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Detective: Erste Fälle erscheint über Pegasusspiele und ist ab sofort für 25€ zu haben.

Detective: Erste Fälle - Ein Spiel für die Familie?

Detective: Erste Fälle im Test: Polizeiarbeit als Brettspiel

  • vonSebastian Hamers
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Detective: Erste Fälle macht Polizeiarbeit in spielerischer Form erlebbar. Mit drei neuen Fällen wird die Erfolgsreihe von Portal Games fortgesetzt.

  • für 1-5 Spieler ab 12 Jahren
  • kooperatives Spielerlebnis
  • Preis: ca. 25€
  • Spieldauer: 90 - 120 Minuten

Im Zuge des ganzen Escape-Room-Hypes erlebten Brettspiele mit Detektiv-Thema einen gehörigen Aufschwung. Fast jeder größere Verlag hat ein, wenn nicht gleich mehrere Titel im Programm, bei dem es darum geht, mysteriöse Fälle zu lösen. Auch die polnischen Spieleerfinder von Portal Games sind auf den Detektiv-Zug mit aufgesprungen. Verlagstypisch sollen aber nicht spezielle Mechaniken oder das Lösen der Rätselaufgaben im Vordergrund stehen, sondern das Erleben einer packenden Story. Detective: Ein modernes Krimi-Spiel trumpfte mit einer Detektiv-Erfahrung der ganz besonderen Art auf. Selten hat sich ein Brettspiel so echt angefühlt, sich so nahe an wirklicher Polizeiarbeit bewegt wie bei Detective von Portal Games. Letzteres war vielleicht gar der größte Kritikpunkt der Spieler. Detective fordert die volle Konzentration. Es fühlt sich tatsächlich ein wenig wie Arbeit an. Für das Lösen eines Falls gehen locker drei oder vier Stunden ins Land und anschließend fühlen sich alle ein wenig ausgelaugt. Der Nachfolger Detective: Erste Fälle soll für burnoutbedrohte Ermittler ein wenig Entlastung bringen. Kürzere Fälle und verschlanktes Regelwerk versprechen ein familienfreundlicheres Spielerlebnis.

Wenn ihr euch bereits mit Detective: Ein modernes Krimi-Spiel als Hauptkommissare versucht habt, fällt euch der Einstieg in Erste Fälle leicht. Aber ganz ehrlich, wirklich komplex waren auch die Regeln des großen Bruders nicht. Die Komplexität entsteht erst durch die Kriminalfälle selbst. Das gilt für Detective: Erste Fälle erst recht. Dem Paket liegen diesmal nur drei statt fünf Fälle bei, die zudem in Sachen Umfang noch etwas abgespeckt wurden. Jeder Fall besteht jetzt nur noch aus 23 Spielkarten und kann so in einer Zeit von unter zwei Stunden gelöst werden. Beim Vorgänger wäre dies nahezu unmöglich gewesen.

Informationsflut in Detective: Erste Fälle

Die Geschichte des Spiels wird zu einem großen Teil durch die 23 Spielkarten transportiert. Mit jeder neuen Karte entblättert ihr einen neuen Aspekt des Falls. Konkret bedeutet das für euch: erstmal jede Menge Text lesen. Hier unterscheidet sich Erste Fälle nur mit Abstrichen von seinem Vorgänger. Eine der Hauptaufgaben besteht weiterhin darin, die wichtigsten Informationen von jeder Karte herauszufiltern. Nebensächliche Details gibt es nun zwar etwas weniger, dennoch werdet ihr nicht jeder kleinen Spur folgen können.

Detective: Erste Fälle beinhaltet drei neue Kriminalfälle. Jeder davon dauert knapp zwei Stunden.

Als Team von Ermittlern müsst ihr ständig wichtige Entscheidungen treffen. Welche Aussagen sind für die Lösung des Falls wirklich relevant? Fast immer stehen euch mehrere Wege offen, um weitere Nachforschungen anzustellen. Dabei besteht auf jeden Fall die große Gefahr, euch so richtig zu verfranzen und die wirklich bedeutsamen Hinweise aus den Augen zu verlieren. Fast jede Aktion müsst ihr in der härtesten aller Währungen bezahlen: mit Zeitstunden.

Detective: Erste Fälle setzt euch unter Zeitdruck

Um den Fall erfolgreich abzuschließen stehen euch lediglich 24 Stunden zur Verfügung. Ist die Zeit abgelaufen, wird unweigerlich das Spielende eingeleitet und ihr müsst euch einer Reihe von Fragen stellen. Spätestens jetzt zeigt sich, wie viele Aspekte des Falls ihr gut beleuchtet habt. Bei Detective: Ein modernes Krimi-Spiel wurde das Zeitmanagement noch leicht anders gehandhabt. Die Timeline wurde in mehrere Tage unterteilt. Es gab einen festen Zeitpunkt für den Feierabend, den man auf Kosten von Stressmarkern etwas strecken konnte. Bei Detective: Erste Fälle wurde dieser ganze Ballast über Bord geworfen. Die 24 Stunden können ganz einfach runtergespielt werden, ohne weitere Unterbrechungen.

