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Der Tatort ist als 3D-Modell im Spiel enthalten. Das Modell ist mehr als ein optisches Gimmick, sondern hilft euch beim Lösen des Falls weiter.

Detektiv-Abenteuer zum Mitnehmen

Decktective: Blutrote Rosen im Test – Das Krimispiel to go

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Decktective: Blutrote Rosen ist ein Detektivspiel im Hosentaschenformat. Dennoch kann das Spiel mit einem Tatort als 3D-Modell überraschen.

Detektivspielen war schon immer cool. Deshalb beschäftigen sich auch zahllose Filme, Serien und natürlich auch Videospiele mit kühnen Ermittlern wie Sherlock Holmes & Co. Seit ein paar Jahren ist auch die Brettspielszene auf den Trichter gekommen. Viele Autoren und Verlage nehmen das Detektiv-Thema nicht nur als losen Überbegriff für ihr Spiel, sondern versetzen euch als Spieler auch wirklich in die Rolle des Kriminalisten. Die Angebotspalette in diesem Genre ist inzwischen ganz schön üppig. Die Bandbreite reicht vom ausgewachsenen Brettspiel mit reichlich Material bis hin zum kleinen Kartenspiel. Letztere hat unter anderem auch der italienische Verlag dv Giochi in sein Programm aufgenommen. Schon seit 2017 erscheint unter ihrem Banner die Kartenspiel-Reihe Deckscape. Nach einem halben Dutzend Deckscape-Titeln weicht der Verlag jetzt leicht von seinem alten Konzept ab. Das Ergebnis wurde im letzten Herbst unter dem Namen Decktective: Blutrote Rosen veröffentlicht.

Das Spiel mit dem leicht sperrigen Namen kommt in einem kleinen Karton daher. Inhalt: gerade einmal 50 übergroße Karten, dazu ein paar rote Büroklammern… fertig! Selbst auf ein Regelheft wurde verzichtet. Ihr nehmt den Stapel mit den Karten in die Hand und könnt direkt loslegen. Alles, was ihr zum Spielen braucht, findet ihr direkt auf den Karten wieder. Decktective: Blutrote Rosen lässt sich out-of-the-box spielen.

Kompaktes Kriminalabenteuer

Die Karten des Spiels sind von eins bis fünfzig durchnummeriert. Ihr solltet den Kartenstapel nicht mischen, denn zunächst werden die Karten von oben nach untern abgehandelt. Auf den ersten Karten erfahrt ihr etwas über die wirklich nicht sonderlich umfangreichen Regeln und bekommt erste Informationen zum Fall und der Rahmenhandlung. Die Geschichte von Decktective spielt irgendwo in England und ist im späten 18. Jahrhundert angesiedelt.

Der Tatort ist als 3D-Modell im Spiel enthalten. Das Modell ist mehr als ein optisches Gimmick, sondern hilft euch beim Lösen des Falls weiter.

Auf dem Anwesen der Familie Tudor hat sich Schreckliches ereignet. Herzog Edward York, der von den Tudors zum Frühstück erwartet wurde, hat in einem Rosenbusch die Leiche des Grafen Ferdinand Todor entdeckt. Ihr werdet als Team von Ermittlern hinzugezogen, um den rätselhaften Ereignissen auf die Spur zu kommen. Die Beweismittel sind zunächst rar gesät. Außer der Leiche findet ihr lediglich noch die zerbrochene Taschenuhr des Grafen, sowie ein Buch über Astrologie und den Auszahlungsbeleg einer Pferdewette. Alle weiteren Informationen müsst ihr euch erst durch eure Ermittlungsarbeit erschließen.

Tatort als 3D-Modell

Zu den ersten Ermittlungen gehört natürlich auch die Inspektion des Tatorts. Im Stapel entdeckt ihr schon recht früh fünf Karten, mit denen ihr den Schauplatz des Geschehens als schickes 3D-Modell zusammensteckt. Dabei hilft euch sogar die Verpackung des Spiels. Der untere Teil der Spielschachtel dient als Fundament der Szene, auf dem ihr die Karten zusammensteckt und fixiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zu sehen ist nicht nur das Anwesen der Tudors, sondern auch ein kleiner Fluss, über den sich sogar eine Brücke spannt.

Mit diesem kleinen Text werdet ihr in das Spiel eingeführt. Alle weiteren Informationen müsst ihr euch Stück für Stück erarbeiten.

Dank des 3D-Tatorts könnt ihr euch den Tathergang bildlich gut vorstellen. Das Modell ist mehr als ein optisches Gimmick. Es hilft euch beim Lösen der Rätsel tatsächlich weiter. Betrachtet die Tudor-Residenz zwischendurch immer mal wieder ganz genau. Dann fallen euch bestimmt viele wichtige Details auf, die euch der Lösung des Falls wieder ein Stück näherbringen. Einzig anhand des 3D-Tatorts werdet ihr denn Fall allerdings nicht lösen. Ihr müsst euch auch mit den Bewohnern der Villa etwas genauer beschäftigen. Dabei werdet ihr auf einige interessante Charaktere treffen.

Das Archiv der Detektive

Wenn der Tatort einmal installiert wurde, kann es dann auch endlich ins Detail gehen. Dazu zieht ihr als Ermittler zunächst die ersten Karten vom Stapel. Je nach Zahl der Mitspieler erhält jeder Detektiv zwischen einer und fünf Handkarten. Über die Informationen, die ihr durch diese Karten erhaltet, dürft ihr euch nicht austauschen. Erst wenn eine Karte auch tatsächlich gespielt wird, darf die Information für alle Detektive enthüllt werden.

