Harry Potter Ein Jahr in Hogwarts Verpackung Cover Topi Asmodee
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Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts ist nun endlich in der deutschen Ausgabe erhältlich. Das Spiel kostet 35-40€.

Deutsche Version von Harry Potter - Ein Jahr in Hogwarts endlich verfügbar

Harry Potter - Ein Jahr in Hogwarts im Test: Das Brettspiel für echte Potterheads

  • vonSebastian Hamers
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Ausgerüstet mit der offiziellen Film-Lizenz, steht nach langer Wartezeit nun endlich Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts im Handel.

  • für 1-8 Spieler ab 7 Jahren geeignet
  • offizielle Film-Lizenz
  • inkl. Solo-Modus
  • auch kooperativ spielbar

Kinofilme hatten schon immer das Potential, einen Hype auszulösen, der weit über das eigene Medium hinausgeht. In den 70er Jahren sorgte Star Wars für eine riesige Euphorie, im nächsten Jahrzehnt schlug der süße E.T. in die Herzen der Kinobesucher ein, während in den 90er Jahren ein regelrechter Kult um Jurassic Park entstand. Die Nuller-Jahre werden sicherlich als die Dekade des wohl bekanntesten Zauberlehrlings Harry Potter eingehen. Allen gemein ist, dass um die Marke herum jeder auch nur erdenkliche Krempel gekauft werden konnte. Der Merchandise-Wahnsinn reichte vom einfachen T-Shirt über lizensierte Süßigkeiten bis hin zum lebensgroßen Super-Starschnitt fürs Teenie-Zimmer. Lässt man den ganzen Ramsch einmal außen vor, kommen immerhin auch manchmal ein paar wirklich sinnvolle Dinge zutage: Spiele zum Beispiel. Im Fall von Harry Potter scheint der Nachschub von neuen Spielen selbst fast zehn Jahre nach der Premiere des letzten Films immer noch nicht abzureißen. Ganz frisch landete nun die deutsche Ausgabe von „Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts“ über Asmodee im Handel, das mit erstaunlich vielen Details der Film- und Buchreihe aufwarten kann. Bei so viel Liebe zum Detail kann ein Potterhead auch im Jahr 2021 nochmal richtig neugierig werden.

Schon der erste Blick auf das üppige Spielbrett lässt die Herzen eines echten Harry-Potter-Fans höherschlagen. Gezeigt wird nahezu das gesamte Gelände der legendären Zauberschule Hogwarts. Es handelt sich jedoch nicht um eine detailreiche Darstellung des Gemäuers, sondern eher um eine abstraktere Fassung. Kein Wunder, denn in „Ein Jahr in Hogwarts“ bewegen sich eure Spielfiguren auf der Karte des Rumtreibers. Ihr schlüpft in diesem Abenteuer in die Rollen vieler bekannter Helden. Insgesamt liegen dem Spiel neun doppelseitige Charakterbögen bei, jeder von ihnen wird einer Spielfigur zugewiesen, die über individuelle Stärken und Schwächen verfügt. Das Ziel ist für alle Spieler gleich. Gewinnt den alljährlichen Hauspokal und werdet zu einer Legende von Hogwarts.

Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts bietet viel Liebe zum Detail

Kenner der Bücher und Filme wissen um die Bedeutung des Hauspokals. Im Verlauf des Schuljahres geben die Schüler ihr Bestes, um Punkte für ihr Haus zu erringen. Das Haus mit den meisten Punkten wird zum Abschluss des Schuljahres mit dem prestigeträchtigen Hauspokal geehrt. Die hart umkämpften Punkte werden wiederum von den Lehrern und Vertrauensschülern an die Jungzauberer verteilt, wenn diese mit besonderen Leistungen hervorstechen. In „Ein Jahr in Hogwarts“ geht jeder Schüler in Eigenregie auf die Jagd nach Punkten. Möglichkeiten dazu finden sich reichlich.

In Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts durchstreift ihr die Zauberschule auf der Karte des Rumtreibers.

