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Die Crew: Mission Tiefsee erscheint über den Kosmos-Verlag und kostet 12-15€.

Lohnt sich Die Crew: Mission Tiefsee für Besitzer des Vorgängers?

Die Crew - Mission Tiefsee im Test: Kooperatives Stichspiel unter Wasser

  • vonSebastian Hamers
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Der Mega-Erfolg hat dem Kartenspiel Die Crew einen Nachfolger beschert. Bei Die Crew: Mission Tiefsee erkundet ihr eine Unterwasserwelt.

  • für 3-5 Spieler ab 10 Jahren
  • Autor: Thomas Sing
  • Verlag: Kosmos
  • Preis: 12-15€

Im letzten Jahr räumte Die Crew von Kosmos den prestigeträchtigen Award „Kennerspiel des Jahres“ ab. Das kooperative Stichspiel konnte aber nicht nur die Spiel-des-Jahres-Jury von seinen Qualitäten überzeugen, sondern fand auch in der Gemeinschaft der Brett- und Kartenspieler selbst viel Zuspruch. Folgerichtig kassierte das Spiel von Thomas Sing die Publikumsauszeichnung „Deutscher Spielepreis 2020“ gleich ebenso ein. Und was macht man als Verlag und Spieleautor nach so einem Mega-Erfolg? Ganz genau, ein Nachfolger muss her. Die Beteiligten haben nicht lang gezaudert und das Eisen geschmiedet, solange es noch heiß ist. Die Mitglieder der Crew sind einmal mehr in einem spannenden Abenteuer gefordert, das sie für 32 Missionen in eine unglaubliche Unterwasser-Welt entführt. Die Crew: Mission Tiefsee steht ab sofort im Handel.

Kenner des Vorgängers finden sich in Die Crew: Mission Tiefsee sofort zurecht

Die Erfolgsformel des direkten Vorgängers bleibt in weiten Teilen natürlich unberührt. Im Wesentlichen funktioniert Die Crew: Mission Tiefsee wie die meisten anderen Stichspiele auch. Wie schon beim Vorgänger hantiert ihr mit einem Deck aus vierzig Spielkarten. Es gibt vier Farben, jeweils mit Zahlenwerten von eins bis neun. Hinzu gesellen sich noch vier Trümpfe, die diesmal mit U-Booten statt Raketen versehen sind. Das Kernprinzip dürfte den allermeisten Spielern bekannt sein. Ein Spieler eröffnet die Runde, indem er eine seiner Handkarten in die Tischmitte spielt. Die restlichen Spieler müssen die gespielte Karte hinsichtlich ihrer Farbe bedienen. Der Spieler, der eine farblich passende Karte mit dem höchsten Wert gespielt hat, darf sich den Stich einverleiben und spielt nun seinerseits eine neue Karte auf.

Die Crew: Mission Tiefsee bleibt im Kern ein Stichspiel.

Wenn ihr die Farbe nicht bedienen könnt, dürft ihr eine beliebige Karte ausspielen. Den Stich könnt ihr damit jedoch nicht gewinnen, selbst wenn ihr die Karte mit dem höchsten Zahlenwert ausgelegt habt. Eine Ausnahme stellen die U-Boot-Karten mit den Werten von einem bis vier Punkten dar, die selbst die Neuner-Karten übertrumpfen. Soweit, so bekannt. Das besondere Herausstellungsmerkmal von Die Crew ist der kooperative Spielansatz.

Die Crew: Mission Tiefsee wartet mit noch vielseitigeren Missionen auf

Gewinnen könnt ihr die einzelnen Missionen nur als Team. Vor jeder Runde werden in der Tischmitte eine oder mehrere Aufträge ausgelegt, die unter den Spielern verteilt werden. Beim Vorgänger handelt es sich um kleinere Kopien der Spielkarten selbst. Wird euch als Auftrag die grüne Vier zugeteilt, müsst ihr dieselbe Karte mit einem Stich an Land ziehen. Sobald die Karte an einen anderen Spieler geht, ist die Mission gescheitert. Während sich die Spielkarten bei Mission Tiefsee lediglich optisch ein wenig von denen des Vorgängers unterscheiden, wurden die Auftragskarten grundlegend überarbeitet.

Trümpfe werden in Die Crew: Mission Tiefsee durch U-Boote dargestellt.

