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Habt ihr den Oger schon ordentlich verdroschen? Dann dürft ihr auf seinen Rücken steigen und ihn auf andere Monster hetzen.

Die volle Packung God of War

God of War: Das Kartenspiel im Test – Kratos und seine Gang im Analog-Modus

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Im God of War Kartenspiel versuchen Kratos und seine Mitstreiter den Weltuntergang zu verhindern. Dabei treffen sie auf viele altbekannte Gesichter.

Kratos is back! Nachdem der Spartaner im letzten Teil von God of War seinen griechischen Wurzeln etwas entflohen ist, widmet sich Kratos einmal mehr der nordischen Mythologie. Diesmal könnt ihr seine grobschlächtigen Abenteuer jedoch als Brettspiel genießen. Dank offizieller Videospiel-Lizenz erwartet euch ein umfangreicher Fanservice mit allem, was sich ein echter God-of-War-Fan wünschen kann. Neben dem Hauptprotagonisten gibt es ein Wiedersehen mit der attraktiven Freya, dem nordischen Gott des Wissens und der Weisheit Mimir, dem Kratos-Sohn Atreus sowie den beiden Huldra-Brüdern Brok und Sindri. Mit vereinten Kräften versuchen sie den drohenden Weltuntergang abzuwenden.

Folglich geht ihr das Abenteuer kooperativ an. Jeder sucht sich seine bevorzugte Heldenfigur aus und bekommt ein eigenes Deck mit Aktionskarten. Zusammen mit einer individuellen Sonderfähigkeit erhält jeder Charakter ein eigenständiges Profil. Gemeinsam müsst ihr euch zwei Questen stellen, bevor euch der obligatorische Endboss gegenübersteht.

Die ganze Atmosphäre von God of War

Zum Warmmachen widmet ihr euch der ersten Quest. Mit einem kleinen Appetizer in Textorm werdet ihr geschichtlich in das Szenario eingeführt. Vor euch entblättert sich der Schauplatz des Geschehens in Form von acht übergroßen Karten. Sie zeigen euch in gewohnt schicker God-of-War-Grafik einen bekannten Schauplatz aus dem Videospiel. Auf der Questkarte findet ihr auch immer eine Sonderregel, die es für das gewählte Szenario zu beachten gilt. Eure Aufgabe ist simpel: kloppt einfach alles kurz und klein, was ihr auf dem Bild seht. Action steht also auch beim Brettspiel-Ableger ganz im Mittelpunkt.

Habt ihr den Oger schon ordentlich verdroschen? Dann dürft ihr auf seinen Rücken steigen und ihn auf andere Monster hetzen.

Innerhalb der ausgelegten Szene seht ihr mehrere Gegner. Sie sind auf je vier Karten in zwei Reihen verteilt. Um ihnen eine Abreibung zu verpassen, positioniert ihr zunächst eure Heldenfiguren. Attackiert werden können immer nur die Gegner, die sich in der gleichen Spalte aufhalten. Vordere Gegner lassen sich in einen Nahkampf verwickeln, die Feinde in der hinteren Reihe müssen mit Fernkampfangriffen vernichtet werden.

God of War Kartenspiel: Action steht im Mittelpunkt

Die Kämpfe in God of War spielen sich vergleichsweise einfach. Pro Zug stehen euch in der Regel sieben Handkarten zur Verfügung. Mit ihnen werden auch die Angriffe durchgeführt. Wenn ihr einen Gegner in Nahkampf verdreschen möchtet, müsst ihr eine Karte mit Nahkampfsymbol ausspielen. Hinzu legt ihr am besten noch Verstärkerkarten, sie enthalten Angaben wie +1,+2, +3 und legen den Schaden fest, den ein Angriff anrichten kann.

Die Qual der Wahl: im God of War Kartenspiel könnt ihr auf ein halbes Dutzend bekannter Figuren zurückgreifen.

Würfeln müsst ihr auch, allerdings nur für den Gegner. Dieser darf sich per Würfelwurf verteidigen. Das Ergebnis seines Wurfs wird von den Schadenspunkten abgezogen. Etwaige Schadenspunkte haltet ihr durch entsprechende Marker fest. Sobald ihr genügend Schaden verursacht habt, geht der Feind zu Boden und ist besiegt. Fertig! So einfach laufen die Kämpfe im God-of-War-Kartenspiel ab.

