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Unverbrauchtes Thema: ihr erkundet die Insel in einem Heißluftballon.

Inselerkundung im Heißluftballon

Die Inseln im Nebel im Test: Plättchenlegen mit coolen Gimmicks

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Die Inseln im Nebel erkundet ihr in einem Heißluftballon aus luftigen Höhen. Beim Auskundschaften kommt es nicht nur auf günstige Windverhältnisse an.

Mal ehrlich, welches Videospielthema hat euch zuletzt so richtig begeistert? Bei mir stellen sich nach rund 35 Jahren Videospiel-Leidenschaft inzwischen doch ein paar Ermüdungserscheinungen ein. Alles schonmal dagewesen, oder? Die Brettspiel-Landschaft steht vor einem ganz ähnlichen Problem. Bei einer vierstelligen Zahl von Neuheiten, allein in der Herbst-Saison, sollten doch eigentlich alle erdenklichen Themen bestens abgedeckt sein. Hin und wieder taucht dann aber doch ein Spiel auf der Neuheitenliste auf, bei dem der thematische Überbau noch ziemlich frisch wirkt. Mit der Ballonfahrt haben sich noch nicht allzu viele Brettspiele beschäftigt. Genau darum geht es in Die Inseln im Nebel von Schmidt Spiele. Beim Erkunden der Insel ist jedoch mehr gefragt als günstige Windverhältnisse.

Bricht man Die Inseln im Nebel auf die zugrundeliegende Basis-Mechanik herunter, liegt ein ziemlich klassisches Plättchenlegespiel vor uns. Damit gewinnt das Spiel diesbezüglich keinen Innovationspreis, weiß aber trotzdem mit ein paar frischen Ideen zu überraschen. Jeder Entdecker bastelt an seinem eigenen Tableau, seiner ganz persönlichen Insel, herum. Die Interaktion entsteht vor allem über den gemeinsamen Pool an Plättchen, aus dem ihr euch bedient. Die sechseckigen Plättchen stellen unterschiedliche Landschaften dar, um die sich im Spiel alles dreht.

Dichte Nebelsuppe

Bei Spielbeginn könnt ihr nur die Küstenfelder eurer Insel einsehen. In den Randgebieten sind bereits ein paar Landschaften auf dem Tableau vorgedruckt. Das Innere der Insel liegt hinter dichten Nebelschwaden verborgen. In der Mitte befindet sich allerdings schon die kleine Ballonwerft, die gleichzeitig auch den Startpunkt eurer Expedition markiert. Von dort aus gleitet ihr über die Insel und deckt immer wieder neue Teile es Landesinneren frei. Wie die Insel letztlich aussieht, legt ihr selbst fest. Zug um Zug sichert ihr euch neue Landschaftsplättchen aus der Auslage und legt diese auf eurer Insel an.

Zu Beginn des Spiels liegt ein Großteil der Insel noch hinter dichten Nebelschwaden verborgen. Mit eurem Heißluftballon könnt ihr aber für Klarheit sorgen.

Je nach Zahl der Spieler legt ihr in der Tischmitte vier bis sieben Wolkenfelder aus. In jeder Runde wird pro Wolke ein neues Landschaftsplättchen aus einem b lickdichten Beutel gezogen und darauf platziert. Von dieser offenen Wolkenauslage nehmt ihr in eurem Zug alle Plättchen einer Wolke und sichert sie zunächst auf eurem Spielertableau. Auf die Plättchen auf eurem Tableau könnt ihr später zugreifen, wenn die richtige Zeit gekommen ist, um sie auf der Insel auszulegen.

Mit der Kraft des Windes

Bevor es soweit ist, wird aber erst einmal gewürfelt. Würfeln darf jedoch nicht der Startspieler, sondern der letzte Spieler in der Zugreihenfolge. Während sich der Startspieler zuerst für die Plättchen einer Wolke entscheiden kann, legt der letzte Spieler ein paar ganz besondere Parameter fest, nach denen nun gespielt wird. Geworfen wird mit zwei verschiedenen Würfeln. Als letzter Spieler in der Reihe könnt ihr das Schicksal ein wenig beeinflussen. Jeden Würfel dürft ihr bei Nichtgefallen einmal erneut werfen. Der Bonuswürfel gibt jedem Spieler ein festgelegtes Extra. Dieses muss von allen Ballonfahrern genommen werden, selbst wenn es sich nachteilig auf den eigenen Spielzug auswirkt.

