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Im Spiel sind immer drei Ortskarten aktiv. Hinzu kommt noch die Akademie der Abenteurer.

Der große Bruder von Dragonwood

Drachenland im Test: Das fantasievolle Brettspiel für die ganze Familie

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Nach dem Erfolg von Dragonwood hat Autor Darren Kisgen seine Spielidee noch eimal ordentlich aufgemotzt. Drachenland hat in vielen Belangen nachgelegt.

Mit dem Kartenspiel Dragonwood landete der schweizerische Verlag GameFactory mehr als einen Achtungserfolg. Das Spiel richtet sich in erster Linie an junge oder weniger erfahrene Spieler, trumpft aber dennoch mit einem interessanten Fantasy-Setting auf. Vielleicht ist es genau diese Kombination, die Dragonwood so erfolgreich gemacht hat. Aber da steckt da nicht noch mehr Potenzial drin? Autor Darren Kisgen hat sich seine Spielidee noch einmal vorgenommen und kräftig erweitert. Drachenland legt in vielen Belangen nochmal eine Schippe drauf. Das Grundgerüst, das Dragonwood so erfolgreich gemacht hat, ist dabei erhalten geblieben.

Das kleine Kartenspiel ist erwachsen geworden, zumindest in seinen Dimensionen. Drachenland kommt in einer deutlich größeren Verpackung daher als noch sein kleiner Bruder Dragonwood. Dennoch bleibt es weiterhin ein Kartenspiel. Das räumliche Wachstum des Spiels ist vor allem mit den neuen Ortskarten zu erklären, die gleichzeitig zentraler Bestandteil des veränderten Spielkonzepts sind.

Die Welt von Drachenland erkunden

Während bei Dragonwood noch das Plätten von Monstern im Mittelpunkt stand, werdet ihr diesmal auch in die Welt hinausgeschickt, um diese zu erkunden. Dazu erhält jeder Spieler acht Abenteurer-Figuren, die ihr an die insgesamt 21 Orte des Spiels entsendet. Der Grund für eure Reise? Der schnöde Mammon. Ihr habt es auf die Münzen und Schätze abgesehen, die in Drachenland nur darauf warten, von euch kassiert zu werden. Kein großes Problem, wären da nicht die anderen Spieler, die es natürlich ebenfalls auf das große Gold abgesehen haben.

Im Spiel sind immer drei Ortskarten aktiv. Hinzu kommt noch die Akademie der Abenteurer.

Im Spiel sind immer drei Ortskarten aktiv. Die Orte in Drachenland sind für die Abenteurer gefährliches Terrain. Deshalb müssen sie in der Umgebung entweder schleichen, sie ausspionieren oder aber brachial mit Waffengewalt stürmen. Je nach gewählter Methode ist die Erkundung auf den Landstrichen mal einfacher und mal schwerer. Den Drachenfels erkundet ihr am einfachsten, wenn ihr den Abenteurer schleichend ausschickt, das Versteck der Halblinge könnt ihr hingegen gut mit Waffengewalt in Beschlag nehmen.

Grundprinzip von Drachenland: Die richtigen Karten sammeln

Egal für welche Methode ihr euch entscheidet, ihr müsst zunächst die passenden Karten für eure Erkundung sammeln. Dem Spiel liegen 60 Abenteurer-Karten bei, fünf Farben jeweils mit Werten zwischen einem und zwölf Punkten. Für das Schleichen müsst ihr Karten mit zusammenhängenden Zahlenfolgen spielen, die Farbe ist in diesem Fall egal. Wollt ihr das Land ausspionieren, benötigt ihr wiederum Karten mit der gleichen Ziffer. Beim Stürmen kommt es auf die Farbe an. Sammelt einfach Karten der gleichen Farbe, die Zahlenwerte sind dafür jetzt egal.

