Mission ISS Raumstation Astronaut Raumfahrer Raumschiff Schmidt Spiele Kapsel
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Mission ISS erscheint über Schmidt Spiele und kostet etwa 30€.

Kooperative Mission ISS lässt die Köpfe qualmen

Mission ISS im Test: Das Brettspiel für Team-Tüftler

  • vonSebastian Hamers
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Mission ISS ist einer der Frühjahrsneuheiten von Schmidt Spiele und eine Herausforderung für Taktiker und Logistiker, die gerne im Team agieren.

  • für 1-4 Spieler ab 12 Jahren
  • Spieldauer: 90 Minuten
  • Verlag: Schmidt Spiele
  • Autor: Michael Luu

Nachdem die ganzen Brettspiel-Neuheiten aus dem letzten Herbst kaum verdaut wurden, schieben die Verlage zum Frühling bereits wieder neues Futter in den Handel. Als einer der ältesten Player im Geschäft möchte sich da natürlich auch Schmidt Spiele nicht lumpen lassen. Der Berliner Verlag hat für das immer noch junge Jahr wieder einen ganzen Stapel mit Neuheiten für euch parat. Neben den neuen Spielen aus der Escape-Room-Reihe „Break In“ ist Mission ISS die vielleicht spannendste Neuheit für Nerds und Gamer aus dem Hause Schmidt Spiele. Ihr seid Teil einer internationalen Operation, die sich den Bau einer Weltraumstation zur Aufgabe gemacht hat. Dabei werdet ihr zunächst in das Jahr 1998 zurückgeschleudert, in der das erste Modul der ISS errichtet wurde. Gemeinsam spielt ihr euch bis ins Jahr 2011 voran, um die Station stückweise zu erweitern. Eine präzise Planung und gute Kooperation sind für so ein Mammut-Projekt natürlich unabdingbar.

Mission ISS führt euch ins Jahr 1998 zurück

Die Geschichte der Mission ISS beginnt mit dem Bau des ersten Moduls der Raumstation. Diese liegt bereits vor Spielbeginn auf dem Tisch aus. Der Bau der restlichen Station wird jedoch vertrauensvoll in eure Hände gelegt. Für die weiteren Arbeiten stehen euch sechs Astronauten zur Verfügung, von denen sich zunächst aber noch drei auf der Erdstation aufhalten. Diese müsst ihr erst im Spielverlauf freischalten, bevor sie euch im Weltraum unterstützen können. Jeder von euch agiert in Mission ISS als Kommandant und hat somit die Gewalt über das Astronauten-Personal. Jeder Astronaut ist mit drei verschiedenen Fertigkeiten ausgestattet: Bewegen, Forschen und Bauen. Die Werte starten bei Spielbeginn mit jeweils einem oder zwei Punkten und können im Verlauf auf bis zu vier Punkte gesteigert werden.

Der Zeitstrahl wird bei Mission ISS auf der Erdstation verwaltet.

Die Weltraum-Crew wird dabei nicht unter euch aufgeteilt. Jeder Kommandant hat in seinem Zug immer Zugriff auf sämtliche Astronauten, die sich in der Weltraumstation befinden. Die Steuerung findet dabei über zwanzig sogenannte Kommandokarten statt, die ihr untereinander aufteilt. Die Karten legt ihr offen vor euch aus. In eurem Zug wählt ihr nun eine der eigenen Kommandokarten, sowie die Karte eines anderen Spielers. Ihr führt die Aktionen der beiden Karten aus und legt sie anschließend verdeckt vor euch ab. Erst im weiteren Spielverlauf werden die Karten wieder einsatzbereit gemacht. Durch diese Mechanik entsteht eine gewisse Rotation der Karten, so dass sich immer wieder neue Konstellationen ergeben.

Die Arbeit eines Astronauten auf der Mission ISS

Über eine Kommandokarte kann ein Astronaut eine von vier verschiedenen Aktionen durchführen. Mit dem Bewegungskommando befördert ihr den gewählten Astronauten durch die Raumstation und bringt ihn zu anderen Modulen. Für die meisten anderen Aktionen muss sich das Besatzungsmitglied vor Ort befinden, um tätig zu werden. Besonders häufig werdet ihr die Forschungsaktion verwenden. Wenn neue Module der ISS ins Spiel kommen, werden diese zunächst mit einem Forschungsplättchen versehen. Dieses Plättchen wird nach Vorgabe mit einem blauen Würfel belegt.

Das Abenteuer Mission ISS beginnt im Jahr 1998 und einem einzigen Raumschiff-Modul.

