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Explorers von Phil Walker-Harding erscheint über Ravensburger und kostet etwa 20€.

Explorers ist das neue „Flip & Write“-Spiel aus dem Hause Ravensburger

Explorers im Test: Das Familien-Brettspiel für Entdecker von Ravensburger

  • VonSebastian Hamers
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Phil Walker-Harding und der Ravensburger Verlag haben mit Explorers ein neues Familienspiel veröffentlicht, das auf Nachhaltigkeit setzt.

In den letzten Jahren hat es eine wahre Flut von Brettspielen gegeben, die in der Szene als „Roll & Write“-Spiele bezeichnet werden. Würfel werfen, Ergebnisse eintragen, Punkte sammeln. Nach diesem simplen Grundprinzip laufen die meisten Genrevertreter ab. Im Windschatten der „Roll & Write“-Spiele hat sich aber noch ein naher Verwandter etabliert: das „Flip & Write“. Statt Würfeln kommen hier Karten zum Einsatz, die aufgedeckt werden und so das Eintragen eines Ergebnisses erlauben. Zu diesen Vertretern gehört auch das Familienspiel Explorers, das vom Ravensburger Verlag pünktlich zur SPIEL in Essen veröffentlicht wurde.

Explorers mit variantenreichen Startbedingungen

Bei den meisten Roll/Flip & Writes handelt es sich um abstrakte Spiele, kommen also ohne thematischen Unterbau daher. Bei Explorers gibt es zumindest so etwas wie eine lose Rahmenhandlung. Laut der kurzen Einleitungsgeschichte habt ihr einen neuen Landstrich entdeckt, den ihr nun in einem Wettlauf untereinander erforschen wollt. Dazu müssen zunächst ein paar wenige Vorbereitungen getroffen werden. Vor Spielbeginn wird die Landschaft aus vier Plättchen mit jeweils 8x8 Feldern zusammengesteckt.

Explorers bietet einen variablen Spielaufbau. Jede Partie beginnt mit einer neuen Landschaft.

Die zu erforschende Umgebung gestaltet sich bei jedem Spiel immer wieder ein wenig anders. Zum einen lassen sich die Plättchen vor der Anordnung beliebig rotieren, zum anderen stehen euch pro Spieler acht Landschaftsplättchen zur Auswahl. Es gibt also genügend Raum für Variation. Anschließend müssen nur noch die acht Erkundungskarten bereitgestellt werden, dann kann das Abenteuer direkt beginnen. Ihr startet eure Erkundungstour im jeweils gleichen Startdorf auf der Karte. An dieser Stelle setzt ihr mit eurem wasserlöslichen Stift euer erstes Kreuz.

  • für 1-4 Spieler ab 8 Jahren
  • Spieldauer: 20 Minuten
  • Autor: Phil Walker-Harding
  • Verlag: Ravensburger
  • Preis: ca. 20€

Sammelleidenschaft in Explorers

Vor euch breitet sich nun eine neue Welt aus, die einiges zu bieten hat. Sie ist nicht nur reich an Nahrung, sondern birgt auch wertvolle Edelsteine und sogar geheimnisvolle Tempel mit unvorstellbaren Schätzen. Es liegt an euch, welche Bereiche der Karte ihr zuerst erkundet, um eine möglichst effektive Ausbeute zu erzielen. Leider ist es unmöglich, das gesamte Kartengebiet im Spielverlauf zu erschließen. In jedem Zug müsst ihr daher eine schwere Entscheidung fällen. Sammelt ihr den nahegelegenen Edelstein auf oder füllt ihr stattdessen lieber doch eure Fischreserven auf? Mit Fragen wie dieser werdet ihr euch in Explorers ständig herumschlagen.

Explorers wird durch Erkundungskarten gesteuert, die unterschiedliche Landschaften zeigen.

Dabei bewegt ihr euch im Wesentlichen über vier unterschiedliche Geländetypen: Wasser, Wüste, Wiese und Gebirge. Diese finden sich auch auf den acht Erkundungskarten wieder, mit denen ihr euch im Spielverlauf über die Karte bewegen könnt. Als aktiver Spieler zieht ihr die oberste Karte vom Stapel und deckt sie vor euch aus. Jede Erkundungskarte zeigt zwei Abschnitte mit jeweils einem Geländetyp. Jetzt müsst ihr euch für ein Gelände entscheiden. Ihr dürft auf der gewählten Geländeart nun drei Felder mit einem Kreuz markieren. Diese Felder gelten ab sofort als erkundet. Von ihnen ausgehend lassen sich in den Folgerunden weitere Kreuze setzen, so dass die Möglichkeiten im Spielverlauf immer größer werden.

Bei Explorers gibt es keine langen Wartezeiten

Die Mitspieler müssen allerdings ebenfalls nicht untätig zusehen, sondern fällen ebenfalls eine Entscheidung. Fällt die Wahl auf den gleichen Geländetypen, dürfen sie nur zwei Kreuze auf ihrer Karte setzen. Wird die andere Seite der Erkundungskarte gewählt, sind es hingegen wieder die vollen drei Kreuze. Schnell die Kreuze setzen, dann ist auch schon der nächste Spieler an der Reihe. Nach wenigen Minuten ist der gesamte Stapel aufgebraucht und die erste Runde beendet. In der Zwischenzeit habt ihr hoffentlich dann den ein oder anderen Gegenstand eingesammelt, der euch ein paar Siegpunkte einbringt.

Durch das Setzen von Kreuzen arbeitet ihr euch in Explorers schrittweise voran.

Lohnenswerte Ziele sind auf jeden Fall die vier Tempel, die sich über den Landstrich verteilt haben. Bis zu zwölf Punkte lassen sich erzielen, wenn ihr dort ein Kreuz setzt. Bei den Tempeln kommt es allerdings auf Schnelligkeit an. Je später ihr sie erreicht, desto weniger Punkte fallen noch für euch ab. Bevor ihr euch auf den Weg zu einem Tempel begebt, solltet ihr allerdings noch einen Schlüssel einkassieren. Diese finden sich ebenfalls kreuz und quer über die Karte verstreut. Jeder Schüssel lässt sich zudem natürlich nur einmalig verwenden.

Edelsteine und Nahrungsmittel sind Punktegaranten in Explorers

Um einen Tempel zu entdecken bedarf es also schon einem gewissen Aufwand. Daher könnte es sich ebenso lohnen, auf Proviantsuche zu gehen. Die neue Welt bietet alles, was für eine ausgewogene Ernährung von Bedeutung ist. Für jedes aufgelesene Nahrungsmittel werden am Ende einer jeden Runde Punkte vergeben. Je vielfältiger der Essensplan zusammengestellt wurde, desto mehr Siegpunkte werde auf das Konto gespült. Nach Ablauf der Runde beginnt die Suche nach Nahrung allerdings wieder von vorne, da alle Vorräte aufgebraucht werden.

In Explorers könnt ihr nicht die gesamte Karte abgrasen, müsst also für Runde für Runde Abwägungen treffen.

Damit stehen die Nahrungsmittel im Gegensatz zu den Edelsteinen. Diamonds are forever! Jeder Edelstein ist am Rundenende einen Punkt wert. Allerdings bleibt euch jeder Stein bis zum Spielende erhalten und wird in Folgerunden erneut gewertet. Sammelt ihr also in der ersten Spielrunde einen Edelstein ein, bringt euch dieser auch in der zweiten, dritten und vierten Runde noch Punkte ein. Weitere Punkte gibt es zudem, wenn ihr die Wege zu neuen Dörfern erschließt. Jedes angekreuzte Feld, das sich benachbart zu einem Dorf befindet, erhöht euren Punktestand erneut. Die Belohnung erhaltet ihr allerdings nur einmal und erst am Ende des Spiels.

