Cold Case Zeitung Gesicht Ausschnitt Verpackung Cover Thinkfun Schachtel
+
Cold Case: Eine todsichere Geschichte ist ein Kriminalspiel für 1-4 Personen und kostet rund 10€.

Thinkfun startet mit Cold Case eine neue Kriminalreihe mit ungewöhnlichem Spielmaterial

Cold Case Eine todsichere Geschichte im Test: Das Krimi-Spiel mit Polizeiakte

  • VonSebastian Hamers
    schließen

Das Spielmaterial ist der Star von Cold Case: Eine todsichere Geschichte. Dem Spiel liegt eine authentisch wirkende Polizeiakte bei.

  • für 1-4 Spieler ab 14 Jahren
  • mit authentisch wirkender Polizeiakte
  • Verlag: Thinkfun
  • Preis: ca. 10€

Die Deutschen lieben ihre Krimis. Der Tatort flimmert schon seit über fünfzig Jahren über den Bildschirm, in der Literaturszene verkauft Starautor Sebastian Fitzek seine Bücher schon containerweise und bei den Videospielern gehört das Lösen von Kriminalfällen schon seit jeher zu den Grunddisziplinen. In der jüngeren Vergangenheit hat das Krimi-Virus auch die Brettspielwelt fest im Griff. Nahezu jeder Verlag bringt seine eigene Kriminalserie in den Handel. Für uns Spieler ist es da gar nicht mehr so leicht, den Überblick zu behalten. Mit einer ganz neuen Reihe möchte nun Thinkfun den Markt erobern. Wie der Name bereits vermuten lässt, hat es sich der Verlag zur Aufgabe gemacht, Rätselsportaufgaben in spielerischer Art und Weise zu verpacken. Da passt ein Spiel rund um Kriminalfälle natürlich gut ins Portfolio. Dieses wird ab September mit Cold Case: Eine todsichere Geschichte ergänzt.

Cold Case: Eine todsichere Geschichte vermittelt ein authentisches Spielgefühl

Warum sind wir von Mord und Todschlag so fasziniert? Ist es der klassische Kampf Gut gegen Böse, die Beschäftigung mit dem Unfassbaren aus sicherer Distanz oder geht es doch eher um die Entschlüsselung des großen Ganzen? Auf letzteres zielt Cold Case: Eine todsichere Geschichte in erster Linie ab. Die Autoren des Spiels haben sich einen ganz besonderen Clou ausgedacht, um sich aus der Masse der Kriminalspiele abzuheben. Wenn ihr das Spiel aus der Verpackung holt, haltet ihr lediglich ein Schreiben der örtlichen Polizeibehörde sowie eine Akte in Händen.

Cold Case: Eine todsichere Geschichte liegt eine Zeitung bei, die den Mordfall in aller Kürze skizziert.

Mit Letzterer werdet ihr euch die nächsten 90-120 Minuten intensiv beschäftigen. Die Akte ist gar nicht mal so schmal und enthält sämtliche Dokumente, die eure Kollegen vor einigen Jahren in einem Mordfall zusammengetragen haben. Natürlich habe ich keinen blassen Schimmer, wie so eine echte Polizeiakte tatsächlich aussieht. Für einen Laien wirkt sie aber durchaus authentisch oder zumindest so, wie man sie im Fernsehen schon tausendfach gesehen hat.

In Cold Case: Eine todsichere Geschichte ermittelt ihr nach Aktenlage

Die Papierakte enthält auf jeden Fall ziemlich viel Text. Die Ermittler haben damals ihre Sache gründlich gemacht. Ihr findet zahlreiche Zeugenbefragungen, einen Autopsiebericht, Laboruntersuchungen, Bilder und sonstige Beweismittel vor. Alles ist sauber und ordentlich zusammengestellt, so dass ihr euch schnell einen guten Überblick über den Sachverhalt erarbeiten könnt. Dennoch müssen die Kommissare damals etwas übersehen haben. Der Fall Andrew Bailey wurde niemals geklärt und sein Mörder läuft vermutlich immer noch frei durch die Nachbarschaft.

Bei Cold Case: Eine todsichere Geschichte geht ihr die Zeugenaussagen im Fall Bailey noch einmal genau durch.

Die dramatischen Ereignisse trugen sich im Juni 1988 in der kleinen englischen Stadt Camdale zu. Opfer war der besagte Andrew Bailey, ein aufstrebender Investigativjournalist, der gerade für den Camdale Mercury einer großen Sache auf der Spur war. Inhaltlich ging es um eine Reportage über einen Korruptionsskandal, der die höchsten politischen Ebenen der Kleinstadt betraf. Bei den polizeilichen Ermittlungen fiel schnell auf, dass zahlreiche Personen über ein Motiv verfügten und somit als Täter in Frage kämen.

Cold Case: Eine todsichere Geschichte mit interessantem Storytelling

Zu Beginn eurer eigenen Recherchen ergibt sich noch ein ziemlich löchriges Bild. Der Fall scheint recht komplex zu sein, zumal ziemlich viele Personen darin verstrickt sind. Immerhin liegt der Akte ein Zeitungsausschnitt bei, der den Sachverhalt mit journalistischer Sorgfaltspflicht grob zusammenfasst. Die Feinheiten der Geschichte müsst ihr euch hingegen erst Stück für Stück erschließen. Ihr führt euch ein Beweismittel nach dem anderen zu Gemüte, stellt erste Vermutungen an und engt der Kreis der Verdächtigen hoffentlich bald ein.

