Dreamscape ist für ein bis vier Spieler ab zehn Jahren geeignet. Ihr findet das Spiel ab sofort für 35-40€ im Handel.
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Dreamscape ist für ein bis vier Spieler ab zehn Jahren geeignet. Ihr findet das Spiel ab sofort für 35-40€ im Handel.

Mit Dreamscape eigene Traumlandschaften kreieren

Dreamscape im Test: Das verträumte Brettspiel

  • vonSebastian Hamers
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In Dreamscape erschafft ihr abstrakte Traumlandschaften. Dabei sind vor allem logistisches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen gefragt.

Seien wir mal ehrlich. Das Auge spielt doch immer mit. Bei Spielen mit Bombastgrafik sind wir sogar eher mal bereit ein Auge bei inhaltlichen oder spielerischen Schwächen zuzudrücken. Im Brettspiel-Sektor ist das nicht viel anders. Eine gute Ausstattung oder ein tolles Artwork lassen Spielerherzen höherschlagen und ein Spiel deutlich häufiger auf den Tisch bringen. Idealerweise hilft die Ausstattung dabei, das Spielthema noch erlebbarer zu machen und so zur Atmosphäre beizutragen. Auf diese Trumpfkarte setzt auch das vorliegende Dreamscape aus dem Hause Huch. Mit Hilfe seiner wundervollen Gestaltung möchte euch das Spiel in eine intensive Traumwelt entführen. Da Träume ihre Botschaften nur selten klar formulieren, sondern meist wenig konkret daherkommen, spiegelt sich diese Abstraktheit auch in Dreamscape wider.

In Dreamscape bastelt ihr euch eure eigene kleine Traumwelt zurecht. Wie bereits angedeutet, gestalten sich eure Träume allerdings ziemlich abstrakt. Sie bestehen aus verschiedenfarbigen runden Spielsteinen, die im Spiel Traumsplitter genannt werden. Diese Traumsplitter sollt ihr auf eurem eigenen Tableau in einer vorgegebenen Weise anordnen, die euch per Auftragskarte erteilt wird. Jede erfolgreiche Nachbildung auf dem Tableau bringt euch Siegpunkte ein. Eure erste Aufgabe besteht erstmal darin, die passenden Splitter einzusammeln. Am Ende einer jeden Runde werden die gesammelten Steine dann verbaut. Jetzt ist vor allem räumliches Vorstellungsvermögen gefragt. Gerade wenn die Anordnungen immer komplexer werden, werden eure grauen Zellen ordentlich gefordert.

Traumsplitter sammeln in Dreamscape

Dreamscape wird im Wesentlichen an zwei unterschiedlichen Orten gespielt. Da wäre zunächst euer persönliches Tableau, auf dem ihr die Splitter anordnet und zudem noch ein großes allgemeines Spielbrett. Hier seht ihr sechs Traumorte, die ihr mit eurem Schläfer bereisen könnt. Unterhalb jedes Ortes werden die Traumsplitter ausgelegt. Im Spiel reist der Schläfer von Ort zu Ort, um die passenden Splitter einzusammeln, die er für die Erfüllung eines Auftrags benötigt. Beim Einsammeln der Steine müsst ihr allerdings so einige kleine Hindernisse überwinden.

In Dreamscpape reist ihr von Ort zu Ort um die passenden Traumsplitter zu sammeln.

Die Zahl eurer Aktionen ist ziemlich begrenzt. Pro Zug stehen euch lediglich vier Aktionspunkte zur Verfügung. Nehmt ihr einen Splitter, der an eurem Ort ausliegt, kostet euch das schon den ersten Aktionspunkt. Blöderweise müsst ihr die Splitter auch immer von rechts nach links wegnehmen. Befindet sich der begehrte Splitter also ganz links auf der Leiste, müsst ihr euch auf Kosten von Aktionspunkten erst einmal durcharbeiten. Alternativ reist ihr natürlich zu einem anderen Ort, an dem sich ein Splitter der gleichen Farbe befindet. Die Reise durch die Traumwelt ist aber ebenfalls nicht kostenlos. Für jeden Ortswechsel wird ebenfalls ein Aktionspunkt fällig.