Je mehr Karten ihr ausspielt, die diesen Vorgaben folgen, desto mehr Würfel erhaltet ihr, um die Ortskarte zu erkunden. Ihr werft nun die entsprechende Anzahl von Würfeln und prüft, ob ihr den geforderten Wert erreicht habt. Im Erfolgsfall dürft ihr jetzt eine Abenteurer-Figur auf einem freien Feld der Ortskarte platzieren. Bei Misserfolg nehmt ihr die Karten wieder zurück auf die Hand und könnt es in der nächsten Runde erneut versuchen. Der Zeitverlust kann jedoch schmerzlich sein. Die Mitspieler werden in der Zwischenzeit ebenfalls versuchen, ihr Abenteurer möglichst schnell an die ausliegenden Orte zu bringen. So entsteht an Wettlauf um die wenigen begehrten Plätze.

Das Versteck der Halblinge könnt ihr besonders leicht mit Waffengewalt stürmen.

Beim Erkunden der Orte ist es eine Überlegung wert, bewusst den schwersten Weg zu wählen. Viele Ortskarten erlauben euch, gleich zwei Abenteurer ins Spiel zu bringen, wenn ihr den Ort auf eine bestimmte Art und Weise entdeckt. Mit etwas Mut und Glück könnt ihr das Kräfteverhältnis auf einer Karte so vielleicht noch zu euren Gunsten drehen. Durch diese Option bleibt es meist bis ganz zum Schluss spannend, da auch abgeschlagene Spieler mit einem guten Zug noch etwas bewirken können.

Gemeine Kobolde bedrohen Drachenland

Die ersten acht Abenteurer-Karten bekommt ihr schon bei Spielbeginn. Weitere Karten dürft ihr nachziehen, wenn ihr in der Runde auf eine Entdeckung verzichtet. Diese Ausruhphase bringt euch zwei zusätzliche Abenteurer-Karten ein. Da bei einer erfolgreichen Entdeckung immer alle eingesetzten Karten abgelegt werden müssen, werdet ihr regelmäßig auf diese Ruhepausen zurückgreifen müssen. Zieht ihr neue Karten nach, dürft ihr diese entweder aus der offenen Auslage mit zwei Karten wählen oder aber direkt vom Nachziehstapel nehmen. So habt ihr beim Sammeln der Karten zumindest ein wenig Kontrolle.

Um einen Ort zu erkunden müsst ihr bestimmte Vorgaben mit euren Karten erfüllen.

Hin und wieder werden dabei besondere Ereignisse an die Oberfläche gespült. Unter die Abenteurer-Karten haben einige Kobolde gemischt. Zieht ihr eine solche Karte, wird eine Kobold-Figur ins Spiel gebracht und auf eine Ortskarte gestellt. Die Kobolde stellen eine weitere Macht in Drachenland dar und haben es natürlich ebenfalls auf das Gold abgesehen. Eine Übermacht an Kobolden auf einer Ortskarte kann euch die Schätze vor der Nase wegschnappen.

Drachenland im Test: Die Beute verteilen: 

Die Beute wird allerdings erst verteilt, wenn alle Plätze auf einer Ortskarte vollständig mit Abenteurern oder Kobolden befüllt wurden. Nach einem vorgegebenen Schlüssel erhalten nun die Spieler mit den meisten und den zweitmeisten Figuren ihren Anteil am Schatz. Die Spieler auf den Plätzen müssen sich mit den Krümeln begnügen. Mit einem Goldstück fällt die Beute diesmal ziemlich mager aus. Sollten die Kobolde die größte oder zweitgrößte Fraktion auf einer Ortskarte bilden, dann wandert das Gold wieder zurück in den allgemeinen Vorrat.

Die Kobolde sind eine unabhängige Fraktion im Spiel und haben es natürlich auch auf das Gold abgesehen.

