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Der Herr der Ringe – Das Kartenspiel im Test: Die Neuauflage des Living Card Games

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Von: Sebastian Hamers

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Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel erscheint in deutscher Sprache über Asmodee und kostet 50-60€. © Fantasy Flight Games

Die Neuauflage von Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel bietet ausreichend Material für bis zu vier Spieler, ab sofort auch auf Deutsch.

Zu Beginn der 2000er Jahre schuf Filmregisseur Peter Jackson mit der Herr-der-Ringe-Trilogie einen Meilenstein. Die Umsetzung der Buchvorlage sahnte siebzehn Oscars ab und gilt kommerziell ebenso als einer der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten. Plötzlich – rund fünfzig Jahre nach der Erstveröffentlichung der Romane – war Tolkiens Werk wieder in aller Munde. Davon konnte auch die Computerspiel-Industrie im großen Maße profitieren. Herr der Ringe Online, Die Schlacht um Mittelerde und Schatten des Krieges waren nur einige Titel, die von der HdR-Lizenz Gebrauch machten. Und für das laufende Jahr steht mit Der Herr der Ringe: Gollum auch schon wieder ein neues Spiel der Reihe in Haus. Ähnliches gilt selbstverständlich für die Brettspiel-Welt. Unter dem Banner von Fantasy Flight Games überzeugte etwa das storygetriebene Herr der Ringe: Reise durch Mittelerde im ingame-Test. Jetzt hat das amerikanische Brettspiel-Studio nachgelegt und das Kartenspiel zu Der Herr der Ringe veröffentlicht, das in der Szene von vielen schon heiß erwartet wurde.

Viele Fans warten bereits auf Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel

Bei Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel handelt es sich nicht um einen von Grund auf neu entwickelten Titel, sondern um die Neuauflage des beliebten Living Card Games. Das Konzept erinnert zunächst ein wenig an die Spiele wie Magic The Gathering oder digitale Varianten wie Blizzards Hearthstone, hat aber doch einen wesentlichen Unterschied zu diesen Genrevertretern. Das Kartenmaterial von Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel lässt sich durch den Kauf von zusätzlichen Paketen zwar ebenso gehörig erweitern, jedoch kauft man nie die Katze im Sack.

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Bei Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel gibt es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Charakteren. © Fantasy Flight Games

Sowohl das Grundspiel als auch sämtliche Erweiterungspakete enthalten stets den exakt gleichen Kartensatz. Auf diese Weise lässt sich ein Komplettset für einen vergleichsweise fairen Preis zusammenstellen. Für den Beginn genügt das Basisspiel aber ohnehin erst einmal völlig. Es bietet ausreichend Material, damit sich bis zu vier Spieler nach Mittelerde begeben können. Hier ist die Neuauflage dem Original gegenüber im Vorteil. Bei der alten Version konnten sich nur mehr als zwei Personen ins Abenteuer stürzen, wenn ein zweites Grundspiel hinzugefügt wurde.

Kooperatives Kampagnenspiel mit Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel

Bevor es aber tatsächlich endlich auf nach Mittelerde geht, solltet ihr euch ein paar Gedanken zur Zusammenstellung der Gruppe machen. Im Kartenspiel zu Der Herr der Ringe agiert ihr gemeinsam – Seite an Seite – gegen den dunklen Herrscher aus Mordor. Stellvertretend springen dabei die bekannten Charaktere aus den Filmen oder den Romanen für euch in den Kampf. Das Kartenspiel schöpft hier aus dem Vollen. Aragorn, Gimli, Legolas, Eowyn und viele weitere Gefährten sind Bestandteil eurer Heldengarde.

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Ohne legendäre Ausrüstung läuft in Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel natürlich nichts. © Fantasy Flight Games

Hinzu kommen noch allerhand hilfreiche Karten wie Ausrüstung oder Verstärkungen, die euch in der Schlacht gegen das Böse unterstützen sollen. Sie stellen das Deck dar, mit dem ihr euch durch insgesamt drei Szenarien schlagen müsst. Da die Herausforderungen der jeweiligen Abenteuer doch recht stark variieren, steht idealerweise vorab die Zusammenstellung des eigenen Kartenstapels an. Die Kartenmaterial ist reichhaltig und bietet viele Optimierungsmöglichkeiten. Manchmal kann der Austausch einiger weniger Karten schon den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Es ist oft ein vorsichtiges Austarieren. Ihr seid bei einem Abenteuer auf der Zielgeraden gescheitert? Dann wurden vielleicht nicht die passenden Karten für das Szenario zusammengestellt. Doch mit den neu gewonnen Erkenntnissen kommt ihr dem Ziel nun möglicherweise wieder einen großen Schritt näher.

