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Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tone Sap im Test – Das neue Micro-Game von Button Shy

Erstellt:

Von: Sebastian Hamers

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Die Reisbauern ist das neue Spiel aus der Button-Shy-Reihe von Frosted Games. Kostenpunkt: knapp 10€. © Frosted Games

Frosted Games schiebt neue Titel aus der Button-Shy-Reihe nach, unter anderem Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap.

Die Button-Shy-Serie von Frosted Games wächst und gedeiht. Nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr steht inzwischen bereits eine zweistellige Anzahl von verschiedenen Titeln in den Händlerregalen. Ganz frisch eingetroffen sind dort jetzt auch die ersten Exemplare von Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap. Das bewährte Konzept ist dem vorliegenden Spiel natürlich erhalten geblieben. Wie die anderen Button-Shy-Titel soll das Zwei-Personen-Spiel eine ordentliche Spieltiefe bieten, dabei allerdings mit fast schon minimalistischem Material auskommen. 

Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap entführt euch nach Kambodscha

Es ist wieder einmal erstaunlich. Button Shy steht völlig im Gegensatz zu vielen prunkvollen Kickstarter-Projekten mit kiloschwerem Materialaufwand. Ein Spiel muss eben nicht zwingend ein Umfangsmonster sein, um sehr viel Spaß zu machen. Gerade einmal 18(!) Spielkarten hat Autor Corry Damey benötigt, um Die Reisbauern zu designen. Kurios, die vorliegende Button-Shy-Edition wird direkt mit zwei Erweiterungen geliefert und ist damit sozusagen die Reisbauern-Big-Box. Sie kommt somit auf eine Ausstattung von sagenhaften 25 Karten.

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Bei Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap erhält jeder Spieler einen persönlichen Avatar mit Spezialfähigkeit. © Frosted Games

Damit Die Reisbauern nicht am Ende doch noch zu einer Materialschlacht ausufert, werden sämtliche Karten gleich doppelseitig verwendet. Auf der einen Seite ist immer ein Reisbauer zu sehen, der als persönlicher Avatar fungiert und euch mit einer individuellen Spezialfähigkeit ausstattet. Gespielt wird hingegen überwiegend mit der Frontseite der Karten. Hier findet ihr Reisfelder-Parzellen, Wege und gelegentlich auch mal einen Reisbauern, eine Hütte oder einen Büffel.

Taktisches Legen mit Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap

Eure Aufgabe wird nun darin bestehen, mithilfe der Karten die eigenen Reisfelder so effektiv wie möglich zu gestalten. Schon die Auswahl der Spielkarten hat einen gewissen Kniff. Nachdem eine Karte in die persönliche Auslage gespielt wurde, wandert eine zusätzliche zweite Karte zunächst in die Tischmitte. Dort entsteht eine Reihe von Reservekarten, die erst in der zweiten Hälfte der Partie verwendet werden. Die verbleibenden Handkarten werden nun mit dem Mitspieler getauscht und die Prozedur wiederholt. Dies wird solang fortgeführt bis keine Karten mehr auf der Hand verbleiben.

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Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap werden die Reisfelder durch das Anlegen von Karten erschlossen. © Frosted Games

Die geleerte Kartenhand läutet das Ende der Regenzeit und somit der ersten Spielhälfte ein. Es kommt zu einer ersten Zwischenwertung. Durch das Anlegen der Karten wollt ihr Parzellen zusammenschließen und sie mit den abgebildeten Wegen umzäunen. Nur auf diese Weise werden aus den Parzellen die fertigen Reisfelder, die nun zur Wertung gebracht werden dürfen.

Auf Regen folgt Sonnenschein in Die Reisbauern: Das Auf und Ab auf Tonle Sap

Jedes abgeschlossene Reisfeld bringt euch nun Punkte ein. Je größer das Reisfeld ausfällt, desto mehr Punkte springen für euch dabei heraus. Weitere Punkte lassen sich durch den Einbau von verschiedenen Merkmalen erzielen, die sich manchmal auf den Karten befinden. Eine abgebildete Hütte innerhalb eines Reisfeldes wirkt sich wie eine Vergrößerung desselben aus. Auch Bauern oder Büffel lassen den Punktestand in die Höhe schnellen.

