+
In der Oberwelt tauchen auch immer wieder Monster auf. Ausreichend Durchschlagskraft vorausgesetzt, könnt ihr durch das Besiegen der Gegner ein paar Extra-Punkte verdienen.

Vom Computer-Bildschirm aufs Brett

Minecraft - Baumeister & Biome im Test: Das offizielle Brettspiel zum PC-Hit

  • schließen

Ausgestattet mit der offiziellen Lizenz bietet das Brettspiel einen tollen Fanservice für alle Freunde von Minecraft.

Das britische Edge-Magazin hat jüngst die einflussreichsten Spiele der ausgehenden Dekade gekürt. Die Ausgabe kommt mit zwölf verschiedenen Artworks in den Handel. Jedes von ihnen zeigt ein anderes Videospiel, das dem Jahrzehnt seinen Stempel aufgedrückt hat. Wenig überraschend wurde dabei auch ein Cover für Minecraft reserviert. Es dürft unstrittig sein, dass sich dieser Titel einen Ehrenplatz in der Jahrzehnt-Retrospektive verdient hat. Plattformübergreifend verkaufte sich Minecraft rund 180 Millionen Mal und stellte damit sogar den Klassiker Tetris in den Schatten. Ab sofort könnt ihr das Minecraft-Erlebnis auch ohne Bildschirm erleben. Ravensburger hat sich der Marke angenommen und das offizielle Minecraft-Brettspiel veröffentlicht.

Minecraft: Baumeister & Biome greift alle wesentlichen Aspekte des erfolgsverwöhnten Computerspiels auf: Klötzchenlook, umfangreiche Bauprojekte und sogar die Kämpfe mit den Pixelmonstern haben ihren Weg in die analoge Umsetzung gefunden. Das Brettspiel bringt auch rein physisch einiges mit. Dem Spiel liegen 64 dicke Holzblöcke bei und bringt damit einiges an Gewicht auf die Waage. Sie stellen eure Baumaterialien im Spiel dar. Mit Holz, Sand, Stein, Obsidian und Smaragden realisiert ihr umfangreiche Bauvorhaben, die ihr möglichst geschickt auf eurer eigenen kleinen Map aneinanderreiht.

Multiplayer geht auch analog

Das Minecraft-Brettspiel setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Vor euch liegt eine Auslage aus 4x4 Plättchen. Jedes dieser Plättchen enthält die Rezeptur für ein Bauprojekt. Zunächst liegen die Bauprojekt-Plättchen allerdings verdeckt aus, ihr müsst also erst einmal – gemäß dem Minecraft-Spirit - auf Erkundungstour gehen. Dies macht ihr mit eurem pixeligen Alter Ego. Die kleine Spielfigur wird zwischen den Plättchen aufgestellt und kann mit einem Schritt von Kreuzung zu Kreuzung ziehen.

Bei Spielbeginn ist die Oberwelt noch unbekannt. Mit eurer Spielfigur geht ihr auf Erkundungstour.

Um die Bauprojekt-Kärtchen herum wird noch eine weitere Reihe mit etwas kleineren Plättchen aufgebaut. Sie ermöglichen euch den Zugriff auf ein ganzes Arsenal von Waffen, mit denen ihr euch gegen die Monster im Spiel wehren könnt. Die Pixel-Gegner haben sich unter die Bauprojekt-Plättchen gemischt und werden bei euren Erkundungsgängen aufgedeckt.

Spiel mit Bauklötzchen

Etwas abseits des Geschehens baut ihr aus den 64 Holzklötzen einen riesigen Würfel auf. Dort baut ihr im Spielverlauf immer wieder Rohstoffe ab. Ihr werdet sie brauchen, um eure Bauprojekte in die Tat umzusetzen. Blöderweise habt ihr immer nur auf die Ressourcen Zugriff, bei denen die Oberseite sowie mindestens zwei weitere Seiten freiliegen. Das Ganze funktioniert wie bei Mah-Jongg, den manchmal kommt ihr so nicht an eine gerade dringend benötigte Zutat heran.

Aus dem Rohstoff-Block zieht ihr immer wieder Ressourcen heraus. Ihr werdet sie brauchen, um eure Bauwerke zu errichten.

In jedem Zug dürft ihr genau zwei Aktionen durchführen. Zunächst kann es zum Beispiel sicher nicht schaden, wenn ihr euch an paar Rohstoffe aneignet. Mit der Aktion „Blöcke nehmen“ sichert ihr euch zwei Ressourcen aus dem großen Block. Das ganze Baumaterial nutzt euch allerdings herzlich wenig, ohne die passenden Baurezepte. Ihr nutzt also die Aktion „Oberwelt erkunden“, um eure Spielfigur um bis zu zwei Felder weit zu bewegen. Anschließend deckt ihr dir vier Plättchen um eure Figur herum auf. Auf diese Weise entdeckt ihr Rezepturen für Bauprojekte, manchmal grinst euch stattdessen aber auch ein Monster an. Befindet sich die Figur in den Randbezirken des Spielfelds, deckt ihr auch die kleinen Karten mit den Waffen auf.

