Dune Imperium Planet Wueste Dire Wolf Verpackung Schachtel Legendary Cover
+
Dune Imperium von Dire Wolf erscheint über Asmodee und kostet 45-50€.

Mit Dune Imperium erscheint das Brettspiel einige Wochen vor dem Kinostart

Dune Imperium im Test: Der Kampf um den Wüstenplaneten als Brettspiel

  • VonSebastian Hamers
    schließen

Das lange Warten hat ein Ende. Dire Wolf und Asmodee veröffentlichen Dune Imperium, das nun sogar noch vor dem Kinostreifen erschienen ist.

  • für 1-4 Spieler ab 13 Jahren
  • Spieldauer: 60-120 Minuten
  • Autor: Paul Dennen
  • Verlag: Dire Wolf/Asmodee
  • Preis: 45-50€

Mit Dune hat US-Autor Frank Herbert ein absolutes Meisterwerk geschaffen. Seine Romanreihe wurde etliche Male verfilmt und als Brett- oder Videospiel umgesetzt. Altgediente PC-Strategen werden den Wüstenplaneten in ganz besonderer Erinnerung behalten. Schließlich begründete Dune 2: Der Kampf um Arrakis vor fast genau 30 Jahren das Genre der Echtzeitstrategie. Folgerichtig genießt die Wüsten-Saga bei den Gamern immer noch einen guten Ruf. Viele warten bereits sehnlichst auf den neuen Dune-Kinofilm, der nun leider auf den September verschoben wurde. Dune-Fans müssen auf ihre Portion Spice in diesem Sommer trotzdem nicht verzichten. Dire Wolf und Asmodee sorgen für Nachschub im Brettspiel-Sektor. Dune Imperium möchte die Atmosphäre des SciFi-Urgesteins einfangen und gleichzeitig ein anspruchsvolles Strategiespiel bieten. Mal sehen, wie gut dieser Spagat geglückt ist.

Dune Imperium ist ein Wiedersehen mit alten Bekannten

Im Mittelpunkt des Spiels steht natürlich Arrakis, der Wüstenplanet Dune. Seine Oberfläche lädt eigentlich nicht unbedingt zum längeren Verweilen ein. Der Planet besteht aus einer ziemlich rauen Wüste, von riesigen Sandwürmern unterjocht, die alles und jeden zermalmen, was ihnen in die Quere kommt. Dennoch streiten sich alle Großen Häuser des Imperiums um die Kontrolle über Dune. Denn nur hier gibt es das Spice Melange. Das Spice ist in der Raumfahrt unersetzlich und gilt daher auch als wertvolles Handelsobjekt. Einigen auserwählten Raumfahrer ermöglicht die Einnahme des Spice sogar hellseherische Fähigkeiten. Es gibt also genügend Gründe, für diesen wertvollen Stoff einen Krieg anzuzetteln.

Das Spielfeld von Dune Imperium in seiner ganzen Breite bleibt im Großen und Ganzen noch ziemlich übersichtlich.

Ihr übernehmt die Kontrolle über eines der Großen Häuser. In Dune Imperium stehen die Atreides, die Harkonnen, die Richese und die Thorvald zur Auswahl. Jedem Haus gehören zwei Anführer mit unterschiedlichen Spezialfähigkeiten an, von denen ihr euch bei Spielbeginn für einen entscheiden müsst. Zu eurer Grundausstattung zählen außerdem ein Deck aus zehn Karten, das zunächst bei allen Spielern identisch ist, sowie zwei Agenten. Diese werden im Spielverlauf zu bekannten Orten aus den Dune-Erzählungen geschickt, um dort Aktionen auszuführen. Dune-Experten werden sich hier sofort heimisch fühlen.