Mit Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel auf nach Mittelerde

Wer ein wenig Respekt vor komplexen Deckbau-Mechaniken hat, kann an dieser Stelle allerdings beruhigt werden. Es ist kein Problem, das erste Abenteuer mit vorgefertigten Decks anzutreten. Ihr gewinnt zunächst ein wenig Sicherheit im Umgang mit dem Spiel und dann kommen schon bald die ersten Ideen zur Optimierung des Kartenstapels ganz von allein. Das Material des Grundspiels ist auch noch recht übersichtlich, erst wenn ihr weitere Kartensätze mit hinzunehmt, werden die Möglichkeiten deutlich vielfältiger und das Spiel somit nochmal komplexer.

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Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel kommt ohne viel Zusatzmaterial aus. Ein paar Kleinigkeiten werden aber dennoch benötigt. © Fantasy Flight Games

Eines der Hauptmerkmale beim Deckbau sind die vier Sphären Führung, Wissen, Geist und Taktik. Sie stehen für bestimmte Spielstile, also Stärken und Schwächen, die euch über das Abenteuer hinweg begleiten werden. Um den Einstieg leicht zu halten, befinden sich in den vorgeschlagenen Startdecks immer jeweils drei Charaktere der gleichen Sphäre. Denn um eine Karte auszuspielen, müssen in der Regel Ressourcen bezahlt werden, über die nur ein Charakter der passenden Sphäre verfügt. Etwaige Ressourcenknappheiten werden auf diese Weise zumindest teilweise entschärft. Mit etwas Erfahrung können die Charaktere aber auch stärker durchmischt werden, was das Ressourcenmanagement allerdings erschwert.

Gemeinsam gegen das Böse mit Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel

Ein wenig Vorplanung kann aber ohnehin nicht schaden, denn das Spiel konfrontiert euch praktisch durchgehend mit gleich mehreren Problemen. Vor euch liegt etwa immer das Abenteuer selbst, das aus mehreren Kapiteln besteht. Auf der Abenteuerkarte bekommt ihr einen Überblick über den Verlauf der Story und die Aufgabe, die ihr gerade zu bewältigen habt. Ihr könnt einen oder mehrere eurer Charaktere bestimmen, die sich in der aktuellen Runde dem Abenteuer stellen möchten. Besonders hilfreich sind jetzt Helden mit großer Willenskraft. Sie treiben den Spielfortschritt voran, so dass ihr hoffentlich schon bald eine Abenteuerkarte nach der anderen abhandeln könnt.

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Karten wie diese verheißen in Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel nichts Gutes. © Fantasy Flight Games

Ihr gewinnt die Partie gemeinschaftlich, wenn sämtliche Abenteuerkarten des Szenarios vollständig abgehandelt wurden. Demnach seid ihr also gezwungen, eure Helden regelmäßig auf die Mission zu schicken. Das Problem dabei: ihr müsst die gewählten Charaktere dazu für diese Runde erschöpfen. Sie stehen euch jetzt nicht mehr für die Bewältigung der anderen Aufgaben zur Verfügung. Das Böse wartet schließlich nicht einfach tatenlos, bis ihr eure Mission seelenruhig zu Ende gebracht habt. Die dunklen Mächte werden im Spiel durch ein eigenständiges Deck gesteuert, von dem in jeder Runde neue Karten aufgedeckt werden.

Feindkontakt in Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel

Auf diese Weise kommen neue Gegner ins Spiel, aber auch unbekannte Orte oder andere Gemeinheiten. Die noch nicht erschöpften Helden dürfen jetzt auf die feindlichen Kreaturen zum Angriff verteilt werden. Flucht ist keine Option, denn die Monster sind ohnehin auf Krawall gebürstet und werden in meisten Fällen ungeniert zur Attacke blasen. Lediglich wenn der eigene Bedrohungsgrad noch gering ist, lassen manche Monster gelangweilt von euch ab. Doch keine Sorge, dies wird sich schnell ändern. Der Grad der Bedrohung wird sich im Verlauf der Kampagne laufend erhöhen, so dass es bald jedes Monster auf euch abgesehen hat.

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Die Geschichte von Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel wird über Abenteuerkarten transportiert. © Fantasy Flight Games

Bevor ihr den Gegnern aber eins auf die Mütze gebt, schlagen aber erstmal die Biester selbst zu. Wie groß der Schaden ausfällt, lässt sich zunächst nicht in Gänze absehen. Jedes Monster wird zuvor durch eine Zufallskarte verstärkt, ein gewisser Unsicherheitsfaktor bleibt also immer bestehen. Ihre Angriffe richten sich dafür nicht speziell gegen einen ausgewählten Charakter. Die Wahl liegt daher bei euch, welchen Verteidiger ihr dem Monster in den Weg stellt. Und an dieser Stelle ergibt sich ein dickes Problem für die Helden. Charaktere, die in diesem Zug zur Verteidigung eingesetzt werden, können anschließend nicht mehr als Angreifer agieren.