Plot Twist: Zwischendurch werden wichtige Ereignisse eingestreut.

In eurem Zug könnt ihr eine Karte von eurer Hand wählen und sie entweder ausspielen oder sie verdeckt ins Archiv packen. Archivierte Karten wandern von den Mitspielern ungesehen auf die Ablage. Hin und wieder müsst ihr euch leider dazu entscheiden, Karten von der Hand ins Archiv zu legen. Denn um eine Karte von der Hand auszuspielen, müssen sich im Archiv bereits eine bestimmte Anzahl von Karten befinden. Bei Spielbeginn reichen meist ein oder zwei archivierte Karten. Später müssen aber manchmal schon zehn Karten im Archiv liegen, um eine Karte auszuspielen.

Hinweise richtig einsortieren

Als Detektiv müsst ihr also immer wieder einschätzen, wie relevant die Information auf einer Karte für die Lösung des Falls ist. Bei dieser Einschätzung seid ihr ziemlich auf euch allein gestellt. Immerhin dürft ihr euren Detektiv-Kollegen die Überschrift einer Karte vorlesen, bevor ihr die Entscheidung fällt, ob ihr sie ins Archiv packt oder ausspielt. Manchmal gibt euch der Karten-Titel schon etwas Aufschluss über die mögliche Bedeutung für den Fall. Mit diesem kleinen Tipp könnt ihr vielleicht gemeinsam über das Vorgehen diskutieren.

Ein zerrissener Brief ist einer der ersten Indizien im Spiel. Doch wie bedeutsam ist dieser Hinweis wirklich?

Im Spielverlauf von Decktective wird ohnehin viel gesprochen. Stück für Stück erhaltet ihr immer mehr Informationen über die beteiligten Personen und die Gegebenheiten vor Ort. Gemeinsam stellt ihr stellt ihr Theorien über den Tathergang auf, verwerft möglicherweise einige Ideen wieder und zieht wiederum neue Schlüsse aus frisch gewonnenen Informationen. Einen finalen Entschluss müsst ihr euch erst erarbeitet haben, wenn die letzte Info-Karte gespielt wurde.

Aufklärung des Mordfalls

Erst auf der vierzigsten Karte gehen die Ermittlungen in den Schlussspurt. Jetzt ist es an der Zeit, fünf Fragen zu beantworten, um den Fall zu lösen. Wer ist für den Tod von Graf Tudor verantwortlich? Welche zwei Dinge führten zusammen zum Tod des Grafen? Welches Motiv steckt hinter der Tat? Warum hat der Graf den Herzog York zum Frühstück eingeladen? Wer sind die beiden Liebenden aus dem zerrissenen Brief?

Decktective: Blutrote Rosen ist über Abacusspiele erschienen und kostet etwa 10€.

Eure Antworten wählt ihr nach dem Multiple-Choice-Verfahren aus. Die Fragekarten zeigen euch einige Lösungsvorschläge. Ihr markiert eure Vermutungen mit Hilfe der beiliegenden Büroklammern. Habt ihr eure Antworten gewählt, dreht ihr die Karten auf die Rückseite und lest den Tathergang und die ganzen Hintergründe im Detail nach. Zum Abschluss zählt ihr noch eure Punkte für die richtig beantworteten Fragen zusammen. Auf der letzten Karte im Deck könnt ihr abschließend ablesen, wie gut ihr euch geschlagen habt.

Decktective: Blutrote Rosen ist ein Spiel für ein bis sechs Ermittler ab zwölf Jahren und kommt über Abacusspiele in den deutschsprachigen Handel. Für die Lösung des Falls solltet ihr ungefähr eine Stunde einplanen. Das Spiel ist ab sofort im Handel verfügbar und kostet etwa 10€.

Fazit: Diese Note vergibt der ingame-Inspektor für Decktective: Blutrote Rosen im Test

Decktective;: Blutrote Rosen im Test – Unsere Wertung für das Kriminalabenteuer.

In den letzten Jahren gab es eine wahre Schwemme an Detektiv-, Rätsel und Escape-Room-Spielen. Viele von ihnen sind ziemlich umfangreich. Einige bieten gleich mehrere Fälle, setzen auf opulentes Spielmaterial oder gar auf den Einsatz einer App. Decktective pflegt hingegen eher den Minimalismus. Die kleine Verpackung passt bequem in jede Hosentasche und ist damit ein Krimi to go. Ähnliches hat schon die Deckscape-Reihe aus dem gleichen Hause geboten. Neu hinzu gekommen ist nun allerdings noch das schicke 3D-Modell des Tatorts. Dabei handelt es sich nicht nur um ein optisches Gimmick. Der Tatort selbst beinhaltet bei genauer Betrachtung einige Hinweise und hilft euch bei der Lösung des Falls weiter. Der Fall selbst bewegt sich in Sachen Schwierigkeitsgrad eher auf einem niedrigen Niveau. Gerade Detektiv-Novizen kommen mit Decktective auf ihre Kosten und erhalten einen guten Einstieg in das Genre. Dazu passen auch die einfachen Regeln, die ihr praktischerweise on-the-fly erlernt. Ohne langwieriges Regellesen könnt ihr direkt in den Fall einsteigen. Wenn ihr neugierig auf Detektiv-Spiele seid, bislang aber noch wenig Erfahrungen damit gesammelt habt, dann ist Decktective: Blutrote Rosen eine sehr gute Wahl.

PROS

CONS

+ Krimispiel zum Mitnehmen

- für erfahrene Detektive zu einfach

+ auch alleine spielbar

+ direkter Spieleinstieg ohne Regellesen

+ einsteigerfreundlich

+ mit 3D-Modell des Tatorts

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