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Hashi erscheint über den NSV und kostet 12-15€.

Der NSV setzt bei Hashi auf Nachhaltigkeit

Hashi im Test: Das taktische Brettspiel für Logikfüchse

  • vonSebastian Hamers
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Optisch wirkt die Neuheit vom Nürnberger Spielkartenverlag eher schlicht. Unter der Haube beweist Hashi dafür spielerische Qualitäten.

  • für 1-4 Spieler ab 8 Jahren
  • Spieldauer: ca. 20 Minuten
  • nachhaltiges Spielmaterial
  • Preis: 12-15€

In der Zeit der inzwischen doch schon recht lange währenden Pandemie fällt es vielen Menschen zunehmend schwerer, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Kein Wunder schließlich sind die meisten Vergnügungseinrichtungen seit geraumer Zeit geschlossen. Es müssen Alternativen her. Zu den Gewinnern der Krise zählt sicherlich die Brettspiel-Branche. Viele Spieler haben sich mit neuen Brett- oder Kartenspielen ausgerüstet, um sie im Kreis der Familie auszuprobieren. Etwas schwieriger gestaltet sich die Situation indes für Singles, die angesichts fehlender Mitspieler nicht ohne weiteres in den Genuss eines Brettspielabends gelangen können. Zum Glück haben die Brettspiel-Verlage auch für dieses Problem eine Lösung parat: den Solo-Modus. Auf Pandemie-Kompatibilität hat unter anderem der Nürnberger Spielkartenverlag gesetzt. Ihre Frühjahrsneuheit Hashi kann mit wenigen Änderungen prima alleine gespielt werden.

Hashi von Autor Jeffrey D. Allers hat thematisch nicht sonderlich viel zu bieten. Das Spiel macht erst gar nicht den Versuch, euch einen ausgefeilten thematischen Überbau zu präsentieren, sondern setzt von Beginn an auf seine taktischen Qualitäten. Es handelt sich im Grunde um ein abstraktes Brettspiel mit einfachem Regelwerk und einer kompakten Spieldauer von nur rund 20 Minuten. Ideal für eine schnelle Runde zwischendurch, notfalls sogar alleine.

Inseln verbinden bei Hashi

Jeder Spieler erhält zunächst ein eigenes abwischbares Tableau, auf dem einige Inseln zu sehen sind. Im Spielverlauf wird jede Insel mit einer Zahl zwischen eins und sechs versehen. Eure Aufgabe wird nun darin bestehen, die gleiche Anzahl von Brücken zu diesen Inseln zu errichten. Die Brücken werden immer parallel zu vorgegebenen Wegen gezogen, so dass auf dem Tableau schon bald ein Netz von Brücken entsteht, das die Inseln miteinander verbindet. Besonders viele Regeln müsst ihr beim Brückenbau eigentlich nicht beachten.

Hashi setzt auf nachhaltiges Spielen mit abwischbaren Tableaus statt der bekannten Abreißblöcke.

Bei Spielbeginn wird bereits eine erste Insel mit einer Zahl versehen, bevor die Karten mit konkreten Bauanweisungen ins Spiel gelangen. Diese werden eine nach der anderen aufgedeckt und halten alle Spieler an, gleich zwei vorgegebene Aktionen auf ihren Insel-Tableaus durchzuführen. Im oberen Bereich der Karte findet ihr eine Zahl, ebenfalls in der Höhe zwischen eins und sechs. Diese Zahl tragt ihr auf einer beliebigen Insel ein. Es gibt da lediglich noch eine klitzekleine Ausnahme.

Taktische Netzwerkarbeit in Hashi

Einige Inseln sind mit blauen und roten Fahnen markiert. Diese Inseln dürfen erst nummeriert werden, wenn bereits eine Brücke zu ihr hinführt. Die Brücken werden ebenfalls nach Anweisung durch die gerade aufgedeckte Karte ins Spiel gebracht. Im unteren Kartenteil sind zwischen einer und drei Brücken abgebildet, die ihr jetzt ebenfalls auf eurem Tableau verewigt. Für das Einzeichnen der Brücken sind nicht sonderlich viel Regeln zu beachten.

Schrittweise werden die Inseln bei Hashi mit Brücken erschlossen und zu einem Netzwerk zusammengefügt.

Sie müssen allerdings immer von einer Insel ausgehen, die schon mit einer Ziffer versehen wurde. Außerdem dürfen sich die Brückenstrecken niemals kreuzen. Überlegt euch also gut, wie ihr die Inseln miteinander verbinden möchtet. Sollten euch die Angaben auf der Karte mal so überhaupt nicht in den Kram passen, dürft ihr zudem auf die Durchführung von Aktionen zu verzichten. Das ist zwar prinzipiell ärgerlich, kann manchmal aber durchaus eine kluge Wahl sein.

