Make Fake News Great Again Ente Trump Huch Verpackung Cover
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Make Fake News Great Again erscheint über den Huch-Verlag und kostet etwa 20€.

Brisantes Thema humorvoll verpackt in Make Fake News Great Again

Make Fake News Great Again im Test: Das Kartenspiel für kreative Fake-Reporter

  • vonSebastian Hamers
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Satire darf alles? Vielleicht sogar Fake News? In Make Fake News Great Again könnt ihr selbst einmal in die Welt der Falschmeldungen eintauchen.

  • 405 Bild- und Textkarten
  • ab 4 Spielern
  • Preis: ca. 20€

Das Jahr 2020 war nicht nur das Jahr des Corona-Virus, sondern auch das Jahr der Fake News. Falsche Nachrichten sind nicht nur einfach falsch, sondern oft sogar gefährlich. Häufig tauchen sie auf fragwürdigen Internetportalen oder in den Telegram-Gruppen der Verschwörungstheoretiker auf, um das Meinungsbild der Öffentlichkeit zu ihren Gunsten zu manipulieren. Doch selbst seriöse Medien können sich längst nicht gänzlich freisprechen von einer manchmal ziemlich dubiosen Berichterstattung zu bestimmten Sachverhalten. Angesichts der regelmäßig aufflammenden Killerspiel-Debatte oder der verallgemeinernden Darstellung der Gamerszene, wissen wir Videospieler davon ein Liedchen zu singen. Fake News sind also eine ziemlich heikle Kiste. Umso mutiger, dass der Huch-Verlag genau dieses Thema nun als Unterhaltungsformat in Form eines Kartenspiels in den Handel bringt. Make Fake News Great Again persifliert die Medienwelt mit viel Humor und nimmt sich dabei selbst auch nicht sonderlich ernst.

Fake News sind also kein Kavaliersdelikt, sondern stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Gesellschaft und die Demokratie dar. Sind wir uns dieser Tatsache bewusst und haben unseren gesunden Menschenverstand angeschaltet, dann bitte nun gerne: Feuer frei! In Make Fake News Great Again dreht sich alles um skurrile und vor allem frei erfundene Geschichten. Eure Mitspieler flüstern euch dabei immer wieder einige Halbwahrheiten zu, die ihr dann zu einer spannenden Story zusammenkleistert.

Make Fake News Great Again fordert Kreativität

Make Fake News Great Again besteht ausschließlich aus Karten. Die Spielschachtel bringt dennoch ordentlich Gewicht auf die Waage. 405 übergroße Bild- und Textkarten sollen euch dabei helfen, die besten Fake News zu kreieren. In jeder Runde bestimmt ihr zunächst einen Storyteller, der sich eine interessante Geschichte zusammenspinnen muss. Der Fake-News-Reporter benötigt dazu erstmal ein Überthema. Dazu wird die oberste Karte vom Stapel offen ausgelegt. Es handelt sich dabei entweder um ein Bild oder einen kleinen Text, der manchmal auch nur aus einem Wort besteht.

Die Bilderkarten in Make Fake News Great Again sind manchmal etwas makaber.

Nachdem das Szenario damit weitgehend festgeklopft wurde, fehlt der Geschichte aber immer noch etwas Fleisch. Der nötige Input kommt von den Mitspielern. Jeder Spieler zieht sechs Karten verdeckt auf die Hand. Eine dieser Handkarten wird nun ausgewählt und dem Storyteller verdeckt zugespielt. Im besten Fall sollte der Karteninhalt wenigstens halbwegs gut zum Oberbegriff der Fake News passen. Denn als passiver Spieler hofft ihr darauf, dass der Storyteller eure Karte in seine News mitaufnimmt.

Star-Reporter werden mit Make Fake News Great Again

Der Storyteller mischt die erhaltenen Karten jetzt noch einmal kräftig durch, bevor er mit seiner Fake News beginnt. So wird sichergestellt, dass die Karten keiner Person zugeordnet werden können. Beim Zusammenstellen der Fake News müssen grundsätzlich alle Karten eingebaut werden… bis auf eine: Die Loserkarte. Wie bei Falschnachrichten nicht ganz unüblich, so werden auch hier gerne einzelne Personen an den Pranger gestellt. Der Loser muss sich zu erkennen geben und erhält seine Karte als Zeichen seiner Niederlage zurück.