Dreamscape fordert effektives Traumreisen

Ein logistisch geschicktes Vorgehen ist bei Deamscape also unumgänglich. Es gilt mit den begrenzten Optionen so viele benötigte Splitter wie möglich einzusammeln, um damit später die Aufträge erfüllen zu können. Euren Handlungsspielraum könnt ihr ein wenig vergrößern, indem ihr die Schlüsselfunktion der Traumorte nutzt. Der Splitter, der sich ganz links auf einem Ort befindet, stellt zusätzlich eine Art Schloss dar. Besitzt ihr bereits einen Splitter der gleichen Farbe, dürft ihr zu diesem Ort nun kostenlos reisen. Es kann sich also durchaus lohnen, ein paar Splitter in der Hinterhand zu haben, satt diese auf dem eigenen Tableau zu verbauen. So könnt ihr die Steine nutzen, um im weiteren Spielverlauf zusätzliche Bewegungen zu erhalten.

Gespielt wird über sechs Runden. Am Spielende wird geprüft, wer die Traumziele am besten erfüllt hat.

Die vier Aktionspunkte sind schon ein ziemlich enges Limit, so dass jeder eingesparte Punkt wertvoll ist. Immerhin habt ihr pro Runde außerdem noch einmalig die Chance, die spezielle Fähigkeit eines Traumorts zu nutzen. Jeder Ort verfügt über eine andere Sonderfähigkeit. Um diese für euch einzusetzen, müsst ihr euch mit eurem Schläfer natürlich an Ort und Stelle befinden. Je nach Ort könnt ihr einen zufälligen Bonus-Splitter aus einem blickdichten Beuten ziehen, zwei neue Splitter an beliebige Orte platzieren, neue Auftragskarten erwerben oder die Auslage der Splitter an einem Ort neu anordnen. Die beiden verbleibenden Ortsfähigkeiten haben hingegen Effekte auf euer persönliches Tableau.

Dreamscape bietet euch Träume in drei Komplexitätsstufen an

Während sich die oben erwähnten Spezialfähigkeiten im Wesentlichen mit der Beschaffungslogistik befassen, helfen euch die beiden anderen Orte bei der räumlichen Organisation eurer Träume. Jede Auftragskarte macht euch genaue Anweisungen, wie ihr die Traumsplitter in der eigenen Auslage anzuordnen habt. Mit Hilfe der Sonderaktionen könnt ihr nun bereits gelegte Steine wieder entfernen und wieder eurem persönlichen Vorrat hinzufügen. Die letzte Ortsfähigkeit lässt euch hingegen die Steine ganz direkt auf dem Feld verschieben, bis zu drei Änderungen sind mit dieser Bonusaktion erlaubt.

Die Auftragskarten machen euch genaue Vorgaben, wie ihr euren Traum gestalten sollt.

Die korrekte Anordnung der Traumsplitter in der persönlichen Auslage hat es ganz schön in sich. Wenn ihr die benötigten Steine eingesammelt habt, seid ihr noch lange nicht am Ziel. Dreamscape bietet euch Traumaufträge in drei Schwierigkeitsgraden an. Je komplexer der Job, desto mehr Siegpunkte springen am Ende für euch raus. Doch Vorsicht! Wenn ihr euch übernehmt und einen Auftrag bis Spielende nicht abgearbeitet habt, wird euer voreiliges Handeln mit Punktabzug bestraft. Deshalb solltet ihr die Aufträge sehr gewissenhaft auswählen.

In Dreamscape ist räumliches Vorstellungsvermögen gefragt

Beim Zusammenbau der Träume mit den Traumsplittern müsst ihr nicht nur farblich passende Steine in die korrekte Anordnung bringen. Um den Auftrag zu erfüllen müsst ihr zusätzlich noch den Träumer, eine zusätzliche weiße Spielfigur, die sich über das persönliche Tableau bewegt, an eine vorgegebene Position bringen. Um den Träumer um ein Feld zu bewegen, opfert ihr einen weißen Splitter aus eurem Vorrat. Es kann also nicht schaden, immer ein paar weiße Traumsplitter in Reserve zu haben. Ein Träumer mit viel Bewegungsdrang kann nämlich schnell für ein paar zusätzliche Siegpunkte sorgen.

Auf eurem persönlichen Tableau erstellt ihr eure eigene Traumlandschaft.

Läuft ein Träumer beispielsweise über einen blauen Wassersplitter, kassiert ihr jedes Mal einen Extra-Siegpunkt. Erklimmt er einen Berg, einen Stapel, der aus mindestens zwei grauen Splittern besteht, gibt es sogar gleich zwei Siegpunkte. Jede Traumsplitterfarbe in der eigenen Auslage bringt euch einen kleinen Vorteil ein. Braune Landsplitter erhöhen den Bewegungsradius, da sich der Träumer durch sie ohne weiteres Investment hindurchbewegen kann. Der grüne Baumsplitter hingegen erlaubt es euch, einen Baum aus dem allgemeinen Vorrat in eure Traumlandschaft zu setzen.

