+
Der Große Alte Hastur wurde beschworen. Jetzt habt ihr ein kurzes Zeitfenster, in dem der Dämon verwundbar ist.

Cthulhu als Dungeon Crawler

Cthulhu Death: May Die im Test – Der vollkooperative Dungeon-Schocker

  • schließen

Cthulhu: Death May Die lässt euch 6 Horrorgeschichten kooperativ erleben. Es kommt ohne Einsatz eines Spielleiters aus und ist dennoch leicht erlernbar.

Weihnachten steht vor der Tür! Da wird es doch endlich mal wieder Zeit für einen fetten Dungeon Crawler! 45 Miniaturen, teilweise im King-Size-Format, dazu haufenweise Marker, Tableaus, Würfel und ein zwanzigseitiges Anleitungsheft, gepaart mit einem Cthulhu-Horror-Thema… das riecht doch nach gutem Stoff für die Vorweihnachtszeit. Vorhang auf für Cthulhu: Death May Die aus der Spieleschmiede von CMON. Vor uns liegt eine ziemlich dicke Box, die auch ordentlich Gewicht auf die Waage bringt und genug Unterhaltung für die gesamte Adventszeit verspricht. Doch ist Cthulhu: Death May Die auch spielerisch ein echtes Schwergewicht?

Im Paket findet ihr zunächst sechs Episoden wieder. Jede von ihnen erzählt eine neue Gruselgeschichte mit dem Flair von H.P. Lovecraft. Wenn ihr euch mit dem Cthulhu-Mythos ein wenig auskennt, dann erahnt ihr sicherlich schon, dass ihr nicht den strahlenden Superhelden spielt, der mit seinen übermenschlichen Fertigkeiten die Monster fast im Alleingang vertrimmt. Ihr übernehmt die Rolle eines mehr oder weniger durchschnittlichen Bürgers. Jeder von ihnen hat zwar ein paar hilfreiche Fertigkeiten, ist aber auch verwundbar und sterblich. Den Tod habt ihr somit fast ständig vor Augen. Doch auch um eure seelische Gesundheit müsst ihr euch Sorgen machen. Die Welt von Cthulhu hat euch den Wahnsinn schon in die Augen getrieben.

Individuelle Profile der Ermittler

Dem Spiel liegen zehn unterschiedliche Ermittler bei. Sie stellen euer Alter Ego im Spiel dar. Jeder von ihnen besitzt drei besondere Fertigkeiten, die euch im Spielverlauf noch sehr nützlich sein werden. Einige Charaktere verfügen über Vorteile im Kampf, andere sind dafür beweglicher oder können das Unheil über seherische Kräfte etwas abmildern. Durch das Looten des Dungeons lassen sich zudem weitere Vorteile erarbeiten. Mit einer Axt in Händen kämpft es sich eben doch etwas effektiver als mit bloßen Händen. Looten ist also ein elementarer Bestandteil des Spiels, wie es sich für einen echten Dungeon Crawler gehört.

Auf dem Storytableau bekommt ihr einen guten Überblick über die Eigenschaften der Gegner.

Ebenfalls dazu gehören natürlich düstere Gänge, Räume, Hallen und einiges mehr. Es braucht einen Spielplatz für den Großen Alten und seine dämonischen Schergen. Diese kommen in Form von siebzehn doppelseitigen Spielplanteilen ins Spiel. Aus ihnen erstellt ihr das räumliche Setting der Episode. Für jede Geschichte gibt es eine eigene Episodenbox. In dieser findet ihr nicht nur den Aufbauplan des gewählten Szenarios, sondern auch ein paar besondere Materialien wieder, die nur in dieser Episode Verwendung finden. Ihr dürft euch also auf abwechslungsreiche Abenteuer freuen.

Die Beschwörung des Großen Alten

Bevor ihr mit dem Abenteuer loslegt, müsst ihr euch aber auch noch für einen Obermotz entscheiden, gegen den ihr im großen Finale antreten müsst. Zur Verfügung stehen hier die beiden Großen Alten Hastur und Cthulhu. Jeder Endboss kommt in einer eigenen Box daher. Mit dabei ist nicht nur die übergroße Figur des Großen Alten, sondern auch ein paar seiner Schergen und etwas Infomaterial zum Einsatz der Figuren. Jedes Setting besteht also aus einer Kombination aus Episoden- und Großer-Alter-Box. Damit könnt ihr ein bereits gespieltes Abenteuer später mit einem anderen Endgegner nochmals in abgeänderter Form erleben.