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Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap besteht in der Basisversion aus gerade einmal 18 Spielkarten. © Frosted Games

Nachdem alle Punkte verbucht wurden, geht es auch schon mit der Trockenzeit weiter. Jetzt greift ihr auf die zuvor beiseitegelegten Karten in der Tischmitte zurück. Abwechselnd wird von dort eine Karte gewählt und in die persönliche Auslage gespielt. Etwaige abgeschlossene Reisfelder können direkt ausgewertet und bepunktet werden. Sobald alle Karten angelegt wurden, folgt bereits die Endabrechnung.

Mehr Spielspaß durch Erweiterungen bei Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap

Jedes fertige Reisfeld ist jetzt nochmal einen Punkt wert. Freilaufende Büffel, die noch in freien Parzellen herumhüpfen, solltet ihr euch hingegen besser nicht leisten. Sie werden mit Punktabzug bestraft. Außerdem gewähren euch einige Avatare nochmal für einen Punkteboost, wenn ihr bestimmte Voraussetzungen erfüllt habt. Überhaupt sorgen die Avatare für einen gewissen taktischen Aspekt. Jeder der achtzehn Spielfiguren fordert eine etwas andere strategische Marschrichtung von euch ein.

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Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap liegt die Wasserfestival-Erweiterung gleich mit bei. © Frosted Games

Wer noch etwas mehr aus dem Spiel rausholen möchte, darf optional noch eine oder beide inkludierten Erweiterungen für eine Partie hinzunehmen. Gerade die Wasserfestival-Erweiterung macht das Spiel deutlich gehaltvoller. Neu hinzu kommen vier doppelseitige Flusskarten, an die ihr eure Reisfelder anbaut. Die Erweiterung belohnt verschiedene Mehrheiten, etwa bei den Bauern oder Hütten. Bei Letzteren gibt es beispielsweise Bonuspunkte für jede Hütte in Reisfeldern, abhängig von der Zahl der Bauern des Mitspielers. Ihr seht schon… vorausschauende Planung ist die halbe Miete.

Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap mit knackig-kurzen Partien

Eher ein kleines Gimmick ist hingegen die „Jasmin & Ingwer“-Erweiterung. Jeder Spieler erhält entweder einen Vertrag für Jasmin- oder Ingwerreis. Jasminreisbauern erhalten sofort zehn Extrapunkte. Jeder eingesetzte Bauer muss dafür jedoch mit einen Punktabzug verköstigt werden. Handelt ihr mit Ingwerreis, gibt es zwei Punkte für jedes Reisfeld, das während der Trockenzeit abgeschlossen wurde. Jede Erweiterung kann entweder einzeln verwendet oder mit der anderen kombiniert werden.

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Bei Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap darf mit Ingwer- und Jaminsreis gehandelt werden. © Frosted Games

An der Spieldauer ändert die Hinzunahme von Erweiterungen nur wenig. Rund zwanzig Minuten dauert der Ausflug zu den kambodschanischen Reisbauern. Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap ist für zwei Personen ab acht Jahren geeignet. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von knapp 10€ im Handel.

Fazit: Wir haben am Mekong-Fluss die folgende ingame-Testwertung für Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap aus dem Wasser gefischt

Wertungsgrafik Die Reisbauern
Das neue Button-Shy-Spiel Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap verdient sich diese ingame-Testwertung. © ingame.de

Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap ist eine gute Ergänzung der Button-Shy-Reihe von Frosted Games und siedelt sich im Komplexitätsgrad eher am oberen Ende der Skala ein. Sicher, das Material des Kartenspiels ist so minimalistisch wie bei jedem anderen Titel der Reihe auch. Dennoch, die Reisbauern ringen euch taktisch schon so einiges ab. Gerade mit Hinzunahme der Wasserfestival-Erweiterung müsst ihr so einige Aspekte im Blick behalten, um am Spielende über den rivalisierenden Reisbauern zu triumphieren. Ein strategisches Schwergewicht dürft ihr euch von der Button-Shy-Neuheit aber natürlich nicht erwarten. Angesichts der Materialausstattung von gerade einmal 18 Spielkarten kann sich die Spieltiefe allerdings durchaus sehen lassen. So manchem Familienspiel läuft Die Reisbauern: Das Auf und Ab am Tonle Sap so auf jeden Fall den Rang ab.

ProCon
+ Micro-Game mit 18 Spielkarten- schlichtes Design
+ 2 Erweiterungen inklusive
+ einfache Regeln
+ taktisch durchaus fordernd

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