Die Richtung des Windes spielt eine große Rolle im Spiel. Mit eurem Bordmotor könnt ihr eure Bewegung unter Energieaufwand beeinflussen.

Mit dem zweiten Würfel wird die Windrichtung bestimmt. Auf diese Weise wird festgelegt, in welche Richtung sich die Ballons in dieser Runde bewegen. Es sei denn, ihr ergreift entsprechende Gegenmaßnahmen. Jeder Ballon verfügt über einen eigenen Antrieb, der allerdings mit der nötigen Energie gespeist werden muss. Ihr könnt eure Fahrt abbremsen oder beschleunigen. Jedes Feld, das von der normalen Reichweite abweicht, kostet einen Energiepunkt. Mit dem nötigen Energieaufwand, lässt sich sogar gegen den Wind steuern.

Bordantrieb für Notfälle

Wie weit euch die Fahrt mit dem Ballon führt, hängt im Wesentlichen nicht vom Würfelwurf ab. Zwar gibt es auf dem Bonuswürfel einige Reichweiten-Modifikatoren, bedeutsamer ist jedoch das Plättchen auf der Insel, auf dem sich euer Ballon gerade befindet. Die Unterschiede sind mitunter gewaltig. Befindet ihr euch in einem windstillen Areal, kommt euer Ballon möglicherweise sogar gar nicht vom Fleck weg. Andere Gebiete treiben euch gleich vier oder fünf Felder weit über die Insel.

In welche Richtung der Wind bläst, wird per Würfelwurf entschieden. Der Bonuswürfel spendiert jedem Spieler ein kleines Extra.

Der Einsatz des Bordmotors ist also schon ziemlich hilfreich, wenn ihr das Erkunden der Insel gezielt angehen möchtet. Den Großteil der Energie erhaltet ihr über abgelegte Landschaftsplättchen. Wenn ihr Plättchen erhaltet, dürft ihr sie entweder auf euer Tableau legen, um sie später auf der Insel zu verbauen oder aber ihr werft sie wieder zurück in den Beutel. In diesem Fall wandelt ihr das Plättchen in Energie um. Je höher die Windstärke des Plättchens, desto mehr Energie kann gespeichert werden.

Coast to Coast

Euer Heißluftballon gleitet so Runde für Runde über die Insel. Bei jedem Zwischenstopp habt ihr die Möglichkeit, Plättchen von eurem eigenen Spielertableau auf die Insel zu legen. Alle Felder rings um den aktuellen Standort befinden sich für euch in Reichweite. Mit gutem Timing und etwas Glück könnt ihr manchmal direkt mehrere Plättchen auf einmal loswerden. Dabei versucht ihr möglichst viele Landschaftsfelder zu platzieren und sie mit der passenden Küstenregion zu verbinden. So empfiehlt es sich an den saftigen Wiesen der Nordwest-Küste weitere Graslandschaften anzulegen.

Jede Wolke wird pro Runde mit einem neuen Plättchen bestückt. Über diese offene Auslage gelangt ihr an neue Landschaftsplättchen.

Die Insel verfügt über sechs verschiedene Landschaftsarten, sowie sechs entsprechende Küstenregionen. Das Spiel endet, sobald es einem Spieler gelungen ist, die Nebelschwaden zu durchbrechen und alle sechs Küstenabschnitte mit der Ballonwerft im Herzen der Insel zu verbinden. Wenn euch dies gelingt, habt ihr das Spiel damit zwar nicht automatisch gewonnen, dürft euch aber über ein paar Zusatzpunkte freuen.

Vulkane, Städte, Monumente

Die meisten Siegpunkte werden in der Regel aber über die ausgelegten Landschaften erzielt, die mit der passenden Küste verbunden wurden. Im Spiel lassen sich jedoch einige Zusatzpunkte generieren. Große Landschaften, die aus fünf oder mehr gleichen Landschaftsplättchen bestehen, geben euch ebenso Bonuspunkte wie das Errichten von Monumenten oder Städten. Die beiden letztgenannten haben aber so ihre Tücken. Sie werden nicht als Landschaft gewertet und verhindern auf diese Weise möglicherweise die Entstehung eines größeren Areals.

