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Je mehr euer Baumhaus wächst, desto wackeliger wird die ganze Angelegenheit.

Kooperatives Bauspiel für unterwegs

Kippelino im Test: Das mobile Geschicklichkeitsspiel

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Kippelino besteht lediglich aus ein paar Karten und zwei Dutzend Holzscheiben. Als Team sollt ihr daraus ein zwölfstöckiges Baumhaus errichten.

Der Nürnberger Spielkartenverlag ist seit vielen Jahren bekannt für familienfreundliche Unterhaltung. Zum Programm der Franken gehören insbesondere Spiele im Kleinformat mit einfachen Regeln und hoher Zugänglichkeit. Kürzlich hat der Verlag jedoch auch eine eigene Reihe mit Kinderspielen gestartet. Li-La-Laut und Alle gegen Rudi kamen im typischen NSV-Format in den Handel und zeigten mit kreativen Ideen, dass mit der neuen Reihe des Verlags auch zukünftig zu rechnen ist. Im Herbst hat der Nürnberger Spielkartenverlag erneut nachgelegt. Wie schon die beiden anderen Spiele kommt auch das neue Kippelino von Reinhard Staupe mit der kleinen Verpackungsgröße klar. Das Spiel beinhaltet lediglich ein paar übergroße Karten sowie zwei Dutzend Holzscheiben.

Spielerisch hat mich Kippelino sofort an Menara vom Zoch-Verlag erinnert, bei dem ihr nach bestimmten Vorgaben ein eindrucksvolles Gebilde aus Karten und Bauklötzen errichtet. Kippelino reduziert die Mechaniken und Regeln von Menara allerdings auf ein Minimum, nimmt dabei zudem im Spieleregal nur einen Bruchteil des Platzes ein. Den entschlackten Regeln sei Dank, mit Kippelino kommen auch schon Kinder ab fünf Jahren bestens zurecht.

Kippelino: Geschicklichkeitsspiel im Taschenformat

Kippelino wird kooperativ gespielt. Euer Ziel besteht darin, aus den Karten und den Holzscheiben ein möglichst großes Baumhaus zu errichten. Das Projekt beginnt mit der Bodenplatte. Ihr legt die Karte in der Tischmitte aus und positioniert auf den beiden vorgegebenen Feldern jeweils eine Holzscheibe. Das Fundament steht und damit kann das Bauvorhaben auch schon beginnen.

Jedes Baumhaus beginnt mit der Bodenplatte. Die erste Etage wird auf den beiden Holzscheiben platziert.

Dazu mischt ihr nun die verbleibenden zwölf Bautafeln und zieht die oberste vom Stapel. Anschließend dreht ihr die Karte herum und legt sie auf die beiden Holzscheiben der Bodenplatte. Erst jetzt wird es richtig interessant, denn auf die neue Karte müssen erneut zwei Holzscheiben platziert werden. Zur Verfügung stehen dazu insgesamt vier Felder in den Farben rot, blau, gelb und grün. Auf welchen farblichen Untergrund ihr eine Scheibe legen müsst, verrät euch die Rückseite der nächsten Karte auf dem Nachziehstapel.

Kippelino braucht Fingerspitzengefühl: Stockwerk für Stockwerk

Am Anfang ist das Befüllen der Bautafeln noch recht unkompliziert. Doch desto mehr euer Baumhaus wächst, desto kippeliger wird die ganze Angelegenheit. Der Aufbau des Gebildes erfordert vor allem viel Fingerspitzengefühl. Mit etwas Planung könnt ihr euch aber ebenso einen kleinen Vorteil verschaffen. Ihr müsst die Holzscheiben auf den vorgegebenen Feldern nicht zwingend mittig auslegen. Es reicht vollkommen, wenn sie ein einer Stelle Kontakt aufnehmen. So könnt ihr durchaus ein wenig taktieren und die optimale Position für die beiden Holzscheiben herausfinden.

Auf den Rückseiten der Bautafeln findet ihr genaue Anweisungen, auf welchen Feldern ihr die Holzscheiben platzieren müsst.

Dabei kann es hilfreich sein, die Scheiben schon vor dem Einbau in das Baumhaus auf die Bautafel zu legen. Mit dieser Methode könnt ihr möglicherweise etwas besser prüfen, ob das Gebilde in dieser Form noch stabil genug ist. Im Optimalfall verbaut ihr auf diese Weise alle zwölf Bautafeln, um das Spiel gemeinsam zu gewinnen. Die Aufgabe ist allerdings verdammt knifflig. Wenn es euch gelingt, acht oder neun Karten auszulegen, könnt ihr schon stolz sein auf eure Leistung. Ab einer gewissen Anzahl von eingebauten Karten wird das Gebäude so instabil, dass es schon bei der kleinsten Erschütterung umfällt.

Kooperativ oder kompetitiv: Im Test hat Kippelino viele Facetten

Das Spiel ist verloren, wenn eine Bautafel den Tisch oder die Bodenplatte berührt. Ansonsten ist aber alles erlaubt und der Turmbau kann weitergeführt werden, selbst wenn in den oberen Stockwerken mal etwas verrutscht. Trotz dieser großzügigen Regelung ist es uns noch nie gelungen, das Baumhaus bis in den zwölften Stock auszubauen.

Je mehr euer Baumhaus wächst, desto wackeliger wird die ganze Angelegenheit.

Wenn ihr mögt, könnt ihr Kippelino auch gegeneinander spielen. Die Regeln bleiben im Wesentlichen identisch. Wenn ihr das Baumhaus zum Einsturz bringt, erhaltet ihr einen Minuspunkt und beginnt erneut. Das Spiel endet dann, wenn der erste Spieler drei Minuspunkte kassiert hat. Das taktische Vorgehen ist im kompetitiven Modus dann vielleicht etwas anders, sonst verändert sich an der Spielweise allerdings nichts. Mir selbst hat das kooperative Spiel jedoch deutlich mehr Spaß gemacht.

Kippelino ist für bis zu vier Spieler ab fünf Jahren geeignet. Wenn ihr mögt, könnt auch problemlos alleine spielen. Eine Partie kann schon nach wenigen Sekunden vorbei sein. Aber auch wenn es richtig gut läuft, dauert ein Durchlauf immer nur wenige Minuten. Ihr findet Kippelino ab sofort im Handel. Kostenpunkt: etwa8€ bis 10€.

Fazit: Kippelino feiert sein Richtfest – Diese Note bekommt es im Test

Kippelino im Test: Sein Richtfest feiert das Spiel mit dieser Note.

Eigentlich bin ich kein sonderlich großer Fan von Geschicklichkeitsspielen. Es fehlt mir wohl ein wenig an der nötigen Feinmotorik, um an Spielen dieser Art wirklich Freude zu finden. Trotzdem hat mir das Klötzchenbauen mit Menara sehr viel Spaß gemacht. Entsprechend neugierig war ich auf Kippelino, obwohl es als Kinderspiel eigentlich nicht unbedingt in mein übliches Beuteschema passt. Vor allem das kompakte Format ist ein echter Vorteil. Mit Kippelino kann ich ein ähnliches Spielgefühl jetzt auch unterwegs erleben. Die kleine Packung passt in jede Tasche. Durch die sehr simplen Regeln ist das Spiel auch schon für Vorschulkinder geeignet. Dabei kann Kippelino aber auch gut in einer Runde erwachsener Spieler funktionieren. So einfach die Regeln auch sind, um auch die letzte Bautafel ins Baumhaus zu platzieren, dazu gehört schon einiges. Mir ist dieses Kunststück bislang nicht gelungen. Dank der kooperativen Spielweise fiebern alle Spieler mit jeder weiteren Karte, ob das Gebäude seine Stabilität halten kann. Kippelino ist ein schönes und mobiles Geschicklichkeitsspiel, das trotz einfachen Regeln sehr fordernd ist und somit für Spieler aller Altersklassen geeignet ist.

PROS

CONS

+ kooperative Spielweise

- Komplettbau sehr schwierig

+ fördert Feinmotorik und Balancegefühl

+ für Kinder und Erwachsene lustig

+ kompaktes Format

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