Excalibohn Amigo Uwe Rosenberg Schwert Bohne
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Excalibohn ist über Amigo erschienen und kostet etwa 10€.

Bohnanza und kein Ende: Das kann Excalibohn

Excalibohn im Test: Das Bohnanza-Update für Taktiker

  • vonSebastian Hamers
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Schon seit 1997 veröffentlicht Amigo immer wieder neue Varianten des Klassikers Bohnanza. Mit Excalibohn erhält die Reihe diesmal einen magischen Anstrich.

  • neue Variante des Kartenspielklassikers Bohnanza
  • für 3-5 Spieler
  • mit neuen Zauberbohnen
  • Preis: ca. 10€

Wer gelegentlich dem Hobby Brettspiel frönt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal Berührungspunkte mit dem Uwe-Rosenberg-Klassiker Bohnanza gemacht. Das beliebte Kartenspiel erschien bereits im Jahr 1997. Seitdem hat Bohnanza etliche Neuauflagen, Varianten und Fortsetzungen erlebt. Der Siegeszug des modernen Klassikers scheint unaufhaltsam zu sein. In Summe wurden weltweit schon über drei Millionen Kopien der Bohnanza-Reihe verkauft. Der norddeutsche Spieleautor und der Amigo-Verlag setzen die Tradition auch in diesem Jahr fort. Das brandneue Excalibohn ist der jüngste Spross aus der Bohnanza-Familie, kann eigenständig gespielt werden und setzt keine Kenntnisse des über 20 Jahre alten Originals voraus.

Habt ihr mit Bohnanza allerdings schon ein paar Runden gedreht, fällt der Einstieg in das neue Spiel besonders leicht. Die Regeln sind in großen Teilen identisch, wurden allerdings um ein weiteres Spielelement ergänzt. Wie der Name des Kartenspiels schon vermuten lässt, bedient sich Excalibohn der Legende um König Artus und dem sagenhaften Schwert Excalibur, das der Legende nach vom großen Zauberer Merlin in einen Felsblock getrieben wurde. Thematisch berührt Excalibohn die Artus-Saga nur ganz sanft, kann aber immerhin mit einer fantastischen Neuerung aufwarten: den Zauberbohnen.

Excalibohn und die eigenwilligen Bohnen

In Excalibohn schlüpft ihr in die Rolle eines Plantagenbesitzers. Zwei Felder dürft ihr gleichzeitig bewirtschaften, um darauf möglichst große Bohnenranken zu züchten. Das Bohnenmanagement ist nicht ganz einfach, denn jeder Bohnenart wohnt ein seltsames Eigenleben inne. Mit den wundersamen Spezialeigenschaften der verschiedenen Bohnen versucht ihr das Beste aus euren Plantagen herauszuholen. Zum passenden Zeitpunkt erntet ihr die Bohnenzucht ab und wandelt sie in klingende Taler um. Am Spielende wird der reichste Bohnenbauer zum Sieger gekürt.

Bei Excalibohn werden Monokulturen angepflanzt.

Die Bohnen kommen in Form von Karten ins Spiel. Diese legt ihr aneinandergereiht auf den zwei Bohnenfeldern ab. Bei der Zucht sind Monokulturen gefragt. Seid ihr am Zug, dürft ihr immer nur Bohnen der gleichen Sorte übereinanderlegen. Da Excalibohn sieben verschiedene Bohnenarten kennt, wird der Platz auf dem eigenen Acker schnell ziemlich knapp. Wollt ihr einen neuen Bohnentyp anpflanzen und beide Felder sind bereits belegt, müsst ihr ein Feld erst komplett abernten. Ihr kassiert die Taler und das Feld ist wieder frei für einen neuen Anbau.

Ernten mit System in Excalibohn

Je mehr Bohnen ihr auf einem Feld angepflanzt habt, desto lukrativer wird die Ernte. Selbstverständlich gelten für jede Bohnensorte hier andere Regeln. Die Ernte von Prinzessbohnen kann euch etwa bis zu vier Taler einbringen. Dazu müsst ihr allerdings auch immerhin sieben Prinzessbohnen-Karten auf dem Feld angepflanzt haben. Bis zu einem gewissen Grad lohnt sich es also, die Kartenreihe zu verlängern. Erreicht ihr das Maximum, dürft ihr die Bohnen bedenkenlos abernten und die hart verdienten Taler einkassieren.

Die Zauberbohne ist der Superstar bei Excalibohn.

Leider werdet ihr nicht immer die passenden Karten parat haben, um die Bohnenreihe nach Belieben auszubauen. Excalibohn bedient sich einer Mechanik, die seit dem Original von 1997 Bestand hat. Die Karten auf der Hand dürfen nicht ohne Weiteres neu sortiert werden. Neue Karten spielt ihr immer von vorne nach hinten in die Bohnenfelder. In jeder Runde müsst ihr immer mindestens eine Bohnenkarte ausspielen und anpflanzen, das Spielen einer zweiten Bohne ist optional. Das führt regelmäßig dazu, dass ihr eine liebevoll gepflegte Reihe vorzeitig abernten müsst. Neue Reihe, neues Glück: der Anbau beginnt von vorne.