Jeder Ermittler erhält ein eigenes Tabelau mit seinen ganz besonderen Fähigkeiten.

Die Figuren in Cthulhu: Death May Die sind ziemlich beeindruckend. Das gilt für die detailreiche Ausgestaltung der Figuren, aber auch für ihre schiere Größe. Stellt ihr einen großen Alten neben einen Ermittler auf den Spielplan, wirkt das schon ziemlich erdrückend. Die Ermittler sehen einfach so winzig aus, neben den bombastischen Dämonen. Die Großen Alten stechen dabei natürlich nochmal besonders hervor. Doch auch die „Middys“ wie Feuervampir, Byakhee oder Shoggothe können sich sehen lassen.

Das Ritual der Kultisten

In den Abenteuern haben sich einige Kultisten versammelt. Sie haben nichts Gutes im Sinn und versuchen mit Hilfe eines düsteren Rituals einen Großen Alten zu beschwören. Der Große Alte ist für Sterbliche unbesiegbar, jedenfalls nahezu. Es besteht eine winzige Möglichkeit, das Unheil noch einmal abzuwenden. Wenn es euch gelingt, die Zeremonie der Kultisten zu stören, wird der Dämon für eine kurze Zeit verwundbar sein. Es ist eure einzige Chance, ihr solltet sie also nutzen.

Im Dungeon warten schon die ersten Kultisten auf euch. Sie versuchen den Großen Alten in unsere Welt zu bringen.

Im ersten Szenario gilt es beispielsweise einen Großteil der Labore der Dämonenbeschwörer zu zerstören. Die Zeit drängt jedoch. Während ihr in die Laborräume eindringt, wurde die Zeremonie bereits gestartet. Nach jedem eurer Züge muss eine Mythoskarte gezogen werden. Viele dieser Karten enthalten ein Dämonensiegel. Sobald drei dieser Siegel auf dem Ablagestapel landen, rückt der Große Alte auf seiner Leiste um einen Schritt nach vorne. Landet die Figur auf dem markierten Feld, manifestiert er sich in eurer Welt und gelangt auf den Spielplan. Über die Mythoskarten werden auch die feindlichen Figuren auf dem Spielbrett gesteuert. Neue Feinde gelangen ins Spiel und das vorhandene Personal wandert durch die Räumlichkeiten.

Geradliniger Spielablauf

Bevor es aber soweit ist, habt ihr genau drei Aktionen, um dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Eure Optionen sind dabei recht überschaubar. Ihr könnt euren Ermittler bewegen, Monster angreifen, Gegenstände tauschen und euch ausruhen, um euren Charakter zu regenerieren. Zudem gibt es noch zwei besondere Aktionen, die je nach gewählter Episode unterschiedlich ausfallen. Im ersten Abenteuer könnt ihr etwa Brände löschen, die von pyromanen Kultanhängern gelegt werden oder die Labore zerstören. Mit gerade einmal sechs verschiedenen Aktionen bleibt Cthulhu: Death May Die ziemlich geradlinig.

Der Byakhee ist eine dämonische Kreatur und sieht gerade im Vergleich zu den Ermittlern schon ziemlich beeindruckend aus.

Nachdem der Ermittler die Aktionen durchgeführt hat und auch die Bewegungen der Gegner abgehandelt wurden, dürft ihr auch noch den Raum nach hilfreicher Beute untersuchen. Das gelingt jedoch nur, wenn sich kein Dämon oder einer der Kultisten bei euch im Zimmer aufhalten. In diesem Fall werdet ihr nun attackiert und erleidet vermutlich Schaden. Wollt ihr plündern, solltet ihr also erstmal für freie Bahn sorgen. Die Beutestücke sind ziemlich hilfreich. Viele Gegenstände geben euch einen dauerhaften Bonus, wie die bereits erwähnte Axt. Medikamente sind aber sicherlich ebenso hilfreich, um einen angeschlagenen Charakter wieder etwas aufzupäppeln. Manchmal stoßt ihr aber auch auf andere Personen, die sich euch anschließen. Sie unterstützen euch im Abenteuer, können stellvertretend ihre Fähigkeiten für euch einbringen oder auch mal einen Treffer einstecken, was aber in der Regel zu ihrem Ableben führt.