Eigene Welten erschaffen

Verfügt ihr über die notwendigen Rohstoffe, könnt ihr die Aktion „Bauen“ verwenden. Wählt eine Bauwerkkarte, die sich in Reichweite eurer Spielfigur befindet und legt die geforderten Ressourcen ab. Ihr nehmt das Bauwerk zu euch und platziert es auf eurer eigenen Spielertafel. Euer Fortschritt auf dem Tableau wird später von Bedeutung sein, wenn es in die Wertungsphase geht. Unter dem Bauwerk-Plättchen, das ihr vom Feld genommen habt, kommt ein weiteres Plättchen zum Vorschein. Es ist aber wieder verdeckt und muss neu erkundet werden.

Euer Waffenarsenal ist zunächst noch spärlich bestückt. Im Spielverlauf könnt ihr weitere und vor allem mächtigere Waffen finden.

Während ihr auf die ersten Zwischenwertungen wartet, könnt ihr euch durch das Bekämpfen von Monstern ein paar Sonderpunkte verdienen. Die Erfolgschancen auf einen siegreichen Kampf steigen deutlich, wenn ihr euch hin und wieder mal für die Aktion „Waffe nehmen“ entscheidet. Steht ihr mit der Spielfigur neben einer entdeckten Waffenkarte, dürft ihr sie auf Kosten einer Aktion an euch nehmen. Wählt ihr nun die Aktion „Monster bekämpfen“ geht ihr mit einer angrenzenden Bestie in den Konflikt.

Kämpfen im Minecraft-Brettspiel

Die Kämpfe im Minecraft-Brettspiel lassen sich recht einfach abwickeln. Jedes Monster verfügt über eine bestimmte Anzahl von Lebenspunkten. Diese müsst ihr dem Monster nun mit Hilfe eurer Waffen zufügen. Bereits bei Spielbeginn seid ihr rudimentär mit Waffengewalt ausgestattet. Vor euch liegt ein verdeckter Stapel mit fünf Waffenkarten. Im Kampf deckt ihr drei Waffenkarten auf und addiert den darauf angegebenen Schaden. Jetzt könnt ihr prüfen, ob euer Angriff über genügend Durchschlagskraft verfügt, um das Monster zu plätten.

Auf dem Spielertableau entscheidet sich meist der Sieg. Legt eure Bauwerke geschickt an, um viele Siegpunkte zu sammeln.

Die Kämpfe sind gerade am Spielanfang ganz schön hart. Eine Waffenkarte fügt zwei Schadenspunkte zu, eine zweite nur einen einzigen. Die drei giftigen Kartoffeln im Set sind sogar vollkommen nutzlos. Wenn ihr durch das Besiegen von Monstern ein paar Extrapunkte sammeln wollt, solltet ihr wohl besser euer Arsenal aufstocken. In den Randbezirken der Oberwelt finden sich einige hilfreiche Goodies.

Neue Waffen braucht das Land

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Bogen? Dieser richtet immerhin zwei Schadenspunkte an und erlaubt euch zudem das Aufdecken eines Extra-Waffenplättchens. Ebenfalls zwei Treffer landet die Goldhacke, ihr Bonus: jede Attacke spendiert euch zwei zusätzliche Siegpunkte. Ähnlich hilfreich ist auch die Steinspitzhacke. Sie verursacht den gleichen Schaden, gewährt euch aber den Zugriff auf einen weiteren Rohstoff-Würfel. Als Notfallwaffe gibt es zudem noch das TNT-Plättchen. Der Sprengstoff kann leider nur einmalig verwendet werden, richtet dafür aber auch gleich fünf Schadenspunkte an.

In der Oberwelt tauchen auch immer wieder Monster auf. Ausreichend Durchschlagskraft vorausgesetzt, könnt ihr durch das Besiegen der Gegner ein paar Extra-Punkte verdienen.

Habt ihr ein paar Monster erfolgreich vernichtet, kommt ihr in der Wertungsleiste schon einen guten Schritt voran. Die meisten Punkte werden allerdings über eine geschickte Bauplanung auf dem eigenen Spielertableau erzielt. Sie wird relevant, wenn eine Zwischenwertung ausgelöst wird. Die erste Wertung erfolgt, sobald die oberste Blockschicht im großen Würfel komplett abgetragen wurde. Wurde die zweite Schicht abgearbeitet, folgt die zweite Wertung. Die dritte Wertung bildet dann den Abschluss des Spiels, nachdem die dritte Reihe komplett aus dem Block entfernt wurde.

Architekten des Erfolges

In der ersten Wertung sind die Landschaften auf der eigenen Spielertafel von Bedeutung. Euer Tableau besteht aus einem Raster von 3x3 Feldern. Dort sind bereits einige Landschaften vorabgedruckt, die auch in die Wertung mit einfließen. Ihr versucht nun, eine geschlossene Region aus möglichst vielen Feldern des gleichen Typs zu erschließen. Durch den geschickten Einbau von Bauprojekt-Plättchen lassen sich passende Felder miteinander verbinden und so zu einer besonders großen Region zusammenfassen. Mögliche Landschaften sind hier Wald, Wüste, Berge und Tundra, die aber alle eine unterschiedliche Wertigkeit haben.

