Fringers von Abacusspiele ist ab sofort für 20-25€ im Handel zu finden.
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Fringers von Abacusspiele ist ab sofort für 20-25€ im Handel zu finden.

Mehr als eine Fingerübung

Fringers im Test: Teambuilding als Partyspiel

  • vonSebastian Hamers
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Mit seinem kooperativen Ansatz taugt Fringers als teambildende Maßnahme. Die leichten Regeln und der actionreiche Ablauf machen das Spiel zudem zum Partyknaller.

Auf der Spielwarenmesse, die zu Jahresbeginn in Nürnberg tagte, stellte Abacussspiele mit viel Begeisterung das neue Partyspiel Fringers vor. Kurz nach der Messe wurde die Welt, wie wir sie kennen, durch den Corona-Virus vollkommen auf den Kopf gestellt. Ein Spiel bei dem sich viele Menschen auf engem Raum versammeln, das gleiche Material verwenden und sich sogar noch gegenseitig anfassen müssen, scheint wohl leider nicht den Puls der Zeit getroffen zu haben. Hinzu kamen noch einige Verzögerungen bei der Produktion, der die Veröffentlichung weiter hinauszögerte. Der Start von Fringers stand unter keinem guten Stern. Pünktlich zu den Lockerungsmaßnahmen der Regierung hat es nun das Spiel aber auch endlich in die Regale der Händler geschafft. Ende gut, alles gut?

Als kooperatives Spiel appelliert Fringers an die Teamfähigkeit der Spieler. Eure Koordinationsfähigkeit ist dabei ebenso gefragt, wie eine gute Absprache untereinander. Häufiges Problem kooperativer Spiele: ein dominanter Spieler, in Fachkreisen auch Alphaspieler genannt, gibt den Ton an und bestimmt somit stark die Vorgehensweise der Gruppe. In Fringers bleibt das Alphatierchen brav in seiner Hütte. Insbesondere bei einer höheren Spielerzahl dürfte selbst der dominanteste Alphaspieler mit seinem ausgeprägten Kontrollbedürfnis überfordert sein.

Fringers als teambildende Maßnahme

Die Wortneuschöpfung Fringers deutet es schon an. Im Mittelpunkt des Spiels stehen die Finger der Mitspieler, sowie die insgesamt 61 Plastikringe, die sich bei Spielbeginn in einem großen Stoffbeutel befinden. Jeder Spieler fischt nach dem Zufallsprinzip ungefähr fünf Ringe heraus, die auf den Fingern der rechten Hand zwischengeparkt werden. Die Ringe sind in den Farben rot, gelb, türkis, violett und schwarz vorhanden. Eure Aufgabe besteht darin, die Ringe auf den Fingern nach einer bestimmten Vorgabe zu sortieren.

Fringers besteht zum überwiegenden Teilen aus bunten Plastikringen.

Dabei seid ihr allerdings auf die Hilfe eure Mitspieler angewiesen. Ihr dürft die Ringe an der eigenen Hand zwar entfernen, sie aber nicht einfach wieder auf einen anderen Finger stecken. Vielmehr platziert ihr die Ringe an der Hand des linken Sitznachbarn. Auf diese Weise rotieren die bunten Plastikringe munter durch die Runde, bis zum Schluss hoffentlich jeder Ring am richtigen Platz sitzt. Ihr solltet dabei allerdings nicht zu sehr trödeln, denn die Zeit drängt.

Fringers setzt euch unter Zeitdruck

Dem Spiel liegt eine Sanduhr bei, die für einen Durchlauf etwa 30 Sekunden benötigt. Pro teilnehmendem Spieler darf der Sand nur einmal durchrauschen. Alternativ ließe sich natürlich auch einfach ein Timer auf dem Smartphone stellen. Doch dadurch verliert Fringers eine ganz spezielle Komponente. Ihr müsst die Uhr beim Spielen immer im Blick behalten. Sobald die Uhr komplett durchgelaufen ist, habt ihr die Partie sofort verloren. Ihr müsst die Uhr also immer zeitig wenden, um im Spiel zu bleiben. Somit stellt die Sanduhr einen zusätzlichen Stressfaktor dar.

Die Ringe müssen nach einer ganz konkreten Vorgabe auf den Fingern angeordnet werden.

Der Schwierigkeitsgrad von Fringers lässt sich ohnehin an vielen Stellenschrauben variieren. Für den Anfang empfiehlt sich die Verwendung der grünen Aufgabenkarten. Auf der Karte seht ihr immer eine Hand sowie die verschiedenfarbigen Ringe. Das Bild zeigt euch klar an, welcher Ring sich am Spielende auf welchem Finger befinden muss. Die grünen Aufgaben sind noch vergleichsweise leicht zu bewältigen. Auf jedem Finger soll sich genau ein Ring befinden. Bei den gelben Karten wird die Aufgabe schon etwas komplexer.

