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Zum Finale der ersten Episode müssen sich alle Helden versammelt und ein erstes Basislager errichtet haben.

Dungeon Crawler mit Endzeit-Atmosphäre

EXO Mankind Reborn im Test: Der kooperative Survival-Klopper

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Auf den ersten Blick ist EXO: Mankind Reborn nur ein weiterer Dungeon Cralwer. Tatsächlich weiß das Spiel aber mit einigen innovativen Ideen zu glänzen.

Bereits vor einigen Jahren hat sich in der Welt der Brettspiele ein Trend zu kooperativen Spielen herauskristallisiert. Heute lässt sich zweifelsfrei konstituieren, dass es beim Koop-Brettspiel nicht bei einem Trend geblieben ist. Es ist keine Welle, die kurz aufflammt, um dann wieder aus der Szene zu verschwinden. Kooperative Brettspiele sind inzwischen fester Bestandteil des Hobbys geworden und sind aus der Szene nicht mehr wegzudenken. So gesehen ist auch EXO: Mankind Reborn der spanischen Kreativschmiede Plast Craft Games keine große Besonderheit. Oberflächlich betrachtet ließe es sich in das breite Feld der Dungeon Crawler einsortieren. Im Detail betrachtet hat das Spiel aber durchaus einige Alleinstellungsmerkmale.

Das Setting des Spiels siedelt sich in einer fernen dystopischen Zukunft an. Der Oberfläche des Planeten ist nahezu unbewohnbar. Die Überlebenden haben sich tief in die Höhlen zurückgezogen. Von dort aus versuchen sie den Weiterbestand der Menschheit zu sichern. Das Vorhaben scheint ziemlich ambitioniert. Die Welt wird ständig von Naturkatastrophen heimgesucht und an der Oberfläche wimmelt es von aggressiven Insekten, die mit den veränderten Wetterbedingungen scheinbar weniger zu kämpfen haben. Im Gegenteil, das menschenfeindliche Milieu scheint die Biester ziemlich zu befruchten. Die vormals harmlosen Insekten sind zu ernsthaften Feinden mutiert.

Hoffnungsschimmer im Endzeit-Szenario

Wer sich jetzt an die Fallout-Reihe erinnert fühlt, liegt damit nicht ganz verkehrt. Die Stimmung von EXO: Mankind Reborn kommt dem Videospiel-RPG schon recht nah. Als Retter der Menschheit seid ihr eine Elite-Truppe, die sich an die Oberfläche des Planeten wagt. Dort lassen sich wertvolle Ressourcen gewinnen. Hauptsächlich habt ihr es aber auf besondere Fragmente aus der Geschichte des EXO-Universums abgesehen. Die EXO-Kristalle sind ein Versprechen auf eine bessere Zukunft für die Menschheit.

Jeder Held wird von seinem eigenen tierischen Freund begleitet.

EXO: Mankind Reborn spielt sich zu 100% kooperativ. Es wird kein Spielleiter benötigt, der die Gewalt über den Planeten und seine Kreaturen hat. Sämtliche Nicht-Spieler-Figuren werden von der Spielmechanik gesteuert. Ihr könnt euch also voll und ganz auf euren Charakter konzentrieren. Auf euren Charakter und auf euren tierischen Begleiter. Womit wir schon bei einer der Besonderheiten des Spiels wären. Jede Figur erhält sein eigenes Pet.

Der Überlebende und sein Haustier

Euer Haustier ist dabei mehr als ein bloßes Anhängsel. Es wird separat bewegt, hat eine Sonderfertigkeiten und sogar einen eigenen Willen. Die Kombination aus Charakter und Begleittier ergibt somit ein besonderes Profil. Jede Figur spielt sich stark unterschiedlich und trägt seinen eigenen Anteil zum Gelingen der Mission bei. Dem Spiel liegen vier verschiedene Charaktere und Pets bei.

Auf dem Spielertableau könnt ihr den Status des Helden, des Begleiters sowie eurer Drohne verwalten.

