganzen Verstrickungen der verschiedenen Personen noch den Überblick zu behalten. Am Ende des Spiels solltet ihr allerdings noch ein Smartphone oder einen Computer zur Hand haben. Ihr habt den Fall eingehend untersucht und seid gemeinschaftlich zu einem Ergebnis gekommen? Dann steuert ihr nun die Website von ThinkFun an. Hier stattet ihr der Polizeibehörde euren Bericht ab.

Digitale Fragestunde bei Cold Case: Eine Prise Mord

Die Auflösung der Vorfälle liegt bei Cold Case: Eine Prise Mord nur in digitaler Form vor. Eine gute Entscheidung, denn so besteht nicht die Gefahr, das Lösungsblatt vorzeitig in die Finger zu bekommen und sich selbst zu spoilern. Über die Internetseite gelangt ihr wieder in das Polizeibüro, wo euch ein paar abschließende Fragen gestellt werden. Über ein Drop-Down-Menü wählt ihr die passende Antwort aus und erfahr im Anschluss, ob ihr mit euren Vermutungen richtig liegt.

Als Ermittler in Cold Case: Eine Prise Mord erhaltet ihr natürlich auch den alten Autopsie-Bericht.

Bei dieser Gelegenheit werden die ganzen Hintergründe, Motive und Tathergänge nochmal im Detail zusammengefasst. Selbst wenn ihr die Zusammenhänge nicht vollständig rekonstruieren konntet, lässt sich auf diese Weise jetzt noch einmal der gesamte Vorgang nachvollziehen und prüfen, welche Hinweise bei den Recherchen übersehen wurden. Für die Bearbeitung des Mordfalls „Harold Green“ solltet ihr eine Spielzeit von 1-2 Stunden einplanen. Nehmt euch ruhig ein wenig Zeit, die Dokumente genau zu sichten und die verschiedenen Ansätze zu diskutieren. Dann habt ihr gute Karten, das Detektivabenteuer erfolgreich abzuschließen.

Cold Case: Eine Prise Mord ist für ein bis vier Spieler ab vierzehn Jahren geeignet. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von 10-11€ im Handel.

Fazit: Bei Cold Case: Eine Prise Mord hat der ingame-Inspektor genau recherchiert und dabei diese Testwertung ermittelt

Bei Cold Case: Eine Prise Mord hat der ingame-Inspektor genau recherchiert und dabei diese Testwertung ermittelt.

Als Cold Case: Eine Prise Mord angekündigt wurde, war mein Interesse schnell geweckt. Obwohl ich des exzessiven Rätselns und Ermittelns in den letzten Monaten etwas überdrüssig geworden bin, für einen neuen Cold Case habe ich mir gerne wieder etwas Zeit genommen. Die Gründe für diese Begeisterung sind vielfältig. Einen großen Anteil daran hat jedoch sicherlich das tolle Spielmaterial. Es macht einfach sehr viel Spaß, sich durch die Polizeiakte zu wühlen. Bei den Dokumenten handelt es sich eben nicht nur um einfache Schriftstücke, sondern manchmal eben auch um Fotos, Prospekte oder andere Fundstücke rund um den Mordfall. Das verleiht der Cold-Case-Akte das Gefühl von Authentizität, obwohl eine echte Polizeiakte vermutlich ganz anders aussehen mag. Mich hat das Spiel somit wieder stark in seinen Bann gezogen, so dass ich für rund anderthalb Stunden mit voller Konzentration in der englischen Kleinstadt Melmbury versickert bin. Zum realistischen Spielgefühl trägt sicherlich auch die Geschichte von „Eine Prise Mord“ bei. Es gibt keine wirren Wendungen in der Story oder weltumspannende Komplotte, die das Geschehen komplett auf den Kopf stellen. In Cold Case recherchiert ihr einen Mordfall in einem piefigen kleinen Örtchen, wo die Alltagssorgen ganz normaler Bürger im Vordergrund stehen. Bei einem Kaufpreis von rund 10€ gibt wenig Gründe, die gegen einen Ausflug nach Melmbury sprechen. Nur erfahrene Detektive könnten sich etwas unterfordert fühlen. Das Niveau der Rätsel sind eher in der Einsteigerklasse anzusiedeln. 

ProCon
+ authentisch wirkende Polizeiakte- für Krimi-Profis zu leicht
+ kommunikatives Spielerlebnis in der Gruppe
+ nachvollziehbare Geschichte
+ günstiger Preis

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