Ziemlich aussichtsreich ist etwa das Erfüllen einer Mission. Direkt bei Spielbeginn werdet ihr mit einigen Missionskarten ausgestattet, die euch ganz genaue Handlungsinstruktionen geben. Ihr müsst lediglich ein paar bestimmte Gegenstände in Hogwarts einsammeln und diese dann zu ihrem Zielort transportieren. Am Ende der Aufgabe wartet dann noch ein kleiner Missionskampf auf euch, in dem ihr eure Zauberkünste unter Beweis stellen müsst.

Das Ringen um den Hauspokal in Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts

Weitere Punkte lassen sich ergattern, wenn ihr eure schulischen Qualitäten beweisen könnt. Habt ihr für den Unterricht auch wirklich fleißig gelernt? Ein wenig Engagement beim Lernen ist bei den Lehrern immer gerne gesehen. Es kann also nicht schaden, wenn ihr ein paar Zauberbücher sammelt und diese in den passenden Klassenzimmern abgebt. Im Spiel findet ihr Klassenzimmern zu allen wichtigen Fächern: Zauberkunst, Verwandlung, Verteidigung gegen die dunklen Künste, Zaubertränke, Kräuterkunde und Pflege magischer Geschöpfe sind die gefragten Disziplinen auf einer Zauberschule.

Diese achte Charaktere sind in Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts spielbar.

Manchmal braucht es jedoch auch ein wenig Glück, um einen Lehrer nachhaltig zu beeindrucken, so dass er ein paar Punkte für den Hauspokal springen lässt. Einige Felder lösen eine Aktion aus, die unter Umständen euren Punktestand zum Positiven oder Negativen verändern lassen. Verlassen solltet ihr euch auf diese Ereignisse aber wohl besser nicht. Etwas planbarer sind da schon die Zusatzpunkte, die sich über den Sportunterricht auf der Zauberschule generieren lassen.

Ein Quidditch-Match gehört bei Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts einfach dazu

Auf Hogwarts regiert nicht König Fußball, die Zauberer stehen vielmehr auf ein zünftiges Quidditch-Match. Eine siegreiche Partie kann euch ebenfalls ein paar wertvolle Hauspunkte einbringen. Dem Spiel liegt ein kleineres separates Spielfeld bei, das euch in die Hogwarts-Arena entführt. Hier handelt ihr im Duell ein kleines Minispiel ab, bei dem es darum geht, als erster Spieler zwei Tore zu erzielen und anschließend den Schnatz zu entdecken.

Ein zünftiges Quidditch-Match darf in Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts nicht fehlen.

Die Regeln sind recht simpel, enthalten aber alle Elemente, die zu einem Quidditch-Spiel dazugehören. Sämtliche Positionen von Sucher über Treiber, Jäger bis hin zu Hüter haben Einzug in das Minispiel gefunden. Neben dem Quaffel kommen weiterhin auch die Klatscher und natürlich der siegbringende Schnatz zum Einsatz. Die Quidditch-Partie spielt sich ganz spaßig, reißt euch aber ein wenig aus dem Spielfluss heraus. Dennoch ist es schön zu sehen, dass auch dieses wichtige Element aus dem Harry-Potter-Universum Einzug ins Spiel gefunden hat.

Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts zeigt viele bekannte Schauplätze aus den Filmen

Die Arena ist nicht der einzige ausgelagerte Schauplatz im Spiel. Seid ihr im Besitz eines Portschlüssels, könnt ihr euch direkt vom Quidditch-Feld auf den Friedhof teleportieren. Er befindet sich auf einem weiteren separaten Spielplan, auf dem viele bekannte Schauplätze aus der Film- und Buchreihe zu sehen sind. Die übrigen Felder auf dem Extra-Spielfeld könnt ihr jedoch nicht mit dem Portschlüssel erreichen. Sie lassen sich nur unter Einsatz von Flohpulver über die großen Schlosstürme bereisen. Weitere Reisemöglichkeiten bietet euch die Winkelgasse, die ebenfalls über ein zusätzliches kleines Spielbrett dargestellt wird. Zusammen mit dem Hauptplan müsst ihr bei „Ein Jahr in Hogwarts“ somit gleich vier Spielfelder auf dem Tisch ausbreiten.

