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5-Minute-Mystery erscheint über Gamefactory und kostet 25-30€.

Auf 5-Minute-Dungeon folgt 5-Minute-Mystery

5-Minute-Mystery im Test: Der Brettspiel-Snack für Detektive

  • VonSebastian Hamers
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Deduktionsspiel in fünf Minuten? Kein Problem für 5-Minute-Mystery! Könnt ihr den Übeltäter mit kluger Deduktionsarbeit vor Ablauf der Zeit ermitteln?

In der Videospielindustrie kommt der Markenpflege eine immense Bedeutung zu. Gefühlt kommt kaum ein Spiel noch ohne eine Zahl im Titel aus. Tomb Raider, Call of Duty, FIFA, Final Fantasy… die Liste ließe sich fast beliebig verlängern. Alle diese Spiele können auf eine langjährige Tradition zurückblicken. Im Vergleich dazu behandeln die Brettspielverlage ihre Produkte in diesem Punkt noch ziemlich stiefmütterlich. Ein großer Teil der Neuerscheinungen gehört eben keiner großen Serie an, sondern steht als Einzeltitel für sich selbst. Da ist das brandneue 5-Minute-Mystery schon fast eine echte Ausnahme. Das Spiel nimmt sowohl spielerisch als auch optisch viele Elemente des direkten Vorgängers 5-Minute-Dungeon auf. Nur der zuständige Verlag hat sich inzwischen geändert. Erschien die Dungeon-Hatz noch unter dem Banner von Kosmos, zeigt sich nun Gamefactory für den Vertrieb der Herbstneuheit verantwortlich.

Amüsante Hektik bei 5-Minute-Mystery

Das herausstechende Merkmal, eine Partie in kürzester Zeit zu absolvieren, findet auch bei 5-Minute-Mystery wieder Verwendung. Statt Monster unter Zeitdruck zu vermöbeln, sollt ihr diesmal allerdings einen kniffligen Kriminalfall zu lösen. Es ist nicht mehr eure Muskelkraft gefordert, eure grauen Zellen dafür umso mehr. Die begleitende Story lässt sich schnell abhaken. Der Kurator des allumfassenden Museums hat euch zu Rate gezogen, da ihm ein besonders wertvolles Kunstobjekt gestohlen wurde. Eure Mission liegt darin, den Übeltäter zu fassen und das Kunstwerk wieder dem Museum zu übergeben.

Wer ist bei 5-Minute-Mystery diesmal der Übeltäter?

In 5-Minute-Mystery geht ihr dabei kooperativ an die Arbeit. Als kleiner thematischer Einstieg wird zunächst eine Karte mit einem Fall gezogen. Insgesamt liegen dem Spiel sechzehn unterschiedliche Fälle bei, die euch immer wieder vor leicht veränderte Ausgangssituationen setzen. So müsst ihr mitunter vielleicht sogar mal mehrere Übeltäter ausfindig machen oder aber das 5-Minuten-Zeitkontigent wird etwas modifiziert. Der wesentliche Spielablauf ist allerdings immer identisch.

  • für 1-4 Spieler ab 8 Jahren
  • Spieldauer: 15 Minuten
  • Autor: Connor Reid
  • Verlag: Gamefactory
  • Preis: 25-30€

5-Minute-Mystery groß in Szene gesetzt

Bevor ihr euch an die Detektivarbeit begebt, wird nach dem Zufallsprinzip ein Übeltäter ermittelt. Dabei handelt es sich um ein Plättchen, das ihr verdeckt auf dem Spieltisch auslegt. Im Spielverlauf müsst ihr nun Hinweise sammeln, um den Täter eindeutig zu identifizieren. Ihr startet den Timer und springt ihr direkt an den Tatort. Ihr zieht eine zufällige Szenenkarte vom Stapel und schaut euch diese genau an. Ihr seid auf der Suche nach insgesamt fünf Symbolen. Quadrat, Dreieck, Kreis, Kreuz und Stern sollten irgendwo in der aktuellen Szene zu finden sein.

Gleich mehrere übergroße Szenenkarten kommen pro Partie 5-Minute-Mystery zum Einsatz.

Teilweise sind die Symbole wirklich sehr gut versteckt, so dass ihr schon ganz genau hingucken müsst. Das Absuchen wird zusätzlich erschwert, da die Zeichen immer in leicht abgewandelten Formen vorliegen. Manchmal besitzt ein Symbol noch eine kleine Verzierung, wird von einem äußeren Kreis eingeschlossen oder hat andere Abweichungen vom Standardtyp. Ihr seid euch sicher, die fünf Symbole entdeckt zu haben? Dann stellt diese in der korrekten Variation auf dem Decoder ein und prüft anschließend, ob ihr die Zeichen korrekt ermittelt habt. Dazu dreht ihr einfach die aktuelle Szenenkarte herum, wo euch die Lösung angezeigt wird.

In 5-Minute-Mystery tickt die Uhr unerbittlich runter

Denkt daran, dass die Uhr im Hintergrund unerbittlich weiterläuft. Allzu große Hektik ist in 5-Minute-Mystery jedoch fehl am Platz. Wenn euch beim Einstellen des Decoders ein Fehler unterlaufen ist, zieht ihr direkt eine neue Szenenkarte und beginnt die Suche erneut. Nur die Eingabe des richtigen Codes erlaubt euch das Ziehen eines Hinweisplättchens, das euch hoffentlich schon bald auf die Fährte des Übeltäters lockt.