Mehr Diablo als Baldur’s Gate

Trotz des zwanzigseitigen Regelwerks ist der Spielablauf von Cthulhu: Death May Die ziemlich einfach. Ihr kommt ziemlich schnell ins Spiel rein und schon bald könnt ihr das Regelheft ganz zur Seite legen. Die Action steht klar im Vordergrund. Damit wandelt Death May Die mehr auf den Spuren eines Diablo als auf denen von Baldur’s Gate. Ihr versucht möglichst schnell das Ritual der Kultisten zu unterbrechen, um euch dann direkt auf den Großen Alten zu stürzen. Zeit für Kriegsnebenschauplätze bleibt nicht. Es muss also direkt zur Sache gehen.

Ein großer Fokus liegt entsprechend auf den Kämpfen. Ebenso wie bei Diablo werden diese ganz einfach abgewickelt. Standardmäßig stehen euch drei schwarze Kampfwürfel zur Verfügung. Mit ihnen solltet ihr möglichst viele Erfolge werfen, um bei den Gegnern großen Schaden anzurichten. Schaden wird bei den Gegnern durch Marker festgehalten und auch auf weitere Runden übertragen. Hilfreich können zudem Ältere-Zeichen-Symbole sein, die ihr euch erwürfelt. Einige Charaktere verfügen über Fähigkeiten, die sich auf diese Symbole beziehen und auch über diese Schaden austeilen können.

Der Wahnsinn ist nah

Leere Würfelflächen gelten hingegen als Fehlversuch. Noch schlimmer sind jedoch die Tentakel-Symbole. Jeder Tentakel-Wurf hat negative Folgen für eure geistige Gesundheit. Diese verwaltet ihr auf eurem Spielertableau. Gelangt ihr mit dem Marker für geistige Gesundheit an das Ende der Leiste, ist euer Charakter am Ende. Er ist komplett durchgedreht und scheidet aus dem Spiel aus. Auf der Leiste befinden sich aber auch ein paar hervorgehobene Felder. Sie stellen die Schwellen zum Wahnsinn dar und lösen ein Symptom eurer geistigen Erkrankung aus.

Im Untergeschoss des Hauses hat sich ein Feuervampir breitgemacht.

Jedem Charakter wird bei Spielbeginn eine Psychose-Karte zugewiesen. Jedes Mal, wenn ihr eine Schwelle zum Wahnsinn erreicht, meldet sich diese Krankheit zu Wort und es wird ein negativer Effekt ausgelöst. Der Wahnsinn hat aber erstaunlicherweise auch seine Vorteile. Er treibt euch an und sorgt dafür, dass ihr eine eurer drei Fertigkeiten aufleveln dürft. Mit zunehmendem Wahnsinn wird eure Spielfigur also immer mächtiger. An bestimmten Stellen der Leiste erhaltet ihr sogar Bonuswürfel hinzu, die ihr auch im Kampf einsetzen könnt. Praktischerweise enthalten diese Zusatzwürfel auch keine Tentakel-Symbole mehr.

Der Kampf gegen den Endboss

Die Kampfkraft werdet ihr brauchen, um euch dem Großen Alten zu stellen. Der Kampf gegen den Endgegner ist besonders spannend. Er muss gleich mehrfach besiegt werden. Gerade wenn ihr gedacht habt, dem Schrecken ein Ende bereitet zu haben, steigt der Obermotz wieder empor und greift erneut an. Leider wird der Große Alte mit jeder Auferstehung auch noch immer mächtiger. In seiner Endstufe ist er oftmals so stark, dass er euch mit einem einzigen Schlag das Lebenslicht auslöschen kann. Ihr dürft euch auf ein spannendes Finale freuen.

Die Miniaturen der Großen Alten sind übergroß und wirken auf dem Spielplan sehr beeindruckend.