Diese Schauplätze in Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts kommen euch bestimmt bekannt vor.

Die zahlreichen Spielflächen bieten euch also reichlich Möglichkeiten durch die Welt von Harry Potter zu reisen. Dabei solltet ihr immer die Erfüllung der Missionen im Auge behalten. Sie bringen euch nicht nur Siegpunkte, sondern leiten auch gleichzeitig das Spielende ein. Zuvor bewegt ihr euren Zauberschüler aber noch eine Weile durch die Gänge von Hogwarts und seine Außenbezirke. Dabei seid ihr immer auf der Suche nach den benötigten Gegenständen, um eure Aufgabe erfüllen zu können.

Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts fordert starken Würfeleinsatz

Für die Fortbewegung der Charaktere verwendet ihr zwei handelsübliche Würfel mit sechs Seiten. Ganz klassisch zieht ihr eure Spielfigur um die gewürfelte Anzahl an Feldern durch die Gänge der Schule. Eine wesentliche Herausforderung besteht nun darin, mit der Spielfigur die gewünschten Felder abzupassen. In der Regel ist es euch nicht erlaubt, überzählige Schritte einfach verfallen zu lassen. Es gehört also schon eine gute Portion Glück dazu, um die Mission schnell voranzutreiben.

Missionskarten sind eine gute Möglichkeit, um in Harry Potter Ein Jahr in Hogwarts an Punkte für den Hauspokal zu gelangen.

Im Spielverlauf wollt ihr vor allem die zahlreichen Sonderfelder abklappern. Einige Felder lassen euch einen Gegenstand ziehen, den ihr möglicherweise für die Erfüllung eurer Aufgabe gut verwenden könnt. In den Gemeinschaftsräumen gibt es zudem Aktions-, Zauber-, Buch- oder Trankkarten, die ihr im weiteren Spielverlauf zu euren Gunsten einsetzen dürft. Die Bücher tragt ihr beispielsweise direkt in die passenden Klassenzimmer, um ein paar Extrapunkte für das fleißige Lernen abzusahnen. Tränke und Zauber lassen sich hingegen im Kampf verwenden, der ein weiterer wichtiger Bestandteil von „Ein Jahr in Hogwarts“ ist.

Zauberduelle in Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts

In den Hallen von Hogwarts liegen einige Duellfelder verstreut. Landet ihr auf einem solchen Feld, kommt es zum Kampf gegen einen zufälligen Gegner. Ihr könnt euch allerdings auch mit euren Mitspielern duellieren, wenn sich eure Wege kreuzen. Ansonsten tauchen die Gefechte überwiegend auf, wenn ihr eine Mission zu Ende bringen wollt und ihr euch dem Endgegner stellen müsst. Im Wesentlichen laufen alle Kämpfe jedoch nach dem gleichen einfachen Prinzip ab.

In Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts trefft ihr auch auf so manche unliebsame Bekannte.

Jeder Charakter verfügt über eine Zahl von Angriffswürfel, die auf dem Charakterblatt festgeschrieben sind. Ein Angriffswürfel erzielt einen Schadenspunkt an eurem Gegner, wenn die Augenzahl mindestens so hoch ist wie der Resistenzwert des Feindes. Alternativ verzichtet ihr auf das Werfen der Angriffswürfel und spielt dafür eine Zauberkarte oder einen Trank aus. Wie sich der Gegenspieler verhält ist recht unterschiedlich. Tom Riddle als einer der mächtigsten Erzfeinde, fügt euch nach jedem Angriff eine fixe Schadenspunktzahl zu. Andere Gegner wiederum führen ganz andere Dinge mit euch im Schilde.

Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts mit verschiedenen Spielmodi

Eine Besonderheit von „Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts“ ist seine flexible Spielweise. An einer Partie können tatsächlich bis zu acht Spieler teilnehmen. Dadurch wird zwar die Spieldauer und auch die Wartezeit auf den nächsten eigenen Spielzug ganz schön in die Länge gezogen, es ist aber immerhin eine mögliche Option. Habt ihr gerade keine Freunde zur Hand, dürft ihr euch jedoch sogar ganz alleine ins Abenteuer begeben. Die Regeln müssen dafür nur an wenigen Stellen angepasst werden und bieten ein ähnliches Spielerlebnis.

In Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts greift ihr natürlich auch auf eure Zauberkräfte zurück.

Eine weitere Alternativ stellt der Team-Modus dar, bei dem ihr entweder vollständig kooperativ agiert oder aber die Spieler in kleinere rivalisierende Gruppen aufteilt. Ebenso lässt sich die Spieldauer variabel gestalten. Passt einfach die erforderliche Zahl von erfüllten Missionen sowie die zu erringenden Hauspunktzahl an, um die Spielzeit nach euren Wünschen anzupassen. Als kleines Highlight hat auch noch ein semikooperativer Modus den Weg ins Spiel gefunden. Hier übernimmt ein Spieler die Rolle von Peter Pettigrew, der dem dunklen Lord zu seiner Rückkehr verhelfen möchte. Die Zauberschüler versuchen hingegen die Pläne Lord Voldemorts zu durchkreuzen.

Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts ist für ein bis acht Spieler ab sieben Jahren geeignet. Im deutschsprachigen Raum ist es über Asmodee erschienen. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von etwa 35-40€ im Handel.

Fazit: Der zauberhafte Charme von Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts funktioniert vor allem bei jüngeren Spielern sehr gut

Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts ist vollgestopft mit liebevollen Details rund um das Harry-Potter-Universum. Fans der Reihe freuen sich über die zahlreichen bekannten Charaktere, Schauplätze und anderen Gimmicks, die das Werk von J.K. Rowling schon immer auszeichneten. Ich kann jetzt schon das Juchzen der Potterheads hören, wenn das Flohpulver zum Einsatz kommt, der Elderstab gezückt wird oder der zuckersüße Hauself Dobby seine Aufwartung macht. Beinharte Fans von Harry Potter dürfen sich auf jeden Fall einen pickepacke vollen Fanservice freuen. Rein spielerisch betrachtet ist mir „Ein Jahr in Hogwarts“ allerdings etwas zu oldschool. Würfelwerfen, Felderziehen und vorgegebene Ereignisse ausführen… das erscheint mir im Jahr 2021 nicht mehr ganz so zeitgemäß. Auch die Kämpfe verlaufen wirklich ziemlich simpel ab und haben mich nicht sonderlich gepackt, selbst wenn sie durch den Karteneinsatz etwas aufgewertet werden. Harry Potter: Ein Jahr in Hogwarts wird auf meinem Spieletisch kein Dauerbrenner. Oder vielleicht doch? Bei jüngeren Spielern funktioniert das einfache Spielprinzip gepaart mit der Harry-Potter-Lizenz einfach blendend. Die jungen Potter-Fans, die jede Szene aus den Filmen auswendig mitsprechen können, laufen liebend gerne durch die Hallen von Hogwarts, um dabei auf alte Bekannte zu treffen und liebgewonnene Schauplätze zu besuchen. Bei meinen eigenen, sowie bei den Nachbarskindern war „Ein Jahr in Hogwarts“ ein echter Hit und sorgte für leuchtende Augen. Es bedarf allerdings schon einer intensiven Begleitung, um die jungen Spieler in die Feinheiten des Spiels einzuführen. Das Regelwerk ist leider ein wenig umständlich und verwirrend gestaltet, obwohl die Abläufe im Großen und Ganzen recht simpel sind. Gebt euch und dem verspielten Nachwuchs also ein wenig Zeit mit der Einarbeitung, dann werdet ihr als Familie viel Spaß mit dem Spiel haben.

ProCon
+ offizielle Film-Lizenz- Umständliches Regelwerk
+ bis zu 8 Spieler möglich- Spielerisch etwas dünn
+ inklusive Quidditch-Partien
+ kooperative Spielvariante
+ mit Solo-Modus
+ variable Spieldauer

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