Inseln abschließen in Hashi

Im Spielverlauf seid ihr bestrebt möglichst viele Inseln abzuschließen, denn dafür gibt es am Spielende Punkte. Eine Insel gilt als abgeschlossen, wenn zu ihr so viele Brücken führen, wie die eingezeichnete Zahl auf ihr selbst angibt. Ihr dürft dabei problemlos mehrere Brücken parallel laufen lassen. Die Ziffer auf der Insel gibt allerdings gleichzeitig das Limit von Brücken an, die zu ihr hinführen dürfen. Das stellt euch häufiger vor logistische Probleme, jeder Zug will also gut bedacht sein.

Die Karten geben euch bei Hashi genaue Bauanweisungen für die aktuelle Spielrunde.

Ein zusammenhängendes Netz mit abgeschlossenen Inseln müsst ihr hingegen nicht unbedingt dabei erschließen. Es ist jedoch ein Vorteil, wenn ihr fertige Inseln miteinander verkettet. Es winken euch immerhin vier Siegpunkte, wenn ihr mindestens sechs abgeschlossene Inseln mit Brücken zu einem Netzwerk zusammenfügt. Gelingt euch dieses Kunststück als erster Spieler, streicht ihr sogar gleich acht Punkte für dieses Ziel ein. Hashi ist in dieser Hinsicht also auch ein Wettlauf mit den anderen Spielern.

Hashi belohnt die schnellen Spieler

Schnelligkeit wird in Hashi ebenso an anderer Stelle belohnt. Ein besonderes Augenmerk solltet ihr auf die Inseln mit den blauen und roten Fahnen legen. Finalisiert ihr alle vier Inseln mit roter Flagge, dann werdet ihr mit fünf Siegpunkten bedacht. Für den ersten Spieler wird die Siegpunktzahl gleich auf satte neun Punkte erhöht. Das gleiche Prinzip greift für das Abschließen aller drei Inseln mit blauer Fahne. Drei Punkt gibt es für jeden Spieler, der diese Aufgabe erfüllt. Der schnellste Spieler darf sich sogar über sieben Siegpunkte freuen.

So könnte euer Inselnetzwerk bei Hashi am Ende der Partie aussehen.

In der schon erwähnten Solo-Variante fehlt natürlich der Wettlauf gegen die anderen Spieler. Stattdessen teilt ihr die Karten in drei Stapel auf. Die zusätzlichen Siegpunkte für das Erfüllen der Ziele werden jetzt nur ausgeschüttet, wenn ihr diese erfüllt, bevor bestimmte Kartenstapel aufgebraucht wurden. Das Spiel gegen die Zeit wurde mit diesem Kniff also auch gut in den Solo-Modus transportiert.

Hashi von Autor Jeffrey D. Allers ist über den Nürnberger Spielkartenverlag erschienen. Das Spiel ist für ein bis vier Spieler ab acht Jahren geeignet. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von 12-15€ im Handel.

Fazit: Hashi erspielt sich nicht zuletzt dank seiner pandemiekonformen Solo-Variante eine Testwertung von

Hashi erspielt sich nicht zuletzt dank seiner pandemiekonformen Solo-Variante eine gute Testwertung.

Zugegeben, im Vorfeld der Veröffentlichung war ich auf Hashi nicht sonderlich heiß. Das schlichte Artwork und das doch eher abstrakte Design täuschen allerdings. Denn unter der Haube hat das unscheinbare Hashi viel zu bieten. Im Kern liegt ein taktisch anspruchsvolles Knobelspiel vor uns, bei dem ihr eure logistischen Fähigkeiten unter Beweis stellen könnt. Jeder Spieler startet mit einer fast gleichen Ausgangslage. Erst im Spielverlauf zeigt sich, wer den Kartensatz am effektivsten nutzen kann. Auf den ersten Blick sieht alles so einfach aus. Doch schon nach ein paar Zügen zeigt sich, das Hashi schnell für rauchende Köpfe sorgen kann. Mir hat Hashi auch allein sehr viel Freude bereitet. Für gewöhnlich ignoriere ich die Solo-Modi von Brettspielen recht konsequent. Doch bei Hashi kann man dank des schnellen Spielaufbaus und der überschaubaren Spieldauer mal schnell einen Spiele-Quickie einschieben. Mich hat der Einzelspielermodus jedenfalls positiv überrascht. Viel Lob gibt es zudem für die nachhaltige Gestaltung des Spiels. Statt eines Abreißblocks wurde Hashi mit vier doppelseitigen und vor allem abwischbaren Spieltableaus ausgestattet. Damit könnt ihr Hashi problemlos so oft spielen, wie ihr mögt. Das Potenzial eines häufigen Einsatzes auf dem Spieletisch hat Hashi auf jeden Fall.

ProCon
+ einfaches Regelwerk- Langweiliges Artwork
+ nachhaltiges Spielmaterial
+ gut alleine spielbar
+ sorgt für rauchende Köpfe

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