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Eine wundervolle Welt General ist über den Kobold-Verlag erschienen und kostet etwa 40€.

Mit Eine wundervolle Welt auf steilem Expansionskurs

Eine wundervolle Welt im Test: Das Brettspiel für angehende Top-Manager

  • vonSebastian Hamers
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Ihr wolltet euch schon immer einmal wie Jeff Bezos fühlen? Dann könnt ihr euer Glück in Eine wundervolle Welt versuchen, dem Brettspiel für Manager.

  • für 1-5 Spieler ab 14 Jahren geeignet
  • inkl. 6 Szenarien für den Solo-Modus
  • 2 Erweiterungen bereits erhältlich
  • Preis: ca. 40€

Amazon, Google, Apple, Microsoft und Facebook sind mächtige Konzernkraken, die mit ihrer geballten Finanzpower nur zu gerne kleinere und vielversprechende Unternehmen schlucken. Mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit stärken sie mit dieser expansiven Strategie ihre Marktmacht, bis ihnen eines Tages vielleicht die ganze Welt zu Füßen liegt. Eine wundervolle Welt, nicht wahr? Zumindest für die Konzernchefs, die von ihrem Bürosessel einfach nur noch zusehen müssen, wie sich ihr riesiger Geldspeicher füllt. In „Eine wundervolle Welt“ vom Kobold-Verlag skizziert ihr genau diesen dystopischen Gedanken nach. Zum Glück nehmt ihr hier die ziemlich komfortable Position ein, eben jene als Vorstandsvorsitzender eines Wirtschaftsgiganten. Als verbitterte Rivalen versucht ihr euer Handelsimperium schneller als alle anderen auszuweiten. Auf dass euch diese wundervolle Welt schon bald zu Füßen liegen wird.

In Eine wundervolle Welt wird die Entwicklung vorangetrieben

Bevor ihr euch in die Schlacht der Wirtschaftskapitäne werft, zieht jeder von euch eine Imperiumskarte. Sie stellt euren Konzern dar, der zunächst noch über recht bescheidene Mittel verfügt. Ein paar erste Güter können mit der Grundausstattung schon produziert werden, doch sonderlich weit werdet ihr damit nicht kommen. Die Zeichen stehen also voll und ganz auf Expansion. Ihr setzt dabei auf die bewährte Amazon-Strategie. Am Anfang sind es nur Bücher, später kommen Ton- und Bildträger hinzu und kurze Zeit wird mit jedem nur erdenklichen Krempel gehandelt. Bei Eine wundervolle Welt wurden die Handelsobjekte allerdings auf fünf unterschiedliche Typen reduziert. Die Ressourcen des Spiels sind Infrastruktur, Fahrzeuge, Forschung, Projekte und Entdeckungen.

Bei Eine Wundervolle Welt beginnt der Expansionskurs mit nur einer einzigen Karte.

Im Spielverlauf versucht ihr möglichst viele dieser Ressourcen zusammenzuraffen, um sie am besten auch direkt wieder zu reinvestieren. Ihr steckt sie in neue Produktionsstätten, die selbstverständlich weitere Ressourcen für euch bereitstellen. Euer Investitionsvolumen wächst dadurch Runde um Runde. Ihr solltet euch dabei allerdings nicht verzetteln. Denn letztlich ist die Produktfertigung nur Mittel zum Zweck. Am Spielende gewinnt nicht der Spieler mit den effektivsten Herstellungsprozessen, sondern der Konzern mit dem höchsten Markenwert. Und dieser wird, wie könnte es anders sein, durch Siegpunkte dargestellt.

Die Konzern-Maschine kommt in Eine wundervolle Welt schnell in Fahrt

Als kleine Starthilfe bekommt jeder Konzernchef sieben Entwicklungskarten auf die Hand. Jede Karte steht für eine Produktionsstätte, die für euch im Spielverlauf weitere Ressourcen herstellt und möglicherweise sogar ein paar Siegpunkte wert ist. Ihr dürft eine Entwicklungskarte ohne weiteres Investment vor euch auslegen. Sie steht jedoch zunächst lediglich für ein Bauvorhaben. Bevor die Produktionsstätte ihr Tätigkeit aufnimmt, müsst ihr die geforderten Ressourcen aufbringen. Gerade in der frühen Spielphase stellt dies eine echte Herausforderung dar, da eure Möglichkeiten noch ziemlich reduziert sind.