In Detective: Erste Fälle übernimmt jeder Spieler die Kontrolle über einen dieser Charaktere.

Wie ihr das knappe Zeitbudget investiert, bleibt ganz euch überlassen. Das Spiel macht euch keine Vorgaben, bietet jedoch viele Optionen an. Manche Spielkarten erlauben euch etwa eine tiefere Recherche der gezeigten Szene. Vernehmt ihr beispielsweise gerade einen Verdächtigen und habt das Gefühl, dass an der Sache irgendwas faul ist, könnt ihr ihn mal so richtig ins Kreuzverhör nehmen. Eine besonders nachdrückliche Befragung hat schon so manchen Verbrecher gesprächig gemacht. Möglicherweise seht ihr aus Zeitgründen aber auch von einer weiteren Befragung ab und hechelt dem nächsten Hinweis hinterher.

In Detective: Erste Fälle auf der Jagd nach Hinweisen

Oftmals führt euch dabei der Weg durch die Stadt, die durch ein kleines Spielbrett dargestellt wird. Die kleine Stadtkarte zeigt fünf besondere Orte, an die es euch im Spielverlauf immer wieder hinzieht. Jeder Ortswechsel bedeutet allerdings einen kleinen Fahrweg und somit einen Zeitverlust von einer wertvollen Stunde. Der zeitliche Aufwand für eine Stadtfahrt ist damit aber immerhin noch berechenbar. Bei den meisten Aktionen lässt sich höchstens grob einschätzen, wie lange sie euch tatsächlich aufhalten. Bei Observationen oder Befragungen von Verdächtigen gibt es eben keine festen DIN-Werte, ganz wie im Leben eines echten Ermittlers. Wie viel Zeit euch eine Aktion kostet, erfahrt ihr daher meist erst hinterher.

In Detective: Erste Fälle wechselt ihr regelmäßig den Ort und stellt dort neue Recherchen an.

Immerhin gibt euch Detective: Erste Fälle ein paar Hilfsmittel an die Hand, die sich ohne Investment eines Zeitbudgets durchführen lassen. Eine der effektivsten Waffen im Kampf gegen das Verbrechen ist hier die Antares Datenbank, die schon beim Vorgänger zum Einsatz kam. Mit ihrer Hilfe könnt ihr komfortabel auf behördliche Unterlagen zugreifen. Für das Spiel wird daher ein Computer, Tablet oder anderes Gerät mit Internetanbindung und Browser benötigt.

Detective: Erste Fälle setzt auf die Antares-Datenbank

Die polizeiliche Datenbank gewährt euch Zugriff auf verschiedene Akten, lässt euch die Analysen von Beweismitteln abrufen und erlaubt euch die Einsicht in viele weitere relevanten Daten zum laufenden Fall. Hier könnt ihr gezielt nach einer verdächtigen Person nachforschen und einfach mal gucken, was der Polizeicomputer schon so alles abgespeichert hat. Manchmal wurde ein Verdächtiger schon zuvor bei den Behörden aktenkundig. So könnt ihr von den Ermittlungen der Kollegen profitieren.

In Detective: Erste Fälle stehen euch meist mehrere Optionen für weitere Ermittlungen offen.

Die Antares-Datenbank eignet sich jedoch auch als wertvolles Notizbuch für die eigenen Nachforschungen. Sämtliche Vernehmungen und Befragungen lassen sich über die Datenbank nochmal im Detail nachlesen. Hin und wieder reicht ihr auch Beweismittel ins Labor ein. Fingerabdrücke, Blutspuren, Haarproben und ähnliches können dabei behilflich sein, eine Spur zu konkretisieren. Über Antares habt ihr auch die Laborbefunde jederzeit und überall Zugriff.

Detective: Erste Fälle bietet hohen Immersionsgrad

Trotz der Komfortfunktionen der Antares-Datenbank werdet ihr auf eigene Aufzeichnungen nicht ganz verzichten können. Um die Fälle zu lösen sind eigene Notizen unumgänglich. Umfangreiche Aufzeichnungen helfen euch dabei, die Beziehungsgeflechte der Personen untereinander oder die zeitlichen Dimensionen im Detail zu erfassen. Wie ihr den Informations-Overkill, den euch Detective: Erste Fälle bietet, im Zaum haltet, bleibt natürlich ganz euch überlassen. Einige Detektiv-Gruppen arbeiten mit Schaubildern und Zeitstrahl, andere Ermittler schreiben alle Informationen zu jeder Einzelperson vielleicht lieber schön geordnet untereinander. Die Verwendung von einfachem Druckerpapier ist ebenso möglich, wie der Einsatz von Flipcharts oder einem Whiteboard.

Die Portraitkarten helfen bei der Organisation in Detective: Erste Fälle weiter.

