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Spiel des Jahres 2019: Wie gut ist es?

Just One im Test: Spiel des Jahres und Pflicht auf jeder Party

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Das Spiel des Jahres 2019 hört auf den Namen Just One. Überraschend, denn nur selten schaffen es Partyspiele auf den Thron. Wird es den Lorbeeren gerecht?

2019 ist das Jahr der kleinen Spiele, zumindest in den Augen der Spiel-des-Jahres-Jury. Mit L.A.M.A., Werwörter und Just One wurden gleich drei Spiele mit kleiner Verpackungsgröße auf die Nominierungsliste gesetzt. Das Rennen konnte letztendlich Just One für sich entscheiden. Partyspiele sind wieder schwer en vogue. Nachdem sich schon vor zwei Jahren das großartige Codenames den SdJ-Award sichern konnte, gelingt dieser Coup nun bereits erneut einem Spiel für größere Gruppen. Dabei ist die Idee hinter Just One so denkbar einfach, fast schon banal. Vermutlich findet das Spiel aber genau deshalb eine so breite Anhängerschaft. Mit Just One lockt ihr so ziemlich jeden Spielertypen und sogar Brettspiel-Verweigerer an den Spieletisch.

Rückzug zu Ruck Zuck

Ein Haufen Karten, Tafeln und Stifte: Mehr braucht es nicht für Just One.

Mich hat die Spielidee von Just One sofort an den TV-Show-Klassiker Ruck Zuck erinnert. Bei der Spielshow – unter anderem moderiert von Werner Schulze-Erdel, Jochen Bendel und zuletzt Olli Geißen – traten zwei Fünfer-Teams gegeneinander an. Dem ersten Spieler der Mannschaft wurde ein Begriff vorgegeben. Die restlichen Teammitglieder wurden über einen Kopfhörer mit lauter Musik beschallt. Bereit? Dann darf das erste Mitspieler erweckt und der Begriff mit eigenen Worten umschrieben werden. Sobald der Begriff erraten wurde, wird der nächste Spieler in der Reihe von seinen Kopfhörern befreit.

Die Prozedur wird nun wiederholt. Allerdings wird die Aufgabe bei jedem weiteren Mitspieler schwerer. Die bereits genannten Keywords, die von den anderen Spielern schon als Erklärungsversuch verwendet wurden, sind ab sofort tabu. Ein Oberschiedsrichter bricht das Spiel in diesem Fall mit dem bekannten Hupgeräusch ab. Eine ganz ähnliche Idee steckt auch hinter Just One.

In der Kürze liegt die Würze

Hier läuft das ganze Spiel allerdings noch einfacher und schneller ab. Die nervenaufreibenden Wartezeiten der Ruck-Zuck-Kandidaten bleiben euch jedenfalls erspart. In Just One agiert ihr ebenso als Team. Ein Spieler wird zum Ratekandidaten erklärt, alle anderen Spieler werden zu Erklärern. Der gesuchte Begriff wird dabei aus 110 Spielkarten mit jeweils fünf Begriffen herausgepickt.

Diese und andere Begriffe gilt es mit einem Wort zu umschreiben.

Der Begriff ist demnach allen Spielern bekannt, bis auf den Kandidaten natürlich. In der Rolle eines Erklärers dürft ihr eurem Mitspieler nun einen Hinweis auf einer kleinen abwischbaren Tafel hinterlassen. Einschränkung dabei: der Hinweis darf nur aus einem einzigen Wort bestehen. Das macht die Erklärung doch schon wesentlich schwerer.

Zwei Doofe, ein Gedanke?

Die Hinweise tanzen auf dem schmalen Grat zwischen abstrakt und konkret.

Wie schon bei Ruck Zuck, so gibt es auch bei Just One einen weiteren Stolperstein. Doppelt genannte Hinweise werden aussortiert, bevor sie der Kandidat zu Gesicht bekommt. Eure Kreativität ist gefragt. Wählt ihr einen sehr naheliegenden Hinweis, ist dies sicherlich ein guter Anhaltspunkt für den Kandidaten. Auf der anderen Seite besteht hier natürlich auch die Gefahr, dass ein anderer Spieler auf die gleiche Idee gekommen ist. Natürlich kann es auch sein, dass alle Erklärer ähnlich denken und die besten Begriffe möglicherweise deshalb überhaupt keine Erwähnung finden.

Wie erklärt man Barbie am besten mit einem Wort? Ken wäre sicher ein guter Hinweis. Aber ist das nicht zu offensichtlich? Vielleicht wäre der Hersteller Mattel doch besser? Oder das Traumhaus? Blondschopf? Spielzeugpuppe? Die Entscheidung ist gar nicht so leicht. Zumal die Regeln bei den Wortdopplungen ziemlich streng sind. Wählt ihr die zuletzt genannte Spielzeugpuppe und ein Mitspieler notiert Spielzeug auf seiner Tafel, scheiden beide Hinweise aus.