In Eine wundervolle Welt kommt der Konzern langsam ins Rollen.

Deshalb dürft ihr jede Entwicklungskarte auch ungenutzt abwerfen, um die auf ihr angezeigte Ressource frei Haus zu erhalten. Durch das Abwerfen von Karten könnt ihr dem Aufbau eurer Fabriken also einen ordentlichen Boost verleihen. Sie helfen euch dabei, eure Produktionsstätten schneller in Gang zu bringen. Kommt eure Konzernmaschine erst einmal ans Laufen, erweitern sich die Möglichkeiten rasant und das Wachstum kann beginnen.

Eine Wundervolle Welt lässt die Karten rotieren

Bei der Ausbaustrategie seid ihr damit also ein wenig darauf angewiesen, welche Karten euch auf die Hand gespült werden. Um den Glücksfaktor etwas zu minimieren, werden die vergebenen Karten von euch als Konzernchefs gedraftet. Ihr wählt eine eurer Handkarten aus und gebt die restlichen Karten an den nächsten Spieler weiter. Von den erhaltenen Karten wählt ihr wiederum eine Handkarte für euch aus und übergebt den Rest an den nächsten Wirtschaftsboss in der Reihe. Am Ende haltet ihr wieder sieben Entwicklungskarten auf der Hand, die ihr jetzt zumindest teilweise auf eure Pläne abstimmen konntet.

In Eine wundervolle Welt kann euer Konzern mit fünf unterschiedlichen Produktkategorien handeln.

Nach diesem Drafting geht es weiter in die Planungsphase. In dieser legt ihr die Entwicklungskarten aus, die ihr im weiteren Verlauf des Spiels zu fertigen Produktionsstätten ausbauen möchtet. Etwaige überschüssige Karten dürft ihr nun ablegen und gegen Ressourcen eintauschen. Anschließend geht es direkt weiter in den dritten und letzten Teil einer jeden Spielrunde: der Produktionsphase. In dieser werfen eure fertigen Fabriken ihre Ressourcen ab. Jeder der fünf Produktkategorien wird dabei einzeln betrachtet und nacheinander gewertet.

Das Ringen um Generäle und Investoren in Eine wundervolle Welt

Produziert euer Konzern von einer Güterklasse die meisten Ressourcen, dann winkt euch dafür eine kleine Belohnung. Euer besonderes Engagement in einer Kategorie lockt Generäle oder Investoren an, die sich für euren Konzern starkmachen. Jeder General und jeder Investor ist am Spielende einen Siegpunkt wert. Je nachdem wie sich der Ausbau der Fabrikanlagen gestaltet, können dabei allerdings noch weitere Siegpunkte oder auch Ressourcen für euch herausspringen. Einige Entwicklungskarten fördern keinen fixen Outcome zutage, sondern geben euch Siegpunkte oder Ressourcen abhängig von bestimmten Bedingungen.

Euer Konzern erreicht bei Eine wundervolle Welt schnell eine stattliche Größe.

Generäle oder Investoren können hier ein Faktor sein. Doch auch die Anzahl von Produktionsstätten eines bestimmten Typs sind häufig relevant. Dazu zählen beispielsweise auch die bereits zu Spielbeginn ausgegebenen Imperiumskarten. Einige Startkonzerne generieren Siegpunkte durch den Bau von möglichst zahlreichen Forschungseinrichtungen, andere belohnen hingegen ein Investment im Bereich der Infrastruktur. Bei euren Expansionsplänen müsst ihr also schon so manche Faktoren einkalkulieren, um am Ende vor euren Konkurrenten zu landen.

Ressourcenmanagement in Eine Wundervolle Welt

Die produzierten Güter solltet ihr am besten direkt auf eure noch nicht fertiggestellten Bauvorhaben setzen. Wird die Fabrik während der Produktionsphase abgeschlossen, geht sie direkt in den Betrieb und kann möglicherweise noch während dieser Runde die ersten Ressourcen für euch abwerfen. Ihr solltet auf jeden Fall darauf achten, am Rundenende möglichst alle hergestellten Güter eingesetzt zu haben. Ihr könnt diese nicht für die kommende Runde aufsparen. Während der Produktion dürft ihr jedoch fünf beliebige Ressourcen aufwenden, um ein Krystallium herzustellen. Einige Entwicklungskarten fordern die Abgabe dieses seltenen Guts, alternativ lässt sich Krystallium jedoch auch als Joker-Ressource verwenden.

