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Excavation Earth erscheint über Asmodee und kostet etwa 50€.

Außerirdischer Beutezug, bei Excavation Earth wird die Erde geplündert.

Excavation Earth im Test: Das hochinteraktive Handelsspiel für Taktikfüchse

  • VonSebastian Hamers
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In Excavation Earth plündert ihr als Aliens wertvolle Artefakte von einer verlassenen Erde und vertickt diese gewinnbringend weiter.

  • für 1-4 Spieler ab 12 Jahren
  • Spieldauer: 30 Minuten pro Spieler
  • Autor: David Turczi, Way Yee, Gordon Calleja
  • Verlag: Might Boards/Asmodee
  • Preis: ca. 50€

In den Weiten des Weltalls haben fortschrittliche Alienvölker einen unbewohnten Planeten ausfindig gemacht. Doch Moment einmal, der sieht doch aus wie die gute alte Erde? Die Kontinente sind immer noch klar erkennbar, nur die Menschen sind inzwischen verschwunden. Trotz fehlender Bevölkerung wurde die Neugier der Weltraumvölker geweckt. Eilig entsenden sie ihre klügsten Wissenschaftler auf die Erde, um die Relikte der Menschheit zu plündern. Auf der Heimatwelt finden sich bestimmt ein paar finanzstarke Sammler, die sich seltsame Radkappen oder ein Hirschgeweih in die Vitrine stellen. Schnell ist ein Wettlauf um die schönsten Sammlerstücke entbrannt. Denn eines wird allen Aliens schnell klar: aus diesem Planeten sind noch jede Menge Credits rauszuholen.

Plünderung der Erde in Excavation Earth

In Excavation Earth übernehmt ihr die Kontrolle über eine von insgesamt fünf Weltraum-Fraktionen. Um die Erde auszuplündern teilt ihr euch zwar alle ein Mutterschiff, agiert aber dennoch auf eigene Faust. Wie so oft geht es um Credits, also um das liebe Geld. Wer nach Ablauf von drei Runden die meiste Kohle aus Mutter Erde herausgequetscht hat, gewinnt die Partie. Dazu stehen euch immerhin acht unterschiedliche Aktionen zur Verfügung. Es ist euer Job, diese möglichst effizient aufeinander abzustimmen.

Bei Excavation Earth plündert ihr als Alienvolk die gute alte Erde aus.

Zur Durchführung der Aktionen nutzt ihr Aktions- und Reisekarten, die euch vor Beginn einer Runde zur Verfügung gestellt werden. Die Reisekarten lassen sich einsetzen, um eure drei Archäologen über den Erdball zu bewegen. Ihr müsst ihre Position auf der Karte häufig ändern, da sie sich zur Nutzung bestimmter Aktionen vor Ort aufhalten müssen. Für die Reise dürft ihr alternativ auch eine Aktionskarte einsetzen, die ihr aber vielleicht lieber für eine andere Tätigkeit verwenden möchtet.

Ausgrabungsstätten bei Excavation Earth

Artefakte ausbuddeln, zum Beispiel. Denn darum geht es schließlich in Excavation Earth. Diese liegen an verschiedenen Orten auf der Erde aus und sind zudem in fünf Farben verfügbar. Um mit der Ausgrabung zu beginnen spielt ihr eine Aktionskarte aus. Jetzt dürft ihr ein Artefakt bergen, das die gleiche Farbe aufweist wie die gespielte Aktionskarte. Selbstverständlich muss sich auch noch ein Archäologe an der Ausgrabungsstätte befinden, denn ohne diesen kann nicht gegraben werden. Wenn ihr es geschickt anstellt, plündert ihr gleich zwei Artefakte mit einem Streich. Dazu müsst ihr eure Archäologen aber zuvor gut postiert haben.

Die Darstellung der Symbole wirft bei Excavation Earth zunächst viele Fragen auf.