Da wäre Yuri, der Späher mit seinem Adler Nuraysl. Die beiden sind das optimale Kundschafter-Duo und können drohende Gefahren bereits vorab erkennen und so möglicherweise umschiffen. Kaindra, die Jägerin wird immer von ihrem Löwen Sharik begleitet. Sie sind zwei kampferprobte Recken, die besonders effektiv gegen die Insekten vorgehen. Desmond, der Trapper und sein Grizzly Litte Joe hingegen sind besonders kreativ, wenn es um die Errichtung von Werkzeugen und Geräten geht. Damit ist Desmond der MacGyver der Truppe, während Little Joe ihm bei der Beschaffung des Materials behilflich ist. Bleibt noch die Heilerin Claire mit ihrem süßen Koala Mel. Mit ihrem technischen Sachverstand kann Claire mehr Aufgaben gleichzeitig bewältigen und kümmert sich zudem um die Gesundheit der Gruppe.

Survival-Abenteuer als Kampagnenspiel

EXO: Mankind Reborn ist kein Spiel für einen Abend. Dem Spiel liegt ein dickes Abenteuerheft, das eine epische Geschichte erzählt. Darin enthalten sind gleich zwei Kampagnen. Das erste Abenteuer ist für eine kleine Gruppe mit einem oder zwei Spielern ausgelegt. Für die zweite Kampagne werden drei oder vier Überlebende gebraucht. Am Ende des Abschnitts wird die Story weitererzählt und die Gruppe wird vor eine Entscheidung gestellt. Je nachdem wie euer Votum ausfällt, wird die Geschichte an einer anderen Stelle fortgeführt und es entblättert sich ein neues Szenario. Ihr dürft zwar keine Story erwarten, die sich in zig kleine Verästelungen aufteilt, dennoch ist die Aufsplittung der Geschichte in mehrere Teile ein Ansatz, den man in Brettspielen sonst eher selten findet.

EXO: Mankind Reborn verfügt über ein interessantes Aufrüstsystem in mehreren Stufen.

Vor Beginn jeder Mission erhaltet ihr zunächst einige Zusatzinformationen. Ihr müsst die Oberwelt entsprechend des Bauplans zusammenstecken, etwaige Kreaturen und vielleicht sogar Nester auslegen. Ebenso darf natürlich ein kleiner atmosphärischer Text nicht fehlen, der euch in die Geschichte einleitet. In jedem Szenario gibt es zudem ein zuvor festgelegtes Missionsziel. In EXO: Mankind Reborn müsst ihr nicht zwingend alle feindlichen Kreaturen auslöschen, die sich auf dem Spielplan befinden. In der ersten Mission der 3-4-Spieler-Kampagne müsst ihr etwa lediglich alle Charaktere auf dem Spielplan zusammenführen, dort einen Unterschlupf errichten und die Nacht überleben. Klingt gar nicht so schwer eigentlich. Doch EXO: Mankind Reborn ist nicht ohne Grund ein Survival-Abenteuer.

Der Kampf gegen das Wetter

In jeder neuen Spielrunde wird erst einmal die lebensfeindliche Oberwelt aktiviert. Dazu zählen natürlich vor allem die Insekten. Per Würfelwurf wird entschieden, wie sich eure aggressiven Gegner verhalten. Selbst wenn an der Oberfläche alles ruhig und friedlich scheint, kann sich die Situation schnell in einen Hexenkessel verwandeln. Mal spawnen die Biester je nach Würfelergebnis an unterschiedlichen Orten auf oder aber reagieren gezielt auf eure Aktionen.

Über Nester werden regelmäßig Larven ins Spiel gebracht. Erst wenn ihr euch den Larven nähert, zeigen sie ihr wahres Gesicht.

Doch auch das Wetter kann euch einen dicken Strich durch eure Überlegungen machen. Auf dem Planeten herrschen nicht selten katastrophale Wetterbedingungen. In eisigen Nächten müsst ihr hart erkämpfte Holz-Ressourcen verfeuern, um eure Lebenskraft zu erhalten. An anderen Tagen haben sinnflutartige Niederschläge den Boden so stark aufgeweicht, dass ein Fortkommen erheblich erschwert ist. Plötzlich benötigt ihr für die Wegstrecke nun die doppelte Zeit. Vielleicht habt ihr aber auch Glück und erwischt einen prachtvollen Tag mit Sonnenschein und Schäfchenwolken.

Ressourcensammeln als Kernaufgabe

Doch damit nicht genug. Mit eurem Tier-Begleiter kommt eine weitere Variable ins Spiel. Eure Vertrauten sind die Jagd an der Oberfläche nicht mehr wirklich gewohnt. Über viele Generationen hinweg haben die Tiere ihr Leben in Höhlen und Schächten verbracht. Auch für sie ist das Überleben an der Oberwelt längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Deshalb haben sie regelmäßig mit ein paar Einschränkungen zu kämpfen, die ebenfalls mit einem Würfelwurf ermittelt werden. Im schlimmsten Fall produzieren die Tiere keine EXO-Kristalle, eure wertvollste Ressource im Spiel.