Explorers mit motivierenden Doppelzügen

Viele Symbole auf der Karte dienen somit als Punktelieferanten. Die Landkarte, die ebenfalls regelmäßig auf den Plättchen zu sehen ist, gehört jedoch nicht dazu. Diese gewährt euch vielmehr einen gehörigen Vorsprung bei der weiteren Entdeckung der Landschaft. Eine eingesammelte Karte lässt sich einmalig verwenden, um vier Felder auf einem Geländetyp der Wahl anzukreuzen. Auf diese Art könnt ihr praktisch einen Extrazug durchführen, der euch möglicherweise wieder andere Fundstücke freischaltet. Eine ähnliche Aktion kann durchgeführt werden, wenn ihr bei euren Erkundungen auf ein Pferd stoßt. Das Pferd gibt euch direkt und einmalig einen Bonus von einem zusätzlichen Feld, das ihr auf einem beliebigen Geländetyp verwenden dürft.

Ihr habt Explorers schon mehrfach gespielt? Dann ergänzt das Spiel einfach durch die Auftragsplättchen, um die Komplexität zu erhöhen.

Insgesamt wird Explorers über vier Runden gespielt. Pro Runde kommen sieben Erkundungskarten zum Einsatz, habt unter dem Strich also nur 28 Aktionen, um die neue Welt zu entdecken. Das reicht bei Weitem nicht aus, um die gesamte Landschaft zu erkunden. Ihr müsst also in jedem Fall Abstriche machen und das beste aus den gegebenen Möglichkeiten herausholen. Dafür ist eine Partie auch im Rutsch vorbei, mehr als zwanzig Minuten Spieldauer habt ihr nur selten auf der Uhr. Explorers von Phil Walker-Harding erscheint über den Ravensburger Verlag und ist für ein bis vier Spieler ab acht Jahren geeignet. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von etwa 20€ im Handel.

Fazit: Die ingame-Forscher haben für Explorers diese Testwertung entdeckt

Die ingame-Erforscher haben für Explorers diese Testwertung entdeckt.

Explorers muss man einfach mögen. Das Spiel packt viele liebgewonnene Mechaniken an und verpackt sie auf eine sehr zugängliche Art. Im Vordergrund steht dabei natürlich der Sammeltrieb, der Menschen im Allgemeinen und Spielern im Speziellen, besonders anspricht. Hier eine Karotte, da ein Edelsteinchen und…oh… da liegt ja noch so ein schöner goldener Schlüssel… Explorers lockt mit vielen Anreizen und arbeitet dabei geschickt mit einer Limitation der Aktionsmöglichkeiten. Natürlich lassen sich längst nicht alle Gegenstände auf der Karte einsammeln. Deshalb steht ihr in jedem Zug wieder vor einer neuen Abwägung. Edelstein oder Karotte? Schlüssel oder Landkarte? Doch egal, wie die Entscheidung letztlich ausfällt, richtig schlechte Züge gibt es in Explorers kaum. Fast in jedem Zug lässt sich das ein oder andere Gimmick einsammeln, so dass man sich ständig belohnt fühlt. Das motiviert und führt fast zwangsweise zu einer zweiten Partie. Glücklicherweise kann der Spielaufbau ziemlich variabel gestaltet werden. Kaum eine Landschaft sieht aus wie die andere. Als kleiner Extra-Anreiz kann außerdem die Art der Punktevergabe noch etwas modifiziert werden. Wer es gerne noch etwas komplexer haben möchte, darf alternativ noch die Auftragsplättchen hinzunehmen, bei der Punkte abhängig von bestimmten Situationen im Spiel vergeben werden. Ein anspruchsvolles Expertenspiel entsteht durch diesen Zusatz natürlich dennoch nicht. Explorers ist ein zugängliches Familienspiel mit variablem Aufbau, geringen Wartezeiten und einem sehr gut funktionierenden Belohnungssystem. Die Erkundungstour hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt.

ProCon
+ nachhaltiges Spielmaterial- optisch eher schlicht
+ geringe Wartezeiten auf den eigenen Zug
+ einfache Regeln
+ modularer Spielaufbau sorgt für Abwechslung

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