Abseits der Goldstücke kann es sich zudem auch lohnen, Drachensteine an den Orten zu erbeuten. Habt ihr an einen Ort die meisten Abenteurer entsendet, fallen euch nicht nur die meisten Goldstücke zu, ihr dürft auch die Ortskarte selbst und die damit verbundenen Drachensteine behalten. Am Spielende erhalten die Spieler mit den meisten und zweitmeisten Drachensteinen nochmal einen kleinen Bonus in Form von ein paar Münzen.

Schauplatz von Drachenland: Die Akademie der Abenteurer

Zusätzliche Drachensteine lassen sich zudem über die Akademie der Abenteurer sammeln. Wenn das Erkunden eines Ortes scheitert, dürft ihr eine Abenteurer-Figur zur Akademie schicken. Dort wird er nach seinem Fehlschlag noch einmal geschult und kann später gestärkt erneut in die Schlacht geschickt werden. Bei künftigen Erkundungen dürft ihr einen Abenteurer von der Akademie entfernen, um eurem Würfelergebnis einen Punkt hinzuzufügen. So wird der Glücksfaktor wieder ein wenig reduziert. Verbleiben am Spielende noch Figuren auf der Akademie, ist jeder Abenteurer nochmal einen Drachenstein wert.

Drachenland ist über GameFactory erschienen und kostet zwischen 20€ und 25€.

Das Spiel endet, wenn die Drachen-Ortskarte komplett von euch erkundet wurde. Sie bietet natürlich die ultimative Herausforderung und kommt erst ganz zum Schluss ins Spiel. Ist auch die Drachenkarte gefallen, gewinnt der Spieler mit den meisten gesammelten Münzen. Für eine Partie solltet ihr eine gute halbe Stunde einplanen. Drachenland ist für zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren geeignet. Das Spiel ist über GameFactory erscheinen und kostet zwischen 20€ und 25€.

Fazit: Im Test holt sich Drachenland die folgende Wertung

Diese Note erhält Drachenland im Test.

Vor zwei Jahren habe ich mit Dragonwood ziemlich viel Zeit verbracht. Als Spiele-Nerd darf es bei mir natürlich auch gerne mal etwas komplexer und anspruchsvoller werden. Doch längst nicht in allen Spielerunden kommt der Vier-Stunden-Strategiebrocken mit vierzig Seiten Regelwerk so gut an. Dragonwood ließ sich in so ziemlich jeder Konstellation gut spielen. Es funktioniert prima mit jüngeren Spielern, erfahrene Spieler erfreuen sich hingegen an der schicken Fantasy-Grafik und der stimmigen thematischen Aufbereitung. Drachenland ist die gelungene Weiterentwicklung eines funktionierendes Spielkonzepts. Die Kernelemente von Dragonwood sind glücklicherweise erhalten geblieben. Die Monsterkarten, die nach dem Besiegen direkt wieder vom Spielfeld verschwinden, sind allerdings den Ortskarten gewichen. Sie machen das Spiel noch spannender, es entsteht ein regelrechter Wettlauf um die freien Plätze auf den Karten. Manchmal kippt das Kräfteverhältnis an einer Karte noch im letzten Moment, insbesondere wenn ihr in einem guten Zug gleich zwei Abenteurer auf einmal ins Spiel bringen könnt. Mit den Kobolden kommt zudem nochmal ein wildes Element ins Spiel, das für eine spontane Umverteilung der Münzen sorgen kann. Dennoch spielt sich Drachenland insgesamt ein wenig taktischer als sein Vorgänger Dragonwood. Die Ortskarten rotieren nicht ganz so schnell durch wie die Dragonwood-Monster, das macht das Spiel doch etwa planbarer. Drachenland ist ein thematisch stimmiges Familienspiel, das euch zum Zocken verleitet und mit seinen chaotischen Elementen immer wieder für Belebung im Spielverlauf sorgt.

PROS

CONS

+ stimmiges Fantasy-Szenario

- nicht mehr so kompakt wie Dragonwood

+ einfache Regeln

+ verleitet zum Zocken

+ chaotische Elemente sorgen für Abwechslung

+ etwas taktischer als der Vorgänger

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