Dem Spiel liegen nun statt 36 gleich 96 Auftragskarten bei. Die Aufgaben haben jedoch nicht nur an Quantität gewonnen, sondern sind deutlich vielfältiger geworden. Beispiele gefällig? Einige Aufträge fordern etwa, dass ihr mindestens fünf rosa Karten gewinnt oder gar eine ganz genaue Zahl von Neunern. Ebenso gibt es Jobs, bei denen ihr mit bestimmten Karten ein oder mehrere Stiche gewinnen sollt. Einen Stich mit einer Zweier-Karte zu holen, das ist beispielsweise schon gar nicht mehr so einfach.

Mit Die Crew: Mission Tiefsee noch mehr Abwechslung erleben

Nicht weniger knifflig sind Aufträge, bei denen ihr Stiche mit bestimmten Karten vermeiden sollt. Manchmal dürft ihr während der gesamten Mission keine grünen Karten einsammeln oder keine Karten mit einem bestimmten Kartenwert. Einige Aufträge fordern ebenso, dass ihr nur den ersten Stich holt oder keinen der ersten fünf. Richtig komplex wird die Angelegenheit, wenn ihr eine Balance zwischen zwei Kartenfarben herstellen müsst. Gewinnt gleich viele pinke wie gelbe Karten… spätestens, wenn ihr mit mehr als einem Auftrag jonglieren müsst, wird die Sache schnell etwas unübersichtlich.

Die überarbeiteten Auftragskarten sind die größte Neuerung in Die Crew: Mission Tiefsee.

Bei aller Vielfalt, die sich aus der Zusammenstellung der 96 Auftragskarten ergibt, bringt diese bunte Mischung aber auch ein paar Probleme mit sich. Aus dem Sammelsurium der Jobs ergeben sich manchmal Konstellationen, die sich partout nicht lösen lassen. Habt ihr den Auftrag „Gewinne den ersten Stich“ angenommen und euer Mitspieler muss sich gleichzeitig um „Gewinne die ersten beiden Stiche“ kümmern, könnt ihr die Mission direkt abbrechen. In den meisten Fällen werden diese Widersprüchlichkeiten direkt erkannt und die Angelegenheit ist schnell durch ein neues Austeilen der Aufträge behoben. Etwas ärgerlich ist das nur, wenn der Widerspruch erst beim Spielen der Mission auffällt.

Neues Logbuch in Die Crew: Mission Tiefsee mit einigen Überraschungen

Ein paar zusätzliche Überraschungen hält zudem das Logbuch für euch bereit, indem ihr die einzelnen Missionen findet. Das Logbuch umfasst nun nicht mehr 50 Missionen wie noch beim Vorgänger, sondern wurde auf 32 Tauchgänge reduziert. Jede Mission wird zunächst mit einer kleinen Geschichte eingeführt. Für den Spielablauf ist die Story zwar nicht relevant, bringt aber immerhin etwas Atmosphäre in das Tiefsee-Abenteuer. Die Geschichte erklärt zudem sehr thematisch, warum in einer Mission eine Regeländerung eintritt.

Die Auftragskarten in Die Crew: Mission Tiefsee verfügen über verschiedene Schwierigkeitsstufen.

In einer der ersten Missionen etwa muss sich ein Crew-Mitglied aller ausliegenden Aufträge annehmen. Der Mannschaft ist ein amateurhafter Fehler unterlaufen, nun muss eine Person für alle anderen die Kastanien aus dem Feuer holen. Ihr bestimmt vor Beginn der Runde, wer diese schwere Bürde auf sich nehmen soll. Kleinere Veränderungen im Ablauf tauchen bei Die Crew: Mission Tiefsee immer wieder mal auf. Einige Missionen setzen euch beispielsweise unter Druck, indem sie euch ein Zeitlimit von wenigen Minuten setzen. Für alle Spieler, die sich ungerne unter Zeitdruck setzen lassen, gibt es glücklicherweise aber auch immer einen alternativen Malus. Das Echtzeitspiel lässt sich also immer umgehen.

Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade der Aufträge in Die Crew: Mission Tiefsee

Im Logbuch findet ihr bei jeder Mission zudem eine Angabe bezüglich des Schwierigkeitsgrads der Aufträge. Diese Angabe findet ihr auch auf den Auftragskarten selbst. Der Anspruch einer Aufgabe schwankt dabei zwischen einem und fünf Punkten, zusätzlich kann der Schweregrad je nach Mitspielerzahl variieren. Gibt euch das Logbuch nun einen Schwierigkeitsgrad von sieben Punkten an, zieht ihr solange Auftragskarten nach, bis ihr die geforderte Punktzahl in Summe erreicht habt. Dadurch wird es möglich, dass ihr eine Mission im Wiederholungsfall mit einer unterschiedlichen Zahl von Aufträgen spielt.

Die Crew: Mission Tiefsee übernimmt viele Ideen des Vorgängers.

Die weiteren wesentlichen Mechaniken wurden hingegen vom Vorgänger adaptiert. Noch immer ist die Kommunikation unter den Spielern stark eingeschränkt. Selbstverständlich dürft ihr euch nicht über eure Handkarten austauschen. Einmal pro Mission darf jeder Spieler allerdings sein Sonarplättchen einsetzen. Das Sonar erlaubt euch, eine Handkarte für die Mitspieler sichtbar zu machen. Ihr legt die Karte offen vor euch aus und markiert sie mit dem Plättchen. Legt ihr das Sonar in den oberen Bereich der Karte, handelt es sich um die höchste Karte dieser Farbe auf eurer Hand. Ein Sonarplättchen im unteren Kartenbereich zeigt an, dass ihr keine niedrigere Karte dieser Farbe auf der Hand habt. Habt ihr gar keine weiteren Karten der Farbe mehr übrig, platziert ihr das Sonar auf die Mitte der Karte. Mit dieser einfachen Methode könnt ihr einen, vielleicht aber sogar den entscheidenden, Hinweis geben. Wie schon beim Vorgänger wird aber selbst diese rudimentäre Kommunikationsform in einigen Missionen schon wieder eingeschränkt.

Die Crew: Mission Tiefsee ist für drei bis fünf Spieler ab zehn Jahren geeignet. Mit ein paar Regelabweichungen lässt sich das Spiel aber auch zu zweit spielen. Für eine Mission benötigt ihr in der Regel nur wenige Minuten. Somit eignet sich Mission Tiefsee als kleiner Appetizer zwischendurch genauso wie als abendfüllendes Programm. Das Spiel ist über den Kosmos-Verlag erschienen und kostet etwa 12-15€.

Fazit: Evolution statt Revolution. Die Crew: Mission Tiefsee ist der Sprung vom Weltall ins Unterwasserreich gelungen und hat sich damit diese Testwertung verdient

Evolution statt Revolution. Die Crew: Mission Tiefsee ist der Sprung vom Weltall ins Unterwasserreich gelungen und hat sich damit diese Testwertung verdient.

Als das kleine Kartenspiel Die Crew im Herbst 2019 erstmals bei uns auf dem Tisch landete, war ich noch ziemlich skeptisch. Stichspiele gibt es ja nun wie Sand am Meer und von den Grundregeln her, wirkt die Die Crew auch nicht gerade besonders innovativ. Erst der kooperative Spielansatz macht das Kartenspiel so genial. Es ist eben nicht mehr einfach nur wichtig, die meisten Stiche zu holen. Die ganze Angelegenheit ist so viel komplexer… und spaßiger. Dadurch wurde Die Crew bei mir zu einem der meistgespielten Titel im Jahr 2020. Der Nachfolger Mission Tiefsee macht das, was man von einem guten Nachfolger erwartet. Das Erfolgsrezept des Originals bleibt erhalten und durch ein paar coole Extras ergänzt. Diese kommen vor allem in Form der neuen Auftragskarten ins Spiel. Diese fallen deutlich vielfältiger aus als beim Vorgänger. Noch mehr Varianz, noch mehr Abwechslungsreichtum und noch mehr Spannung machen Die Crew: Mission Tiefsee zu einem würdigen Nachfolger. Ihr habt die Crew noch nicht gespielt? Dann kauft Mission Tiefsee! Ihr habt die Crew schon gespielt? Dann kauft Mission Tiefsee! Diese 15€ sind gut investiertes Geld, selbst wenn ihr sonst bei Stichspielen eher auf Distanz geht.

ProCon
+ kooperative Spielweise- macht erst ab 3 Spielern richtig Laune
+ 32 neue Missionen
+ mehr Abwechslung durch neue Auftragskarten
+ noch variabler als der Vorgänger
+ Erfolgsformel von Die Crew bleibt erhalten

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