Einige Bilder und Kameraaufnahmen gehören bei Cold Case: Eine todsichere Geschichte ebenso zu den Beweismitteln.

Weitergehende Nachforschungen sind in Cold Case hingegen nicht vorgesehen. Alle Informationen, die ihr zur Lösung des Falls benötigt, befinden sich in der Papierakte. Doch auch wenn keine Tatortbesichtigungen oder weitere Vernehmungen erfolgen, halten euch die Dokumente eine ganze Zeit lang beschäftigt. Es gibt reichlich Text nachzulesen, auf weitere Spielelemente wurde vollständig verzichtet. Habt ihr alle Papiere ausreichend gesichtet, den Tathergang untereinander besprochen und rekonstruiert, müsst ihr nur noch vier finale Fragen beantworten, um die Akte Bailey endgültig schließen zu können.

Abschluss von Cold Case: Eine todsichere Geschichte durch vier finale Fragen

Dem Spiel liegt kein dediziertes Lösungsblatt bei. Stattdessen muss eine Website aufgerufen werden, die euch durch die letzten Schritte des Spiels führt. Eine gute Lösung, denn so besteht nicht die Gefahr, versehentlich beim Durchblättern des Spielmaterials gespoilert zu werden. Online werden euch nun insgesamt vier Fragen gestellt, die ihr der Reihe nach beantworten müsst. Die Abfrage ist nach dem Multiple-Choice-Verfahren gestaltet, ihr wählt also eine von mehreren vorgefertigten Antworten aus.

Der Polizeiakte von Cold Case: Eine todsichere Geschichte liegen auch die nötigen Laborbefunde von damals bei.

Nach der Beantwortung einer Frage, gibt euch die Website natürlich auch detaillierte Erläuterungen, wie sich die Ereignisse tatsächlich zugetragen haben. Sofern ihr euch die Geschichte nicht schon selbst vollständig erschlossen habt, erfahrt ihr nun alles zum Tathergang und den Motiven der handelnden Personen. Abschließend erhaltet ihr noch eure Bewertung vom örtlichen Police Department und der Fall kann endlich zu den Akten gelegt werden.

Cold Case: Eine todsichere Geschichte erscheint über Thinkfun im deutschen Handel und ist für ein bis vier Spieler ab vierzehn Jahren geeignet. Eine zeitliche Begrenzung für die Lösung des Falls gibt es nicht, rechnet aber mit einer Spieldauer von etwa anderthalb bis zwei Stunden. Das Spiel ist ab September zum Preis von rund 10€ im Handel zu finden.

Fazit: Mit einer frischen Idee und einzigartigem Spielmaterial kommt Cold Case auf eine aktenkundige ingame-Testwertung von

Cold Case verdient sich dank seines tollen Spielmaterials und einer soliden Kriminalgeschichte eine gute ingame-Testnote.

In den letzten Jahren kam eine Vielzahl von Kriminalspielen auf unseren Spieltisch. So groß die Freude über neue Fälle auch immer war, nach einiger Zeit stellten sich doch gewisse Ermüdungserscheinungen ein. Entsprechend erwartungslos bin ich auch in das Abenteuer „Cold Case“ getrudelt. Was soll ein Krimi-Spiel im Jahr 2021 schon noch großartiges Neues bieten? Als ich Cold Case dann aus seiner schmalen Verpackung geholt habe, bin ich dann allerdings doch neugierig geworden. Eine „echte“ Polizeiakte dieses Umfangs habe ich noch bei keinem Kriminalfall in Händen gehalten. Obwohl Cold Case für nur rund 10€ im Handel stehen wird, so ist das Spielmaterial doch der große Star des Spiels. Die Akte wirkt authentisch und verleiht dem Spiel eine ganz besondere Immersionskraft. Es fühlt sich direkt so an, als würde man im verrauchten Büro des L.A. Police Departments hocken und nochmals die Fakten mit seinem Kollegen Inspektor Columbo durchgehen. Nur muss das Büro während des Spiels nie verlassen werden. Alle Schlüsse werden einzig und allein aufgrund der Aktenlage gefällt. Geht ihr die Papiere brav und gewissenhaft der Reihe nach durch, erschließen sich euch die Zusammenhänge zunehmend. Konzentrierte Detectives werden den Fall sicherlich souverän aufklären können. Das Rätselniveau richtet sich eher an Einsteiger, die vielleicht ihre ersten Gehversuche im Krimi-Genre unternehmen. Erfahrene Hauptkommissare lösen den Fall Andrew Bailey vermutlich ziemlich problemlos, erfreuen sich aber dafür umso mehr am einzigartigen Spielmaterial und der guten Geschichte, die Cold Case auf ungewöhnliche Art und Weise transportiert. Deshalb dürfen bei diesem Spiel auch Krimi-Veteranen ruhig zugreifen. Gerne mehr davon!

ProCon
+ authentisch wirkende Polizeiakte- für erfahrene Kommissare etwas zu leicht
+ ungewöhnliche Erzählweise
+ solide Story
+ günstiger Preis

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare