Mandala Stone Kobold Verlag Filip Glowacz Verpackung Artwork Schachtel
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Mandala Stone erscheint über den Kobold Spieleverlag und kostet etwa 30€.

Tolles Material, aber auch ein tolles Spiel? Was kann Mandala Stones wirklich?

Mandala Stones im Test: Das künstlerische Brettspiel

  • VonSebastian Hamers
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Der Kobold-Verlag veröffentlicht erstmals ein Spiel ganz ohne Crowdfunding. Kann Mandala Stones das Vertrauen des Verlags zurückzahlen?

  • für 2-4 Spieler ab 10 Jahren
  • Autor: Filip Glowacz
  • Verlag: Kobold Spieleverlag
  • Spieldauer: 30 Minuten
  • Preis: ca. 30€

Abstrakte Spiele sind nichts für euch? Hatte ich auch mal gedacht, bevor mir das großartige Azul, das Kennerspiel des Jahres 2018, das Hirn weggeblasen hat. Plötzlich wurde in der Brettspielgemeinde von der tollen Haptik gesprochen und von der packenden Spielmechanik, die Azul zu einem absoluten Smash-Hit machten. Was soll man sagen? Sie hatte damit natürlich vollkommen Recht! Abstrakte Spiele sind eben doch einen genaueren Blick wert. Und wenn wir ehrlich sind, bei ziemlich vielen Brettspiel erscheint das gewählte Thema doch eher übergestülpt oder zumindest austauschbar. Der Kobold-Verlag hat bei seiner Frühlingsneuheit Mandala Stones konsequenterweise daher gar nicht erst versucht, dem Spiel einen SciFi-, Wildwest- oder Fantasy-Überzug zu spendieren. Die Mechanik soll überzeugen… und natürlich das tolle Spielmaterial.

Mandala Stones – ein Spiel ganz ohne Crowdfunding

Der noch junge Kobold-Verlag ist für zwei Dinge bekannt. Zum einen konzentriert sich das Label auf unkompliziertes Brettspiel-Entertainment für die ganze Familie, zum anderen für eine Anschubfinanzierung über die Crowdfunding-Plattform der Spieleschmiede. Letztere hat Kobold für Mandala Stones über Bord gekippt. Offenbar sind die Verantwortlichen von ihrem Baby so überzeugt, das man sich den langwierigen Umweg diesmal sparen möchte. Das Gute für euch: ihr könnt das Teil ab sofort im Handel erstehen.

Schön bunt: Mandala Stones umfasst sagenhafte 96 Mandala-Steine.

Doch worum geht es in Mandala Stone überhaupt? Im Spiel bastelt ihr alle gemeinsam an einem Mandala-Gemälde, das ihr aus verschiedenfarbigen Steinen mit unterschiedlichen Mustern zusammensteckt. Das war es aber auch schon mit der kooperativen Arbeit. Denn um die schöpferische Tätigkeit geht es nur eigentlich nur oberflächlich. Letztlich verfolgt jeder Mandala-Künstler seine eigene Agenda und geht dabei auf die Jagd nach Harmoniepunkten.

Kunterbuntes Mandala Stones

Im Vordergrund des Spiels steht zunächst der Sammelplan, auf dem ihr die bunten Steine in Vierer-Stapeln platziert. Für die Spielvorbereitung müsst ihr schon eine Weile einplanen, denn immerhin liegen dem Spiel gleich 96 (!) Mandala-Steine bei. Neun Felder bleiben auf dem Spielplan anschließend noch frei. Diese sind für die vier Sammler reserviert. Die Sammler werden im Spielverlauf über den Plan bewegt und euch Mandala-Steine sichern, die ihr wiederum auf eurem eigenen Künstlertableau ablegt.

In Mandala Stones verfügt jeder Spieler über ein eigenes Künstler-Tableau.