Städte sind besonders wertvoll, wenn sie von Landschaftsplättchen umgeben sind.

Städte können sehr wertvoll werden, wenn ihr sie nicht im Nebel zurücklasst, sondern sie mit Landschaftsplättchen einkreist. Monumente sind hingegen gewinnbringend, wenn ihr besonders viele von ihnen sammelt. Der Spieler mit den meisten Monumenten auf seiner Insel erhält dafür auch die meisten Siegpunkte. Punktabzüge bekommt ihr am Spielende für etwaige Vulkane, die sich noch auf der Insel befinden. Die Vulkane sind auf der Insel bereits vorabgedruckt. Ihr könnt sie mit einem beliebigen Plättchen abdecken, um die Minuspunkte zu vermeiden.

Mini-Erweiterungen inklusive

Wenn ihr es etwas komplexer mögt, könnt ihr auf die beiden Mini-Erweiterungen zurückgreifen, die im Spiel gleich mitgeliefert werden. Mit dem ersten Add-on kommt der Wolken-Hafen ins Spiel. Mit eurem Ballon könnt ihr jetzt über die Grenzen der Insel hinausgleiten, um in den Hafen zu gelangen. Dort befindet sich eine Auslage mit zusätzlichen Landschaftsplättchen, die ihr im Tausch gegen Plättchen auf eurem Tableau erhalten könnt. Noch etwas taktischer wird Die Inseln im Nebel mit den zusätzlichen Ausbauplättchen. Die neuen Plättchen verfügen über eine variable Windstärke. Beendet euer Ballon seine Fahrt auf einem solchen Plättchen, dürft ihr die Windstärke zu einem gewissen Grad selbst festlegen.

Unverbrauchtes Thema: ihr erkundet die Insel in einem Heißluftballon.

Die Inseln im Nebel ist über Schmidt Spiele erschienen und im Handel ab sofort verfügbar. Das Spiel ist für zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren geeignet. Je nach Spielerzahl dauert eine Partie zwischen 45 Minuten und einer Stunde. Kostenpunkt: etwa 30€.

Fazit: Auf der Nebelskala erhält Die Inseln im Nebel die folgende Wertung

So schneidet Die Inseln im Nebel im Test ab.

Mit der Plättchenlege-Mechanik wandelt Die Inseln im Nebel auf bekannten Pfaden. Dennoch fühlt sich das Spiel nicht muffig an, sondern wirkt sogar ziemlich frisch. Das liegt nicht nur am unverbrauchten Thema, sondern auch an ein paar spannenden Gimmicks, die für ein besonderes Erlebnis sorgen. Wie man es sich in der Ballonfahrt vorstellt, seid ihr ein wenig vom Wind abhängig. Per Würfelwurf wird entschieden aus welcher Richtung der Wind heute weht. Dabei spielt der letzte Spieler in der Zugreihenfolge oft das Zünglein an der Waage. Er darf beide Würfel nach eigenem Gutdünken nachwerfen. Dafür hat er jedoch den erheblichen Nachteil, seine Plättchen als letztes zu wählen. Durch dieses Vorgehen entsteht eine spannende Dynamik unter den Spielern. Vor allem kommt so auch die Interaktion nicht zu kurz. Obwohl jeder Spieler auf seinem eigenen Tableau vor sich hin bastelt, spielt sich Die Inseln im Nebel nicht wie ein Multiplayer-Solitär. Gut gefallen haben mir auch die beiden Erweiterungsmodule. Sie machen das Spiel nochmal etwas taktischer und auch lebendiger. Mit ihnen wird Die Inseln im Nebel zu einem Spiel, das auch anspruchsvolleren Spielern gerecht wird. Ohne Zusatzmodule fischt es hingegen eher im Bereich der Familienspiele. Wenn ihr euch für Spiele mit Plättchenlege-Mechanik begeistern könnt, das zudem noch ein unverbrauchtes Thema mit sich bringt, dann solltet ihr mal eine Fahrt durch die Nebelschwaden der Insel versuchen.

PROS

CONS

+ wertiges Spielmaterial

- leicht sperriges Regelwerk

+ inklusive zwei Mini-Erweiterungen

+ unverbrauchtes Thema

+ gut funktionierender Lege-Mechanismus

+ spannender Bewegungsablauf der Spielfigur

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