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Hungry Monkey im Test: Ein Kartenspiel nach HeidelBÄR-Tradition

Erstellt:

Von: Sebastian Hamers

Hungry Monkey Affe Bohne Verpackung Schachtel Heidelbaer Games
Hungry Monkey erscheint über HeidelBÄR Games und kostet ca. 15€. © HeidelBÄR Games

HeidelBÄR Games setzt seine Kartenspielreihe zur SPIEL 2022 in Essen fort. Mit zum Programm gehört nun auch das kleine Kartenspiel Hungry Monkey.

Durch die langjährige Tradition von HeidelBÄR Games ist eine lange Liste mit Brettspielen entstanden, die auf das Konto des Verlags gehen. Vom einfachen 10-Minuten-Quickie bis zum abendfüllenden 4X-Strategieklopper tauchten Spiele in allen Formen und Farben im Verlagsprogramm von HeidelBÄR auf. In den letzten Jahren haben aber vor allem die kleinen Kartenspiele aus Heidelberg für viel Furore in der Brettspielszene gesorgt. Titel wie Spicy, Blaze oder Anansi fanden bei den Spielern sehr viel Anklang. Und so ist es wenig verwunderlich, dass HeidelBÄR Games an Bewährtem festhält und die eigene Kartenspielreihe weiter ausbaut. In diesem Jahr tauchte auf der SPIEL in Essen beispielsweise Hungry Monkey auf der Neuheitenliste auf. Ob das Kartenspiel an die Erfolge von Spicy & Co. anknüpfen kann?

Hungry Monkey und die Jagd nach der verlorenen Bohne

Genau wie die genannten Schwestern, so hält sich auch Hungry Monkey nicht sonderlich lange damit auf, dem Spiel einen thematischen Rahmen zu verpassen. Der hungrige Affe hat mal wieder reichlich Schmacht und kann seine Lieblingsspeise, eine köstliche Bohne, nicht finden. Die kleine Ameise bequatscht nun den Tiger, sich für eine gemeinsame Suche nach der Bohne starkzumachen. Schon begibt sich die gesamte Tierwelt auf die Bohnenjagd, damit das Äffchen endlich Ruhe gibt und wieder Frieden im Dschungel einkehrt.

Hungry Monkey Ameise Krokodil Vogel Spatz Karten Hand
Bei Hungry Monkey startet ihr mit drei Handkarten und einer verdeckten Auslage, die aus vier Karten besteht. © HeidelBÄR Games

Einen Oscar wird es für das beste Drehbuch vermutlich nicht geben, denn im Grunde handelt es sich bei Hungry Monkey um ein abstraktes Spiel mit kurzen Regeln und einem knackigen Ablauf. Ziel des Spiels: alle Karten möglichst vor allen anderen loswerden. Wer die Karten frühzeitig ablegen kann, darf sich als Belohnung über die bereits erwähnten Bohnen freuen, die in Hungry Monkey als Siegpunkte fungieren. Der Ablauf des Spiels ist denkbar einfach.

Name des SpielsHungry Monkey
Spielerzahl2-6 Personen
Altersempfehlungab 8 Jahren
Spieldauer15 Minuten
AutorErik Andersson Sundén
VerlagHeidelBÄR Games
Preisca. 15€

Flotter Spielablauf in Hungry Monkey

Gespielt wird mit verschiedenen Tierkarten, jeweils mit Zahlenwerten von einem bis hin zu elf Punkten. Drei Tierkarten erhaltet ihr auf die Hand, weitere vier Karten legt ihr verdeckt in einer Reihe vor euch aus. Erst wenn sowohl die Hand als auch die Auslage vor euch komplett geleert wurde, habt ihr die Runde gewonnen. Seid ihr am Zug, stehen euch zunächst nur zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Gespielt wird immer auf den gemeinsamen Ablagestapel. Dazu wählt ihr entweder eine Karte von der Hand oder nehmt die oberste Karte vom Nachziehstapel.

