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Influentia von Ludonova erscheint über Asmodee und kostet etwa 20€.

Influentia bietet einfache Stichspielmechanik mit vielen Extras

Influentia im Test: Das dystopische Kartenspiel

  • VonSebastian Hamers
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Bei Influentia kämpft ihr im Jahre 2077 um die wirtschaftliche Vorherrschaft in der Region um Norditalien auf Basis eines Stichspiels.

  • für 3-4 Spieler ab 10 Jahren
  • Spieldauer: 45 Minuten
  • Autor: Miguel Bruque
  • Verlag: Ludonova/Asmodee
  • Preis: ca. 20€

Stichspiel gefällig? Bei Kartenspielen dieses Genres scheiden sich oftmals die Geister. Einerseits haben Stichspiele mit ihren klassischen Vertretern wie Skat oder Doppelkopf eine lange Tradition und erfreuen sich einer großen Fangemeinde, auf der anderen Seite wünschen sich gerade eingefleischte Spieler eine tiefergehende Spielerfahrung. Vielleicht kann das neue Kartenspiel von Ludonova hier für einen guten Kompromiss sorgen. Influentia ist im Kern ein ziemlich klassisches Stichspiel, das die Spielerfahrung aber um ein paar Elemente erweitert und sogar ein mit einem interessanten Thema als Rahmen daherkommt.

Influentia: Stichspiel in Dystopia

Die Geschichte von Influentia siedelt sich im Cyberpunk-Jahr 2077 an. Schauplatz ist allerdings nicht die fiktive Stadt Night City, sondern das nördliche Italien. Die Lage in den großen Metropolen Pisa, Bologna, Florenz und Mailand haben sich nicht gerade zum Guten entwickelt. Die Megakonzerne kämpfen um die Vorherrschaft im Land und plündern rücksichtslos die knappen Ressourcen. In diesen Zirkus der Konzerne steigt ihr als Spieler ein und heult gemeinsam mit den Wölfen. Es entsteht ein Kampf um Einfluss und Ressourcen, bei dem ihr euch gegenseitig das Leben schwermacht.

In Influentia mehrt ihr euren Einfluss in den Metropolen, um die mächtigste Familie Norditaliens zu werden.

Über mehrere Runden hinweg versucht ihr euren Einfluss in den vier Städten zu mehren. Dieser wird durch Stadtkarten dargestellt. Jede Stadt besteht aus diversen Gebäuden, die ihr euch aneignen wollt. Oberhalb des Spielfelds gibt es eine Auslage aus ein paar verfügbaren Stadtkarten. Eine dieser Karten dürft ihr zu euch nehmen, falls ihr den Stich in diesem Zug gewinnen könnt. Die Stiche werden wiederum mit Ressourcenkarten gespielt. Energie, Medizin, Hacking, Robotik und Technologie… das sind die harten Währungen im Jahr 2077. Je zehn Karten in unterschiedlichen Wertigkeiten sind pro Ressource verfügbar.

Influentia bietet klassische Stichspiel-Mechanik

Das Ausspielen der Ressourcenkarten folgt dem klassischen Stichspiel-Muster. Der Startspieler spielt eine Karte offen aus, die weiteren Spieler folgen der Reihe nach. Ihr müsst nicht zwingend die gespielte Ressource des Startspielers bedienen. Wollt ihr den Stich jedoch gewinnen und somit eine Chance auf eine der Stadtkarten in der Auslage haben, solltet ihr den Wert der Karte überbieten. Dies gelingt nur, wenn ihr eine höherwertige Karte der Startressource spielt oder aber auf einen Trumpf zurückgreift.

Welche Ressourcen wertvoll sind, kann sich in Influentia schnell ändern.

In Influentia gibt es keine fixen Trumpfkarten. Bei Spielbeginn wird eine zufällige Ressource als Trumpf festgelegt. Durch bestimmte Aktionen kann sich im Spielverlauf der Trumpf außerdem mehrfach verändern. Influentia ist in vielerlei Hinsicht ziemlich variabel. Letztlich gewinnt der Spieler mit der hochwertigsten Ressource den Stich und darf sich eine Stadtkarte aus der offenen Auslage wählen und seinem persönlichen Bereich hinzufügen. Alle anderen Spieler behalten ihre zuletzt gespielte Karte und legen diese ebenfalls vor sich aus. Sie werden möglicherweise später noch sehr bedeutsam.

Spezialaktionen bei Influentia

Auf den Ressourcenkarten befinden sich verschiedene Symbole, die für eure Machenschaften in diversen Disziplinen wie Politik oder Steuereintreibung stehen. Sammelt ihr zwei Karten mit identischen Symbolen, dürft ihr eine von fünf unterschiedlichen Spezialaktionen durchführen. Mit diesen lässt sich beispielsweise die Trumpfressource ändern oder zusätzliche Siegpunkte generieren, wenn bestimmte Bedingungen im Spiel erfüllt sind. Per Sonderaktion könnt ihr sogar die Wertigkeiten der Karten auf den Kopf stellen. Nun sind auf einmal die niedrigsten Ressourcenkarten am wertvollsten. Ein gewisses Chaoselement kann Influentia nicht verleugnen.

Pestdoktor und Gouverneur sind zwei Sonderkarten mit Spezialfähigkeiten in Influentia.

