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Kameloot erscheint über Pegasus Spiele und kostet etwa 12€.

Seltsame Handelsabkommen in den Tavernen von Kameloot

Kameloot im Test: Das Kartenspiel für listige Händler

  • VonSebastian Hamers
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Die Tavernen von Kameloot sind gute Umschlagsplätze für eure Waren. Lediglich das Handelsabkommen mit den anderen Händlern ist ein Dorn im Auge.

  • für 3-6 Spieler ab 8 Jahren
  • Autoren: Gregory Grard, Mathieu Roussel, Frederic Boulle
  • Verlag: Blue Orange/Pegasus Spiele
  • Spieldauer: 15-30 Minuten
  • Preis: ca. 13€

Wer sich gerne in ein Fantasy-Abenteuer stürzt, beginnt die spannende Reise nicht selten in einer Taverne. Pen-and-Paper-Rollenspiele können ein Liedchen davon singen, wenn der Spielleiter seinen improvisierten Einstieg mit den Worten „Ihr sitzt in einer Taverne, als…“ beginnt. Nein, nicht schon wieder eine dieser Tavernen-Geschichten. Doch, genau so eine werdet ihr in Kameloot, dem neuen Kartenspiel von Pegasus, erleben. Diesmal schlüpft ihr allerdings nicht in die Rolle mutiger Abenteurer, sondern habt euch vielmehr auf den Handel mit magischen Gegenständen spezialisiert. Als findiger Händler wollt ihr eure Waren möglichst lukrativ an die zahlungskräftigen Tavernen-Gäste verticken, die möglicherweise ja schon auf den Beginn eines weiteren Fantasy-Abenteuers warten.

Handel mit magischen Gegenständen bei Kameloot

In Kameloot buhlen bis zu sechs Händler um die Gunst der Kunden. Allerdings ist der Handel mit magischen Gegenständen schon etwas speziell. Der magische Tand lässt sich nur als vollständiges Komplettpaket verhökern. Zaubertränke gehen nur im Set mit fünf Phiolen weg, magische Umhänge gibt es nur im Sechserpack und Zauberstäbe wandern nur als Dreier-Sammlung über den Ladentisch. Deshalb habt ihr als Händler ein Abkommen untereinander getroffen.

In Kameloot wird mit diesen magischen Gegenständen gehandelt.

Sobald ihr gemeinsam ein vollständiges Set mit magischen Gegenständen zusammenstellen könnt, werft ihr die Waren in einen Topf und teilt euch die Kohle. Wenn Eva und Peter zwei Tränke gesammelt haben, kann Ronja noch den letzten Zaubertrank beisteuern und den Fünferpack damit komplettieren. Anschließend wird das eingenommene Gold unter den dreien aufgeteilt. Klingt nicht so richtig fair? Ist es auch nicht und deshalb versucht ihr Kameloot an allen Ecken und Enden zu tricksen, um euren Gewinn zu maximieren. Die Regeln werden gebogen, aber nie gebrochen. Schließlich seid ihr Händler und keine Verbrecher.

Die listigen Händler von Kameloot

Doch wie läuft so ein Handel überhaupt konkret ab? Zu Beginn eures Zuges habt ihr in der Regel vier Karten auf der Hand. Jede Karte zeigt einen magischen Gegenstand, der gehandelt werden kann. Als aktiver Spieler dürft ihr nun eine oder mehrere Gegenstände des gleichen Typs vor euch auslegen und so eine Sammlung eröffnen. Die Sammlung bleibt so lange vor euch liegen, bis sie verkauft werden kann. Der Händler, der einen magischen Gegenstand ausspielt und so dafür sorgt, dass die Händlergemeinschaft das Set gemeinsam komplettieren kann, sammelt nun sämtliche Gegenstände dieses Typs ein und dreht sie auf die Rückseite. Auf der Rückseite seht ihr nun Goldstücke, die ihr untereinander aufteilt.

Sieben Schriftrollen machen das Set in Kameloot komplett. Jetzt klingelt es in der Kasse.

Als aktiver Spieler gebt ihr euch selbstverständlich das erste Goldstück und verteilt die Beute dann reihum. In vielen Fällen wird das Gold dabei nicht gleichmäßig unter den Händlern verteilt. Oftmals stecken sich die ersten Spieler in der Reihenfolge eben ein Goldstück mehr ein. Das Verständnis von Gerechtigkeit ist bei den Kameloot-Händlern schon etwas seltsam ausgeprägt. Es spielt keine Rolle, wie viele Gegenstände ihr zum Handel beigetragen habt. Geht ihr es geschickt an, könnt ihr von dem Deal sogar profitieren, wenn ihr keinen einzigen Gegenstand selbst beigesteuert habt.

Tavernenwechsel in Kameloot

Es reicht schon die bloße Anwesenheit, um an einem Handel zu partizipieren. Eure Anwesenheit ist allerdings nicht unbedingt selbstverständlich. In Kameloot wechselt ihr im Spielverlauf häufiger mal den Schauplatz und versucht euer Glück in einer anderen Taverne. Für magische Gegenstände ist „Die heulende Eule“ ein ebenso guter Umschlagsplatz wie die Taverne „Zur Schwarzen Katze“. Wird in der Eule gerade ein Siebener-Set mit Verwandlungszaubern verschachert und ihr hockt in der Schwarzen Katze, geht ihr wohl bei diesem lukrativen Deal leer aus.

Der Aufenthaltsort eures Händlers spielt in Kameloot eine besonders große Rolle.

