+
Honshu wird über Pegasus Spiele vertrieben und kostet rund 10€.

Japanischer Landschaftsbau

Honshu im Test: Gelungene Mischung aus Stich- und Legespiel

  • schließen

Der Verpackungstext weist Honshu als Stichspiel aus, hat aber viel mehr zu bieten. Das Spiel holt erstaunlich viel aus wenig Material heraus.

Das kleine Kartenspiel Honshu hat es uns wieder einmal nach Fernost verschlagen. Als japanischer Adliger wollt ihr die namensgebende Hauptinsel des Landes erschließen. Ihr entdeckt neue Ländereien, errichtet Fabriken und führt damit euer Land zu Reichtum und Wohlstand. Beim Aufbau Honshus konkurrieren gleich bis zu fünf Adelshäuser um die wertvollsten Regionen. In packenden Versteigerungen versucht ihr eure Rivalen um die vielversprechendsten Landstriche auszustechen. Welche Regionen besonders ertragreich sind, hängt indes von der gewählten Strategie ab.

Honshu sieht sich selbst als Stichspiel, zumindest wird es auf der Verpackungsrückseite so beworben. Dies ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn Honshu ist mehr als das. In den frühen Phasen einer Spielrunde kommen Stichspiel-Elemente zum Einsatz. Später geht es aber vor allem darum, seine erworbenen Landschaftskarten geschickt zusammen zu puzzeln. Erst die geschickte Anreihung von Ländereien lassen viele Siegpunkte für euch herausspringen. Mit einer guten Stichspiel-Taktik alleine ist es also nicht getan.

Landschaftsbau in Fernost

Jedes Adelshaus beginnt das Spiel bereits mit einer Startprovinz, die ihr auch direkt vor euch ablegt. Zusätzlich erhaltet ihr noch jeweils sechs Landschaftskarten. Ihr nehmt sie zunächst auf die Hand. Ob sie später auch in eure eigene Auslage wandern, ist zu diesem Zeitpunkt allerdings ziemlich fraglich. Tatsächlich gehören euch die Handkarten gar nicht, jede einzelne Karte muss im Spiel in einer kleinen Auktion ersteigert werden.

Im Spielverlauf legt ihr immer mehr Ländereien in die eigene Auslage. Erinnert ein wenig an den modernen Klassiker Carcassonne.

Dazu spielt ihr eine Handkarte in die Tischmitte. Liegen alle Karten bereit, werden die Zahlenwerte auf den Karten verglichen. Anhand der gespielten Werte wird jetzt die neue Spielerreihenfolge festgelegt. Der Spieler mit dem höchsten Wert wird somit zum neuen Startspieler. Ihr dürft euch nun zuerst eine der gerade gespielten Karten wählen und sie in der nächsten Phase in eurer Auslage verbauen. Seid ihr auf eine gespielte Karte besonders scharf, wollt also möglichst früh an die Reihe kommen, könnt ihr ein zusätzliches Investment eingehen.

Investments und Spekulationen

In dieser Phase des Spiels könnt ihr eine Ressource, die sich schon in eurer Auslage befindet, einsetzen, um den Wert der gespielten Karte um 60 Punkte zu erhöhen. Ein sattes Pfund, mit dem ihr die Werte sämtlicher Karten auf jeden Fall übertrumpft, jedenfalls solange kein weiterer Spieler ebenfalls eine Ressource einsetzt. Allerdings solltet ihr eure Ressourcen auch nicht ohne Sinn und Verstand raushauen. Ihr werdet sie später noch dringend benötigen.

Kommen Produktionsstätten ins Spiel, erhaltet ihr sogleich eine Ressource.

Nachdem jedes Adelshaus eine Landschaftskarte erhalten hat, geht es auch gleich über in die nächste Phase des Spiels. Aus dem Stichspiel wird jetzt ein taktisches Legespiel. Ihr müsst die gerade erworbene Karte in eurer Auslage platzieren. Dabei gibt es nicht sonderlich viele Regeln zu beachten. Es kommt auf die Anordnung der Landschaftstypen an, die sich auf den Karten befinden. Eine geschickte Aneinanderreihung sorgt in der Schlusswertung für einen ordentlichen Punkteregen.

Japanische Landstriche

Jede Landschaftskarte besteht aus sechs Abschnitten, jede von ihnen zeigt einen anderen Landschaftstypen. In Honshu tauchen Wälder, Städte, Seen, Produktionsstätten, Fabriken und Brachland auf. Legt ihr eine neue Karte in eure Landschaft, dürft ihr sie teilweise unter bereits vorhandene Karten schieben und so ungewollte Landschaftstypen verdecken. Alternativ könnt ihr mit der neuen Karte aber auch bereits sichtbare Ländereien wieder abdecken.

Optional könnt ihr die Schlusswertung mit den acht Wertungskarten modifizieren.

Legt ihr eine Karte mit einer Produktionsstätte aus, die nicht abgedeckt wird, erhaltet ihr eine passende Ressource. Mit Fisch, Holz, Stein und Münzen tauchen in Honshu gleich vier verschiedene Ressourcen auf. Ihr legt sie mit dem Bau der Produktionsstätte direkt auf die ausgespielte Karte. Die Ressource ist sofort verfügbar. Schon in der nächsten Runde könnt ihr sie in der Auktionsphase einsetzen.