Mechanik-Mix in Dune Imperium

Das Kartendeck und die beiden Agenten, die noch zu einem Trio ausgebaut werden können, sind eure wichtigsten Werkzeuge im Spiel. Zu Beginn einer neuen Spielrunde zieht ihr fünf Karten, mit denen ihr jetzt abwechselnd eure Aktionen durchführt. Pro Zug spielt ihr genau eine Karte aus, die nun vorgibt, zu welchen Orten sich euer Agent überhaupt bewegen darf. Je nach gewähltem Schauplatz erhaltet ihr nun einen Bonus in Form von diversen Ressourcen. Außerdem gewährt euch die gespielte Karte selbst möglicherweise noch einen gewissen Vorteil.

In Dune Imperium stehen euch die Großen Häuser Atreides, Harkonnen, Richese und Thorvald zur Auswahl.

Das Aussenden der Agenten ist ein Wettlauf der Häuser untereinander. Ein bereits besetzter Ort kann von keinem zweiten Agenten mehr besucht werden. Es kann also nicht schaden, das Treiben der anderen Häuser ganz genau im Auge zu behalten. Die Orte auf dem Wüstenplaneten sind eine wichtige Quelle von Ressourcen. Ohne die läuft in Dune Imperium nichts. Zu den Ressourcen gehört natürlich auch das Spice Melange, das sich in den Hoheitsgebieten der Sandwürmer ernten lässt. Die Würmer durchwühlen den sandigen Boden und spülen dabei das wertvolle Spice an die Oberfläche. Spice wird eigentlich immer benötigt, kann bei Bedarf aber auch beim Imperator oder der MAFEA-Gesellschaft gegen die imperiale Währung Solaris eingetauscht werden. Zahlungskräftige Häuser sind natürlich klar im Vorteil, denn bestimmte Aktionen lassen sich eben nur dann ausführen, wenn ihr das nötige Kleingeld auf der hohen Kante habt. Als dritte Ressource spielt noch das Wasser eine bedeutsame Rolle, das auf einem Wüstenplaneten natürlich nicht gerade in rauen Mengen verfügbar ist.

Ressourcenrotation bei Dune Imperium

Als Anführer eines Hauses müsst ihr die Jonglage mit diesen drei Ressourcen meistern. Nachdem ihr alle eure Agenten ausgesendet habt, legt ihr abschließend eure verbleibenden Karten offen, um das Ende des Zugs einzuleiten. An dieser Stelle wird eine spannende Besonderheit von Dune Imperium sichtbar. Die Karten eures Decks verfügen über diverse Nutzungsmöglichkeiten. Wird eine Karte gespielt, um damit einen Agenten auszusenden, wird stets der obere Bereich der Karte abgehandelt. Die Boni des unteren Kartenbereichs erhaltet ihr nur, wenn ihr sie am Ende des Zugs offenlegt. Das macht die Entscheidung darüber, wie ihr die Karten spielen sollt nicht gerade einfacher, erlaubt dafür jedoch weitreichende strategische Optionen. Über das Ablegen der Karten am Zugende generiert ihr zudem häufig Überzeugungspunkte. Diese dürft ihr jetzt in neue Karten für euer Deck investieren, die ihr aus einer offenen Auslage wählt. Mit zunehmender Spieldauer tariert ihr eure Strategie somit immer weiter aus und gewinnt an Macht.

In jeder Runde wird in Dune Imperium um eine neue Konfliktkarte gerungen. Das militärisch stärkste Haus darf sich über einen Siegpunkt freuen.

Nachdem die Agenten entsendet und die verbleibenden Karten offengelegt wurden, geht es mit dem militärischen Konflikt der Häuser weiter. Ein mühsames und langwieriges Eroberungsszenario wie in Risiko & Co. bleibt euch glücklicherweise erspart. Die Kampfabläufe in Dune Imperium fallen angenehm schlank aus, ohne an taktischer Tiefe einzubüßen. In jeder Spielrunde wird um eine Konfliktkarte gerungen. Stellt euer Haus am Rundenende die höchste militärische Stärke bereit, erhaltet ihr die größte Belohnung auf der Konfliktkarte. Die anderen Spieler teilen die übrigen Belohnungen ihrer Kampfstärke entsprechend untereinander auf. Als Belohnungen winken euch Siegpunkte, Solaris, Spice oder andere Boni. Militärische Überlegenheit ist in Dune Imperium auf jeden Fall ein wichtiger Faktor, der oftmals auch zum Spielsieg führt.