5-Minute-Mystery wird mit einem wertigen Decoder ausgeliefert, den man gerne in die Hand nimmt.

Wenn ihr einen Hinweis erhaltet, dreht ihr das Plättchen herum und platziert es direkt neben dem Übeltäterplättchen. Die Hinweise liegen in vier Kategorien vor, die alle einer Farbe zugeteilt sind. Die Farbe gibt an, an welcher der vier Seiten des Übeltäters ihr den Hinweis anlegen müsst. Sowohl die Hinweise als auch die Übeltäter verfügen seitlich über einen Farbcode, den ihr nun abgleicht. Stimmt der Code überein, dann verfügt die gesuchte Person über das gezeigte Merkmal.

Deduktionsarbeit in 5-Minute-Mystery

Zeigt das Hinweisplättchen etwa eine Brille, dann können jetzt alle Verdächtigen ausgeschlossen werden, die nicht mit diesem Accessoire ausgestattet sind. Dazu nehmt ihr den Stapel mit den 28 Verdächtigen-Karten zur Hand und sortiert nun die ersten Karten aus. Am Ende wird hoffentlich nur noch ein Verdächtiger übrigbleiben: der Übeltäter! Bei der Suche hilft euch eigentlich jeder Hinweis weiter. Selbst wenn der Farbcode nicht stimmig ist, könnt ihr den Kreis der Verdächtigen ein wenig einengen. Nach dem Ausschlussverfahren kommt ihr dem Täter recht bald auf die Spur.

Die Farbcodes auf den 5-Minute-Mystery-Plättchen passen zusammen. Der Übeltäter trägt also ein Paar weiße Handschuhe mit sich herum.

Euer größter Feind in 5-Minute-Mystery ist somit die tickende Uhr. Je nach gewähltem Fall müsst ihr bei den Ermittlungen schon mächtig auf die Tube drücken. Die ersten fünf Fälle sind noch zum Aufwärmen gedacht, im Stapel mit den Fallakten befinden sich allerdings auch ein paar deutlich kniffligere Missionen. Da ein Spiel nur wenige Minuten dauert, empfiehlt es sich natürlich gleich eine Reihe von Aufträgen in Folge abzuhandeln. Das Regelwerk bietet dazu hilfreiche Vorschläge für die Gestaltung einer kleinen Kriminalreihe. Ebenso findet ihr ein paar kleine Regelveränderungen für den Solo-Modus, der fast ebenso viel Freude bereitet wie das kooperative Spiel.

5-Minute-Mystery ist für ein bis vier Spieler ab acht Jahren geeignet. Das Spiel erscheint über Gamefactory im deutschsprachigen Handel und ist ab sofort zum Preis von etwa 25-30€ zu haben.

Fazit: Das knackig-kurze Deduktionsabenteuer 5-Minute-Mystery verdient sich diese investigative ingame-Testwertung

5-Minute-Mystery hat sich diese investigative ingame-Wertung verdient.

Das brandneue 5-Minute-Mystery siedelt sich zwar im Universum von 5-Minute-Dungeon an, bietet aber ein komplett anderes Spielerlebnis. Die bunte Comicoptik sowie der Zeitdruck sind als tragende Spielelemente erhalten geblieben, doch sonst hat das Deduktionsspiel nicht mehr viel mit seinem Vorgänger gemein. Als leicht zugängliches Detektivabenteuer macht 5-Minute-Mystery einen guten Job. Die Regeln hat jeder sofort verstanden und noch bevor man sich versieht, ist das Rätselraten auch schon wieder vorbei. Die Gamefactory-Herbstneuheit ist auf jeden Fall ein echter Spiele-Quickie. Deshalb ist es auch gut zu verschmerzen, dass die Spielmechanik ziemlich repetitiv ist. Symbole suchen – Dekodierer einstellen – Hinweis auslegen – Verdächtige aussortieren. Dann wiederholt sich die Prozedur solange bis ihr den Übeltäter klar identifiziert habt… oder bis die Zeit abgelaufen ist. Mir hat die schnelle Knobelei viel Freude bereitet, zumal sie auch mit jüngeren Spielern sehr gut funktioniert. Doch auch erwachsene Spieler lassen sich gerne zu der einen oder anderen Partie 5-Minute-Mystery bewegen. Als flotter Spielesnack ist das Deduktionsspiel eine gute Wahl. Ein echtes Plus ist zudem das wirklich sehr schöne Spielmaterial, das einen hohen Aufforderungscharakter besitzt. Dazu zählt nicht nur der schicke Comiclook, sondern vor allem auch der wertige Decoder, den man einfach gerne in die Hand nimmt und mit ihm herumspielt. Deshalb geht auch der Preis von 25-30€, eigentlich ein stolzer Betrag für einen Spiele-Quickie, voll in Ordnung.

ProCon
+ leicht erlernbares Deduktionsspiel- mechanisch eher repetitiv
+ mit schön gestalteter Timer-App für iOS und Android- weniger geeignet als abendfüllende Unterhaltung
+ auch alleine spielbar
+ kooperative Spielweise
+ wertiger Decoder

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