Hungry Monkey Ameise Spatz Krokodil Schlange Hyaene Antilope Karten
Einige Tiere verfügen in Hungry Monkey über Spezialfähigkeiten. © HeidelBÄR Games

Beim Ablegen von Karten gibt es eigentlich nur eine Bedingung. Der Wert der gespielten Karte muss mindestens so hoch sein wie die aktuell ausliegende Karte auf dem Ablagestapel. Alles ziemlich simpel also. Am Ende des Zugs müsst ihr eure Hand wieder auf drei Karten aufstocken, bevor auch schon der nächste Spieler in der Reihe dran ist. Aufstocken? Doch wie wird man denn seine Karten überhaupt quitt? Das endgültige Loswerden von Karten ist bei Spielbeginn tatsächlich noch nicht möglich, dies folgt erst in einer späteren Spielphase.

Die Böse Mietze ist der Game-Changer in Hungry Monkey

Zunächst besteht hingegen viel eher die Gefahr, noch viele weitere Tierkarten auf die Hand zu bekommen. Seid ihr nicht in der Lage, eine passende Karte auszuspielen, müsst ihr nämlich den gesamten Ablagestapel aufnehmen. Jetzt seid ihr erstmal gut damit beschäftigt, eure Hand wieder zu leeren. Die vor euch ausliegende verdeckte Kartenreihe bleibt dabei zunächst erst einmal tabu. An einer bestimmten Stelle im Spiel wird jedoch irgendwann die Böse-Mietze-Karte im Nachziehstapel nach oben gespült, die ein echter Game-Changer ist.

Hungry Monkey Affe Nashorn Tiger Elefant Mungo Bueffel
Zwölf verschiedene Tierarten stehen euch bei Hungry Monkey zur Verfügung. © HeidelBÄR Games

Ab sofort gilt der Nachziehstapel als geleert, so dass keine weiteren Karten mehr gezogen werden müssen. Außerdem dürft ihr nun endlich auch auf die vier verdeckten Karten vor euch zugreifen. Allerdings steht ihr nun direkt vor einem anderen Problem, schließlich habt ihr bei Spielbeginn noch keinen Schimmer, welche Karten da überhaupt vor euch liegen. Wählt ihr beim Ausspielen eine der verdeckten Karten und sie erfüllt nicht die aktuellen Bedingungen, müsst ihr natürlich wieder den gesamten Ablagestapel auf die Hand nehmen. Auf diese Weise kann der Spielsieg wieder ganz weit wegrücken.

Hungry Monkey mit tierischen Sonderaktionen

Hungry Monkey bietet euch allerdings einige Optionen an, die eurem Glück hier wenig auf die Sprünge helfen. Viele Tierkarten verfügen über Sonderfähigkeiten, die mitunter schon ziemlich hilfreich sind. Eine Ameise etwa hat zwar nur den Wert von einem Punkt, kann aber dennoch jederzeit ausgespielt werden. Der Haken: Den Ablagestapel müsst ihr dennoch auf die Hand nehmen, dürft aber immerhin alle Ameisen in der Tischmitte liegen lassen.

Hungry Monkey Katze Boese Mieze Karte
Die böse Mieze ist ein echter Game-Changer in Hungry Monkey. © HeidelBÄR Games

Der schnelle Spatz ist eine sehr hilfreiche Karte, wenn es darum geht, die verdeckten Karten vor euch zu optimieren. Mit seiner Hilfe dürft ihr eine Handkarte mit einer verdeckten Karte vertauschen. Hilfreich wäre es jetzt natürlich, sich die Position der Karte gut einzuprägen. Ein gutes Gedächtnis ist auch beim Einsatz der listigen Schlange von Vorteil. Sie erlaubt euch, eine verdeckte Karte eines beliebigen Spielers zu betrachten.

Hungry Monkey setzt auf Unterstützung aus der Tierwelt

Doch es gibt noch weitere Tiere mit Spezialfähigkeiten. Der flinke Mungo ermöglicht euch direkt einen Extrazug, beim starken Büffel muss der Folgespieler ausnahmsweise eine niedrigere Karte spielen und bei König Tiger wandert gleich der gesamte Ablagestapel aus dem Spiel. Eine Sonderrolle nimmt der hungrige Affe selbst ein. Er kopiert die Fähigkeiten der Karte, die direkt unter ihm liegt, sofern dieser über eine Spezialeigenschaft verfügt.