Dune Imperium und militärische Konflikte

Um Kampfstärke zu gewinnen, müsst ihr in jeder Runde neue Armeen einsetzen. Am Ende einer jeden Runde werden sämtliche Truppen vom Schlachtfeld entfernt, so dass beim nächsten Kampf die Karten wieder komplett neu gemischt werden. Um in der Folgerunde wieder neue Armee in den Kampf zu schicken, muss ein Agent zu einem Kampffeld des Wüstenplanets geschickt werden. Das Kampffeld erlaubt es euch, bis zu zwei Truppen aus eurer Garnison in die Schlacht zu schicken. Eine weitere Herausforderung besteht darin, ständig neue Truppen anzuwerben, damit die Garnison nicht ausblutet. Dazu tragen wiederum diverse Schauplätze auf Dune und einige Karten in eurem Deck bei.

Der militärische Konflikt spitzt sich bei Dune Imperium zu. Die Häuser schicken ihre Truppen aufs Schlachtfeld.

Durch die Entsendung von Armeen auf das Schlachtfeld könnt ihr euren Sieg gut vorbereiten. Wiegt euch aber nicht zu sehr in Sicherheit, denn die Machtverhältnisse können sich mitunter sehr schnell verändern. Eine militärische Übermacht ist zwar eine gute Grundvoraussetzung auf einen erfolgreichen Kampf, doch eine Garantie gibt es bei Dune Imperium eben nie. Im Kampfverlauf dürfen beliebig viele Intrigenkarten gespielt werden, die den Ausgang der Schlacht nochmal auf den Kopf stellen können. Die Intrigenkarten stellen ein nicht zu unterschätzendes Überraschungsmoment im Spiel dar und sind entsprechend wertvoll. Nicht alle Intrigenkarten sind allerdings für einen Einsatz im Kampf geeignet. Einige dieser Karten gewähren euch den Zugriff auf bestimmte Ressourcen, lassen die Agenten flexibler agieren oder bringen euch unter Umständen sogar Siegpunkte ein.

Politische Machtspiele bei Dune Imperium

Nach der Kampfphase werden die Sandwürmer aktiv. Auf allen Spice-Feldern, an dem sich kein Agent befindet, schießen die Würmer aus dem Boden und schleudern frisches Spice an die Oberfläche. Der Besuch dieser Felder lohnt sich in der kommenden Runde wieder etwas mehr. Zum Rundenende werden jetzt wieder alle Agenten zurückgerufen und fünf neue Karten gezogen. Dann kann es auch direkt mit einer neuen Runde losgehen. Das Spielende wird erst eingeleitet, wenn ein Spieler mindestens zehn Siegpunkte errungen hat.

Politische Machtspiele sind ein wesentliches Element von Dune Imperium.

Eine Vielzahl von Siegpunkten lässt sich über erfolgreich bestrittene Schlachten gewinnen. Doch auch weniger militärisch erfolgreiche Häuser haben eine realistische Chance auf den Spielsieg. Wer seine Beziehungen zu den mächtigen strategischen Partnern pflegt, kann ebenfalls so manchen Siegpunkt abgreifen. Bei diesen handelt es sich um Gruppierungen, die Dune-Kennern sicherlich bekannt sein dürften. Allianzen lassen sich mit Imperator Shaddam IV, der Raumgilde, den Bene Gesserit und dem Volk der Fremen abschließen. Schickt ihr einen Agenten zu einem Aktionsfeld dieser Parteien, steigt bei diesen euer Einfluss. Im Spielverlauf schiebt ihr so Einflussmarker auf vier Leisten nach oben, so dass ein Wettlauf um die Gunst der vier Fraktionen entsteht. Wird ein Spieler von der Pole Position einer Einflussleiste verdrängt, kann ein sicher geglaubter Siegpunkt wieder den Besitzer wechseln. Der Kampf um Arrakis steht so eigentlich immer auf des Messers Schneide.

