Auf den Hinweiskarten gibt es ziemlich viel zu sehen. Da ist es nicht leicht, die Hinweise richtig zu deuten.
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Auf den Hinweiskarten gibt es ziemlich viel zu sehen. Da ist es nicht leicht, die Hinweise richtig zu deuten.

Verrat im Club der Detektive

Detective Club im Test: Das Partyspiel für gesprächsfreudige Ermittler

  • vonSebastian Hamers
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Im Detective Club hat sich ein Verräter eingeschlichen. Gemeinsam versucht ihr den Eindringling zu enttarnen, doch dieser hat ein Clubmitglied auf seiner Seite.

Ich erinnere mich gerne an LAN-Partys in den 90er Jahren zurück. Mit sechs oder sieben Leuten eroberten wir das Wohnzimmer eines Spielers, dessen Eltern sich für ein paar Tage in den Kurzurlaub verabschiedet hatten. Heute ist das Spielen in großen Gruppen natürlich viel einfacher. Es reicht ein Klick und schon befindet man sich in einer Community mit Tausenden von Mitspielern. Funktioniert bei analogen Brettspielen natürlich nicht. 

In der Brettspielwelt zählt immer noch der Kontakt von Angesicht zu Angesicht. Kommt meine ehemalige LAN-Gruppe heute zum Brettspiel vorbei, gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Brettspiel aber dennoch schwer. Bei vier oder fünf Spielern ist das Ende der Fahnenstange oft schon erreicht. Es muss also ein Partyspiel her. Im Jahr 2020 müsst ihr dabei längst nicht mehr nur auf die alten Klassiker wie Activity oder Tabu zurückgreifen. In diesem Genre ist ganz frisch Detective Club von Huch erschienen, das mit den alten Partyspiel-Dogmen Zeichnen-Pantomime-Umschreiben nicht sonderlich viel am Hut hat.

In Detective Club schlüpft ihr in die Rolle von (wer hätte es gedacht?) Detektiven. Einer der Ermittler spielt jedoch ein falsches Spiel. Er ist kein Mitglied des Clubs und hat es doch geschafft, sich irgendwie in den elitären Kreis zu schmuggeln. Doch wer ist der Verräter? Da er nicht über sämtliche Informationen verfügt wie die Club-Mitglieder, könnt ihr den Falschspieler vielleicht in die Falle locken. Anscheinend hat der Verräter aber einen Gönner innerhalb des Detective Clubs, der ihn dabei unterstützt, seinen Schein zu wahren. Werdet ihr gemeinsam den Eindringling enttarnen?

Luxuriöse Ausstattung im Clubheim

Optisch macht der Detective Club einiges her. Verpackt in einer edlen Metallbox, findet ihr im Inneren vor allem die 168 übergroßen Hinweiskarten. Sie bilden das Zentrum des Spiels. Die Illustrationen auf den Karten können zum Glück mit der übrigen hochwertigen Ausstattung locker mithalten. Die Zeichnungen sind farbenfroh gestaltet und zeigen häufig recht bizarre Szenen, die vom Stil her ein wenig an das künstlerische Schaffen von Salvatoe Dalí erinnern.

Bei Spielbeginn rüstet sich jeder Detektiv mit sechs Hinweiskarten aus.

Pro Partie wird jeder Detektiv einmal zum aktiven Spieler ernannt. Dazu werdet ihr mit sechs dieser übergroßen Hinweiskarten ausgestattet. Ihr inspiziert eure Handkarten und versucht zwei davon zu einem Überbegriff zusammenzufassen. Mit etwas Überlegung findet ihr sicher schnell einen Begriff, der zu zwei eurer Karten passt. Beispielsweise könnte auf zwei Illustrationen eine Figur mit einem Hut abgebildet sein. Als mögliches Codewort könnte daher beispielsweise „Kopfbedeckung“ ganz gut passen.

Moderne Kunst für Detektive

Habt ihr euch auf ein Codewort festgelegt, notiert ihr es auf den beiliegenden Blöcken. Jedem anderen Spieler händigt ihr verdeckt einen Block aus. Alle Spieler werden über den ausgedachten Begriff in Kenntnis gesetzt, außer einem… dem Verräter. Als aktiver Spieler dürft ihr nun die erste Karte offen in die Tischmitte ausspielen. Die anderen Detektive sind nun am Zug und spielen reihum ihrerseits eine Karte aus, die zum gewählten Codewort passen.

Was haben die Karten mit einander gemein? Ist es vielleicht die Kopfbedeckung? Als Verräter könnt ihr darüber nur spekulieren.

Das ist selbst für die eingeweihten Mitglieder des Detective Clubs gar nicht mal so leicht. Schließlich muss das passende Kartenmaterial erstmal auf der Hand verfügbar sein. Auch die Detektive müssen mit gerade einmal sechs Handkarten auskommen. Die Aufgabe ist für den Verräter aber natürlich deutlich kniffliger. Er hat überhaupt keine Ahnung, um was es hier gerade wirklich geht. Als Verräter müsst ihr die bereits ausgelegten Karten in Windeseile abscannen und auf Gemeinsamkeiten prüfen. Da es auf allen Hinweiskarten aber recht viel zu entdecken gibt, könnt ihr euch dabei schnell vergaloppieren.

Wer ist der Verräter?