Die Artefakte könnt ihr möglicherweise später weiterverticken. Doch vorher kann es nicht schaden, eine Probe davon zu nehmen, um sie in der eigenen Galerie auszustellen. Eine gut ausstaffierte Probensammlung ist für die Aliens ziemlich prestigeträchtig. Sie zahlt sich am Spielende in klingender Münze aus. Die Proben werden in ein vorgefertigtes Raster gelegt. Je mehr Proben ihr in einer Reihe und Spalte gesammelt habt, desto mehr Credits springen für euch dabei heraus. Es lohnt sich also stark, seine Exponate gezielt einzusammeln.

Excavation Earth handelt nach den Gesetzen des Marktes

Die Artefaktproben gibt es also als Gratis-Bonus abendrauf. Das Artefakt selbst wollt ihr aber möglicherweise schon recht bald wieder loswerden… wenn der Preis stimmt. Excavation Earth richtet sich im Wesentlichen nach den normalen Marktgesetzen, bei dem Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Letztere wird über insgesamt fünfzig Käuferfiguren reguliert, die es in den fünf Farben der Artefakte gibt. Die Farbe eines Käufers gibt an, auf welche Artefakte er es abgesehen hat. In Excavation Earth gibt es sechs Marktplätze, an denen sich jeweils bis zu vier Käufer aufhalten. Haben sich hier viele Interessenten einer Farbe eingereiht, steigt auch der Preis für die jeweilige Artefaktgruppe.

In Excavation Earth übernehmt ihr die Kontrolle über ein Alienvolk mit einzigartigen Fähigkeiten.

Als geschickter Händler könnt ihr die Nachfrage mit einer gut angelegten Marketingkampagne etwas manipulieren. Dazu spielt ihr wieder eine Aktionskarte von der Hand. Die Farbe der Karte ist diesmal nicht relevant. Stattdessen kommt es nun auf das Symbol an. Je nach gespieltem Symbol, dürft ihr die Käuferkonstellation an einem anderen Markt verändern. Dank dieses Marketingstunts habt ihr euch außerdem einen Händler verdient, den ihr direkt dem jeweiligen Markt zuteilt. Ihr werdet ihn schon bald brauchen, um eure geplünderten Artefakte gewinnbringend zu verhökern.

Artefakte verkaufen in Excavation Earth

Ihr habt also schon ein paar Artefakte ausgegraben und den Markt ein wenig zu euren Gunsten angepasst? Dann wollt ihr jetzt sicher die Artefakte zu Geld machen. Dies geschieht mit der Verkaufen-Aktion, bei der erneut eine Aktionskarte ausgespielt werden muss. Welche Karte das ist, spielt diesmal keine Rolle. Mit der Aktion könnt ihr an bis zu drei Märkten gleichzeitig aktiv werden. Voraussetzung ist jedoch, dass sich am gewählten Markt mindestens ein eigener Händler befindet. Außerdem sollte es natürlich überhaupt eine Nachfrage nach eurem Artefakt geben. Interessiert sich kein Käufer für eure Ware, bleibt ihr darauf sitzen.

Die sechs Märkte in Excavation Earth reagieren nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Beim Verkauf gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Optimalerweise habt ihr im Vorfeld für eine rege Nachfrage gesorgt, um einen guten Preis zu erzielen. Dieser schnellt in die Höhe, wenn es generell eine hohe Nachfrage an allen Märkten gibt. Zusätzliche Credits werden ausgeschüttet, wenn sich auf dem gewählten Marktplatz viele Kaufinteressenten eingereiht haben. Belohnt wird zudem das parallele Verkaufen von Artefakten. Vertickt ihr zwei oder gar drei Waren auf einmal, soll es euer Schaden nicht sein.

In Excavation Earth genießen die Händler viel Prestige

Die Händler genießen in der Welt der Aliens ein hohes Ansehen. Kommt es auf einem Marktplatz zum Abschluss, befördert ihr den Händler zum Gesandten. Dieser nimmt sogleich seinen wohlverdienten Platz im Mutterschiff ein. Dort befinden sich drei Kommandozentralen, die sich im Spielverlauf mit Gesandten füllen werden. Am Spielende wird die Weltraumfraktion mit weiteren Siegpunkten belohnt, die sich eine Mehrheit in einer oder mehreren Kommandozentralen sichern konnte.