Hungry Monkey Karten Bohnen Teller
Die Bohnen fungieren in Hungry Monkey als Siegpunkte. © HeidelBÄR Games

Hungry Monkey ermöglicht euch, vom Einsatz der Tiereigenschaften abgesehen, aber noch einen weiteren taktischen Kniff. Sofern ihr mehrere Tiere einer Art auf der Hand gehortet habt, dürft ihr diese auch in einem Rutsch ausspielen. So könnt ihr gleich mehrere Karten auf einmal loswerden. Außerdem löst ihr so möglicherweise auch den Viererbandeneffekt aus. Landen vier oder mehr gleiche Tiere auf dem Ablagestapel, werden sowohl die Tiger- als auch die Mungo-Fähigkeit aktiviert.

Bohnensammeln für den Hungry Monkey

Seid ihr tatsächlich als erster Spieler alle Karten losgeworden, erhaltet ihr als Belohnung zwei Bohnenkarten. Je nach Teilnehmerzahl werden auch die folgenden Spieler mit noch immerhin einer Bohnenkarte belohnt. Bohnenkarten zeigen zwischen einer und drei Bohnen, wer zuerst zehn Bohnen für das hungrige Äffchen gesammelt hat, gewinnt die Partie. Ob ihr mehrere Durchläufe nacheinander spielen möchtet, bleibt euch natürlich selbst vorbehalten. Für eine Einzelpartie müsst ihr in etwa mit einer Viertelstunde Spielzeit rechnen.

Hungry Monkey Katze Krokodil Tiere Spatz Ameise Karten
Hungry Monkey besteht aus knapp 100 Spielkarten. © HeidelBÄR Games

Hungry Monkey ist für zwei bis sechs Personen ab acht Jahren geeignet. Das Spiel erscheint über HeidelBÄR Games im Handel und kostet ungefähr 15€.

Fazit: Hungry Monkey konnte unseren Spielehunger stillen und erhält dafür diese leckere ingame-Testwertung.

Wertungsgrafik Hungry Monkey
Hungry Monkey fügt sich gut ins HeidelBÄR-Kartenspielprogramm ein und erhält diese ingame-Testwertung. © ingame.de

Hungry Monkey steht in der Tradition der HeidelBÄR-Kartenspiele, entsprechend hoch waren die Erwartungen an den Titel. Die ersten Partien verliefen überraschenderweise jedoch etwas schleppend und es entstand das Gefühl, sich bei diesem Spiel fast ausschließlich auf sein Glück verlassen zu müssen. Obwohl der Verlag das Kartenspiel bereits ab acht Jahren empfiehlt, muss man sich allerdings schon ein wenig auf den Ablauf einstellen. Es gibt nämlich schon einige Aspekt, die es abzuwägen gilt. In der ersten Spielphase versucht man sich vor allem, zusätzliche Karten vom Leib zu halten. Doch man sollte auch das Auskundschaften und die Optimierung der verdeckten Kartenauslage nicht vernachlässigen. Ansonsten habt ihr in der finalen Phase schnell das Nachsehen und eure mühsam geleerte Hand schnell wieder proppenvoll. Das kann manchmal natürlich etwas frustvoll sein, der aber dank der ultrakurzen Spieldauer schnell verfolgen ist. Dafür ist die Freude natürlich umso größer, wenn die letzte Karte tatsächlich die Hand verlässt. Als kurzer und unkomplizierter Kartenklopper ist Hungry Monkey eine gute Empfehlung, auch wenn es vielleicht nicht ganz an den Spaßfaktor von Spicy heranreichen kann.

ProCon
+ kurzer und unkomplizierter Spielspaß- hat frustvolle Momente
+ funktioniert auch in etwas größeren Gruppen gut
+ viele verschiedene Tierfähigkeiten
+ schöne Optik

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