Charaktere mit individuellen Fähigkeiten

Für Fernkampfangriffe gilt im Wesentlichen das gleiche Procedere. Ihr müsst nur das Nahkampf- durch ein Fernkampfsymbol ersetzen. Als dritte Säule des Kampfes gibt es die Verteidigungskarten. Wenn ihr von einem Feind attackiert werdet, spielt ihr Karten mit dem Schildsymbol. Die Verstärkungskarten können genau wie beim Angriff zur Verbesserung der Abwehr hinzugenommen werden. Zu guter Letzt befinden sich auch noch ein paar Spezialkarten in eurem Deck. Sie gewähren euch Zugriff auf mächtige Sonderfähigkeiten. Freya kann beispielsweise den Schaden eines Angriffs negieren, während Mimir verletzte Charakter zu heilen vermag.

Jede Quest wird in einer Szene dargestellt, die aus acht übergroßen Karten besteht. Macht optisch einiges her!

Jede Heldenfigur kann mit seinem eigenen Deck direkt zum Start auf individuelle Möglichkeiten zurückgreifen. Abseits des Kartendecks verfügt jeder Charakter auch noch über eine Rage-Fertigkeit. Jeder durchgeführte Angriff erhöht euren Ragewert um einen Punkt. Sobald die Skala sechs Punkte erreicht hat, dürft ihr die Fähigkeit einmalig aktivieren. Die Rage-Fertigkeiten zeigen wieder, dass sich die Macher des Spiels im Videospiel-Original zu Hause fühlen. Die Fähigkeiten passen sehr gut zu den einzelnen Charakteren. Atreus etwa ist besonders stark darin, kleinere Gegner effektiv auszuschalten. Freya hingegen trumpft erneut mit ihrer effektiven Schadensabwehr auf, während Kratos natürlich einen besonders mächtigen Hieb austeilen kann.

Das Böse schläft nie

Vom Kampf einmal abgesehen, habt ihr in God of War nicht sonderlich viele Aufgaben zu bewältigen. Hin und wieder müsst ihr euch zu einem bestimmten Ort bewegen, um dort mit einem Gegenstand oder einem Feind zu interagieren. Meist müsst ihr für die Interaktion einige Karten abwerfen und eine Spielbedingung erfüllen. Der Riesen-Oger etwa kann von den Helden okkupiert werden, sobald dieser etliche Schadenspunkte eingesteckt hat. Ihr klettert auf seinen Rücken und lenkt das Vieh auf die anderen Feinde. Super inszeniert, Momente wie diese spiegeln das Spielgefühl der Videospiel-Vorlage wunderbar wieder.

Die Position eurer Charaktere spiele eine wichtige Rolle. Im Nahkampf kann nur der Held an der Front attackiert werden.

Doch natürlich sind es nicht nur die Helden, die ihre Aggressionen ausleben wollen. Die zahlreichen Feinde in der Szene bleiben selbstverständlich auch nicht untätig. Nach jedem Spielzug eines Charakters, wird die Szene aktiviert und die Monster setzen sich zu Wehr. Dazu zieht ihr eine Aufrüstungsskarte vom Nachziehstapel und legt sie offen vor euch ab. Auf der Karte befindet sich in der oberen Ecke ein Runen-Symbol. Dieses findet ihr auch auf einzelnen Karten innerhalb der Szene wieder. Alle Feinde, die sich auf einer Karte mit der passenden Rune befinden, werden nun aktiviert und greifen an.

Fressen oder gefressen werden

Die feindlichen Angriffe werden ebenso einfach abgehandelt wie eure eigenen. Jedes Monster teilt eine fixe Zahl von Schadenspunkten aus. Ihr könnt sie mit euren Abwehrkarten reduzieren und sogar ganz verhindern. Einige Gegner bewirken zusätzliche Effekte wie Betäubung oder Vergiftung. Betäubungskarten verstopfen euer Deck und haben ansonsten keine Funktion. Vergiftungskarten hingegen fügen euch einen Schadenspunkt zu, wenn ihr sie auf die Hand zieht.

Die Kreaturen greifen aus dem Nebel an und können sich jederzeit wieder dort verstecken.

