Das Grundprinzip von Menara bleibt natürlich erhalten. Kooperativ versucht ihr den Tempel in schwindelerregende Höhen zu treiben.
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Das Grundprinzip von Menara bleibt natürlich erhalten. Kooperativ versucht ihr den Tempel in schwindelerregende Höhen zu treiben.

Der kooperative Tempelbau erhält seine erste Erweiterung

Menara Erweiterung im Test: So gut schlägt sich Rituals & Ruins

  • vonSebastian Hamers
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Nach dem großen Erfolg des kooperativen Geschicklichkeitsspiels erhält Menara jetzt seine erste Erweiterung. Rituals & Ruis macht das Spiel etwas taktischer.

Meine Erfahrungen mit Geschicklichkeitsspielen sind eher gemischt. Während ich mich in meiner Jugend gerne als Joystick-Akrobat auf dem C64 und dem Amiga versucht habe, ist mir das Genre als Brettspiel lange Zeit ziemlich fremd geblieben. Spiele dieser Art waren für mich klar im Kinderbereich verortet. Diese Meinung kommt nicht ganz von ungefähr, schließlich bedienen sich tatsächlich viele Kinderspiele einem Geschicklichkeitselement. Entsprechend bin ich auch recht skeptisch an Menara vom Zoch-Verlag herangegangen. Bunte Klötzchen stapeln? Dieses Spielkonzept passte nicht so wirklich in mein übliches Beuteschema. Schon nach der ersten Partie war ich allerdings bekehrt. Der kooperative Turmbau macht wirklich Laune. So wurde Menara zu einem meiner meistgespielten Titel des letzten Jahres. Da Menara auch in der Brettspiel-Szene für Furore gesorgt hat, ist die Erweiterung nur folgerichtig. Mit „Rituals & Ruins“ hat Zoch im letzten Herbst das Grundspiel um ein paar frische Elemente ergänzt.

Die Grundidee von Menara verändert sich natürlich auch mit der Erweiterung nicht. Noch immer arbeitet ihr gemeinsam am Bau eines Tempels. Dazu platziert ihr bunte Holzstäbe auf wild geformten Pappscheiben, die Tempelböden darstellen. In eurem Zug zieht ihr immer eine Bauplankarte, die euch genaue Vorgaben macht, wie ihr die Holzstäbe platzieren müsst. Die Schwierigkeit beim Tempelbau besteht vor allem darin, die einzelnen Bestandteile so auszubalancieren, dass das Gesamtkonstrukt stabil bleibt. Soweit das Spielkonzept in aller Kürze, wer sich heute zum ersten Mal über Menara informiert, kann die Details zum Basisspiel in unserem ausführlichen Testbericht nachlesen.

Neue Tempelböden mit Special-Feature

Menara: Rituals & Ruins hat einiges an neuem Material zu bieten. Das Paket bringt doch ein ganz stattliches Gewicht auf die Waage. Das liegt natürlich vor allem an den zusätzlichen Holzklötzchen, mit denen ihr den Turm in noch gewaltigere Höhen treiben könnt. Hinzu kommen weiterhin acht neue Tempelböden. Sie sind eine der wesentlichen Neuheiten der Erweiterung. Bei den Tempelböden handelt es sich nicht nur um einfach noch mehr Material. Jeder Boden weist eine Besonderheit auf, die euch beim Turmbau vor ganz neue Herausforderungen stellt.

Das Grundprinzip von Menara bleibt natürlich erhalten. Kooperativ versucht ihr den Tempel in schwindelerregende Höhen zu treiben.

Der Einsatz der Tempelböden macht euch das Leben als Baumeister ordentlich schwer. Deshalb empfiehlt es sich, sie im Rahmen der zehn Szenarien zu verwenden. Das Regelheft macht euch einige Vorschläge, welche Tempelböden ihr mit einander kombiniert könnt und gibt euch dazu auch konkrete Anweisungen über etwaiges Zusatzmaterial, das ihr für die Erfüllung der Aufgabe zur Seite gestellt bekommt.

Zehn Szenarien sorgen für mehr Herausforderung

Die Aufgaben, die mit den neuen Tempelböden mit ins Spiel kommen, sind ganz schön knackig. Mal dürft ihr die Holzsäulen nur in einer bestimmten Abfolge platzieren, mal darf keine darunter stehende Säule in eine Aussparung des Tempelbodens hineinragen oder ein bestimmter Sockel darf erst dann befüllt werden, wenn schon alle anderen Säulen auf dem Boden platziert wurden. Auf einigen Böden dürft ihr sogar Säulen einer beliebigen Farbe in die Sockel stellen. Das Problem dabei: jede Farbsäule darf dabei nur ein einziges Mal verwendet werden.

Mit der Erweiterung kommt auch zusätzliches Material ins Spiel. Dazu gehören etwa die Tränen der Götter, die durch farbige Kristalle dargestellt werden.