Bei Dreamscape werden komplexe Traumlandschaften errichtet

Gerade die Traumaufträge der höheren Stufe fordern zusätzlich auch noch den Einbau eines Baums. Diese erhaltet ihr ausschließlich über den Einsatz grüner Traumsplitter. Da die Menge der verfügbaren Bäume begrenzt sind, solltet ihr mit dem Erwerb nicht zu lange zögern. Wie ihr seht, der Nachbau einer Traumvorgabe kann sich durchaus ziemlich schwierig gestalten. Ihr müsst die farblich passenden Steine in die korrekte Anordnung bringen, diese möglicherweise sogar nach stapeln, den Träumer an die vorgegebene Position bringen und eventuell sogar noch den ein oder anderen Baum pflanzen.

Mit zunehmender Spieldauer füllt sich eure eigene Auslage und die Situation wird langsam unübersichtlich.

Da verliert man schon mal gerne den Überblick. Im späteren Spielverlauf wird es in der persönlichen Auslage schnell ziemlich eng. Um effektiv zu arbeiten, müsst ihr also das bereits vorhandene Material in der eigenen Traumwelt sichten und dazu einen Auftrag erhaschen, der sich mit möglichst wenig zusätzlichem Aufwand bewerkstelligen lässt. Wer über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen verfügt, ist bei Dreamscape klar im Vorteil.

Die Traumziele bei Dreamscape im Auge behalten

Wenn es euch jetzt auch noch gelingt, die Traumziele, die vor Spielbeginn ausgelegt werden, mit im Auge zu behalten, dürft ihr wirklich stolz auf euch sein. Zusätzliche Siegpunkte werden vergeben, wenn ihr eine bestimmte Vorgabe am besten erfüllt habt. Dies können konkrete Konstellationen in der Traumlandschaft sein oder aber einfach das Sammeln der meisten Splitter oder das Abarbeiten der meisten Traumaufträge.

Dreamscape ist für ein bis vier Spieler ab zehn Jahren geeignet. Ihr findet das Spiel ab sofort für 35-40€ im Handel.

Das Spiel endet automatisch nach sechs Runden. Die Spieldauer hängt stark von der Zahl der Mitspieler ab. Pro Spieler solltet ihr eine knappe halbe Stunde einkalkulieren. Dreamscape ist für ein bis vier Spieler ab zehn Jahren und kommt über Huch in den deutschsprachigen Handel. Preislich müsst ihr mit etwa 35-40€ rechnen.

Fazit: Dreamscape erspielt sich diese traumhafte Testwertung

Dreamscape im Test: Traumhaft oder Albtraum?

Wie setzt man ein Brettspiel mit dem Thema „Träumen“ um? Auf diese Frage kann auch Dreamscape keine endgültige Antwort geben. Auf den ersten Blick wirkt der thematische Unterbau etwas aufgesetzt, um nicht zu sagen austauschbar. Im Grunde genommen handelt es sich bei Dreamscape um ein abstraktes Denkspiel. Doch bewegen sich nicht auch die Träume gerne fernab der Realität? Sind die nächtlichen Gedankengebilde nicht häufig ziemlich bizarr… fast schon abstrakt? So gesehen fängt Dreamscape von Huch das Traumthema dann doch wieder ganz gut ein. Rein spielerisch bietet Dreamscape einen gelungenen Mix diverser Mechaniken. Das Spiel verlangt euch zunächst vor allem logistisches Geschick ab, um die benötigten Materialien in Form von Traumsplittern zu beschaffen. Im weiteren Spielverlauf wird aber in erster Linie euer räumliches Vorstellungsvermögen gefordert. Gerade wenn sich das persönliche Tableau langsam füllt, ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Es wird verschoben und neusortiert, immer wieder kommen neue Steine ins Spiel. Ich habe mich bei der Bewältigung der Aufträge dabei immer wieder verzettelt und fühlte mich stellenweise doch arg überfordert. Deshalb habe ich mich in den weiteren Spielen vor allen an die leichten Traum-Aufträge gehalten. Wenn eure räumliche Vorstellungskraft besser ausgeprägt ist als meine und ihr nach einer ordentlichen Herausforderung sucht, dann ist Dreamscape euer Spiel.

ProsCons
+ tolles Spielmaterial- austauschbares Thema
+ mit Solo-Modus
+ fordert räumliches Denken
+ Mini-Erweiterung für Experten inklusive

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