Eine wundervolle Welt verläuft über vier Spielrunden und kommt damit auf eine Spieldauer von etwa 45 Minuten.

Die Ressourcen-Jonglage geht über insgesamt vier Spielrunden. Jetzt zählt ihr nur noch die Siegpunkte auf allen fertiggestellten Produktionsstätten zusammen und addiert etwaige Punkte für Generäle und Investoren. Bis es soweit ist, vergeht etwa eine dreiviertel Stunde. Die Zahl der Mitspieler hat auf die Spieldauer dabei nur einen geringen Einfluss, da fast alle Spielzüge parallel verrichtet werden können. Im Regelheft findet ihr zudem eine Anleitung für das Solospiel. Da Eine wundervolle Welt ohnehin nicht sonderlich stark durch Interaktivität glänzt, sind nur leichte Regeländerungen notwendig. Besonders spannend sind die sechs Solo-Szenarien, die euch vor eine wachsende Herausforderung stellen.

Eine wundervolle Welt ist ein leicht erlernbares Strategiespiel für ein bis fünf Spieler ab vierzehn Jahren. Es ist über den Kobold-Verlag erschienen und steht ab sofort zum Preis von ca. 40€ im Handel. Ebenso bereits zu haben sind die ersten beiden Erweiterungen zum Spiel. Korruption & Aufstieg erweitert das Spiel mit neuen Imperien und Projekten und ermöglicht die Hinzunahme eines sechsten Spielers. Krieg & Frieden bietet euch hingegen ein ganz besonderes Abenteuer, das sich über fünf Szenarien erstreckt. Die neuen Karten, die während der Kampagne freigeschaltet werden, lassen sich später auch problemlos ins Grundspiel integrieren.

Fazit: Eine wundervolle Welt hat sich folgende wundervolle Testwertung verdient

Eine wundervolle Welt hat sich folgende wundervolle Testwertung verdient.

Das Regelheft von Eine wundervolle Welt fällt mit schlanken sechs Seiten erfreulich schmal aus. Zwei weitere Seiten müsst ihr euch zu Gemüte führen, wenn ihr in den Solomodus einsteigen möchtet. Das Spiel erfordert also keine allzu lange Vorbereitungszeit und lassen sich selbst von absoluten Muffeln des Regellesens bewältigen. Strategisch verlangt euch Eine wundervolle Welt aber dennoch einiges ab. Das Spiel kommt zunächst langsam in die Gänge, nimmt dann allerdings rasant an Fahrt auf. Eure Möglichkeiten wachsen von Zug zu Zug. Es ist ziemlich motivierend, wenn die Ressourcen plötzlich so zahlreich euer Hauptquartier fluten. Plötzlich stehen euch viele Optionen offen, um das eigene Handelsimperium weiter expandieren zu lassen. So muss sich also Amazon-Chef Jeff Bezos in den Pioniertagen seiner Firma gefühlt haben. Der Erwerb jeder Produktionsstätte öffnet euch neue Türen. Doch das Management eines gigantischen Wirtschaftsimperiums wird auch immer komplexer. Die Optionen sind zwar groß, doch natürlich kann selbst ein Konzerngigant nicht alle Strippen gleichzeitig ziehen. Ihr müsst also viele bedeutsame Entscheidungen treffen. Welches Bauvorhaben sichert euch am Ende die meisten Siegpunkte? Am Anfang profitiert ihr noch im besonderen Maße von einer hohen Verfügbarkeit der Ressourcen. Doch letztlich müsst ihr diese auch irgendwie in Siegpunkte verwandeln. Wer diesen Punkt im Spielverlauf verpasst, gerät bei Eine wundervolle Welt schnell ins Hintertreffen. Trotz seines einfachen Regelwerks lässt das Spiel eure Köpfe ordentlich qualmen. Wenn ihr nach einem zugänglichen Strategiespiel sucht, dem es trotzdem nicht an Komplexität und Tiefe fehlt, dann seid ihr bei Eine wundervolle Welt goldrichtig.

ProCon
+ zugängliches Regelwerk- Interaktion nicht stark ausgesprägt
+ bietet dennoch strategische Tiefe
+ spielt sich kurz und knackig
+ toller Modus für Solospieler
+ motivierendes Wirtschaftswachstum

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