Fallout Shelter: Das Brettspiel erscheint über Asmodee und kostet etwa 35-40€.
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Fallout Shelter: Das Brettspiel erscheint über Asmodee und kostet etwa 35-40€.

Vault-Lebenssimulation als Brettspiel

Fallout Shelter - Das Brettspiel im Test: Vom Handy auf den Spieletisch

  • vonSebastian Hamers
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Der Aufseher ist tot. Es lebe der Aufseher. Sammelt die meisten Zufriedenheitspunkte bei den Bewohnern und werdet so zum neuen Anführer des Bunkers.

Die Marke Fallout steht bei vielen Videospielern für nahezu unendliche offen Welten, eine anspruchsvolle Charaktererstellung sowie tiefgründige Geschichten, die einen ganz tief in die Welt des postapokalyptischen Settings eintauchen lassen. Fallout hat aber auch noch eine andere Seite. Bereits mit Fallout Tactics erhielt das Spiel einen deutlich strategischeren Anstrich, während sich Fallout Shelter voll und ganz auf taktische Spielelemente konzentrierte. Dank der unkomplizierten Steuerung ließ sich ein Fallout auch erstmals auf Smartphones und Tablets spielen, wo der Ableger der Reihe seinen Siegeszug antrat. Der Erfolg von Fallout Shelter führte nun sogar zu einer analogen Umsetzung. Mit Fallout Shelter: Das Brettspiel dürft ihr euch jetzt auch am Spieltisch als Aufseher eines Vaults versuchen.

Wer sich bereits ein wenig mit dem digitalen Fallout Shelter beschäftigt hat, wird sich mit dem gleichnamigen Brettspiel schnell heimisch fühlen. Womit wir auch gleich beim Thema wären, denn bei Fallout Shelter müsst ihr den unterirdischen Bunker so einrichten, dass die Bewohner ihren Vault gerne aus ihr zu Hause bezeichnen. Leider hat die Wohlfühlatmosphäre jüngst schweren Schaden genommen. Der Aufseher des Vaults hat das Zeitliche gesegnet. Um die vakante Stelle bewerben sich bis zu vier aufstrebende Vault-Bewohner, die in diesem Spiel um die Zufriedenheit ihrer Mitbürger buhlen.

Aufseher werden in Fallout Shelter: Das Brettspiel

Um die Zufriedenheit der Einwohner dreht sich alles in Fallout Shelter. Am Ende wird der Spieler zum neuen Aufseher ernannt, der die meisten Zufriedenheitspunkte gesammelt hat. Alle anderen Ressourcen sind entsprechend nur Mittel zum Zweck. Ohne Energie, Nahrung und Wasser läuft im Vault natürlich nicht sonderlich viel. Als potentieller Aufseher ist es euer Job, dafür zu sorgen, dass es den Bürgern an nichts fehlt. Da sich die Bedürfnisse aber nicht allein durch Luft und Liebe stillen lassen, müsst ihr den Vault stetig ausbauen. Neue Räume im Bunker helfen euch dabei, eure Mitbürger mit dem Nötigsten zu versorgen.

Vom Ödland geht es rein in den Vault. Doch auch in den Außenbezirken des Bunkers lassen sich noch ein paar wichtige Jobs erledigen.

Bei Spielbeginn sieht der Vault noch ziemlich kärglich aus. Er besteht lediglich aus einer Ebene, dem Erdgeschoss. Das zentrale Element des Bunkers ist der Aufzug. Er steht in der Mitte des Aufbaus und führt die Bewohner zu den unteren Stockwerken, die zunächst aber noch leergefegt sind. Deshalb müsst ihr euch vorerst mit den Möglichkeiten beschäftigen, die euch das Erdgeschoss bietet.

Vom Ödland in die Vault mit Fallout Shelter: Das Brettspiel

Auf der linken Seite des Aufzugs liegen bei Spielbeginn bereits drei Karten aus. Das Ödland, die Vault-Tür und der Vault-Eingang bieten euch erste Möglichkeiten, um Ressourcen zu generieren. Rechts vom Aufzug befinden sich ebenfalls drei Karten. Hier geht es schon in das Innere des Bunkers. Ihr findet dort eine Wasserbehandlung, ein Diner und auch ein Generator ist bereits vorhanden. Ein wenig Vorarbeit hat der ehemalige Aufseher dann also doch schon geleistet. In weiteren Spielverlauf gilt es nun, die unteren Etagen des Vaults zu füllen.

Mit den passenden Ausrüstungsgegenständen lebt es sich im Vault gleich viel entspannter.