Als wissendes Clubmitglied wollt ihr den anderen Detektiven beweisen, dass ihr nicht der Verräter seid. Ihr legt also eine möglichst gut passende Karte zum gewählten Begriff. Auf der anderen Seite möchtet ihr es dem Verräter aber auch nicht zu leicht machen. Treffen alle Detektive das geheime Wort zu gut, hat der Verräter leichtes Spiel, das geheime Wort herauszufinden. Zu allem Überfluss hat der Verräter noch einen mächtigen Verbündeten in seinem Team.

Die übergroßen Hinweiskarten wurden durchweg sehr kunstvoll gestaltet.

Der aktive Spieler versucht ihn nach Kräften zu unterstützen. Er spielt seine Hinweise möglichst so, dass der Verräter eine gute Chance hat, das geheime Wort zu erraten. Am Ende der Runde wird auch der aktive Spieler belohnt, wenn es dem Verräter gelungen ist, seine Tarnung aufrecht zu erhalten. Pro Runde wird jeder Spieler insgesamt zwei Handkarten ausspielen. Anschließend wird darüber abgestimmt, welcher Detektiv ein falsches Spiel spielt.

Hitzige Diskussionen

Erst jetzt wird das geheime Codewort öffentlich verkündet. Anschließend erhält jeder Detektiv die Gelegenheit, genau darzulegen, warum seine gespielten Hinweiskarten gut zum genannten Begriff passen. Der Verräter wird an dieser Stelle vielleicht etwas ins Schlingern geraten, wenn sich seine Hinweise doch ein wenig sehr weit weg bewegen vom gewählten Begriff. Mit etwas Kreativität kann man in der Verräter-Rolle aber vielleicht doch noch den Kopf aus der Schlinge ziehen.

Auf den Hinweiskarten gibt es ziemlich viel zu sehen. Da ist es nicht leicht, die Hinweise richtig zu deuten.

Die wahren Mitglieder des Detective Clubs haben möglicherweise mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Mit etwas Pech beim Ziehen der Handkarten kommen auch echte Detektive manchmal in Erklärungsnöte. Jeder Detektiv darf nun einen Tipp abgeben, wer der Verräter in der Runde ist. Lediglich der aktive Spieler hat diesmal kein Stimmrecht. Meist gehen solche Abstimmungen mit hitzigen Diskussionen einher, in der die Detektive engagiert ihre Unschuld beteuern.

Partytaugliches Detektivspiel

Habt ihr den richtigen Tipp abgegeben, erhaltet ihr drei Siegpunkte. Der Verschwörer kann hingegen punkten, wenn er von höchstens einem Ermittler verdächtigt wurde. Gleich fünf Punkte wandern in diesem Fall auf sein Konto, für den aktiven Spieler fallen immerhin noch vier Punkte ab. Damit ist die erste Runde auch schon abgeschlossen. Für eine Runde braucht ihr in der Regel auch nur ein paar Minuten. Der Part des aktiven Spielers wandert nun an den nächsten Spieler in der Reihe weiter. Dies wird solange weitergeführt, bis jeder Detektiv einmal aktiver Spieler war. Spielt ihr in einer etwas kleineren Gruppe, darf jeder Detektiv sogar zweimal aktiver Spieler werden.

Detective Club erscheint in einer edlen Metallbox. Das ist Spiel ist ab sofort im Handel. Kostenpunkt: ca. 30-35€.

Für einen Durchlauf braucht ihr ungefähr eine dreiviertel Stunde. Detective Club ist für vier bis acht Spieler ab acht Jahren geeignet. Das Spiel erscheint über den Huch-Verlag und ist ab sofort im Handel verfügbar. Preislich pendelt sich Detective Club zwischen 30€ und 35€ ein.

Fazit: Der Clubvorstand hat getagt und vergibt für Detective Club die Note 8.0

Detective Club im Test: So schneidet das kooperative Partyspiel ab.

Optisch ist Detective Club ein echter Kracher! Schon die edle Metallbox als Verpackung ist ein echter Hingucker, dazu kommen die übergroßen Karten mit den verträumten Illustrationen. Mit so hochwertigem Material macht das Spielen besonders viel Spaß. Ob Detective Club aber auch spielerisch überzeugen kann, hängt viel von euch als Spieler selbst ab. Das Spiel steht und fällt mit eurem engagierten Auftreten in der Rolle des Detektivs. Mir selbst haben die hitzigen Diskussionen am Ender einer Runde am besten gefallen, in denen alle versuchen auf kreative Art und Weise den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und alle Schuld weit von sich zu weisen. Ein pikantes Detail in Detective Club ist zudem, dass sich der aktive Spieler auf die Seite des Verräters schlägt. Mit seiner Hilfe hat er durchaus eine faire Chance – trotz völliger Unwissenheit – seine Geheimidentität zu wahren. Gut geblufft, ist halb gewonnen. Detective Club ist ein sehr kommunikatives Spiel, das seinen Reiz weniger aus einer besonders pfiffigen Spielmechanik zieht, sondern vielmehr stark von der Beteiligung der Spieler selbst profitiert. In geeigneten Spielrunden entfaltet Detective Club erst sein volles Potenzial. Damit sich der Verräter zumindest einigermaßen in der Menge der Detektive tarnen kann, werden für eine Partie allerdings auch immer mindestens vier Spieler gebraucht. Ihr solltet also schon eine gewisse Gruppenstärke an den Tisch bringen, um Detective Club zu spielen. Habt ihr ein paar gesprächige Mitspieler parat? Dann ist Detective Club eine sehr gute Partyspiel-Alternative.

Pros

Cons

+ partytauglich

- Erst ab vier Personen spielbar

+ Hochwertiges Material

+ Sehr schöne Illustrationen

+ Kommunikativ

+ Einfache Regeln

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