Die Regeln für den Ablauf des Spiels sind wirklich einfach. In eurem Zug müsst ihr euch für eine von zwei möglichen Aktionen entscheiden. Entweder ihr bewegt einen der vier Sammler auf dem Plan oder ihr löst die Wertungsfunktion auf dem Künstlertableau aus. Da das eigene Tableau bei Spielbeginn aber noch blank ist, empfiehlt es sich erstmal ein paar Mandala-Steine zu sammeln, indem ihr einen Sammler bewegt.

Mandala Stones mit einfachen Regeln

Auf jedem Sammler seht ihr eines von vier Symbolen, die sich auch auf den Mandala-Steinen wiederfinden. In eurem Zug wählt ihr einen Sammler aus und versetzt ihn an eine beliebige freie Position auf dem Spielfeld. Jetzt kassiert ihr alle umliegenden Mandala-Steine ein, die das gleiche Symbol aufweisen wie der Sammler. Auf diese Weise tragt ihr die Vierer-Stapel stückweise ab, so dass sich auf dem Feld immer wieder neue Spielkonstellationen ergeben.

Die wesentlichen Regeln von Mandala Stones passen auf eine Karte.

Eine Kleinigkeit müsst ihr beim Sammeln der Mandala-Steine allerdings noch beachten. Liegt ein Mandala-Stein benachbart zu einem weiteren Sammler, dürft ihr diesen nicht an euch nehmen, selbst wenn er ein passendes Symbol hat. Das kann manchmal ziemlich ärgerlich sein, wenn sich ein besonders lukrativer Stellplatz plötzlich als doch nicht so gewinnbringend herausstellt. Solltet ihr mit dem Sammler mehrere Steine kassieren, müsst ihr euch für einen davon entscheiden und die verbleibenden Steine im Uhrzeigersinn aufnehmen. Die Reihenfolge wird später noch eine große Rolle spielen.

Taktisch gesammelt ist gut gepunktet bei Mandala Stones

Die frisch gesammelten Steine legt ihr nun – ohne die Reihenfolge zu verändern – an einen noch unbelegten Platz auf eurem Künstlertableau ab. Insgesamt stehen euch fünf Slots dafür zur Verfügung. Ihr solltet euch jedoch gut überlegen, welchen Ablageplatz ihr für die kassierten Mandala-Steine verwendet. Die Anordnung auf dem Tableau wird relevant, wenn ihr auf das Versetzen eines Sammlers verzichtet und die Wertungsfunktion auslöst.

Gewertete Steine landen bei Mandala Stones auf dem gemeinsamen Mandalaplan.

Ihr dürft allerdings nicht alle fünf Felder auf einmal werten, sondern müsst euch zunächst für eine Farbe entscheiden. Gewertet werden nun alle Felder, bei denen ein Mandala-Stein der gewählten Farbe zuoberst liegt. Ihr seht schon, das Farbmanagement der Steine ist in Mandala Stones ein Schlüssel zum Sieg. Es kommt allerdings auch auf gutes Timing an. Wird das erste Stapelfeld gewertet, profitiert ihr besonders, wenn alle Stapelfelder eine unterschiedliche Höhe erreichen.

Mandala Stones sorgt für innere Harmonie

Die Punktvergabe bei den anderen Stapelfeldern ist ähnlich variabel. Bei den nächsten drei Feldern betrachtet ihr allerdings nur die Höhe des Stapels selbst. Je nach Höhe springen mal mehr und mal weniger Harmoniepunkte für euch heraus. Beim fünften und letzten Stapelfeld ist wiederum Diversität gefragt. Je mehr unterschiedliche Farben ihr in diesem Stapel unterbringt, desto besser für euch.

Dieses Symbol leitet das Ende einer Partie Mandala Stones bei zwei Spielern ein.