Die Textkarten in Make Fake News Great Again haben manchmal einen aktuellen Bezug.

Als kleinen Trost darf er immerhin nun in die Rolle des nächsten Storytellers schlüpfen. Die ganze Prozedur wiederholt sich nun solange, bis ein Spieler fünf Loser-Karten kassiert hat und damit zum Oberloser der Partie wird. Am wenigsten verloren hat der Spieler mit den wenigsten Karten. „Bei Fake News gibt es nie Gewinner. Bei Fake News gibt es immer nur Verlierer.“ So schreibt es der Verlag sehr schön selbst als Schlusswort im Regelheftchen und wird damit am Ende doch noch ein kleines bisschen politisch.

Make Fake News Great Again mit aktuellem Bezug

Wer gewinnt und verliert, hängt somit also stark von euren kreativen Auswüchsen ab. Mit etwas Glück zieht ihr manchmal aber auch eine Karte, die einfach wie Arsch auf Eimer zum aktuellen Oberthema passt. In diesem Fall habt ihr wohl den Jackpot gezogen. Eine Garantie, dass der Storyteller den Elfmeter letztlich aber auch wirklich verwandelt, gibt es natürlich nie. Man hat schließlich schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen.

Die Bildkarten in Make Fake News Great Again lassen reichlich Raum für Interpretation.

Gerade bei den Bildkarten gibt es zudem reichlich Auslegungsspielraum. Hier findet ihr eine bunte Mischung aus einfacher Objektfotografie, aber auch vielen belebteren Aufnahmen. Etwas eindeutiger sind da schon die Textkarten. Hier nimmt der Verlag hin und wieder Bezug auf aktuelle Themen. Ausgangssperre, Klopapier-Krise oder Systemrelevanz sind beispielsweise Begriffe, die fast schon sinnbildlich für das Jahr 2020 stehen. Das gilt aber längst nicht für alle Textkarten. Oftmals kommen zeitlose Begriff zum Einsatz, darunter auch so manches Schmuddel-Thema. Deshalb gibt es vom Verlag eine Altersempfehlung ab 16 Jahren. Weiterhin solltet ihr am Tisch schon eine etwas größere Gruppe von mindestens vier Spielern versammelt haben, damit das Spiel gut funktioniert.

Für eine Partie müsst ihr ungefähr eine halbe Stunde einplanen, in sehr großen Spielrunden entsprechend etwas länger. Make Fake News Great Again erscheint über den Huch-Verlag. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von etwa 20€ im Handel.

Fazit: Make Fake News Great Again schafft es auf diese vollkommen ungefakte Testwertung

Make Fake News Great Again schafft es auf diese vollkommen ungefakte Testwertung

Make Fake News Great Again erinnert ein wenig an „What Do You Meme?”, das ebenfalls bei Huch erschienen ist. Die Verbindung von Wort- und Bildkarten sorgte schon beim inoffiziellen Vorgänger für viele Lacher. Bei MFNGA klappt das mindestens genauso gut. Der Spaßfaktor hängt zu einem guten Teil jedoch auch von euch selbst ab. Kreative Geschichtenerfinder basteln selbst aus den seltsamsten Kartenzusammenstellungen eine lustige Fake News. Dabei geht es mit dem Niveau auch gerne mal ein paar Etagen tiefer. Wenn ihr euch nicht zu schade seid, die Pfade des gehobenen feuilletonistischen Humors zu verlassen, habt mit Make Fake News Great Again jedenfalls deutlich mehr Spaß. Nehmt das Teil nicht zu ernst, das Spiel selbst macht es auch nicht. Es wird weiterhin mal ein paar Runden geben, die nicht ganz so lustig verlaufen. Manchmal passen die erhaltenen Karten einfach nicht sonderlich gut zusammen, manchmal überkommt den Storyteller ein plötzlicher Anfall von Einfallslosigkeit. Einfach weiterspielen, die ein oder andere grandiose Fake News wird im Spielverlauf schon dabei herausspringen. Damit ist Make Fake News Great Again ein wirklich lustiges Partyspiel, das sich vor allem an kreative Geschichtenerzähler richtet.

ProCon
+ 405 Bild- und Textkarten- erst ab vier Personen spielbar
+ partytauglich
+ fordert Kreatitvität
+ sorgt für viele Lacher am Spieltisch

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