Bei der Lösung dieses Problems können euch vielleicht die neuen goldenen Tempelsäulen helfen. Die goldenen Holzklötzchen dürft ihr auf einen Sockel beliebiger Farbe stellen, allerdings wird diese Säule dort bis zum Ende des Spiels dort verweilen. Weist euch eine Baukarte an, Säulen im Tempel zu versetzen, dürft ihr dabei nie einen goldenen Baustein wählen. Zu allem Überfluss sind die goldenen Säulen auch nochmal deutlich kürzer. Als tragendes Element sind sie daher nicht zu gebrauchen.

Die Tränen der Götter

Wenn euch das Spiel dann immer noch zu einfach ist, könnt in optional mit den „Tränen der Götter“ spielen. Dabei handelt es sich um sechs blaue und sechs rote Plastikkristalle. Diese zwölf Kristalle müssen im Tempel ausgelegt werden, um die spirituelle Ausgewogenheit des Gebäudes zu garantieren. Die Tempelböden zeigen euch genau an, wo ihr die Kristalle platzieren müsst. Es ist natürlich immer ein kleines Risiko, wenn ihr im Tempel mit einem Fremdgegenstand herumfummelt. Jede kleine Erschütterung kann das Bauwerk schließlich zum Einsturz bringen.

Neu mit ins Spiel kommen weiterhin die Ritualkarten. Der Erweiterung liegen dreizehn dieser Karten bei, wovon aber pro Partie immer nur eine benötigt wird. Die aktive Ritualkarte verändert die Regeln des Grundspiels und macht euch den Tempelbau nicht gerade einfacher. Jedes Ritual bringt euch eine neue kleine Gemeinheit mit ins Spiel. Das Ritual „Die Erleuchtung“ schreibt euch vor, alle Tempelböden nur noch mit der hellen Seite nach oben auszulegen, „die Finsternis“ hat natürlich den gegenteiligen Effekt. „Die dünne Spitze“ hingegen wird erst wirksam, wenn euer Tempel die vierte Etage erreicht hat. Ab sofort dürft ihr nur noch einen Tempelboden pro Stockwerk auslegen.

Das Regelheft bietet euch zehn Spielszenarien an. Sie zeigen euch, wie ihr das Material am besten kombiniert.

Durch die Erweiterung erhöht sich auch die Spieldauer ein wenig. Bis zu neunzig Minuten kann es manchmal dauern, bis der Tempelbau erfolgreich abgeschlossen wurde. Kürzere Spielzeiten sind aber natürlich weiterhin problemlos möglich, vor allem wenn ihr das Bauwerk vorzeitig zum Einsturz bringt. Menara: Rituals & Ruins ist nicht ohne das Basisspiel verwendbar. Die Erweiterung findet ihr ab sofort im Handel. Preislich müsst ihr mit etwa 17€ - 20€ rechnen.

Fazit: Menara: Rituals & Ruins erklimmt neue Höhen und erreicht damit folgende Testnote

Menara: Rituals&Ruins im Test: So gut schneidet das Geschicklichkeitsspiel ab.

Wenn ich mich freiwillig so intensiv mit einem Geschicklichkeitsspiel beschäftige, dann muss der Autor schon ziemlich viel richtig gemacht haben. Menara hat mich im letzten Jahr wirklich total überrascht. Der kooperative Turmbau schafft ein intensives Wir-Gefühl und ist von Beginn an packend. Erreicht der Tempel eine gewisse Höhe, erreicht die Spannung seinen Höhepunkt. Jeder Zug kann jetzt das Gebilde zum Einsturz bringen. Umso erhabener ist dann aber das Gefühl, wenn der Auftrag erfolgreich abgeschlossen wurde. Das Ergebnis eurer gemeinschaftlichen Arbeit steht dann in voller Pracht vor euch: sehr befriedigend! Die Erweiterung Rituals & Ruins macht Menara einen Hauch taktischer und vor allem natürlich noch schwerer. Wenn ihr gerade erst ein Partien Menara hinter euch gebracht habt, wird nach einer Erweiterung so schnell kein Verlangen aufkommen. Das Spiel hat auch ohne Zusatzmaterial genug für etliche Partien zu bieten. Erfahrene Menara-Spieler bekommen mit Rituals & Ruins reichlich Möglichkeiten, ihr Spiel nochmal auf eine etwas andere Art zu erleben. Das Spiel wird mit der Erweiterung etwas taktischer, die Absprache unter den Spielern wird noch bedeutsamer und der Schwierigkeitsgrad steigt natürlich ebenfalls an. Wenn ihr also schon einige Partien Menara auf dem Buckel habt, dann sei euch diese Erweiterung ans Herz gelegt.

Pros

Cons

+ kooperatives Geschicklichkeitsspiel

- kleiner Printfehler in der Erstauflage muss mit Stickern behoben werden

+ mit Erweiterung etwas taktischer

+ 10 Szenarien

+ hochwertiges Spielmaterial

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