Don't Get Got im Test: Das geheime Missionsspiel

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Ist das jetzt überhaupt noch ein Brettspiel? Diese Frage stellt sich inzwischen gar nicht mehr so selten, wenn ein neuer Titel aus der Brettspiel-Szene das Licht der Welt erblickt. Viele moderne Ideen bewegen sich doch ziemlich weit von dem Konzept weg, was wir uns gemeinhin als Brettspiel vorstellen. Ist das überhaupt noch ein Spiel? Vor diese Frage stellt uns heute Don’t Get Got von Big Potato Games. Die Londoner Spieleentwickler sind bekannt für ihre ungewöhnlichen Spielkonzepte. Don’t Get Got beweist ihre Neigung zu schrillen Ideen einmal mehr.

Als Main Event eines langen Spieleabends taugt Don’t Get Got sicherlich nicht. Es spielt sich ganz nebenbei. Sowie Spotify im Browser dauerhaft im Hintergrund läuft, während ihr einen Text mit Word bearbeitet, so wabert auch Don’t Get Got passiv über den Geschehnissen des ganzen Spieleabends, vielleicht sogar einer ganzen Woche oder eines ganzen Monats. OK, klären wir die Sache auf…

Mission Impossible?

Jeder Spieler erhält bei Spielbeginn fünf Missionskarten. Es werden keine Wundertaten von euch verlangt. Im Grunde müsst ihr sogar noch nicht einmal selbst tätig werden. Eure Aufgabe besteht lediglich darin, eure Mitspieler zu bestimmten Tätigkeiten zu bewegen. Dabei erwarten euch keine allzu abgefahrenen Aktivitäten. Es sind sogar überwiegend ganz alltägliche Dinge, die ihr euren Mitspielern abverlangt.

Sie sollten allerdings nicht bemerken, dass sie gerade eine geheime Mission für euch erledigen. Ihr müsst die ganze Sache also möglichst subtil angehen. Wenn ihr die Aufgaben mit dem Dampfhammer durchdrückt, fliegt ihr natürlich sofort auf und die Mission ist gescheitert.

Aufgaben aus dem Alltag

Zu den Aufgaben sei an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Wenn ihr euch die Aufgaben schon vor dem eigentlichen Spiel erstmal in Ruhe durchlest, verderbt ihr euch den ganzen Spielspaß. Es ist wichtig, dass die Missionsinhalte geheim bleiben. Um die Art und Weise der Aufgaben zu erahnen, könnt ihr zwei Beispiele in der Anleitung nachlesen.

In einer Mission sollt ihr einen Mitspieler dazu bringen, zweimal an einem Tag die Ghetto-Faust bei euch einzuschlagen. Zweite Aufgabe: Legt die Missionskarte in ein Einmachglas und bringt einen Spieler dazu, das Glas für euch zu öffnen. Ihr seht schon, es sind alles recht normale Vorgänge, wie sie jeden Tag geschehen könnten.

Du wurdest erwischt

Damit die Missionen auch wirklich bis zuletzt geheim bleiben, erhält jeder Spieler ein kleines Etui, in dem die Karten versteckt werden können. Habt ihr eine Mission erfüllt, dürft ihr die Karte auf die grüne Seite drehen und wieder im Etui einsortieren. Wer zuerst drei Missionen erfüllt hat, gewinnt das Spiel.

Geht ihr zu ungeschickt an eine Aufgabe heran, riechen die Mitspieler aber vielleicht den Braten. In diesem Fall müsst ihr die Karte vorzeigen und leider auf die rote Seite drehen. Diese Mission ist gescheitert. Jetzt habt ihr eine Möglichkeit weniger, um die drei Aufgaben zu erfüllen. Zum Glück hat jeder Spieler noch eine zusätzliche Karte im Etui. Diese sechste Karte ist bei allen Spielern gleich und bietet wohl den profansten Weg, um einen Punkt zu ergattern.

Guess What?

Ihr fragt einen anderen Spieler: „Weißt du was?“ Wenn dieser jetzt mit „Was?“ antwortet, geht der Punkt auch schon an euch. Klingt erstmal ziemlich einfach, oder? Da aber jeder Spieler um diese Mission weiß, passen jetzt natürlich alle Beteiligten auf wie ein Luchs, dass sie nicht in diese billige Falle tappen. Hier der Text der Karte in der Originalfassung: Say „Guess What?“ to a player. If they reply “What?” then say “You got got!”

Dem Spiel liegen acht Etuis zum Verstauen der Missionskarten bei. Demnach ist dies auch die maximale Zahl der Mitspieler. An einer ausreichenden Anzahl von Karten scheitern zusätzliche Partien nicht. In Don’t Get Got gibt es insgesamt 186 Missionskarten. Für genügend Material ist also gesorgt. Die Länge einer Partie kann stark variieren. Läuft es gut, kann das Spiel tatsächlich auch schon an einem Abend abgeschlossen werden. Oft dauert ein Durchlauf aber auch mehrere Tage an.

Don’t Get Got ist leider nur in englischer Sprache verfügbar. Da die Texte aber allesamt kurz und auch nicht sonderlich komplex sind, sollte das keine unüberwindbare Hürde darstellen. Zur Not hilft der Google Translator weiter. Preislich pendelt sich Don’t Get Got zwischen 20€ und 25€ ein.

Pros

  • spielt sich im Hintergrund
  • für bis zu acht Spieler geeignet
  • partytauglich
  • genug Material für viele Runden

Cons

  • kein abendfüllendes Programm

Fazit

Ist Don’t Get Got nun ein richtiges Spiel? Ja, aber vielleicht nicht so, wie ihr es euch vorstellt. Don’t Get Got spielt sich nebenbei und kann problemlos auch im Hintergrund eines Spieleabends laufen. Bei uns verlief eine Partie meist über mehrere Tage. Die Länge eines Durchlaufs hängt maßgeblich von der aktuellen Konzentrationsfähigkeit der Spieler ab. Passt ihr einen guten Moment ab, indem ein Spieler gerade intensiv mit einer anderen Tätigkeit beschäftigt ist, könnt ihr sicher eher mal schnell einen Punkt abstauben. Don’t Get Got eignet sich bestimmt auch gut als Klassenfahrt-Begleitung. Gerade wenn die Gruppe über einen etwas längeren Zeitraum zusammen abhängt, entstehen die besten Szenen. Als Spiel im Hintergrund macht Don’t Get Got einen guten Job, das in einer passenden Gruppe eingesetzt, für viel Freude sorgen kann.

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