Sammelt ihr zwei Pestdoktoren über die Ressourcenkarten ein, erhaltet ihr außerdem Zugriff auf die Quarantänezone. Teile der Stadt liegen in einer separaten Auslage, gelten aber leider als verseucht. Der Pestdoktor lässt euch eine Stadtkarte entseuchen, die ihr direkt in eure persönliche Auslage nehmen dürft. Nachdem die Sonderaktion abgehandelt wurde, wandern die beiden eingesetzten Ressourcenkarten auf den Ablagestapel. Sie werden in den kommenden Spielrunden wieder zum Einsatz kommen.

Klare Machtverhältnisse in Influentia

In einer Spielrunde habt ihr immer sechs Ressourcenkarten auf der Hand. Ihr zieht stetig neue Karten nach bis sich der Nachziehstapel geleert hat. Dann wird das Ende der Runde eingeleitet und es werden Siegpunkte verteilt. Jetzt kommt es einzig und allein auf eure gesammelten Stadtkarten an. Ihr addiert alle Einflusspunkte, die ihr in einer Stadt gesammelt habt und vergleicht sie mit den anderen Spielern. Dem einflussreichsten Spieler winken fünf Siegpunkte, für den Zweitplatzierten fallen immerhin noch drei Punkte ab.

Sammelt ihr zwei Ressourcenkarten mit identischen Symbolen, löst ihr in Influentia eine Sonderaktion aus.

Zu den gesammelten Stadtkarten zählt möglicherweise auch der Gouverneur, der zwei Extrapunkte wert und ist gleichzeitig den Ausschlag zu euren Gunsten bei Punktgleichheit gibt. Doch damit nicht genug. Städteübergreifend kann es sich lohnen, gezielt bestimmte Stadtkarten zu ergattern. Sammelt ihr drei Gebäude des gleichen Typs, also beispielsweise drei Kirchen, greift ihr drei weitere Siegpunkte ab. Vierer-Sammlungen werden sogar mit vier Siegpunkten belohnt. Wie ihr seht, in Influentia gilt es durchaus einige Faktoren im Blick zu behalten.

In Influentia sammelt ihr Einfluss über drei Spielrunden

Die Siegpunkte haltet ihr mit euren Konzernmarker direkt auf dem Spielfeld fest. Insgesamt stehen euch drei Runden zur Verfügung, um euren Einfluss in Norditalien zu mehren. Der Ablagestapel wird neu gemischt, jeder Spieler erhält erneut sechs Ressourcenkarten und auf geht es in eine neue Spielrunde. Habt ihr nach drei Durchläufen die meisten Siegpunkte errungen, schwingt sich eure Familie zum mächtigsten Clan Norditaliens auf. Herzlichen Glückwunsch!

Bei Influentia wird jede Stadt einzeln gewertet, es gewinnt der Spieler mit den meisten Einflusspunkten.

Für eine Partie solltet ihr ungefähr eine dreiviertel Stunde einplanen. Das Spiel ist für drei bis vier Personen ab zehn Jahren geeignet. Influentia von Ludonova erscheint in Deutschland über Asmodee und ist ab sofort im Handel zum Preis von etwa 20€ zu finden.

Fazit: Klassische Stichspiel-Mechanik mit dem gewissen Etwas bescheren Influentia diese ingane-Testwertung

Klassische Stichspiel-Mechanik mit dem gewissen Etwas bescheren Influentia diese ingane-Testwertung.

In meinem Freundeskreis gibt es einige Spieler, denen ich ein Stichspiel kaum unterjubeln kann. Mit Influentia ist es mir aber wieder einmal gelungen. Und tatsächlich kam das Spiel richtig gut an. Influentia bietet rund um das klassische Stichspiel-Erlebnis ein paar attraktive Extras, die für die nötige Würze sorgen. Wollt ihr euren Einfluss in Norditalien mehren, müssen ziemlich viele Faktoren beachtet werden. Vor allem solltet ihr immer genau im Auge behalten, was die rivalisierenden Familien so treiben. Denn in Influentia geht vor allem um Mehrheiten. Wer die Fäden in den einzelnen italienischen Metropolen in den Händen hält, baut seine Macht weiter aus. Das Sammeln der Stadtkarten durch gewonnen Stiche ist dabei ein wichtiges Element, doch die Macht der Sonderaktionen ist ebenfalls kaum zu unterschätzen. Sie wirbeln den Spielverlauf gerne mal durcheinander und sorgen für einen gewissen Chaosfaktor. Vollständig planbar ist Influentia nicht. Es gehört auch eine gute Portion Glück dazu, um die mächtigste Familie der Region zu werden. Sind euch die Karten nicht gewogen, habt ihr einen schweren Stand. Es gibt aber dennoch einige taktische Stellschrauben, an denen sich drehen lässt. Das geschickte Sammeln von Stadtkarten, die gezielte Aneignung von Gebäudetypen und nicht zuletzt der Einsatz der mächtigen Sonderaktionen sind gute Werkzeuge, um eure Mission voranzutreiben. Mit diesen Mitteln und einem stimmigen Thema hebt sich Influentia angenehm aus der Masse der Stichspiele hervor.

ProCon
+ einfache Regeln- nur mit 3 oder 4 Spielern spielbar
+ überraschende Wendungen im Spielverlauf
+ Stichspiel mit vielen Extras
+ stimmige Optik und Atmosphäre

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