Anpassbarer Schwierigkeitsgrad bei Fringers

Jetzt bleiben plötzlich einige Finger frei, dafür müssen auf einigen Fingern nun gleich zwei Ringe gesteckt werden. Selbstverständlich soll dabei auf die Reihenfolge beachtet werden, in der ihr die Ringer auf die Finger schiebt. Bei den roten Aufgabenkarten wird es richtig schwer. Hier sind einige Finger komplett gesperrt. Auf gesperrten Fingern dürfen zu keiner Zeit Ringe zwischengelagert werden. Das macht das logistische Vorgehen doch gleich viel komplizierter. Hart, aber schaffbar!

Der Schwierigkeitsgrad kann durch die Verwendung anderer Aufgabenkarten angepasst werden.

Bei Fringers gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Schwierigkeit anzupassen. Im normalen Spiel bekommen alle Spieler die gleiche Aufgabe. Kniffliger wird es, wenn jeder eine individuelle Aufgabe erfüllen muss. Nur für echte Experten und frustresistente Spieler ist der höchste Schwierigkeitsgrad gedacht, bei dem sich alle Ringe am Spielende auf nur einem einzigen Finger befinden müssen. Wenn ihr mögt, könnt ihr die Herausforderung auch variieren, indem ihr die verfügbare Zeit abändert. Hier bietet Fringers also jede Menge Möglichkeiten.

Kreative Spielmodi für Fringers

Das Regelwerk von Fringers ruft dazu auf, eigene Spielideen zu implementieren. Ein paar erfrischende Vorschläge kommen aber auch von den Autoren selbst. Beispielsweise könnt ihr Fringers über mehrere Runden spielen. Hier könnt ihr alle Aufgabenkarten mischen und gleich mehrere Runden nacheinander spielen. Für grüne Aufgaben gibt es einen Punkt, gelbe und rote Karten bringen euch gleich zwei oder drei Punkte ein. Ihr habt das Spiel erst gewonnen, wenn ihr zehn Punkte erreicht habt.

Fringers von Abacusspiele ist ab sofort für 20-25€ im Handel zu finden.

Ein witziges Gimmick ist der Glitzerring. In der Spielvariante „Bling-Bling“ werft ihr den Ring bei Spielbeginn einfach mit in den Stoffbeutel. Als Besitzer des Glitzerring dürft ihr eure eigenen Ringe jetzt auch an den rechten Sitznachbarn weiterreichen. Gebt ihr den Glitzerring dabei mit ab, geht diese Superfähigkeit auf den neuen Besitzer über. Kreative Spieler finden sicherlich noch weitere Möglichkeiten, um Fringers weiter abzuwandeln. Der Verlag sammelt die besten Ideen auf der eigenen Homepage.

Fringers ist ein Partyspiel für drei bis zehn Personen ab acht Jahren. Eine Partie dauert nur wenige Minuten, selbst mit zehn Spielern wird die Marke von einer Viertelstunde kaum überschritten. Das Spiel ist über Abacusspiele erschienen und steht ab sofort beim Händler eures Vertrauens. Preislich müsst ihr mit 20-25€ rechnen.

Fazit: Fringers spielt sich kooperativ zu folgender Testwertung

Fringers im Test: Funktioniert die spielerische Teambuilding-Maßnahme?

Fringers trifft die Corona-Krise wohl leider besonders hart. Ein Brettspiel mit Körperkontakt hat es derzeit leider nicht ganz leicht, viele Fans zu finden. Dabei hat das Spiel so viel Potential. Ich könnte es mir wunderbar als teambildende Maßnahme in der Firma vorstellen. Schließlich sind kooperative Spiele eine gute Möglichkeit, die Zusammenarbeit im Team zu verbessern. Fringers ist hier besonders gut geeignet, da es mit seinen einfachen Regeln auch noch sehr zugänglich ist. Ach, und Spaß macht Fringers dann ja übrigens auch noch. Werfen wir den schnöden Effizienzgedanken über Bord, bleibt ein schnelles Partyspiel, das vor allem mit seinem hektischen und actiongeladenen Spielgefühl überzeugen kann. Durch seinen modulierbaren Schwierigkeitsgrad kann Fringers die Motivation über längere Zeit aufrechterhalten. Oftmals verlieren kooperative Spiele ihren Reiz, wenn man den Mechanismus erstmal geknackt und das Spiel bezwungen hat. Bei Fringers könnt ihr euch ganz langsam an den Expertenmodus herantasten und so viele Stunden Spaß mit dem Spiel haben. Viel Abwechslungsreichtum gibt es auch bei den Spielvarianten. Egal ob ihr eine Partie über mehrere Runden spielt oder ob der Bling-Bling-Modus zum Einsatz kommt, Fringers macht in allen Spielmodi sehr viel Spaß.

Pros

Cons

+ kooperative Spielweise

- mindestens 3 Spiele notwendig

+ fördert Teamzusammenhalt

- Spielen unter Zeitdruck

+ sehr zugänglich

+ auch für größere Gruppen geeignet

+ actionreicher Spielablauf

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