Bis es soweit ist, vergehen aber rund zwei Stunden. Solange solltet ihr für eine Episode ungefähr einplanen. Am Spiel können sich bis zu fünf Ermittler beteiligen. Wer mag, kann gegen das Spiel aber sogar auch problemlos im Solo-Modus antreten. Cthulhu: Death May Die ist in der deutschsprachigen Version über Asmodee erschienen. Offenbar erfreut sich das Spiel schon einer regen Nachfrage. Daher ist es derzeit nicht ganz so problemlos zu bekommen. Viele Händler listen das Spiel zwar in ihrem Online-Shop, gehen aber von einer Verfügbarkeit ab Februar oder März 2020 aus. Mit etwas Glück könnt ihr aber noch ein Exemplar im stationären Handel ausfindig machen. Preislich müsst ihr mit etwa 85€ bis 90€ rechnen.

Fazit: Diese gruselige Note kann Cthulhu: Death May Die im Test einheimsen

Cthulhu: Death may die im Test – Folgende Wertungs gibt's von ingame.

Seit dem guten alten Hero Quest, das Ende der 80er Jahre erschien, habe ich etliche Dungeon Crawler gespielt. Die meisten von ihnen haben mit einem der beiden folgenden Probleme zu kämpfen. Einige Genrevertreter setzen einen menschlichen Spielleiter voraus. Ein Spieler muss sich also opfern und übernimmt die Funktion des Dungeonlords. Er kann sich also nicht selbst als Held ins Abenteuer stürzen. Inzwischen gibt es natürlich auch zahlreiche Spiele, bei denen die feindlichen Figuren über eine Mechanik gesteuert werden. Leider sind die Mechaniken oft so kompliziert, dass es eine lange Einarbeitungszeit und viel Geduld von Seiten der Spieler braucht. Cthulhu: Death May Die krankt an keiner dieser beiden Probleme. Das Spiel läuft voll-kooperativ ab, trotzdem werdet ihr nicht mit einem Wust an Regeln überhäuft. Im Gegenteil, alles ist klar strukturiert, so dass ihr das Regelheft schon sehr schnell zur Seite legen könnt. Death May Die stellt die Action klar in den Mittelpunkt. Taktisch wird euch keine Meisterleistung abverlangt, die Vorgehensweise ist im Wesentlichen klar. Es gilt, das Ritual schnellstmöglich zu unterbrechen, um sich dann ohne große Umschweife dem Endgegner zu widmen. Doch auch wenn der grobe Ablauf klar ist, gibt es reichlich Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung des Spielablaufs. Vor allem das Steigern der individuellen Ermittler-Fertigkeiten haben einen großen Einfluss auf das Spiel. Je nach gewählter Fähigkeit ergeben sich für euch neue Möglichkeiten, dem Großen Alten einzuheizen. Eine weitere Stärke von Cthulhu: Death May Die liegt auch in der dichten Gruselatmosphäre, die über kleine Geschichtshäppchen und insbesondere auch über die tollen Miniaturen hergestellt wird. Ich bin jedenfalls schon gespannt, ob dem Paket in Zukunft neue Episoden und möglicherweise auch weitere Endgegner hinzugefügt werden. Das Spiel hätte es verdient.

PROS

CONS

+ vollkooperativer Dungeon Crawler

- weniger taktisch als andere Dungeon Crawler

+ Cthulhu-Thema

+ für 1-5 Spieler

+ individuelle Fähigkeiten der Ermittler

+ gutes Regelwerk, leicht erlernbar

+ dichte Gruselatmosphäre

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Final Fantasy 7 Remake: Release verschoben – Kommt die Demo nun früher?

Final Fantasy 7 Remake: Release verschoben – Kommt die Demo nun früher?

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

FIFA 20: Fabian Schär SBC – Die günstigste Lösung für nur 100.000 Münzen

FIFA 20: Fabian Schär SBC – Die günstigste Lösung für nur 100.000 Münzen

FIFA 20: Das sind die FUT Champions Belohnungen - Weekend League Ränge

FIFA 20: Das sind die FUT Champions Belohnungen - Weekend League Ränge

Kommentare