Gerade nachts ist es ziemlich gefährlich, wenn euch das Pet nicht treu zur Seite steht. Ihr seid den Angriffen der Insekten schutzlos ausgeliefert.

Die EXO-Kristalle werden von euren Tieren in jeder Runde eingesammelt, nachdem die ganzen Umwelteinflüsse geregelt wurden. Ebenso gibt es weitere Ressourcen für euren Helden, falls ihr im Spielverlauf Produktionsstätten errichtet habt. Zur Erfüllung der ersten Mission für 3-4 Spieler werdet ihr beispielsweise Eisen und Holz benötigen, um eure erste Basis zu installieren. Doch auch um ausreichende Nahrungsreserven müsst ihr euch kümmern, um in der Einöde zu überleben.

Fog of War

Dann wird es aber endlich Zeit für die Aktionsphase. Da ihr das Abenteuer kooperativ angeht, gibt es hier keine feste Reihenfolge. Als Held stehen euch eine bestimmte Anzahl von Aktionssteinen zur Verfügung, mit jedem Stein dürft ihr genau eine Aktion ausführen. Für das Pet werden euch keine Extrasteine zur bereitgestellt, mit eurem Kontingent müsst ihr sowohl den Helden als auch den Begleiter bedienen.

Das Erkunden der Umwelt ist ein zentrales Element des Spiels. Wie der Flammenwirbel zeigt, ist euch die Natur nicht gerade wohlgesonnen.

Eine wesentliche Aufgabe besteht dabei in der Erkundung des Gebiets. Wenn ihr in ein unbekanntes Areal vorstoßt, deckt ihr zunächst eine Erkundungskarte auf. Dort erfahrt ihr direkt, was euch in diesem Gebiet erwartet. In erkundeten Gebieten könnt ihr bestimmt Ressourcen produzieren, wenn ihr eine Produktionsstätte errichtet. Doch auch EXO-Kristalle können dort von euren Begleitern geerntet werden. Jedes Areal birgt aber natürlich seine Gefahren.

Dem Tod ins Auge blicken

Beispielsweise könnte eine Eiseskälte dafür sorgen, dass ihr in einem Gebiet solange festsitzt, bis ihr drei Holz-Ressourcen investiert. Ein längerer Aufenthalt an einem Ort kann gefährlich werden, gerade wenn ihr nicht über genügend Lebensmittel verfügt und kein Dach über dem Kopf habt. Jede Spielrunde birgt wieder neue Gefahren für euch. In der Erkundung neuer Gebiete liegen aber natürlich auch viele Chancen. Ihr könnt an der Oberfläche mächtige Artefakte oder zumindest Hilfsausrüstung finden.

Desmond ist der MayGyver der Gruppe. Er kann sich auf seinen tierischen Begleiter Little Joe stets verlassen.

Der ein oder andere Kampf bliebt euch dabei allerdings nicht erspart. Die Gefechte werden in EXO: Mankind Reborn recht einfach abgewickelt. Dabei kommen spezielle Kampfwürfel zum Einsatz. Ein normales Treffersymbol verursacht einen Schadenspunkt, kritische Treffer verursachen gleich zwei Schaden. Weiterhin gibt es noch Schild-Symbole, die euch vor Treffern des Gegners schützen. Habt ihr mit eurem Wurf ausreichend Schaden angerichtet, habt ihr das Insekt bezwungen und es wird vom Feld genommen. Ihr müsst den Gegner jedoch mit einem Schlag vernichten, sonst setzen seine regenerativen Kräfte ein. In der nächsten Runde erwartet euch wieder ein frischer Feind mit voller Lebensenergie.

Die Gefahren der Nacht

Wenn ihr den ständigen Insekten-Nachschub unterbinden wollt, solltet ihr daher vielleicht ihre Nester zerstören. In der Nachtphase produziert jedes Nest eine neue Larve und somit einen potentiellen Feind. Wenn sich die Larven zu sehr ins Landesinnere ausbreiten, besteht die Gefahr einer Plage und ihr verliert das Spiel sofort. Überhaupt ist die Nacht für eure Helden besonders gefährlich.