Beim Ausbau gibt es strenge Vorgaben. Auf jeder Seite des Aufzugs können nur jeweils drei Raumkarten angelegt werden. Ihr müsst also klug wählen, welche Räume dem Vault die meisten Vorteile verschaffen. Die besten Räumlichkeiten sind dennoch wertlos, wenn sie von den Bewohnern nicht genutzt werden. Genau wie beim digitalen Vorbild müsst ihr einzelne Bürger einem Raum zuordnen. Erst dann kann die Aktion des Raums genutzt werden. Viele Orte sind dazu geeignet, um Ressourcen zu produzieren. Setzt ihr einen Bewohner im Diner ein, kann dieser Nahrung für euch herstellen. Ein Ausflug in die Außenwelt kann sich allerdings auch rentieren. Dort könnt ihr nicht nur weitere Bewohner für den Vault rekrutieren, sondern findet auch so manchen hilfreichen Ausrüstungsgegenstand.

Fallout Shelter: Das Brettspiel fordert kluges Ressourcenmanagement

Bewohner kann man als Vault-Aufseher natürlich nie genug haben. Bis zu sieben Rekruten kann jeder Spieler sammeln, um sie gewinnbringend für sich einzusetzen. Jeder Raum verfügt über zwei Arbeitsplätze. Sind beide Plätze belegt, kann kein weiterer Arbeiter dort hingeschickt werden. Im Rundenverlauf weist ihr abwechselnd die Bewohner zu. Ihr müsst also abwägen, welche Ressourcen ihr in dieser Runde am dringlichsten benötigt. Denn wenn weg, dann weg.

Wo steigert man die Zufriedenheit seiner Bewohner am besten? Ganz klar, in der Spielhalle natürlich!

Gesammelte Ressourcen lassen sich verwenden, um neue Räume zu bauen. In Fallout Shelter gibt es eine offene Auslage, die aus drei Raumkarten besteht. Schickt ihr einen Bewohner aus, um einen neuen Raum anzulegen, wählt ihr eine beliebige Karte aus dieser Auslage und legt sie in eurer eigenen Etage an. Je nach gewähltem Raum sind die Baukosten aber nicht ganz billig. Bis zu fünf Ressourcen werden fällig, wenn ihr den Bunker um eine neue Option ergänzen möchtet.

SPECIAL-System bei Fallout Shelter: Das Brettspiel

Die Nutzung des Raums ist euch allerdings nicht alleine vorbehalten. Die anderen Aufseher-Anwärter können ihre Bewohner jederzeit auf alle Stockwerke im Vault aussenden. Stellt sich ein fremder Bewohner auf einen eurer Räume, springt aber immerhin ein kleiner Bonus für euch heraus. Ihr dürft euch eine Ressource eurer Wahl aus dem allgemeinen Vorrat nehmen. Ein kleines Zusatzeinkommen ist doch immer gerne gesehen.

Die Ressourcen lassen sich komfortabel auf dem eigenen Spielertableau verwalten.

Beim Zuweisen von Bewohnern lohnt es sich zudem auch, einen Blick auf seine Fähigkeiten zu werfen. Fallout Shelter verfügt über ein rudimentäres Charaktersystem, bei dem die bekannten SPECIAL-Attribute zum Einsatz kommen. Bestimmte Räume erlauben es euch, einen Bewohner zu trainieren. Dieser erwirbt in einem bestimmten Attribut dann einen Bonus. Im Forschungslabor etwa kann ein Arbeiter einen Intelligenz-Boost erhalten. Setzt ihr den superintelligenten Bewohner jetzt am richtigen Ort ein, arbeitet er doppelt so effektiv und ihr erhaltet jedes Einkommen zweifach. Leider sind seine Superkräfte nur temporär wirksam. Nach einer Runde wird aus dem Professor wieder ein normaler Arbeiter.

Bei Fallout Shelter: Das Brettspiel drohen Gefahren aus dem Ödland

Auf diese Weise rekrutiert ihr neue Bewohner, sammelt fleißig Ressourcen und baut den Vault stetig weiter aus. Dennoch ist bei Fallout Shelter nicht alles eitel Sonnenschein. In jeder Runde durchstreifen wilde Kreaturen und gierige Plünderer das Ödland, die es auf euren Vault abgesehen haben. Sie stürmen regelmäßig in den Bunker und besetzen nach dem Zufallsprinzip einzelne Arbeitsplätze. Diese sind ab sofort für alle Bewohner blockiert.

Mit einer ordentlichen Bewaffnung heizt ihr auch den dicksten Monstern ein.

Ihr müsst also zu den Waffen greifen, wenn ihr wieder Herr im eigenen Hause werden wollt. Dazu wird einfach nur ein Bewohner an den Ort der Gefahr geschickt und der Kampf kann beginnen. Die Kämpfe werden ganz simpel abgewickelt. Ihr werft mit zwei sechsseitigen Würfeln. Ist das Ergebnis mindestens so hoch wie die Kampfstärke des Monsters, habt ihr das Biest glorreich vernichtet. Als kleine Belohnung springt sogar noch eine Ressource oder ein Gegenstand für euch heraus. Manchmal erhöht das Besiegen eines Gegners sogar die Zufriedenheit der Vault-Bewohner.