Führt ein Astronaut eine Forschung durch, reduziert sich die Augenzahl auf dem Würfel. Je besser ein Astronaut seinen Forschen-Wert gesteigert hat, desto mehr Augen werden pro Aktion abgetragen. Erst wenn alle Augenzahlen abgearbeitet wurden, entfernt ihr auch das Forschungsplättchen und werdet mit einem Einmalbonus belohnt. Der Bonus ist ein schönes Extra, sollte aber nicht die Hauptmotivation für eure Forschungsarbeiten sein. Die Anzahl der blauen Würfel ist auf vier Stück begrenzt. Sind diese schon in Verwendung, müsst ihr die roten Würfel einsetzen. Liegt jedoch nur ein einziger roter Würfel in der Raumstation, besteht vorläufiger Baustopp. Bis auf Weiteres dürfen keine neuen Module mehr angelegt werden.

Neue Module schaffen auf der Mission ISS neue Probleme

Das bedeutet, dass die Bauen-Aktion in der Anwesenheit roter Würfel stark an Bedeutung verliert. Habt ihr alle roten Würfel wieder entfernt, darf ein neues Modul errichtet werden. Die einzelnen Module werden nach einer konkreten Vorgabe zusammengesteckt. Ihr bewegt also zunächst einen Astronauten an die vorgesehene Stelle und führt dort die Bauen-Aktion durch. Eine kleine Hürde müsst ihr allerdings zuvor noch überwinden. Der Bau eines Moduls geschieht nicht im Handumdrehen, sondern fordert dem Astronauten viel Geschick und technisches Verständnis ab.

Ein roter Würfel bedeutet Baustopp in Mission ISS. Ein Astronaut macht sich auf die Suche nach dem Fehler an Bord.

Deshalb weist jedes Modul einen gewissen Schwierigkeitsgrad auf, der beim Bauen gemeistert werden muss. Hier wird die Bauen-Fertigkeit des Astronauten interessant. Nur wenn das Besatzungsmitglied den geforderten Wert in dieser Fähigkeit erreicht, darf das Modul errichtet werden. Hin und wieder erreicht der Schwierigkeitsgrad zum Bauen eines Moduls sogar Punktzahlen jenseits der des Maximalwerts von vier. In diesem Fall müssen also weitere Astronauten hinzugezogen werden, um die Arbeiten vor Ort abzuschließen. Eine kleine Unterstützung können dabei die Robonauten leisten. Es handelt sich dabei um robotische Hilfskräfte, die in allen Fertigkeiten einen Wert von einem Punkt aufweisen. Mittels Bauen-Aktion kann ein Robonaut direkt zu einem Astronauten eurer Wahl springen.

Auf der Mission ISS macht Training den Meister

Mit vereinten Kräften gelingt es euch, selbst die anspruchsvollen Module in die Raumstation zu integrieren. Mit dem neuen Modul kommen auch ein neues Forschungsplättchen und somit ein weiterer Würfel ins Spiel. Eine neue Forschungsarbeit steht euch also gleich bevor. Weiterhin werden zwei Zufallsereignisse ausgelöst, die meist nichts Gutes verheißen. Die Ereignisse kommen als Karten ins Spiel und zeigen euch jeweils ein Modul der Raumstation. Habt ihr das gezeigte Modul noch nicht gebaut, erhöht sich nun der Schwierigkeitsgrad für die Errichtung. Sollte der Bau des Moduls bereits abgeschlossen sein, kommt ein neues Forschungsplättchen ins Spiel. Ihr könnt eure besten Forscher also gleich schon einmal aussenden. Glücklicherweise befinden sich im Stapel ein paar „Good Job“-Karten, die keine negativen Konsequenzen nach sich ziehen. Über die Zahl dieser Karten lässt sich der Schwierigkeitsgrad der Partie ein wenig steuern.

Robonaut und Astronaut arbeiten bei Mission ISS Hand in Hand.

Mit der Trainieren-Aktion kommt eine vierte und letzte Variante der Kommandokarte ins Spiel. Mit dieser Karte erhaltet ihr einen Trainingschip, mit denen ihr später einen Astronauten in einen der drei Disziplinen (Bauen, Bewegen und Forschen) verbessern könnt. Die Trainingsphase tritt allerdings nicht direkt mit Erhalt des Chips ein, sondern erst mit dem Ende der Schicht. Die Idee des Schichtendes ist dabei nicht nur spielmechanisch, sondern auch taktisch interessant.

Schichtende auf der Mission ISS

Im Verlauf des Spiels werdet ihr regelmäßig in die Situation kommen, dass ihr entweder keine offene Kommandokarte mehr vor euch liegen habt oder bei euren Mitspielern keine Wahloptionen mehr bestehen. Solltet ihr an einer Stelle im Spiel nicht mehr in der Lage sein, zwei neue Kommandokarten an euch zu nehmen, wird automatisch das Schichtende eingeleitet. Der reguläre Zug verfällt, dafür dreht ihr alle verdeckten Kommandokarten vor euch wieder auf. Eure Ressourcen wurden aufgefrischt. Die Astronauten hingegen haben die kleine Pause dafür verwendet, ihre Trainingseinheiten durchzuführen.