Feilschen um die Excalibohn

Nachdem ihr Bohnen von der Hand in die Auslage platziert habt, werden allerdings noch zwei weitere Bohnenkarten vom Nachziehstapel gezogen und aufgedeckt. Seid ihr am Zug, gehören die Bohnen euch. Die beiden Karten müsst ihr ebenfalls in euren Feldern anpflanzen. Davor habt ihr allerdings noch die Chance, die betreffenden Bohnen mit den anderen Spielern zu tauschen. Die Gestaltung des Handels bleibt ganz euch überlassen. Sämtliche Handkarten können dabei in die Waagschale geworfen werden. Nach Beendigung der Handelsphase müssen allerdings alle getauschten Bohnen in den Feldern der Besitzer sofort verbaut werden.

Die Zauberkarten verleihen euch in Excalibohn besondere Kräfte.

Zum Abschluss des Zuges werden noch drei neue Bohnen vom Nachziehstapel gezogen, die auf der Hand nach ganz hinten gesteckt werden. Die Reihenfolge der Handkarten darf dadurch nicht verändert werden. Wollt ihr die Karten auf der Hand in eine andere Form bringen, müsst ihr taktisch geschickt Bohnen tauschen. Manchmal hilft es bereits eine einzige Karte loszuwerden, um eine schöne Bohnenflöte in Händen zu halten.

Excalibohn und die Zauberbohnen

Wie eingangs bereits erwähnt hat jede Bohne so ihre Eigenarten. Einmal pro Runde dürft ihr die Sonderfunktionen der Bohnen auf euren Feldern aktivieren. Mit der Pflückbohne stibitzt ihr Karten von Mitspielern, weiße Bohnen verschaffen euch neue Bohnen vom Nachziehstapel, während es die gemeine Bohne auf den Talervorrat der Konkurrenz abgesehen hat. In Excalibohn gibt es sieben unterschiedliche Bohnentypen, jede von ihnen verfügt über einen besonderen Special Effect.

In Excalibohn verfügen die Bohnen über besondere Fähigkeiten.

Einen Sonderfall nimmt die Kappbohne ein. Sie verfügt als einzige Bohne über keine Sonderfunktion. Erntet ihr jedoch eine Kappbohnen-Plantage ab, erhaltet ihr neben ein paar Talern auch noch eine Zauberkarte. Die Zauberkarten stellen die größte Neuerung gegenüber dem Original Bohnanza dar. Sie lassen sich im Spielverlauf immer wieder aktivieren, um eine besonders mächtige Fähigkeit zu wirken. Großmeister Merlin wäre stolz auf euch. Um einen Zauber zu wirken, benötigt ihr jedoch zunächst ein wenig Anschubenergie. Der Zauber kann nur gelingen, wenn ihr eine Zauberbohne von der Hand auf den Ablagestapel werft. Jetzt dürft ihr den Effekt des Zaubers einmalig nutzen.

In Excalibohn steckt der Geist von Merlin

Die Zauberkarten verleihen euch einzigartige taktische Möglichkeiten. Elf verschiedene Zauberkarten sind im Spiel verfügbar. Der Bohenfeldzauber verleiht euch beispielsweise vorübergehend ein drittes Bohnenfeld, der Stapelzauber gewährt euch Zugriff auf den Ablagestapel während der Handelsphase und mit dem Umsteckzauber dürft ihr eine Handkarte an einer neuen Stelle einsortieren. Die Effekte aller Zauber sind ziemlich praktisch und verleihen dem Kartenspielklassiker ein neues Spielgefühl. Genügend Zauberbohnen auf der Hand vorausgesetzt, könnt ihr von den Zaubern immer wieder Gebrauch machen und so dem Spiel euren Stempel aufdrücken.

Die Bohnentypen von Excalibohn in der Übersicht.

Das Spiel endet, sobald der Stapel mit den Nachziehkarten drei oder viermal – abhängig von der Spielerzahl - komplett abgearbeitet wurde. Für eine Partie solltet ihr etwa eine Stunde einkalkulieren. Excalibohn ist für drei bis fünf Spieler ab zwölf Jahren geeignet. Das Spiel ist über Amigo erschienen, ihr findet es ab sofort zum Preis von etwa 10€ im Handel.

Fazit: Mit frischem Spielgefühl hat sich Excalibohn folgende Testwertung verdient

Mit frischem Spielgefühl hat sich Excalibohn diese Testwertung verdient.

Wie viele Partien Bohnanza ich in meinem Leben wohl schon gespielt habe? Es müssen jedenfalls etliche gewesen sein. Meine erste Begegnung mit dem Kartenspiel von Uwe Rosenberg ist nun auch schon über zwanzig Jahre her. Kaum zu glauben, aber das Spiel hat sich in all den Jahren ziemlich gut gehalten. Dank des freien Bohnenhandels entsteht unter den Spielern sehr viel Interaktion und durch die chaotischen Spezialeigenschaften der Bohnen ist in Bohnanza auch immer was los auf dem Spieltisch. Langweilig wird es jedenfalls nie. Das Grundprinzip des Spiels funktioniert damit heute noch so gut wie damals. Excalibohn wertet mit den Zauberbohnen und den Zauberkarten das Kartenspiel nochmals auf, ohne den Geist von Bohnanza zu verändern. Sie verleihen Excalibohn einen etwas stärkeren taktischen Anstrich. Daher hat Excalibohn gerade bei Vielspielern eine gute Chance, dem Klassiker den Rang abzulaufen.

ProCon
+ Spielgefühl von Bohnanza bleibt erhalten- erst ab 3 Spielern spielbar
+ erweiterte taktische Möglichkeiten
+ hoher Interaktionsgrad
+ witzige Bohnenillustrationen

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