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Auf dem Spielplan breiten sich 16 Orte aus, die Humboldt im frühen 19. Jahrhundert bereist hat.

Das Brettspiel zum 250. Geburtstag des großen Entdeckers

Humboldt's Great Voyage im Test: Das Brettspiel für Entdecker

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Mehr als 200 Jahre nach den Expeditionen Alexander von Humboldts dürft ihr seine Reisen nun im Brettspiel Humboldt's Great Voyage nacherleben.

Im vergangenen Jahr hätte der große Entdecker Alexander von Humboldt seinen 250. Geburtstag gefeiert. Der in Berlin geborene Baron ließ seinen Job im Dienst des Königreichs Preußen sausen, als er dank seines Erbes genug finanzielle Ressourcen aufbringen konnte, um sich seinen größten Traum zu erfüllen. Alexander von Humboldt begeisterte sich für die Wissenschaft. Im Jahr 1799 stieß er mit seinem Freund Aimé Bonpland die teuerste privat finanzierte Forschungsreise an. Sein Ziel: Amerika. Im Laufe seiner fünfjährigen Reise entdeckte der neugierige Baron zahlreiche neue Pflanzen- und Tierarten, Edelsteine, Naturphänomene und vieles mehr. Die Reisen des Entdeckers greift, passend zum Humboldt-Jahr, das neue Brettspiel vom Huch-Verlag auf. Humboldt’s Great Voyage vom Autorenduo Remo Conzadori und Nestore Mangone zählt zu den Herbstneuheiten des Verlags.

Humboldt’s Great Voyage lässt euch die Reiseroute des Entdeckers, mehr als 200 Jahre nach seiner Expedition, selbst erleben. Viele seiner Reiseziele werden ganz klassisch auf einem Spielbrett dargestellt. Zu den bereisten Orten zählen europäische Metropolen wie Bordeaux, größtenteils wird jedoch tatsächlich der amerikanische Kontinent bereits. Dazu gehören nordamerikanische Städte wie Washington, es geht aber ebenso ins karibische Havanna oder ins südliche Lima. Im Spielverlauf müsst ihr also ziemlich weite Strecken bewältigen. Wie weit ihr innerhalb eures Zuges kommt und wie erfolgreich eure Reise verläuft, hängt von eurem logistischen Geschick und auch vom Glück ab.

Alexander von Humboldt auf Reisen

Auf dem Spielplan gibt es insgesamt 16 Orte, die ihr bereisen könnt. Schon vor Spielbeginn werden auf diesen Orten Wissenssteine in sechs unterschiedlichen Farben verteilt. Diese Farben findet ihr auch bei den 16 Orten wieder. Ein Hauptziel wird sein, die Wissenssteine während eurer Reise den Orten farblich passend zuzuordnen. Dazu nehmt ihr alle Steine von eurem Startort in die Hand und folgt der Route entlang der Pfeile. An jedem besuchten Ort lasst ihr einen Wissensstein fallen und zieht weiter zur nächsten Stadt. An ein paar wenigen Städten stehen euch zwei Reiseoptionen zur Verfügung, meist folgt ihr jedoch immer der vorgegebenen Pfeilrichtung.

Auf dem Spielplan breiten sich 16 Orte aus, die Humboldt im frühen 19. Jahrhundert bereist hat.

Wenn möglich platziert ihr einen Wissensstein so an einem Ort, dass er farblich zur Stadt passt. In diesem Fall dürft ihr euch ein Frachtplättchen nehmen. Die Frachtplättchen tauchen ebenso wieder in den sechs verschiedenen Farben auf. Legt ihr einen grünen Wissensstein auf einen grünen Ort, dann winkt euch natürlich auch ein grünes Frachtplättchen. Ziemlich simpel und fast schon selbsterklärend. Da ihr auf die ausliegenden Steine und auch auf die Reiseroute kaum Einfluss nehmen könnt, besteht die taktische Herausforderung also vor allem aus der Wahl des Ausgangspunkts.

Humboldts Schiffsflotte

Um den Startpunkt der Expedition zu ermitteln, zieht ihr zunächst einen Wissensstein aus einem blickdichten Stoffbeutel. Zieht ihr einen gelben Stein, dürft ihr eure Reise von einem beliebigen gelben Ort aus starten. Wenn euch das nicht so richtig in den Kram passt, dürft ihr euer Glück herausfordern und den zweiten gezogenen Stein wählen, um den Ausgangspunkt der Reise zu ermitteln. Der restliche Zug wird dann ziemlich flott abhandelt. Da euch nicht sonderlich viele Optionen zur Verfügung stehen, sind die Wissenssteine schnell platziert. Ihr habt euch auf der Reise hoffentlich ein paar Frachtplättchen angeeignet, die ihr jetzt auf eure Schiffe verteilen dürft.

Die Entscheidung ist gefallen. Eure Expedition beginnt auf einem schwarzen Ort.