Kandidatenwechsel

Nachdem der Begriff abgehandelt wurde, übernimmt der nächste Spieler die Rolle des Ratekandidaten. Auf diese Weise kommt jeder Spieler mindestens einmal in den Genuss dieser Aufgabe. Als Ratespieler solltet ihr euch eure Antwort gut überlegen, denn ihr habt nur einen einzigen Schuss im Revolver. Für eine korrekte Antwort erhält die Gruppe einen Punkt.

Für die Gruppe ist es manchmal besser, wenn ihr nicht vorschnell drauflosratet.

In einer Partie werden genau dreizehn Begriffe gespielt. Eine falsche Antwort kostet das Team jedoch eine der noch nicht gespielten Begriffskarten. Habt ihr überhaupt keine gute Idee, solltet ihr vielleicht daher besser auf einen Schuss ins Blaue verzichten. In diesem Fall bekommt ihr zwar auch keinen Punkt gutgeschrieben, allerdings wird immerhin die folgende Karte nicht entfernt.

Spiel zurückgesetzt mit einem Wisch

Nach jeder gespielten Begriffskarte müssen die Hinweise auf den Tafeln gelöscht werden. Die beigelegten Stifte sind wasserlöslich. Auf der Stiftrückseite befinden sich kleine Wischblätter. Mit ihnen könnt ihr die Schrift auf den Tafeln mit einem Wisch entfernen. Verbrauchsmaterial wie Blöcke oder ähnliches braucht es daher glücklicherweise nicht.

Wasserlösliche Stifte mit eingebautem Schwamm: Ein cleveres Detail.

Für eine Partie Just One braucht es meist nur rund zwanzig Minuten. Aufgrund der simplen Regeln kommt ihr ohne lange Vorbereitungszeit ins Spiel und könnt praktisch direkt loslegen. Dafür braucht ihr allerdings mindestens drei Spieler. Am meisten Spaß macht Just One allerdings in einer etwas größeren Runde. Maximal sieben Mitglieder könnt in euer Team aufnehmen. Dank der Spiel-des-Jahres-Auszeichnung sollte Just One problemlos überall zu haben sein. Kostenpunkt: etwa 25€.

Fazit

PROS

CONS

+ Gut für größere Gruppen geeignet

- Erst ab 5-6 Spielern richtig gut

+ Partytauglich

+ Einfache Regeln

+ Abwischbare Tafeln

+ Fordert die Kreativität

+ Erinnert an die Spielshow Ruck Zuck

Genialität durch Einfachheit! Just One schränkt euch in euren Möglichkeiten ein und fordert dadurch auf pfiffige Art und Weise eure Kreativität heraus. Es ist gar nicht so leicht, die passende Ein-Wort-Beschreibung zu einem Begriff zu finden. Ist der Hinweis zu offensichtlich, lauft ihr Gefahr, dass dieser Hinweis direkt wieder aussortiert wird. Andererseits, vielleicht denken eure Mitspieler ja ähnlich und der beste Tipp wird so gar nicht erst genannt? Mit solchen kniffligen Fragen müsst ihr euch bei Just One ständig auseinandersetzen. Zudem ist es spannend zu beobachten, wie sich das Spiel verändert, wenn eine neue Teamzusammenstellung entsteht. Je nachdem mit wem ihr Just One spielt, erhaltet ihr plötzlich ganz andere Hinweise. Der Begriff „Microsoft“ kann im Büroumfeld sicher mit Office verknüpft werden oder mit Excel. Als Gamer würdet ihr aber sicher direkt die Xbox oder den Masterchief notieren. Sein wahres Potential entfaltet Just One erst in einer etwas größeren Runde. Ab 5-6 Spieler läuft das Spiel zu Hochform auf. In kleineren Gruppen funktioniert das Spiel nicht ganz so gut, da einfach zu wenig Hinweise ausgegeben werden. Das Regelwerk empfiehlt in diesem Fall gleich mehrere Tafeln pro Spieler zu verteilen, der große Nervenkitzel bleibt so aber ein wenig auf der Strecke. Solltet ihr hin und wieder mal fünf oder mehr Spieler an den Tisch bringen, dann ist Just One ein lustiges, kreatives und schnelles Spiel, das trotzdem genug Stoff bietet für ein abendfüllendes Programm. Die Spiel-des-Jahres-Jury hat einen guten Job gemacht. Just One ist tatsächlich ein würdiger Preisträger. Herzlichen Glückwunsch!

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