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Coralia ist ein besonders farbenfrohes Erlebnis und entführt euch in eine exotische Unterwasser-Welt.

Unter dem Meer

Coralia im Test: Das kunterbunte Tiefsee-Abenteuer

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Coralia entführt euch in die Tiefen des Ozeans. Dort beobachtet ihr das farbenfrohe Treiben der Tiefsee und fördert so manchen Schatz ans Tageslicht.

Die SPIEL in Essen als größte Brettspielmesse der Welt ist für die Branche immer ein ziemlich guter Gradmesser. Für die Beobachter des Markts ist die Messe immer eine gute Gelegenheit, die neuen Trends und Strömungen in der Szene auszumachen. In den letzten Jahren kristallisierten sich meist besondere Schwerpunkte heraus: kooperative Spiele, Escape-Room-Spiele oder Roll-and-Writes lagen unter anderem zuletzt besonders im Fokus. Im Herbst 2019 war die Gesamtgemengelage schon etwas differenzierter. In Bezug auf die gewählten Themen tauchten in diesem Jahr allerdings ungewöhnlich viele Unterwasser-Spiele auf. Eines von ihnen war auch am Stand von Huch zu bestaunen. Die Messeneuheit Coralia führt euch in die Tiefen des Ozeans, wo euch am Grund ein ziemlich farbenfrohes Treiben erwartet.

Die Ausstattung von Coralia kann sich sehen lassen. Neben dem kunterbunten Spielplan fallen direkt die 36 Symbolwürfel in sechs unterschiedlichen Farben auf. Letztere bilden auch das Hauptelement des Spiels. In jeder Runde setzt ihr unter dem Meer einen dieser Würfel ein, um dort eine Aktion durchzuführen. In der Tiefe warten sechs Korallenriffe auf euch, sie weisen die gleichen Farben auf wie die Spielwürfel. Jedes Riff zeigt euch zudem sechs Einsetzfelder. Dort findet ihr die Symbole auf den Würfel wieder.

Auf Tauchstation in Coralia

Das Unterwasserabenteuer spielt sich im Wesentlichen ganz locker runter. In jeder Runde stehen euch vier Würfel zur Verfügung. Nach dem Würfelwurf setzt ihr einen Würfel auf dem Spielplan ein, führt die Aktion durch und reicht die verbleibenden drei Würfel an den nächsten Spieler in der Reihe weiter. Dieser darf sich einen Würfel beliebiger Farbe aus dem Vorrat nehmen und ihm zusammen mit den drei anderen Würfeln werfen. Nachdem ein weiterer Würfel auf dem Spielplan eingesetzt wurde, wiederholt sich die Prozedur bis irgendwann nicht mehr genügend Würfel in der Reserve sind und das Spiel endet.

Coralia ist ein besonders farbenfrohes Erlebnis und entführt euch in eine exotische Unterwasser-Welt.

Da auf jedem Feld lediglich ein einziger Würfel platziert werden darf, wird die Auswahl im Spielverlauf immer geringer. Im späteren Spielverlauf habt ihr unter Umständen gar keinen Würfel mehr, der noch auf dem Spielplan Platz findet. Ihr müsst euer Unterwasser-Vehikel wieder aus dem Ozean holen und auf die nahegelegene Pirateninsel Coralia schicken. Zum Glück gibt es auch dort einiges zu entdecken.

Coralia im Test: Von Jägern und Sammlern

In Coralia habt ihr es auf die Schätze des Meeres abgesehen. Schatz ist dabei aber ein ziemlich weit gedehnter Begriff. Neben Perlen sammelt ihr auch seltene Fische, erhaltet Punkte für die möglichst umfassende Erkundung eines Riffs und so mancher Seestern enthält eine ganz besondere Überraschung für euch bereit. Am Spielende errechnet ihr aus diesen einzelnen Faktoren dann eure finale Siegpunktzahl.

Der gelbe Krake hat sich im Riff festgesetzt. Er profitiert von aussortierten Würfeln, die auf der Pirateninsel landen.

Die meisten Aktionen, die euch dabei helfen, lassen sich ganz schnell abwickeln und sind weitgehend selbsterklärend. Ein eingesetzter Fisch-, Seestern- oder Perlenwürfel bringt euch eine Karte vom passenden Stapel ein. Perlenkarten geben euch eine festgelegte Anzahl von Siegpunkten. Bei den Fischen müsst ihr Sets mit möglichst vielen unterschiedlichen Tieren sammeln. Seesterne sind eine kleine Wundertüte. Sie enthalten mal Perlen, mal einen besonderen Fisch oder bringen euch auf andere Art und Weise Siegpunkte ein.

Krake und Taucher: Die Protagonisten in Coralia

Würfelt ihr einen Kraken, dürft ihr weiterhin einen eurer beiden Krakenfiguren ins Spiel bringen. Kraken profitieren vor allem, wenn Würfel auf der Pirateninsel landen. Sie fühlen sich aber auch in Gesellschaft ihrer Artgenossen sehr wohl und bringen euch ab sofort jedes Mal einen Siegpunkt ein, wenn ein weiterer Krake ins Spiel kommt.