Auf dem Mutterschiff in Excavation Earth tummeln sich schon die ersten Gesandten.

Alternativ lassen sich die Gesandten aber auch mit der Kommandieren-Aktion einsetzen. Jeder Zentrale auf dem Mutterschiff wird eine Kommandokarte zugeteilt. Diese enthalten besonders mächtige Aktionen, für die es sich durchaus lohnen kann, einen Gesandten zu opfern. Die Kommandieren-Aktion dient weiterhin dazu, Händler in die Märkte zu bugsieren. Sie stellt damit eine Alternative zur Marketing-Aktion dar. 

Schwarzhandel in Excavation Earth

Die Händler spielen in Excavation Earth eine gewichtige Rolle. Sie stellen mit dem Handel der Artefakte eure wichtigste Einnahmequelle sicher. Es gibt allerdings noch eine andere Möglichkeit, Artefakte in Credits zu verwandeln. Auf dem Schwarzmarkt finden sich immer ein paar zahlungskräftige Käufer. Mit der Schmuggeln-Aktion dürft ihr dort tätig werden, jedenfalls solange ihr einen Archäologen auf einem der drei Schwarzmarktfelder platziert habt. Mit einem krummen Geschäft werden ausgegrabene Artefakte direkt an den finanzstarken Sammler vertickt. Der Preis wird diesmal jedoch nicht durch eine komplizierte Formel errechnet. Das Artefakt wandert vielmehr für einen Festpreis über die Ladentheke.

Bei Excavation Earth wandern die Archäologen über den Erdball, immer auf der Suche nach wertvollen Artefakten.

Auf dem Schwarzmarkt dürft ihr jedoch ebenso als Käufer aktiv werden. Der Erwerb eines Artefakts kann sich schnell als guter Deal für euch herausstellen, wenn seine Nachfrage auf den Märkten gerade in die Höhe geschnellt ist. Ihr solltet euch mit dem Wiederverkauf aber nicht zu lange Zeit lassen, denn die Werte von Artefakten sind ähnlich stabil wie der Kurs des Bitcoins. Eine kleine Marktmanipulation kann reichen, um die Nachfrage in den Boden sinken zu lassen… oder zu neuen Höhen zu führen.

In Excavation Earth wird der Forschergeist geweckt

Das Abstoßen von Wertobjekten ist also der Schlüssel zum Sieg bei Excavation Earth. Leider sind die Artefakt-Ressourcen auf der Erde jedoch begrenzt. Mit den Archäologen werden ständig wertvolle Gegenstände von der Erdoberfläche geborgen, so dass es für sie zunehmend schwerer wird an neues Material zu gelangen. Frische Artefakte werden erst zu Beginn der neuen Runde auf dem Planeten verteilt. Welche Gegenstände das sind, wird durch die Forscherprognose bestimmt. Bei dieser handelt es sich um eine Reihe offen ausliegender Karten, die im Spielverlauf aber noch verändert werden kann.

Je öfter ein Artefakt in Excavation Earth nachgefragt wird, desto höher fällt sein Preis aus.

Verwendet ihr die Forschen-Aktion dürft ihr gezielt Karten aus dieser Reihe austauschen und somit bestimmen, welche Artefakte zu Beginn der nächsten Runde verfügbar sein werden. Als kleine Sofortbelohnung ploppt weiterhin ein Artefakt direkt an der Oberfläche auf. Auf diese Weise beeinflusst ihr auch ziemlich direkt die Strategie der Mitspieler, die nun mit den neuen Gegebenheiten zurechtkommen müssen.