Die gezogenen Aufrüstungskarten zur Aktivierung der Gegner bleiben bis zum Rundenende offen vor euch liegen. Dann dürft ihr euch für das nächste Gefecht rüsten. Jeder Charakter darf eine dieser Verstärkungskarten ziehen und seinem Deck hinzufügen. Die Aktivierungsrune ist ab sofort irrelevant. Bedeutsam ist nun der untere Teil der Karte. God of War beinhaltet somit einen kleinen Deckbuilding-Anteil. Als Team könnt ihr euch absprechen, wer sich welche Karten einverleibt. Die Aufrüstungskarten lassen euren Charakter immer mächtiger werden. Unter ihnen findet ihr mächtige Verstärkungen mit hohen Pluszahlen, aber auch besondere Extrafähigkeiten. Erst durch das ständige Aufrüsten seid ihr irgendwann in der Lage, euch dem Endgegner zu stellen.

Epische Schlachten mit dem Endboss

Wenn ihr zwei Quests erfüllt habt, stellt ihr euch der finalen Schlacht mit dem Endgegner. Sie sind das wahre Highlight von God od War. Dem Spiel liegen insgesamt vier verschiedene Endbosse bei. Kenner des Videospiels freuen sich über ein erneutes Gefecht mit Sigrun, Hraezlyr oder den Thor-Söhnen Magni und Modi. Tatsächlich spielt sich jede Endschlacht ziemlich verschieden.

Jede Quest wird durch einen kurzen Storytext eingeleitet. Auf der Questkarte findet ihr zudem weitere wichtige Infos zum Ablauf.

Magni und Modi etwa tauchen während des Kampfes immer wieder im dichten Nebel ab und heilen bereits erlittene Schadenspunkte. Ihre Helfershelfer lieben es ebenso, aus ihrer sicheren Nebelwand heraus aufzutauchen, uns einen heftigen Hieb mit auf den Weg geben, nur um anschließend vor unseren Augen wieder zu verschwinden. Ein Charakter muss sich also zwischenzeitlich immer wieder um bessere Sichtverhältnisse kümmern, indem er neue Laternen entzündet. Gerade die Endgegner-Kämpfe gestalten sich sehr spannend und abwechslungsreich.

Das God-of-War-Kartenspiel ist für ein bis vier Spieler ab zwölf Jahren geeignet. Für eine Partie müsst ihr mit ungefähr 90 Minuten Spielzeit rechnen. Das Spiel wurde pünktlich zur SPIEL in Essen veröffentlicht und sollte mittlerweile auch im stationären Handel problemlos zu haben sein. Für rund 40€ könnt ihr die Abenteuer von Kratos & Co. noch einmal analog erleben.

Fazit

Mit dem Kartenspiel zu God of War erhalten Kratos-Fans ein tolles Fanpaket. Kenner der Videospielreihe freuen sich über viele altbekannte Gesichter und Schauplätze. Die Macher des Spiels haben viele Liebe zum Detail bewiesen. Die beiden Brüder Magni und Modi etwa verhalten sich im Kartenspiel ziemlich analog zum Videospiel. Hat das ständige Heilen und Versteckspiel im Nebel schon damals für ordentlich Nervenkitzel gesorgt? Im Kartenspiel wird nun dieses Gefühl erneut hervorgerufen. Als Fan der God-of-War-Reihe werdet ihr euch regelmäßig an die vielen großartigen Momente des Videospiels erinnert fühlen. Spielmechanisch bietet God of War hingegen nicht viel Neues. Die Kämpfe lassen sich recht simpel abhandeln und das Erweitern des eigenen Kartendecks ist in den Möglichkeiten ziemlich beschränkt. Dafür weiß der kooperative Aspekt des Spiels zu gefallen. Um gegen den Endgegner zu bestehen, bedarf es schon einer guten Absprache. Das gegenseitige Beschützen, Heilen, Helfen oder auch das bereitwillige Einstecken von Schadenspunkten tragen zum Teamgefühl bei. Unterstützt wird das Spielerlebnis zudem noch durch das tolle Artwork aus dem Videospiel. Freunde der Videospiel-Vorlage kommen auf ihre Kosten.

PROS

CONS

+ viele bekannte Figuren aus dem Videospiel

- mechanisch wenig innovativ

+ packende Boss-Kämpfe

+ individuelle Heldencharaktere

+ kooperative Spielweise

+ tolles Artwork

+ trifft gut den Geist des Videospiels

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