Ernte der Arbeit einfahren

Überlegt euch aber gut, ob ihr die Ressource nicht am Spielende noch effektiver einsetzen könnt. In der Schlusswertung bringen euch die errichteten Fabriken ziemlich viele Siegpunkte ein. Sie werden allerdings nur gewertet, wenn ihr sie am Spielende mit einer passenden Ressource aus euren Produktionsstätten bestücken könnt. Die Produktionsstätte selbst bringen euch hingegen gar keine Punkte ein, sie sind nur Mittel zum Zweck.

Waldfelder lohnen sich dafür eigentlich immer. Sie bringen euch Siegpunkte ein, völlig unabhängig von ihrer Anordnung in der Auslage. Stadtfelder tauchen im dichtbesiedelten Japan ziemlich häufig auf, geben euch aber weniger Punkte als die Wälder. Zudem wird nur die größte Stadt gewertet. Ihr solltet also versuchen, eine möglichst große Fläche mit Stadtfeldern zu errichten. Die verbleibenden Städtefelder könnt ihr getrost wieder überdecken, sie bringen euch keine zusätzlichen Punkte mehr ein.

Honshu wird über Pegasus Spiele vertrieben und kostet rund 10€.

Ganz attraktiv sind auch die Seefelder. Einzelne Seefelder sind zwar wertlos, jedes weitere Feld bringt euch dafür einen satten Ertrag und sind sogar noch wertvoller als die Wälder. Brachland spielt in der Schlusswertung nur eine untergeordnete Rolle. Wie der Name bereits vermuten lässt, gibt es für diesen Landschaftstyp überhaupt keine Punkte. Lediglich bei Punktegleichstand kann das Brachland das Zünglein an der Waage spielen.

Alternative Wertungen

Optional könnt ihr zudem noch eine von insgesamt acht Wertungskarten mit ins Spiel nehmen. Mit ihnen könnt ihr die Schlusswertung ein wenig modifizieren. Durch die Wertungskarten wird Honshu noch etwas variabler und verschafft euch etwas Abwechslung. Honshu ist für zwei bis fünf Spieler ab zehn Jahren geeignet. Für das Zwei-Personen-Spiel bietet euch das Regelwerk eine spezielle Variante mit ein paar kleinen Regelveränderungen an. Durch die Variante ist Honshu als Zwei-Personen-Spiel auch wirklich ziemlich gut geeignet. Honshu wird bei uns über Pegasus Spiele vertrieben und ist ab sofort verfügbar. Das Spiel kostet etwa 10€.

Fazit: Der japanische Landschaftsbau hat sich diese Note verdient:

So gut schneidet Honshu im Test ab.

Honshu sieht so harmlos und leichtgängig aus. Das Spiel kommt in einer kleinen Verpackung daher, besteht fast nur aus Karten, die Anleitung findet auf einem Faltblatt Platz und der Verpackungstext weißt Honshu als Stichspiel aus. Wenn das mal nicht der klassische Absacker nach einem langen Spieleabend ist? Schnell wird jedoch deutlich, dass Honshu sehr viel mehr zu bieten hat. Es hat zwar schon ein paar Stichspiel-Anteile, doch der komplexere Part bietet die Legespiel-Phase am Ende der Runde. Es ist gar nicht so leicht, seine frisch erworbene Landschaft gewinnbringend in seine eigene Auslage zu legen. Honshu weckt Erinnerungen an den modernen Klassiker Carcassonne, kommt aber mit sehr viel weniger Spielmaterial aus. Das Spiel ringt euch einige harte Entscheidungen ab. Das fängt schon beim Ersteigern der Karten an. Welche Landschaftskarte passt am besten zu meiner Strategie? Lohnt es sich eine Ressource zu investieren, um möglichst früh in der Auktion zum Zug zu kommen? Schon diese frühe Phase des Spiels bringt die Gehirne ordentlich zum Qualmen. In Gedanken werden die Karten schon in der eigenen Auslage rotiert und verschoben, etliche Taktiken erwogen und auch wieder verworfen. Honshu ist eine gelungene Mixtur aus Stich- und Legespiel, das erstaunlich viel aus so wenig Spielmaterial herausholt. Mit 10€ ist das Spiel nicht nur ein echter Schnapper, es belegt auch angenehm wenig Platz in eurem Spieleregal.

PROS

CONS

+ funktioniert auch gut zu zweit

- grafisch schlicht

+ gute Mischung aus Stich- und Legespiel

+ viel Spiel mit wenig Material

+ günstiger Preis

+ taktisch fordernd

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Final Fantasy 7 Remake: Release verschoben – Kommt die Demo nun früher?

Final Fantasy 7 Remake: Release verschoben – Kommt die Demo nun früher?

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

FIFA 20: Fabian Schär SBC – Die günstigste Lösung für nur 100.000 Münzen

FIFA 20: Fabian Schär SBC – Die günstigste Lösung für nur 100.000 Münzen

FIFA 20: Das sind die FUT Champions Belohnungen - Weekend League Ränge

FIFA 20: Das sind die FUT Champions Belohnungen - Weekend League Ränge

Kommentare