Viele bekannte Figuren bei Fallout Shelter: Das Brettspiel

Viele Angreifer werden euch aus den Fallout-Spielen sicher bekannt vorkommen. Die RAD-Kakerlaken geben ebenso ein Stelldichein wie die Maulwurfsratten und die Ödland-Raider. Ein Angriff auf die Invasoren kann zwar lukrativ sein, birgt aber auch einige Gefahren. Habt ihr den Angriff versemmelt, stirbt der Bewohner zwar nicht den Heldentod, gilt aber ab sofort als verletzt und kann nicht direkt wieder an die Arbeit geschickt werden. Angeschlagene Bewohner müssen erst wieder in die Krankenstation oder eine andere passende Räumlichkeit geschickt werden, um die Gesundheit wiederherzustellen.

Letztlich dreht sich alles um die Zufriedenheit eurer Vault-Bewohner. Wer die meisten Zufriedenheitspunkte sammelt, wird der neue Aufseher des Bunkers.

Einige Kreaturen sind wirklich ziemlich harte Nüsse. Da kann eine ordentliche 10mm-Pistole oder ein Lasergewehr sicher weiterhelfen, um dicken Brocken wie der Todeskralle das Licht auszupusten. Gegenstände wie diese könnt ihr beispielsweise direkt aus dem Ödland plündern oder aber in einigen Räumen wie etwa der Waffenwerkstatt produzieren. Bei all den schönen Gadgets und Räumen, solltet ihr aber euer eigentliches Ziel nie aus den Augen verlieren: die Zufriedenheit der Bewohner. Besiegte Kreaturen können zum Wohlbefinden der Bürger beitragen, genauso wie das Nutzen bestimmter Räume. Ein gut ausgebauter Sportraum oder ein gefülltes Waffenlager sind Balsam für die Seelen eurer Vault-Bewohner.

Zufriedene Bewohner in Fallout Shelter: Das Brettspiel

Die Partie endet, sobald ein Spieler den sechsten Raum in sein eigenes Stockwerk gelegt hat oder wenn der Stapel mit den Gefahrenkarten aufgebraucht wurde. Wenn ihr jetzt die meisten Zufriedenheitspunkte aller Spieler gesammelt habt, werdet ihr zum neuen Aufseher des Vault ernannt und habt das Spiel gewonnen. Je nach Zahl der Mitspieler sind bis dahin zwischen 60 und 90 Minuten vergangen.

Fallout Shelter: Das Brettspiel erscheint über Asmodee und kostet etwa 35-40€.

Fallout Shelter: Das Brettspiel ist für zwei bis vier Spieler ab vierzehn Jahren geeignet. Das Spiel kommt über Asmodee in den Handel und kostet etwa 35-40€.

Fazit: Die Bewohner des ingame-Vaults geben Fallout Shelter: Das Brettspiel diese Testwertung

Fallout Shelter: Das Brtetspiel im Test – So gut wie das Original von Bethesda?

Wird ein neues Fallout-Spiel veröffentlicht, sind die Erwartungen bei den Spielern riesig. Auch deshalb hat die Marke Fallout in der letzten Zeit etwas Schaden genommen. Weder der Online-Ableger Fallout 76 noch der Spiele-Quickie Fallout Shelter konnte bei den beinharten Serienfans sonderlich punkten. Über diese Erwartungen könnte auch die Brettspiel-Variante von Fallout Shelter stolpern. Wer sich tiefgründige Geschichten, endlose Weiten zur Erkundung und packende Kämpfe im Ödland wünscht, der wird von Fallout Shelter enttäuscht. Diese Vorstellungen erfüllt das Fallout-Brettspiel, insbesondere in Kombination mit der Neu-Kalifornien-Erweiterung, deutlich besser. Fallout Shelter besticht hingegen durch seine hohe Zugänglichkeit, hat aber auch in taktischer Hinsicht einiges zu bieten. Ihr müsst eure Arbeiter geschickt einsetzen, um euch Ressourcen zu erarbeiten. Diese werden direkt wieder reinvestiert in neue Räume, mit denen sich letztlich die Zufriedenheit der Vault-Bewohner steigern lässt. Ein gutes Händchen beim Jonglieren mit den verschiedenen Ressourcen ist das A und O beim Fallout-Shelter-Brettspiel. Als schöner Bonus kommt natürlich auch noch das unwiderstehliche Fallout-Flair hinzu. Kenner der Fallout-Rollenspiele fühlen sich hier sofort zu Hause.

Pros

Cons

+ einfache Regeln

- wer ein vollwertiges Fallout erwartet, wird enttäuscht

+ taktisches Einsetzen von Arbeitern

+ gutes Spielmaterial

+ tolle Verpackung im Metallkoffer

+ hat das typische Fallout-Flair

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