Für eine Partie solltet ihr je nach Zahl der Mitspieler zwischen einer und zwei Stunden einplanen. Das Regelwerk bietet übrigens auch einen Einzelspielermodus an. Am spannendsten spielt sich Dune Imperium aber sicherlich mit drei oder vier Spielern, da hier die Dynamik des Spiels am besten zum Tragen kommt. Prinzipiell ist Dune Imperium aber für ein bis vier Spieler ab dreizehn Jahren geeignet. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von etwa 45-50€ im Handel.

Fazit: Dune Imperium bringt die Lizenz eindrucksvoll aufs Brett, begeistert mit seinem dramatischen Spielverlauf und erspielt sich damit diese ingame-Wertung

Dune Imperium nutzt seine Lizenz eindrucksvoll und kann daher eine Spitzenwertung absahnen.

Mit dem Dune-Franchise verbinde ich viele schöne Erinnerungen. Angefangen hat meine Leidenschaft mit dem legendären PC-Strategiespiel, entwickelte sich dann weiter über die Filme und Serien sowie die Hörbücher. Folglich waren meine Erwartungen an Dune Imperium ziemlich hoch. Kann ein Brettspiel die einzigartige Dune-Atmosphäre adäquat einfangen? Entwickler Dire Wolf hat seine Aufgabe mehr als ordentlich erledigt. Das Brettspiel zeigt nicht nur bekannte Figuren und Schauplätze, sondern verbindet sie auch in stimmiger Art und Weise mit der Spielmechanik. Die einheimischen Fremen versorgen euch mit Wasser, der Imperator hat es vor allem auf das Spice abgesehen und der Landsraat kann mit reichlich Solari beeindruckt werden. Das Dune-Thema wurde dem Spiel nicht einfach nur übergestülpt, das ist an vielen Stellen deutlich zu merken. In Sachen Atmosphäre kann Dune Imperium also schon einmal viele Pluspunkte sammeln. Das Spiel gibt sich aber auch bei der mechanischen Umsetzung keine Blöße. Der Spielverlauf steht eigentlich ständig auf der Kippe. Meist bleibt das Spiel und der Kampf um Arrakis spannend bis zur finalen Spielrunde. Da fällt es auch nicht mehr negativ ins Gewicht, dass Dune Imperium ganz nüchtern betrachtet keine Innovationspreise gewinnt, wenn es um die Zusammensetzung der puren Spielmechanik geht. Hier ein bisschen Deckbau, dort etwas Ressourcenmanagement und zusätzlich werden noch die Agenten an den Einsatzorten verteilt. Das klingt auf den ersten Blick nicht sonderlich innovativ, funktioniert aber dafür wunderbar flüssig. Die nötige Würze erhält Dune Imperium durch das interessante Kampfsystem und den Einsatz der Intrigenkarten, die für das gewisse Überraschungsmoment sorgen. Der Interaktionsgrad ist durchweg sehr hoch, weshalb sich Dune auch zu dritt oder zu viert besonders gut spielt. Beim Solo- und Duell-Modus müsst ihr Dummy-Spieler mit hinzunehmen, was den oftmals dramatischen und dynamischem Verlauf etwas einschränkt. Trotz dieses kleinen Wehrmutstropfen ist Dune Imperium einer der spannendsten Titel der letzten Monate, der mich sicherlich noch etliche Male in die Welt von Arrakis führen wird.

ProCon
+ Dune-Lizenz gut umgesetzt- spielt sich mit 2 oder 3 Spielern nicht ganz so packend
+ interessantes Kampfsystem
+ packende Spieldynamik
+ taktisch anspruchsvoll
+ auch alleine spielbar
+ sehr viel Interaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare