Krazy Pix ist über Ravensburger erschienen und kostet 15-20€.
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Krazy Pix ist über Ravensburger erschienen und kostet 15-20€.

Gemälde schaffen ohne Zeichenkünste

Krazy Pix im Test: Das künstlerische Partyspiel

  • vonSebastian Hamers
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In Krazy Pix werden kleine Gemälde ganz ohne Stift erstellt. Ihr legt eure Kunstwerke ganz einfach mit Symbolplättchen aus.

Die SPIEL.digital liegt gerade erst hinter uns. Im Nachklang der Messe stellen sich jedes Jahr einige spannende Fragen, so auch in 2020. Was sind die Trends des Jahres? Wie sehen die Entwicklungen in der Branche aus? Angesichts der Bedrohung durch die Corona-Pandemie hätte man möglicherweise vermuten können, das Partyspiele derzeit keinen guten Stand in der Szene haben. Dieser Trend kann nach vier Tagen digitaler Messe allerdings nicht bestätigt werden. Im Gegenteil, die Themenwelt der Partyspiele war so prall gefüllt wie eh und je. Zahlreiche Verlage hatten ihre digitalen Stände in diesem Segment gebucht, um ihre Neuheiten den spielwilligen Besuchern zu präsentieren. Als eines der Partyspiel-Highlights wurde oft Krazy Pix von Sophia Wagner genannt, das kürzlich über Ravensburger in den Handel gebracht wurde. Das Spielkonzept ist dabei gar nicht so neu, sondern lehnt sich stark an eine Spielidee an, die der Verlag bereits vor einigen Jahren aufgriff.

Vor rund vier Jahren sorgte das Partyspiel Krazy Wordz in der Brettspielwelt für Furore. Dabei ist das Grundkonzept des Spiels ziemlich simpel. Jeder Spieler erhält ein paar zufällige Vokale und Konsonanten sowie einen Begriff, der vor allen anderen Spielern geheim gehalten wird. Aus den begrenzten Möglichkeiten soll nun ein Wort gelegt werden, das zumindest ansatzweise nach einem Wort aus dem Spektrum der Vorgabe klingt. Egal ob es sich um eine Pizza-Sorte, ein australisches Beuteltier oder einfach nur um etwas sehr Teures handelt, hier sind Kreativität und Fantasie gefragt. Wie wäre es mit Bastandi? Klingt doch wirklich ziemlich teuer, oder? Mal sehen, was die anderen Spieler darüber denken…

Krazy Pix erstellen ganz ohne Malen

Wie der Titel schon vermuten lässt, ist bei Krazy Pix weniger euer Wortwitz gefragt. Statt kreativer Wortschöpfungen sollen diesmal künstlerische Gemälde entstehen. Der erste flüchtige Blick auf Krazy Pix hat mich daher ziemlich abgeschreckt. Um Spiele, in denen meine nicht vorhandenen zeichnerischen Fähigkeiten gefragt werden, mache ich normalerweise einen großen Bogen. An Krazy Pix können jedoch selbst Bleistift-Verweigerer wie ich viel Spaß haben. Die Bilder werden nicht mit Stift gezeichnet, sondern aus einer Auswahl von Plättchen zusammengestellt.

Na, wer hat sich denn hierher verirrt? Ganz klar: Elvis Presley!

Wie schon bei Krazy Wordz, zieht ihr aber zunächst eine Aufgabenkarte. Die Begriffe sind meist etwas spezieller gehalten als beim Vorgänger. Es wird eine ziemlich bunte Mischung geboten. Von Lachfalte, über Katze im Sack oder New York bis hin zum Busenwunder findet ihr mal mehr und mal weniger skurrile Aufgaben vor. Reichlich Raum für eure Interpretationen bleibt auf jeden Fall. Beim Erstellen eurer Kunstwerke werdet ihr ohnehin einige Abstriche machen müssen. Eine detailreiche Nachbildung eures Begriffs könnt ihr euch jedenfalls abschminken.

Abstrakte Kunst in Krazy Pix

Die Möglichkeiten für euer kreatives Schaffen sind arg begrenzt. Ihr erhaltet insgesamt neun Plättchen mit Symbolen, die ihr auf eurem Spielertableau auslegt, um den gesuchten Begriff darzustellen. Fertig! Das war es eigentlich auch schon. In den folgenden Minuten versucht ihr die kleinen Piktogramme auf den Plättchen irgendwie so zu platzieren, dass eure Mitspieler eure Aufgabe zumindest ansatzweise erahnen können. Wahrlich keine leichte Aufgabe!

Die Auslage der Begriffe hilft euch dabei, die gelegten Kunstwerke zu deuten.

Immerhin haben drei der neun verfügbaren Plättchen ein wenig mehr Aussagekraft. Sie fallen etwas konkreter aus und sind bei der Schaffung des Werks vielleicht etwas hilfreicher. Habt ihr etwa den Begriff „Herz“ gezogen, dann ist ein Plättchen mit roter Farbe schon ein ganz guter Tipp. Andere Plättchen enthalten weitere gut erkennbare Motive, wie etwa einen Vogel, einen Fisch, ein Strichmännchen oder einfach nur einen Pfeil. Damit lässt sich schon etwas anfangen, sofern sie halbwegs gut zur Aufgabe passen.

In Krazy Pix entsteht echte Kunst aus Kleinigkeiten

Ein wenig Glück gehört bei Krazy Pix also auch dazu. Sowohl die Aufgaben als auch die Plättchen werden nach dem Zufallsprinzip verteilt. Kommen passende Plättchen und Aufgaben zusammen, erleichtert das eure Arbeit ungemein. Den Jackpot habt ihr etwa gezogen, wenn euch ein Vogel-Plättchen zugespielt wird und ihr die Aufgabe „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ gezogen habt. Es kann aber natürlich auch ganz anders laufen. Ein blaues Plättchen kann ein sehr guter Hinweis sein. Wenn ihr damit aber das oben bereits erwähnte Herz darstellen wollt, hilft euch die Farbe Blau nicht entscheidend weiter.

Drei der insgesamt neun verfügbaren Plättchen bieten euch etwas konkretere Hinweise auf euren Begriff.

Zusätzlich zu den drei spezielleren Hinweisen erhaltet ihr noch sechs einfache Symbolplättchen. Diese sind deutlich weniger konkret und enthalten meist nur wenige Striche. Unter den einfachen Symbolplättchen gibt es nicht viel mehr als Kreise, Wellenlinien, Zick-Zack-Striche und ähnliche abstrakte Formen. Oftmals besteht die Kunst darin, die Symbole so miteinander zu verbinden, dass sich doch etwas daraus erkennen lässt. Dabei müsst ihr nicht zwingend alle neun verfügbaren Hinweise auslegen. Manchmal liegt der Schlüssel zum Erfolg auch im Minimalismus.

Punktejagd in Krazy Pix

Haben alle Spieler ihre Kunstwerke abgeschlossen, geht es direkt weiter in die Auswertung. Die ausgeteilten Aufgabenkarten der Spieler werden eingesammelt und gut gemischt, bevor sie in einer Reihe wieder für alle sichtbar offen ausgelegt werden. Jetzt versucht ihr zu erraten, welches Kunstwerk zu welchem Begriff gehört. Für jeden richtigen Tipp erhaltet ihr einen Punkt. Ebenfalls einen Punkt gibt es, wenn ein Spieler euer Werk korrekt zugeordnet hat.

Krazy Pix ist über Ravensburger erschienen und kostet 15-20€.

Das Spiel verläuft über sechs Runden. Es gewinnt der Spieler, der jetzt die meisten Punkte gesammelt hat. Für eine Partie solltet ihr zwischen einer halben und einer dreiviertel Stunde einplanen. Krazy Pix ist für drei bis acht Spieler ab zehn Jahren geeignet. Das Spiel kommt über Ravensburger in den Handel und kostet 15-20€.

Fazit: Das künstlerische Krazy Pix hat sich diese kreative Testwertung verdient

Krazy Pix im Test: Sophia Wagner bringt Kunst, Party und Brettspiele zusammen.

Krazy Pix bietet alles, was man von einem Partyspiel erwartet. Leichte Regeln, nahezu keine Wartezeiten und eine große Spielerzahl sind alles Attribute, mit denen Krazy Pix aufwarten kann. Die Rahmendaten sind also erstmal vielversprechend. Dennoch hatte ich durchaus ein paar Berührungsängste mit dem Partyspiel von Ravensburger. Geht es um die Darstellung von Begriffen in Bildform, suche ich normalerweise schnell das Weite. Meine zeichnerischen Fähigkeiten bewegen sich in etwa auf dem Niveau eines Vorschulkinds, was mir den Zugang zu Spielen dieser Art bislang verwehrt hat. Mit Krazy Pix hatte ich aber dennoch viel Freude. Da alle Zeichnungen ausschließlich durch das Auslegen von Symbolplättchen zustande kommen, habe sogar ich in Krazy Pix eine echte Chance. Das Gewinnen spielt allerdings ohnehin keine allzu große Rolle. Mir hat es vor allem Spaß bereitet, mit wirklich minimalen Mitteln an meiner Aufgabe zu basteln. Oft erscheint die Darstellung so weit weg von der Realität, dass die Mitspieler eigentlich kaum eine Chance haben, den gesuchten Begriff zu enttarnen. Überraschenderweise ist die Quote der korrekten Einschätzungen aber gar nicht mal so gering. Manchmal helfen schon Kleinigkeiten, um die Mitspieler auf die richtige Fährte zu locken. Das Erfolgserlebnis ist groß, wenn die kleinen Hinweise im Bild tatsächlich zu einem erfolgreichen Tipp beigetragen haben. In unseren Runden haben wir die meisten Tipps immer wortreich diskutiert und unsere Denkansätze besprochen, was erheblich zum guten Spielgefühl beigetragen hat. Kommunikative Spielrunden werden daher an Krazy Pix sicherlich deutlich mehr Spaß haben.

Pros

Cons

+ einfache Regeln

- erst ab 3 Spielern spielbar

+ regt Kreativität an

+ partytauglich

+ keine Wartezeiten

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