Aufbau eines Handelsimperiums in Excavation Earth 

Mit sieben unterschiedlichen Aktionen bieten sich im eigenen Zug eigentlich immer sinnvolle Möglichkeiten, das eigene Handelsimperium auszubauen. Allerdings werden eurem Expansionsdrang auch Grenzen gesetzt. Jede Aktion muss mit einer Karte bezahlt werden. Im Spielverlauf gibt es zwar einige Möglichkeiten an zusätzliche Karten zu gelangen, doch irgendwann gehen euch auch diese aus. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, zu passen und die Runde letztlich zu beenden.

Jede Aktion in Excavation Earth muss mit einer Handkarte bezahlt werden.

Insgesamt wird Excavation Earth über drei Runden gespielt. Klingt zunächst gar nicht mal so viel. Aufgrund der Vielzahl von Aktionsmöglichkeiten solltet ihr pro Spieler dennoch etwa eine halbe Stunde einplanen. Excavation Earth ist für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren geeignet. Dem Regelwerk liegt außerdem ein abgewandelter Modus für Solospieler bei. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von etwa 50€ im Handel.

Fazit: Die ingame-Archäologen haben sich an der Excavation Earth beteiligt und dabei die folgende Testwertung ausgegraben

Die ingame-Archäologen haben sich an der Excavation Earth beteiligt und dabei eine starke Testwertung ausgegraben.

Die ersten Berührungspunkte mit Excavation Earth machen wenig Hoffnung auf einen einfachen Einstieg ins Spiel. Schon das Regelwerk liest sich ein wenig sperrig, so dass man selbst als geübter Spieler erstmal etwas ratlos über dem Spielbrett brütet. Acht verschiedene Aktionsmöglichkeiten, dazu eine recht unübersichtliche Preisgestaltung auf gleich sechs Märkten inklusive Schwarzmarkts… das lässt selbst die Köpfe hartgesottener Brettspielstrategen rauchen. Hinzu kommt eine nicht ganz glückliche Icon-Gestaltung, die zunächst mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Jetzt aber nicht aufgeben, die Beharrlichkeit wird sich auszahlen. Auf euch wartet ein hochinteraktives Spiel mit einem witzigen Thema, strategischem Tiefgang und gutem Material. Lasst euch nicht von der quietschbunten Optik täuschen, Excavation Earth ist ein knallhartes Optimierungsspiel. Aus begrenzten Möglichkeiten wollt ihr ein Maximum herausquetschen. Dabei spielt vor allem die Preisgestaltung auf den Märkten eine große Rolle. Jedes Handelshaus versucht für seine ausgegrabenen Artefakte den Preis nach oben zu treiben und spielen sich dadurch häufig gegenseitig aus. Wann ist der optimale Zeitpunkt, um meine Ware zu veräußern? Genau diese Frage müsst ihr euch in Excavation Earth regelmäßig stellen. Keine leichte Aufgabe, bei der auch ein wenig Glück dazugehört. Manchmal kann der optimale Zug einfach nicht ausgeführt werden, weil ihr keine Karte mit dem passenden Symbol oder der benötigten Farbe auf der Hand habt. Das Spiel legt euch sogar noch weitere Steine in den Weg. Händler, Gesandte und Archäologen sollen bewegt und zum richtigen Zeitpunkt vor Ort sein. Eure logistischen Fähigkeiten werden bei Excavation Earth daher ebenfalls richtig gefordert. Viele taktischen Feinheiten erschließen sich erst nach mehreren Durchläufen. Habt ihr die Mechaniken erstmal durchblickt, nimmt Excavation Earth richtig Fahrt auf. Es lohnt sich auf jeden Fall am Ball zu bleiben und sich durch eine möglicherweise etwa zähe erste Partie zu arbeiten. Auf euch wartet ein vielschichtiges Strategiespiel, das mit einem hohen Interaktionsfaktor glänzt und viele spannende Partien garantiert.

ProCon
+ witziges Thema- Etwas zäher Einstieg
+ sehr viel Interaktion- Icon-Darstellung unvorteilhaft
+ strategischer Tiefgang
+ Alienvölker mit individuellen Fertigkeiten
+ prima Solomodus
+ gutes Spielmaterial

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