Eurer Fantasie sind diesbezüglich also keine Grenzen gesetzt. Dem Spiel liegen diesmal praktischerweise auch einige Portraitkärtchen dabei, die das Konterfei der wichtigsten Personen zeigen. Sie sollen euch dabei unterstützen, die vielen verschiedenen Protagonisten zu visualisieren und den Überblick zu erleichtern. Die Portraits sind eine kleine, aber nicht zu unterschätzende Hilfe beim Lösen der Fälle. Schwirren euch nämlich nur massenhaft Namen ohne dazugehöriges Gesicht durch den Kopf, ist es gar nicht so leicht, die Übersicht zu behalten.

Finale Abrechnung in Detective: Erste Fälle

Kurz bevor die Frist von 24 Stunden verstrichen ist, wird das Team der Ermittler noch einmal explizit dazu aufgefordert, die Köpfe zusammenzustecken und ein Resümee zu ziehen. Welche Informationen haben wir bereits? Welche Spuren haben wir bislang vielleicht zu sehr vernachlässigt? An dieser Stelle des Spiels können nur noch sehr wenige Aktionen durchgeführt werden. Umso genauer solltet ihr nun die letzten Schritte planen.

Das Inlay von Detective: Erste Fälle ist gut durchdacht.

Nach Ablauf der Zeit nehmt ihr erneut die Antares-Datenbank zur Hand. Hier wählt ihr nun den Bereich „Abschlussbericht“, um euch den Fragen eurer Vorgesetzten zu stellen. Je mehr Fragen ihr korrekt beantworten könnt, desto besser fällt am Ende eure Bewertung aus. Aller Voraussicht nach werdet ihr nicht auf alle Fragen fundiert reagieren können. Es bleibt schlicht zu wenig Zeit, um den Fall bis ins kleinste Detail zu beleuchten. Daher ist es völlig normal, dass ihr einen Teil der Karten niemals zu Gesicht bekommen werdet.

Detective: Erste Fälle ist für ein bis fünf Detektive ab zwölf Jahren geeignet. Für einen Fall solltet ihr ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden einplanen. Im deutschsprachigen Raum erscheint das Spiel über Pegasusspiele, ihr findet es ab sofort zum Preis von rund 25€ im Handel.

Fazit: Wir haben ganz genau ermittelt. Detective: Erste Fälle kommt auf eine höchst verdächtige Testwertung von

Wir haben recherchiert. Detective: Erste Fälle erhält diese verdächtige Testwertung

Als Portal Games vor zwei Jahren Detective: Ein modernes Krimi-Spiel veröffentlichte, fühlte ich der Flut an Detektivspielen schon ein wenig überdrüssig. Auf den Ansatz der polnischen Brettspielerfinder war ich dennoch gespannt. Detective versprach mehr zu sein als das simple Lösen von Rätseln, gepaart mit einer schnell zusammengeschusterten Story. Detective sollte sich anfühlen, wie echte Polizeiarbeit. Portal Games hatte nicht zu viel versprochen. Detective: ein modernes Krimi-Spiel ist eine sehr intensive Spielerfahrung, die allerdings auch sehr viel Geduld und auch Zeit in Anspruch nimmt. Jeder der fünf Fälle dauert gut drei bis vier Stunden, die zudem auch inhaltlich noch miteinander verwoben sind. Da fällt es ganz schön schwer auch im fünften Fall noch den Überblick zu behalten.

Detective: Erste Fälle steht in Sachen Rätseltiefe seinem Vorgänger in nichts nach. Die Kriminalfälle sind genauso intensiv, spannend und anspruchsvoll. Allerdings lässt sich ein Fall nun ohne Probleme an einem Abend bewältigen. Nach spätestens zwei Stunden habt ihr den Abschlussbericht ausgefüllt. Durch die Verkürzung der Spieldauer fällt es den Ermittlern etwas leichter, den Überblick über alle wichtigen Informationen zu behalten. Zudem steht jeder der drei Fälle für sich allein. Es gibt also keine Kampagne, die alle Kriminalfälle zu einem großen Ganzen zusammenfasst. Das macht den Wiedereinstieg in eine neue Spielrunde leichter, wenn ihr eine längere Auszeit vom Spiel genommen habt. Ansonsten wurde bei Detective: Erste Fälle etwas spielmechanischer Ballast abgeworfen. Es gibt keine Stressmarker mehr, wenn ihr Überstunden einlegt und selbst die speziellen Fertigkeiten der einzelnen Ermittler wurden über Bord geworfen. Das Spiel wurde somit auf das Wesentliche reduziert: das Lösen der drei spannenden Kriminalfälle. Eine gute Entscheidung. Durch die geringere Einstiegshürde kommen so jetzt hoffentlich noch mehr Spieler in den Genuss dieser außergewöhnlichen Spielerfahrung.

ProCon
+ kooperatives Vorgehen- erfordert Einsatz von Computer oder Smart Device
+ intensive Spielerfahrung
+ anspruchsvolle Rätsel
+ fordert viele Entscheidungen ein
+ packende Kriminalgeschichten

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