Um Bauwerke zu errichten, müsst ihr zunächst ausreichend Ressourcen sammeln. Grüne Holzklötze sind besonders wertvoll, sie gelten als Joker.

Bei der zweiten Wertung sind die Landschaften nicht mehr relevant. Jetzt kommt es auf das Baumaterial der Gebäude auf den Feldern an. Die Gebäude müssen nicht zusätzlich erworben werden, sie kommen direkt mit dem Erwerb der Bauprojekte mit ins Spiel. Auch diesmal solltet ihr eine möglichst große und lückenlose Fläche mit Gebäude des gleichen Materials erschließen. Die Gebäude können aus Holz, Stein, Obsidian oder Sand bestehen. Wenn ihr es besonders geschickt anstellt, achtet ihr bereits vor der ersten Wertung darauf, dass auch die Gebäude auf den Plättchen schon gut zusammenpassen. Die dritte Wertung wird nach dem gleichen Muster durchgeführt. Jetzt dreht sich allerdings alles um die Art der Gebäude auf den Plättchen. Möglich sind nun Dekorationen, Wohnhäuser, Tiergehege und Brücken.

Zum Abschluss des Spiels geben euch bestimmte Monster, die ihr im Spielverlauf erledigt habt, jetzt nochmal ein paar Bonuspunkte. Je nach erlegtem Monster, werdet ihr nun nochmals für bestimmte Errungenschaften auf eurem Spielertableau belohnt. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt die Partie. Für einen Durchlauf solltet ihr mit 30-60 Minuten Spielzeit rechnen. Minecraft: Baumeister & Biome ist für zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren geeignet. Das Spiel findet ihr ab sofort im Handel. Preislich pendelt sich das Spiel zwischen 30€ und 35€ ein. Ganz im Gegensatz zur digitalen Variante von Minecraft, die Stiftung Warentest erst kürzlich als "nicht kingerecht" einstufte, ist Baumeister & Biome auch etwas für die etwas jüngeren Brettspieler.

Fazit: Auf diese Note können Minecraft-Fans bauen

Das Minecraft-Brettspiel im Test: So schneidet es bei uns ab.

Was macht das Phänomen Minecraft überhaupt aus? Ist es der tolle Pixel-Look… das Erkunden großer Areale… die Möglichkeit, gemeinsam an der Erschaffung einer eigenen Welt zu arbeiten… packende Kämpfe gegen Pixel-Monster… oder doch der kreative Aspekt mit dem Charme eines LEGO-Baukastens? Vermutlich ist es die gute Mischung aus allen genannten Punkten. Sie werden auch vom Minecraft-Brettspiel erfüllt, zumindest zu einem guten Teil. In euren Bauvorhaben seid ihr durch die stringenten Vorgaben zwar limitiert, trotzdem bleibt der Geist des Spiels erhalten. Gebaut wird nach Rezept, allerdings nur in 2D. Statt einer 3D-Ansicht in Pixel-Optik müsst ihr euch mit flachen Bauprojekt-Plättchen zufriedengeben. Doch sonst wird das Spielgefühl des digitalen Vorbilds ganz gut eingefangen. Besonders gut haben mir die Kämpfe gegen bekannte Minecraft-Monster gefallen. Trotz des einfachen Kampfablaufs ist für Spannung gesorgt. Kleine Extras, die im Kampf abgestaubt werden können, sind Motivation genug, regelmäßig auf Monsterhatz zu gehen. Nur mit Waffengewalt werdet ihr den Sieg allerdings nicht erringen. Es bedarf einer guten Planung, um das Spiel zu meistern. Vorausblickende Baumeister sind klar im Vorteil. Mit etwas Übung und natürlich auch einem guten Schuss Glück, sorgt ihr von Beginn an für gute Punktzahlen bei allen drei Wertungen. Minecraft-Fans werden sich in der analogen Variante des modernen Klassikers schnell wohl fühlen. Doch auch Minecraft-Neulinge dürfen einen Blick riskieren, denn es hat mehr zu bieten als große Holzklötze und Pixel-Optik.

PROS

CONS

+ offizielle Minecraft-Lizenz

- Gebäude nur als 2D-Plättchen

+ fängt das Spielgefühl der digitalen Vorlage gut ein

+ einfache Regeln

+ wertiges Material

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

MontanaBlack vergleicht Frauen mit Hunden: Seine Fans stimmen ihm zu

MontanaBlack vergleicht Frauen mit Hunden: Seine Fans stimmen ihm zu

Call of Duty Modern Warfare: Große Umfrage soll EX-Spieler zurückholen

Call of Duty Modern Warfare: Große Umfrage soll EX-Spieler zurückholen

Call of Duty Modern Warfare: Glitch zeigt Gebiete der Battle Royale Karte

Call of Duty Modern Warfare: Glitch zeigt Gebiete der Battle Royale Karte

Kommentare