Wenn ihr es geschickt anstellt, könnt ihr mit nur einer Wertungsrunde gleich mehrere – im Optimalfall sogar alle – Stapelfelder zur Wertung bringen. Um die Wertung auszulösen, müssen allerdings mindestens zwei Stapel zur Abrechnung kommen. Mandala Stones bietet aber noch eine weitere Möglichkeit an, die gesammelten Steine in Harmoniepunkte zu verwandeln. Hier wählt ihr beliebig viele oben aufliegende Mandala-Steine aus eurer Sammlung aus, unabhängig von ihrer Farbe. Für jeden Stein gibt es einen Punkt. Keine allzu einträgliche Ausbeute, aber immerhin könnt ihr so gezielt einzelne Steine wieder loswerden und euch für kommende Runden rüsten.

Gemeinsames Mandala-Malen in Mandala Stones

Die gewählten Steine, egal ob ihr einzelne Mandala-Steine gewertet habt oder ganze Stapel, werden von eurem Künstlertableau entfernt. Die Steine legt ihr auf dem gemeinsamen Mandalaplan aus. Belegt ihr mit euren Steinen bestimmte Felder, winken euch ein paar Bonus-Harmoniepunkte. Über den Mandalaplan wird zudem das Spielende eingeleitet. Die ausgelegten Steine reihen sich einer Spirale entlang und bilden gemeinsam ein schönes Mandala. Wird ein bestimmter Punkt in der Spirale erreicht, geht das Spiel dem Ende entgegen.

Bei Erfüllung eines Auftrags winken bei Mandala Stones am Spielende ein paar Bonuspunkte.

Die laufende Runde wird noch zu Ende gespielt, bevor ihr eure Punktzahlen miteinander vergleicht. Ein paar Extrapunkte könnt ihr euch noch verdienen, wenn ihr einen der vor Spielbeginn vergebenen Aufträge erfüllt. Falls es euch gelingt, bestimmte Konstellationen herzustellen, beispielsweise auf eurem Künstlertableau, springt noch eine Belohnung für euch heraus. Für eine Partie müsst ihr ungefähr eine halbe Stunde einplanen. Mandala Stone von Filip Glowacz ist über den Kobold-Verlag erschienen und ist ab sofort im Handel zum Preis von etwa 30€ zu finden.

Fazit: Tolles Material, einfache Regeln und eine schicke Optik machen Mandala Stones zu einem tollen Familienspiel, das sich diese Wertung verdient hat

Mandala Stones erhält als rundum gelungenes Familienspiel diese ingame-Wertung.

Ich gebe es ja zu. Schon bei viel zu vielen Brettspielen habe ich mich von einem spannenden Thema ködern lassen. Bei abstrakten Titeln bin ich hingegen viel kritischer. Wenn es schon abstrakt ist, dann muss wenigstens das Material Bombe sein. In diesem Punkt gibt sich Mandala Stones keine Blöße. Die Steine sehen nicht nur schick aus, sondern haben auch ein ordentliches Gewicht und liegen entsprechend gut in der Hand. Bei der vielzitierten Haptik kann ein dickes Häkchen in der Checkbox gemacht werden. Die physischen Qualitäten von Mandala Stones ernten also schon einmal Bestnoten. Gut so, denn sonst hätte ich vermutlich ein richtig gutes Spiel verpasst. Mandala Stones hat nämlich auch spielerische Qualitäten. Die Regeln sind dabei wirklich nicht sonderlich komplex. Was zunächst so leicht klingt, birgt allerdings so einige Tücken. Es ist gar nicht so leicht, das Optimum aus seinen Möglichkeiten herauszuquetschen. Die Chancen auf einen wahren Punkteregen sind vielfältig. Manchmal lohnt es sich sogar einzelne Mandala-Steine zur Wertung zu bringen, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so attraktiv erscheint. Unter Umständen könnt ihr aber eure Auslage so optimieren, dass bei euch in der nächsten Runde so richtig die Kasse klingelt. Sehr befriedigend! Die vielen taktischen Kniffe, gepaart mit tollem Spielmaterial und den zugänglichen Regeln machen Mandala Stones zu einem Familienspiel-Hit.

ProCon
+ einfache Regeln- etwas langwieriger Spielaufbau
+ wertiges Spielmaterial
+ bietet viele taktische Möglichkeiten
+ familienfreundlich
+ kompakte Spieldauer

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