Auf der nahegelegenen Pirateninsel werden aussortierte Würfel gelagert.

Besonders viele Punkte könnt ihr ebenso über euren Taucher kassieren. Der Taucher kann im Spielverlauf versetzt werden, um auf dem Weg Schatzkisten zu heben. Die Schatzkisten bringen euch zusätzliche Fische, Perlen, Seesterne oder andere Boni ein. Noch bedeutsamer ist allerdings die Position des Tauchers am Spielende. Liegen an seinem aktuellen Riff jetzt besonders viele Würfel aus, schlägt sich das in einem satten Siegpunkt-Bonus nieder.

Als geduldige Schildkröte zum Sieg in Coralia

Als sechste und somit letzte Option steht euch auf den Würfel noch das Schildkrötensymbol zur Verfügung. Legt ihr an einem Riff einen Schildkrötenwürfel aus, erhaltet ihr das dazugehörige Schildkrötenplättchen. Das Plättchen gibt euch einen kleinen Bonus, ab sofort dürft ihr die Schildkröte aber auch nutzen, um ein Würfelergebnis des vorherigen Spielers für euren eigenen Wurf zu sichern. Das macht eure nächste Aktion zumindest etwas planbarer.

Mit zunehmenden Spielverlauf füllen sich die Felder auf dem Spielplan. Somit erhöht sich auch das Risiko, dass es für eure vier Würfel gar keine freien Felder mehr gibt. Trotzdem geht ihr in diesem Fall nicht leer aus. Der Würfel dockt sich stattdessen an die Insel Coralia an, wo ihr euch eine Karte vom Inselstapel nehmen dürft. Der Inselstapel ist eine Mischung aus Fisch-, Perlen- und Seesternkarten. Eine kleine Entschädigung gibt es also immer. Liegt auf dem farblich passenden Riff des aussortierten Würfels schon ein Krake aus, darf sich sein Besitzer über zwei Extra-Siegpunkte freuen. Umso besser natürlich, wenn es sich dabei um euren eigenen Kraken handelt.

Die Ausstattung von Coralia kann sich sehen lassen. Dem Spiel liegen 36 bunte Würfel bei.

Nach etwa einer halben Stunde habt ihr den Würfelvorrat aufgebraucht und das Spiel endet mit der Schlusswertung. Ihr deckt eure gesammelten Karten auf, zählt die Siegpunkte zusammen und schon steht der Sieger fest. Coralia ist für zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren geeignet und ist über den Huch-Verlag erschienen. Das Spiel befindet sich bereits im Handel und kostet etwa 30€.

Fazit: Im Test ertaucht sich Coralia diese Note

Coralia im Test: So schneidet das Tiefsee-Abenteuer ab.

Sowohl Material als auch das Regelwerk erwecken zunächst den Eindruck, dass Coralia über einen guten Grad an strategischer Vielfalt verfügt. Immerhin bietet das Spielfeld ganze 36 Felder, um unterschiedliche Aktionen zu bewirken. Ein paar taktische Optionen stehen euch auch wirklich zur Verfügung, strategischen Tiefgang solltet ihr von Coralia aber eher nicht erwarten. In jedem Zug stehen euch immer nur jeweils vier Optionen zur Verfügung, das macht das Abwägen der Möglichkeiten schon recht einfach. Coralia steht zudem nicht in Verdacht, jeden Spielfehler hart zu bestrafen. Selbst wenn ihr dank Würfelpech überhaupt keinen Würfel einsetzen könnt, erhaltet ihr sogar noch eine Karte vom Inselstapel. Letztlich geht es darum, eine gute Mischung der verschiedenen Kartengruppen zu sammeln. Um die richtigen Karten auf die Hand zu bekommen, benötigt ihr vor allem eines: Glück! Daher richtet sich Coralia vor allem an weniger erfahrene Spieler, die sich nicht zu sehr mit komplexen Strategien befassen wollen. Auch frustanfällige Spieler dürfen bei Coralia zugreifen, in jeder Runde werden Belohnungen ausgeschüttet, egal wie viel Würfelpech ihr auch haben mögt. Leider passt das sperrige Regelwerk so gar nicht zur beschriebenen Zielgruppe. Die Regeln lesen sich ungefähr so entspannt wie ein Gesetzestext. Der Aufbau ist leider konfus und die Erläuterungen sehr umständlich geschrieben. Dafür trumpft Coralia beim Spielmaterial richtig auf. Das Spiel sieht bezaubernd aus und kommt durchweg mit hochwertigem Material daher. Da macht das Spielen gleich viel noch mehr Freude.

PROS

CONS

+ tolles Spielmaterial

- sperriges Regelwerk

+ jede Aktion wird belohnt

+ schönes Thema

+ geringe Wartezeiten

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