Intensive Schlachten in Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel

Die Planung des Kampfs ist somit immer wieder eine schwere Entscheidung, bei ihr euch gut absprechen und dennoch manchmal eine Kröte schlucken müsst. Oftmals sind es einfach zu wenig Helden für zu viele Aufgaben. Es sind ja schließlich nicht nur die ständig aufploppenden Monster, die euch das Leben schwer machen. Seltsame Orte mit ihren Geheimnissen strahlen ihre Macht über Mittelerde aus und tauchen das Land in tiefe Finsternis. Ihre negativen Effekte können vielleicht eine gewisse Zeit ignoriert werden, doch irgendwann solltet ihr vielleicht doch mal einen Charakter auf Reisen schicken, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Solche Nebenkriegsschauplätze halten euch dabei immer wieder gerne von der Erfüllung eurer Hauptmission ab. Doch mit Schwierigkeiten dieser Art haben sich die Gefährten in den Filmen schließlich auch ständig herumschlagen müssen.

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Bei Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel darf natürlich auch Gandalf nicht als Gast fehlen. © Fantasy Flight Games

Die Welt von Mittelerde ist hart und unerbittlich. Doch es gibt auch Lichtblicke. In erster Linie sind damit die Charaktere selbst gemeint. Wir reden hier immerhin von echten HdR-Legenden wie Gimli oder Legolas. Sie bringen nicht nur ihre besonderen Fähigkeiten mit, sondern verfügen auch über eine ebenso legendäre Ausrüstung. In den Decks finden sich hilfreiche Items und andere Gimmicks, die euch das Überleben in Mittelerde ein Stück erleichtern. Es gibt also noch Hoffnung für ein friedliches Zusammenleben in Mittelerde.

Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel bringt drei Szenarien im Grundspiel mit

Doch dafür gilt es erstmal die drei Szenarien zu bestehen, die Bestandteil des Grundspiels sind. In „Weg durch den Düsterwald“ stellt ihr euch den drohenden Gefahren, die aus Dol Guldur zu euch herüberdringen. Es ist an der Zeit, den nahegelegenen Düsterwald zu durchqueren, um die Herrin Galadriel in Lorien von dem Unheil am Horizont zu berichten. Das Szenario dient als guter Auftakt und kann mit den Startdecks noch gut bewältigt werden. Deutlich kniffliger wird die Sache aber schon mit „Reise den Anduin hinab“. Hier zieht der Schwierigkeitsgrad schon ordentlich an. Ihr habt den südlichen Düsterwald inzwischen hinter euch gelassen und setzt euren Weg entlang des Anduin-Ufers fort. Das dritte Abenteuer führt euch dann endlich ins große Finale und den Abschluss des Grundspiels. Im Auftrag von Galadriel erkundet ihr die nähere Umgebung Dol Guldurs. Dabei tritt der Geisterbeschwörer auf den Plan, der sich in seinem Verlies mit einer Geisel zurückgezogen hat. Als Helden von Mittelerde ist es natürlich eine Ehrensache, dass ihr alles daransetzt, das Treiben des Geisterbeschwörers zu beenden.

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Kommen euch diese Herren bekannt vor? Bei Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel könnt ihr sie als Verbündete gewinnen. © Fantasy Flight Games

Drei Abenteuer klingt zunächst nach einem recht kurzen Spielvergnügen. Doch das Gefühl täuscht ein wenig. Um dem Geisterbeschwörer gegenüberzutreten, werdet ihr so einige Anläufe benötigen, so dass ihr auch reichlich Gelegenheit finden werdet, die Decks zu optimieren. Wem das immer noch zu wenig ist, kann optional auch noch den Schwierigkeitsgrad nach oben schrauben und sich dem ultimativen Abenteuer stellen.

Erste Erweiterungen zu Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel bereits verfügbar

Doch auch inhaltlich lässt sich das Abenteuer in Mittelerde noch erweitern. Brandneu im Handel ist bereits das erste Szenario-Pack „Geheimnisse des Düsterwalds“ zu finden. Die Erweiterung enthält die beiden eigenständig spielbaren Abenteuer „Der Eid von Nibin-Dum“ und „Die Tiefen von Nibin-Dum“. Diesmal versuchen eure Helden ein Goblin-Versteck im Düsterwald zu entdecken, um die dort gefangenen Waldmenschen zu befreien. Wie ihr euch denken könnt, ist die Reise durch den Wald mit allerlei Gefahren gespickt. Vor allem die ekligen Riesenspinnen des Waldes stellen eure Charaktere vor eine ganz besondere Herausforderung.

