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Colour Brain im Test

Ein Spiel mit Farben

Colour Brain im Test

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Bei Colour Brain hört sich nicht nur der Name witzig, denn auch das Spiel selbst macht jede Menge Laune. 

Die Londoner Spieleentwickler von Big Potato Games verfügen offenbar über ein schier unerschöpfliches Arsenal an witzigen Ideen für Partyspiele. Aus im Grunde simplen Einfällen stricken die Kreativköpfe immer wieder neue Spiele. Da stellt man sich doch glatt die Frage: Warum ist da vorher noch niemand draufgekommen? Das trifft auf ihren Titel Colour Brain jedenfalls wieder voll zu. Wie der Name des Spiels schon vermuten lässt, dreht sich diesmal alles um Farben. Das Spiel lässt euch die Farben von bestimmten Gegenständen erraten. Klingt einfach? Das habe ich zunächst auch gedacht…

Es reicht nicht aus, die Farbe des Gegenstandes einfach nur zu nennen. Ihr müsst eure Antwort mittels einiger Farbkarten darstellen. Dazu erhält jeder Spieler ein identisches Set aus elf Farbkarten. Auf eurer Hand befinden sich die Grundfarben blau, gelb und rot sowie die klassischen Mischfarben orange, grün, braun, grau, pink und lila. Ergänzt wird das Set mit einer weißen und einer schwarzen Karte. Diese elf Farben sollten ausreichen, um alle gesuchten Begriffe im Spiel farblich darzustellen.

Endlich mal Farbe bekennen

Zu Spielbeginn legt ihr einen Stapel mit Begriffskarten aus. Eure Aufgabe als Spieler ist es, die Gegenstände auf den Karten farblich mit euren Handkarten darzustellen. Dem Paket liegen insgesamt dreihundert Begriffskarten bei. Für genügend Abwechslung ist also gesorgt. Auf der Rückseite der Karte seht ihr auch die korrekte Antwort.

Beim Lesen der Regeln dachte ich mir, dass die Farbe eines Gegenstands in den meisten Fällen doch eigentlich ziemlich klar sein sollte. Worin liegt also das Problem? Die Antwort liegt auf der Hand. Es handelt sich in vielen Fällen natürlich eben nicht um Allerweltgegenstände. Manchmal habt ihr den Begriff auch schon tausende Male gesehen, er hat sich aber nicht so in eure Hirnwindungen eingebrannt. Welche Farben hat nochmal gleich das Logo von Google?

Buntes Treiben

Ihr erahnt es schon. Viele Begriffe erfordern das Auslegen von mehreren Farbkarten. Ein gutes Beispiel sind dafür auch die Flaggen von kleineren Staaten. Da ist es gar nicht so leicht, die exakte Farbkombination zu präsentieren. Wie so oft bedient sich Big Potato Games reichlich an Begriffen aus dem Bereich der Popkultur. Wer mit Filmen, Serien, Videospielen & Co. vertraut ist, hat einen klaren Vorteil.

Damit die Mitspieler nicht bei euch abgucken, werden alle Karten zunächst verdeckt abgelegt. Sobald der erste Spieler seine gewählten Karten auf den Tisch gelegt hat, tickt jedoch die Zeit. Den restlichen Spielern bleiben jetzt nur noch fünfzehn Sekunden, um ihre Wahl zu treffen. Danach sollten alle Spieler ihre Karten ausgespielt haben und es kann an die Auswertung gehen. Die korrekte Antwort seht ihr auf der Kartenrückseite des Begriffs. Bei der Punktevergabe ist Colour Brain allerdings ziemlich streng.

Strenge Wertung

Sobald auch nur eine Karte falsch gelegt wurde, geht ihr mit null Punkten aus der Runde. Haben alle Spieler die korrekte Antwort geliefert, gibt es ebenfalls keine Punkte. Mit steigender Zahl der falschen Antworten steigt dafür euer Punktestand weiter nach oben an. Für jede falsche Antwort eines Mitspielers wird euch ein Punkt gutgeschrieben, sollte eure eigene Antwort richtig sein. Für schwere Begriffe gibt es also tendenziell auch mehr Punkte zu gewinnen.

Abseits der Punktwertung gibt es aber noch eine weitere Möglichkeit, den Mitspielern ins Handwerk zu pfuschen. Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler eine Karte „Colour Capture“. Ihr könnt diese Karte nur einmal pro Spiel und auch nur auf den punktführenden Spieler anwenden. Je nach Capture-Karte entwendet ihr dem Spieler zwischen vier und acht Farbkarten. Die gestohlenen Karten müsst ihr blind von seiner Hand ziehen. Für eine Runde stehen sie jetzt nicht mehr zur Verfügung.

Auch in größeren Gruppen spielbar

Dem Spiel liegen insgesamt vier Sets zu je elf Farbkarten bei. Dadurch ist die Zahl der Teilnehmer auf vier Spieler begrenzt. Die Regeln schlägt deshalb vor, im Bedarfsfall Teams zu bilden. Die Regeln ändern sich dadurch nicht. Als Teammitglieder könnt ihr euch nun lediglich untereinander beraten. Gerade wenn die 15-Sekunden-Regeln zum Einsatz kommt, kann das durchaus für lustige Turbulenzen im Team sorgen.

Wer zuerst zehn Punkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel. Meist dauert eine Partie nur rund zwanzig Minuten. Bei Bedarf könnt ihr die Spieldauer aber natürlich nach Belieben gestalten, indem ihr die Zielpunktzahl verändert. Colour Brain ist nur in englischer Sprache verfügbar. Da sich auf den Karten aber nicht allzu viel Text befindet, kann das Spiel auch mit nicht perfekten Englischkenntnissen gespielt werden. Das Spiel kostet zwischen 25€ und 30€.

Fazit 

PROS

CONS

+ 300 fantasievolle Begriffskarten

- Teamspiel erfordert diskrete Absprachen

+ Bedient sich reichlich an der Popkultur

- Weniger spaßige Capture-Karten

+ Auch mit größeren Gruppen spielbar

+ Stift und Punkteblock liegt bei

+ Einfache und witzige Spielidee

Nach dem Lesen der wirklich sehr kurzen Regeln machte sich bei mir zunächst Skepsis breit. Kann das wirklich funktionieren? Die korrekte farbliche Darstellung eines Begriffs erschien mir dann doch irgendwie zu einfach. Der Reiz des Spiels entsteht durch die fantasievolle Auswahl der Begriffe. Hier finden sich einige ziemlich witzige Ideen wieder. Schnell wurde mir klar, dass Colour Brain überhaupt kein leichtes Spiel ist. Im Gegenteil, die Aufgabe gestaltet sich oftmals ziemlich knifflig. Habt ihr auch nur ein kleines Element übersehen oder falsch in Erinnerung, schon geht ihr mit null Punkten aus der Runde raus. Deshalb gibt Big Potato Games auch eine Altersempfehlung ab vierzehn Jahren. Als Partyspiel ist Colour Brain durchaus tauglich. Das Teamspiel bietet allerdings ein paar Tücken. Die Absprache unter den Spielern muss lautlos geschehen, was ein paar logistische Probleme mit sich bringen kann. Ebenso habe ich die Verwendung der Capture-Karten also wenig spaßig erlebt. Sie stellen lediglich eine Chance dar, dem führenden Mitspieler den Sieg zu vermasseln. Von diesen kleinen Makeln einmal abgesehen ist Colour Brain allerdings ein ziemlich spaßiges Spiel, das aus einem simplen Konzept eine Menge herausholt.

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