Eure Schiffsflotte besteht aus vier Schiffskarten, die ihr mit der passenden Fracht befüllen müsst. Mal ist eine ganz spezielle Ware mit vorgegebenem Symbol gefordert, mal ist es nur die Fracht einer bestimmten Farbe oder sogar eine beliebige Fracht. Je nach Schiff passen zwei oder drei Frachtplättchen an Bord. Sobald das Schiff vollständig beladen wurde, sticht es in See und bringt euch ein paar Siegpunkte ein. Im Optimalfall befindet sich zu dem Zeitpunkt auch ein Passagier an Bord, auf den ihr fortan als Kontaktperson zurückgreifen könnt.

PR-Arbeit im frühen 19. Jahrhundert

Die Kontaktpersonen sind eine weitere wichtige Ressource im Spiel. Sie sorgen dafür, dass die Ergebnisse eurer Forschungsarbeit an die Öffentlichkeit gelangen und so die gebührende Würdigung erfahren. An Bord jedes Schiffes kann immer nur eine Kontaktperson befördert werden. Dazu müsst ihr euer Schiff mit passenden Wissenssteinen befüllen, die ihr in den Zügen der anderen Spieler erhaltet.

Befördert ihr auf euren Reisen Passagiere, erhaltet ihr wertvolle Kontaktpersonen. Sie sind am Spielende Siegpunkte wert.

In Humboldt’s Great Voyage dürft ihr auch als passiver Spieler in Aktion treten. Aus der Reiseroute des aktiven Spielers eignet ihr euch einen Wissensstein an und legt in auf eine eurer Schiffskarten. Dabei gibt es nur eine kleine Einschränkung. Der Ort von dem ihr den Stein nehmen möchtet, muss zu diesem Zeitpunkt mit mindestens vier Wissenssteinen befüllt sein. Mit etwas Pech springt dadurch manchmal kein Wissensstein für euch heraus.

Ruhm und Ehre

Wenn eines eurer Schiffe vollbepackt in See sticht und ihr es zudem noch ausreichend mit Wissenssteinen befüllt habt, erhaltet ihr also nicht nur die Siegpunkte, sondern auch eine neue Kontaktperson. Ganz nach dem Vorbild der anderen Ressourcen, sind auch die Kontaktpersonen in sechs Farben verfügbar. Während des Spiels könnt ihr sie wie einen zusätzlichen Wissensstein behandeln. Mit ihnen lässt sich der Reiseweg also verlängern und ein paar zusätzliche Frachtplättchen erreichen.

Das Schiff ist fast voll beladen. Sticht es in See, erhaltet ihr eine schwarze Kontaktperson.

Am Spielende sind nicht eingesetzte Kontaktpersonen wiederum Siegpunkte wert. Sammelt möglichst Kontaktpersonen verschiedener Farbe, um die optimale Ausbeute von Siegpunkten zu erzielen. Das Spiel endet, sobald der Stoffbeutel mit den Wissenssteinen geleert wurde. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt die Partie und wird zum ruhmreichsten Wissenschaftler seiner Zeit ernannt.

Humboldt’s Great Voyage ist ziemlich flott gespielt, ein Durchgang dauert selten viel länger als eine halbe Stunde. Das Spiel ist für zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren geeignet und kostet rund 35€.

Fazit: Im Test hat Humboldt’s Great Voyage folgende Note entdeckt

So schneidet Humboldt's Great Voyage im Test ab.

Der erste Blick auf Humboldt’s Great Voyage weckte bei mir spontan die Assoziation an ein komplexes Brettspiel für fortgeschrittene Spieler. Weit gefehlt! Auch wenn das Humboldt durchaus ein paar taktische Überlegungen einfordert, spielt es sich doch eher einfach und flott. Die wesentliche Entscheidung besteht aus der Überlegung, von welchem Ort aus ihr die Expedition beginnt. Habt ihr euch einmal für einen Ort entschieden, ist der weitere Weg weitgehend vorgezeichnet. Bevor der Startpunkt festgelegt wird, gilt es allerdings schon einige Optionen abzuwägen. Wie viele Wissenssteine erhalte ich? Welche Frachtplättchen kann ich damit abgreifen? Helfen mir meine Kontaktpersonen vielleicht weiter? Humboldt’s Great Voyage spielt sich zudem angenehm flüssig. Lange Wartezeiten sind nicht zu erwarten. Dafür sorgt natürlich gerade der clevere Mechanismus, der auch die passiven Spieler wieder aktiv ins Spielgeschehen eingreifen lässt. Gut umgesetzt wurde auch der thematische Überbau des Spiels. Der Spielplan lehnt sich sehr stark an die historische Reiseroute Humboldts an und auch sonst kommt das Entdecker-Thema gut zum Vorschein. Humboldt’s Great Voyage richtet sich in erste Linie an Gelegenheitsspieler. Als erfahrener Spieler würde ich mich zu einer Partie aber dennoch hinreißen lassen. Die kurze Spieldauer, der flüssige Spielablauf mit den geringen Wartezeiten und das gut umgesetzte Thema sorgen dafür, dass auch Spiele-Nerds ihre Freude an Humboldt’s Great Voyage haben.

PROS

CONS

+ Thema gut umgesetzt

- geringe Spannbreite von Entscheidungen

+ einfaches Regelwerk

+ geringe Wartezeiten

+ spielt sich sehr flüssig und flott

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