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Der erste Nachschub für Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel ist bereits im Handel eingetroffen. © Fantasy Flight Games

Bereits Nachschub gibt es allerdings ebenfalls schon auf der Spielerseite. Mit vier neuen Starterdecks erweitert ihr eure Möglichkeiten erheblich. Das neue Kartenmaterial erlaubt nicht nur gänzlich neue Taktiken, sondern haben auch thematisch einiges zu bieten. „Durins Zwerge“ bringen die Helden Bifur, Ori und Dain Eisenfuß neu ins Spiel, während sich „Elben von Lorien“ ganz auf die Welt der Spitzohren konzentriert. Wer schon immer mal in die Rollen von Celeborn, Galadriel oder Haldir schlüpfen wollte, schlägt bei dieser Erweiterung zu. Neue Decks gibt es ebenso zu den menschlichen Fraktionen. Bei „Reiter von Rohan“ gibt es ein Wiedersehen mit Eomer, Lothiriel und Hirgon, während bei „Verteidiger von Gondor“ die Helden Boromir, Mablung und Prinz Imrahil ihr Stelldichein geben.

Jede Erweiterung hat ein eigenes Stärke-Schwäche-Profil und stellt eine gute Ergänzung zum Grundspiel-Material dar. Fünfzig Spielerkarten kommen mit jedem Starterdeck hinzu. Kostenpunkt: je etwa 20-25€. Für das Grundspiel werden hingegen zwischen 50-60€ fällig.

Fazit: Wir haben unsere Reise durch Mittelerde überlebt und für Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel die folgende ingame-Testwertung mitgebracht

Wertungsgrafik Herr der Ringe Kartenspiel
Wir haben unsere Reise durch Mittelerde überlebt und für Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel die folgende ingame-Testwertung mitgebracht. © ingame.de

Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel ist eine echte Herausforderung. Einfach mal drauflosspielen? Das fällt bei diesem Ausflug nach Mittelerde erstmal flach. Zunächst gilt es, sich durch die mehr als dreißigseitige Anleitung zu wühlen, die allerdings wirklich toll gestaltet wurde und wenig Fragen offenlässt. Der Einstieg ins erste Abenteuer geht ebenfalls noch vergleichsweise geschmeidig vonstatten. Mit den vorgeschlagenen Decks lässt sich ganz gut arbeiten und erste Erfolge erzielen. Doch spätestens dann kommt der Punkt, an dem ihr euch etwas intensiver mit der Materie auseinandersetzen müsst. Einfach mit den Starterdecks durch alle drei Szenarien spazieren? Könnt ihr euch abschminken! Das Zusammenstellen des eigenen Kartenstapels, das akribische Austüfteln der besten Strategie macht einen wesentlichen Teil des Spielspaßes bei Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel aus. Am besten natürlich in guter Gesellschaft. Wenn die Gruppe gemeinschaftlich einen waghalsigen Schlachtplan entwirft und dieser am Ende in einem siegreichen Herzschlagfinale mündet, entsteht schon ein erhebendes Gruppengefühl. Da jede Partie neue Erkenntnisse zur Optimierung der Strategie bringt, lassen sich damit sogar Niederlagen positiv verbuchen. Mich hat dieses Heranpirschen an den Sieg gegen das Spiel jedenfalls ungeheuer motiviert. Ein wohliges Gefühl beschert natürlich außerdem das Wiedersehen mit haufenweise bekannten Figuren und Schauplätzen aus dem Fantasy-Epos von Tolkien. Zwar kommt das Erzählen der Geschichte im Kartenspiel ein wenig zu kurz, doch die Atmosphäre von Mittelerde wurde dafür wunderbar eingefangen. Praktisch an jeder Ecke werdet ihr an bekannte Szenen oder Personen aus den Filmen oder Romanen erinnert. Dazu trägt natürlich auch das wirklich sehr schicke Artwork der Karten bei. Wer bereit ist, sich auch mal etwas tiefer in ein Spiel einzufuchsen und taktische Finessen zu genießen weiß, findet mit diesem Kartenspiel sein HdR-Rundum-glücklich-Paket.

ProCon
+ kooperative Spielweise- erfordert etwas Einarbeitungszeit
+ fängt die Atmosphäre von Mittelerde super ein
+ schickes Artwork
+ Grundspiel bietet ausreichend Material für 4 Spieler
+ viele Erweiterungen schon verfügbar
+ taktisch fordernd

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