Der eigene Standort ist bei Kameloot daher von entscheidender Bedeutung. Am besten haltet ihr euch immer dort auf, wo die dicksten Geschäfte durchgezogen werden. Daher solltet ihr das Treiben der Mitspieler immer ganz genau im Auge behalten. Auf der anderen Seite kann es sich natürlich lohnen, mit einer fast vollständigen Sammlung in eine nahezu leere Taverne abzuwandern. Komplettiert ihr jetzt euer Set, müsst ihr die Beute nicht mit so vielen Konkurrenten teilen. Leider dürft ihr den Standort des Händlers nicht einfach so als freie Aktion ändern. Dazu müsst ihr schon von der Macht der magischen Gegenstände Gebrauch machen.

Die Macht der magischen Gegenstände in Kameloot

Anstatt ein oder mehrere Gegenstände des gleichen Typs vor euch auszulegen, dürft ihr eine Handkarte auf den Ablagestapel werfen und somit die Magie des Gegenstandes nutzen. Setzt ihr die magischen Gegenstände für eure Zwecke ein, könnt ihr damit den Verlauf des Spiels ganz schön auf den Kopf stellen. Die Magnetringe saugen alle magischen Gegenstände eines gewünschten Typs vom Ablagestapel an. Ihr dürft die angezogenen Gegenstände direkt vor euch auslegen. Habt ihr damit ein Set vervollständig, werden die Karten sofort in Goldmünzen umgewandelt und unter allen anwesenden Händlern aufgeteilt.

In Kameloot bleibt eine Sammlung so lange vor euch ausliegen, bis sie als Komplettpaket verkauft werden kann.

Der Tavernenwechsel geschieht hingegen über den magischen Umhang, mit der Macht des Zaubertranks dürft ihr wiederum einen anderen Händler zum Tapetenwechsel zwingen. Ganz praktisch ist auch der gegabelte Zauberstab. Dieser erlaubt es euch, sofort zwei verschiedene Gegenstände von der Hand auszulegen. Auch hier könnte diese Aktion sofort den Verkauf einer oder sogar zwei Sammlungen auslösen. Den Tausch ganzer Sammlungen leitet ihr mit dem Verwandlungszauber ein. Tausche einen Zaubertrank gegen vier magische Umhänge, solche krummen Geschäfte gibt es nur mit Einsatz von Magie.

In Kameloot gibt es ständig neue Ware

Zum Abschluss des Zuges zieht ihr wieder so viele Karten vom Nachziehstapel, bis ihr wieder vier Karten in Händen haltet. Könnt ihr eure Hand nicht mehr komplett auffüllen? Dann nähert sich das Spiel dem Ende. Die laufende Runde wird noch zu Ende gespielt, bevor die Händler endlich ihre Einnahmen zählen dürfen. Natürlich gewinnt am Spielende der reichste Spieler. Bis dahin sollten eine Viertel- bis maximal eine halbe Stunde vergangen sein.

Geld regiert die Welt. Am Ende gewinnt in Kameloot der reichste Händler.

Kameloot erschien im Original bei der französischen Kreativschmiede von Blue Orange Games. Die deutsche Ausgabe kommt über Pegasus Spiele in den Handel. Kameloot ist für drei bis sechs Spieler ab acht Jahren geeignet. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von etwa 12-13€ im Handel.

Fazit: Guter Deal! Kameloot hat sich diese ingame-Wertung erfeilscht

Guter Deal! Kameloot hat sich eine gute ingame-Wertung erfeilscht.

Die Kernmechanik von Kameloot ist keinesfalls neu. Es gibt etliche Spiele, bei denen das erstellen einer Sammlung im Vordergrund steht. Bekannte Genrevertreter sind beispielsweise Zug um Zug, Splendor oder auch Azul. Dennoch spielt sich Kameloot ein wenig anders als andere Set-Collection-Spiele. Der Clou des Spiels ist, dass ihr die magischen Gegenstände nicht stur auf eigene Faust sammelt, sondern Teil einer Handelsgemeinschaft seid. Ein kooperatives Kartenspiel ist dabei allerdings dennoch nicht entstanden. Im Gegenteil, jeder Händler ist auf den eigenen Profit aus. Gelingt es euch die Strippen richtig zu ziehen, füllt sich euer Geldbeutel schnell. Dazu ist eine gute Mischung aus Strategie und Glück nötig. Manchmal fallen euch die passenden Gegenstände in den Schoss und ihr müsst eigentlich nur noch absahnen. Die Freude ist jedoch umso größer, wenn die Kassen nach einem gelungenen taktischen Winkelzug zu Klimpern gebracht werden. Habt ihr die Warenauslagen der Gegner gut im Blick und setzt die Kraft der magischen Gegenstände klug ein, lässt sich das Glück durchaus zu den eigenen Gunsten biegen. Überhaupt sind die Kräfte der Magie der größte Trumpf von Kameloot. Die Fähigkeiten der Karten lassen sich taktisch nutzen, sorgen jedoch ebenso für einen gewissen Chaos-Effekt. Das bringt den Spielablauf zwar manchmal ziemlich durcheinander, sorgt aber auch für viel Bewegung und Spaß am Spieltisch. Genau in diese Kerbe schlägt das Spielkonzept von Kameloot: kurze Spieldauer, einfache Regeln, viel Action und voll auf kurzweilige Unterhaltung getrimmt.

ProCon
+ Set-Collection mal anders- mindestens 3 Spieler für eine Partie notwendig
+ funktioniert auch gut in etwas größeren Gruppen
+ einfache Regeln
+ viel Bewegung am Spieltisch
+ spielt sich kurz und knackig

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