Sämtliche Aktionen in Mission ISS werden über Kommandokarten gesteuert.

Die gesammelten Trainingschips dürfen jetzt investiert werden. Sucht euch die Astronauten aus, die davon profitieren sollen und steigert die passenden Werte. Euer Team ist jetzt für die kommenden Aufgaben wieder etwas besser gerüstet. Ihr werdet den Fortschritt brauchen, denn die Herausforderungen werden durch die ständig auftauchenden Vorfälle an Bord nicht geringer.

Mission ISS unter Zeitdruck

Das Schichtende tritt dabei immer nur beim aktuellen Spieler auf. Die Mitspieler führen weiterhin ihre Kommandos durch, bis sie ebenfalls in die Situation kommen, in der sie nicht mehr zwei Karten aufnehmen können. Gerade in der frühen Phase des Spiels kann es dadurch oft passieren, dass mehrere Schichtenden direkt in Folge auftreten. Das kann zu einem echten Problem für das Team werden, denn jedes Schichtende lässt den Marker auf dem Zeitstrahl um ein Feld weiter nach vorne rücken. Eure Besatzung steht mächtig unter Zeitdruck.

Bei Mission ISS zeigen die Karten an, wie schwer der Bau eines neuen Weltraumoduls sein wird.

Einige Felder auf dem Zeitstrahl ziehen eine Prüfung nach sich, ob sich die Weltraum-Mission noch gut im Plan befindet. Jetzt wird gecheckt, ob ihr eine gewisse Anzahl von Modulen bereits errichtet habt. Habt ihr die geforderte Menge nicht erreicht, gilt die Mission sofort als gescheitert. Auch deshalb ist das ständige Erweitern der Raumstation die wichtigste Aufgabe im Spiel. Gewonnen habt ihr die Partie erst, wenn der Zeitmarker das Jahr 2011 erreicht hat oder das zwölfte Modul der ISS erfolgreich errichtet wurde.

Für eine Partie solltet ihr ungefähr anderthalb Stunden einplanen. Mission ISS ist für ein bis vier Spieler ab zwölf Jahren geeignet. Das Spiel kommt über Schmidt Spiele in den Handel und ist ab sofort zum Preis von etwa 30€ zu haben.

Fazit: Mission ISS ist eine schöne Denksportaufgabe für Teams und hat sich somit diese Testwertung verdient

Mission ISS ist eine schöne Denksportaufgabe für Teams und hat sich somit diese Testwertung verdient.

Puh, Mission ISS hat es ganz schön in sich. Einfach mal locker drauflosspielen, das führt in den meisten Fällen zum vorzeitigen Scheitern der Mission. Im Prinzip ist jeder Zug von hoher Bedeutung, da euch die Zeit ständig im Nacken hockt. Dabei gibt es auf der Weltraumstation ziemlich viel zu erledigen. Ständig tauchen neue Forschungsplättchen auf, die ihr am besten bis vorgestern wieder abgetragen haben solltet. Kommen die Forschungsarbeiten zu langsam voran, droht im schlimmsten Fall ein Baustopp auf der ISS. Ihr müsst euch also ranhalten, um die vielfältigen Aufgaben zu managen. Mission ISS wird eure grauen Zellen tüchtig auf Vordermann bringen, denn im Kern versteckt sich hinter dem Spiel eine ganz schön harte Denksportaufgabe für Teams. Für Impulsspieler ist das nichts. Wenn ihr aber Freude daran habt, verschiedene Wege auszuprobieren und durchzuplanen, findet ihr in Mission ISS eine tolle Herausforderung. Eine immer funktionierende Blaupause für die Lösung der Aufgabe gibt es indes nicht, da die Voraussetzungen bei jedem Spiel wieder etwas verändert werden. Um das Spiel zu gewinnen, müsst ihr euch schon ein wenig anstrengen. Das ist gut so, denn ein kooperatives Spiel zieht seinen Reiz auch aus einem angemessenen Schwierigkeitsgrad. Erledigt ihr die Aufgabe direkt aus dem Stand, geht die Motivation schnell in den Keller. Mission ISS bietet aber dennoch die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad etwas anzupassen. Wenn euch das Spiel zu leicht wird, lasst einfach ein paar „Good Job“-Karten aus dem Spiel verschwinden und stellt euch der ultimativen Herausforderung. Wir wünschen viel Spaß beim Knobeln!

ProCon
+ hohe logistische und taktische Herausfoderung- für Impulsspieler weniger gut geeignet
+ für Denksportfans
+ kooperative Spielweise
+ gutes Spielmaterial
+ auch gut alleine spielbar

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