In der Nacht werden die Urinstinkte der tierischen Begleiter geweckt. Habt ihr zwei Tiere hinaus in die Wildnis geschickt, ganz ohne menschliche Aufsicht, attackieren sich die beiden gegenseitig. Dabei kann es durchaus Vorteile haben, die Tiere von ihren Besitzern zu trennen. Eure Vertrauten können alleine ganz gut für sich sorgen. Sie gehen eigenständig auf die Jagd und ernähren sich ohne die Hilfe von Frauchen und Herrchen. Verbringt ihr die Nacht hingegen als Duo, müsst ihr den Vertrauten auch mit durchfüttern. Dafür beschützt euch das Tier in der Nacht auch vor Insekten-Angriffen. Während die Helden den Attacken in der Nacht schutzlos ausgeliefert sind, können sich die Tiere auch nachts zu Wehr setzen.

Zum Finale der ersten Episode müssen sich alle Helden versammelt und ein erstes Basislager errichtet haben.

Habt ihr die nächtlichen Gefahren überstanden, wiederholt sich der Ablauf mit den vier Phasen einer Runde, bis das Missionsziel erreicht wurde oder aber euch die Insekten überrollt haben. Die einzelnen Episoden in EXO: Mankind Reborn dauern unterschiedlich lange. Einige Abenteuer lassen sich deutlich unter eine Stunde abwickeln, bei anderen Abschnitten wird auch mal die Zwei-Stunden-Marke geknackt. Das Spiel beinhaltet zwei Kampagnen mit jeweils sieben Episoden. EXO: Mankind Reborn steht ab sofort im Handel und kostet etwa 90€.

Fazit: Im Test erkämpft sich das Endzeit-Survival-Spiel diese Note

EXO Mankind Reborn: So lautet unser Testurteil.

EXO: Mankind Reborn kann mit vielen Pluspunkten wuchern. Bevor ich dazu komme, muss sich das Spiel aber leider auch etwas Kritik gefallen lassen. Negativ ins Gewicht fällt leider insbesondere die Anleitung. Die Materialbeschreibung ist unvollständig, auf den Spielhilfen werden zudem andere Begrifflichkeiten verwendet als im Regelheft. Das macht das Erlernen des Spiels unnötig schwer. Es ist nicht das einzige Manko. Beim Lesen der Regeln ergeben sich einige Fragezeichen, die man sich als Spieler erst selbst zusammenreimen muss. Ihr müsst also schon etwas Zeit investieren, um regelfest und mit dem Spiel warm zu werden. Wenn ihr diese Mühen auf euch nehmt, werdet ihr allerdings mit einem spannenden und ungewöhnlichen Spielkonzept belohnt. EXO: Mankind Reborn nimmt sich einen Dungeon Crawler als Basis, wird aber mit ein paar coolen Gimmicks garniert, die in dieser Form eher selten auftauchen. Im Vordergrund steht dabei natürlich der tierische Freund jedes Charakters, der nicht nur über individuelle Fähigkeiten verfügt, sondern auch separat gesteuert wird und sogar über einen eigenen Willen verfügt. Im Spielverlauf könnt ihr zudem auch noch eine Drohne basteln und euch so einen weiteren Helfer an die Seite holen. Gepaart mit einem umfangreichen System zum Aufrüsten der Helden, Tiere und auch der Drohne, stehen euch so ziemlich viele Möglichkeiten der Weiterentwicklung offen. Am Ende einer Episode werdet ihr als Gruppe vor eine Wahl gestellt. Gemeinsam dürft ihr entscheiden, an welcher Stelle euer Abenteuer weitergeht. Daraus entsteht zwar kein Plot mit einer vielschichtigen Verzweigung, aber immerhin lassen sich pro Episode zwei verschiedene Äste der Geschichte verfolgen. EXO: Mankind ist sehr detailverliebt und bietet einige spannende Ideen. Wenn ihr ein wenig Zeit für die Einarbeitung des Spiels aufbringt, dürft ihr euch auf einen ungewöhnlichen Dungeon Crawler mit Endzeit-Atmosphäre freuen, der euch lange Zeit unterhalten wird.

Pros

Cons

+ vollkooperativer Dungeoncrawler  

- Regelheft mit Mängeln          

+ Endzeit-Szenario

- erfordert Einarbeitung  

+ tierische Begleiter 

+ Einsatz von Drohnen  

+ spannendes Aufrüstsystem 

+ Geschichte in zwei Ästen

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