Monster Expediton ist über Amigo erschienen und kostet 20-25€.
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Monster Expediton ist über Amigo erschienen und kostet 20-25€.

Nachfolger zu Carnival of Monsters

Monster Expedition im Test: Das Würfelspiel für Monsterjäger

  • vonSebastian Hamers
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Als Mitglied der Königlich Monstrologischen Gesellschaft zieht ihr einmal mehr durch die Lande, um für den Hof legendäre Bestien zu fangen.

Schon seit etlichen Jahren wird in der Welt der Videospiele immer wieder diskutiert, ob den Entwicklern nichts wirklich Neues mehr einfällt. Die Release-Listen sind vollgestopft mit Spielen, bei denen sich eine Zahl im Titel befindet. Nachfolger wohin man auch blickt. Im Brettspiel-Sektor sind echte Nachfolger längst nicht so zahlreich vertreten. Der Trend in der Szene geht jedoch auch klar hin zum stärkeren Ausbau wichtiger Marken. Bei Amigo wird Produktpflege seit jeher großgeschrieben. Mit beispielsweise Wizard, Bohnanza oder Saboteur greift der hessische Verlag gerne erfolgreiche Spiele wieder auf und spendiert diesen einen Nachfolger. Ziemlich erfolgreich verlief auch die Markteinführung von „Carnival of Monsters“, das im letzten Herbst in den Handel kam. Ein Jahr später steht jetzt bereits der Nachfolger Monster Expedition im Handel.

Carnival of Monsters konnte sich schon dank seines prominenten Schöpfers viel Aufmerksamkeit sichern. Als Autor ist niemand Geringeres als Richard Garfield, seines Zeichens Erfinder des Kultkartenspiels Magic the Gathering, verantwortlich. Im ingame-Test konnte das Spiel, somit auch wenig verwunderlich, mit einem sanften Hauch von Magic-Atmosphäre überzeugen. An der Entwicklung von Monster Expedition war Garfield allerdings nicht mehr beteiligt. Er räumte seinen Platz für einen weiteren bekannten Spieleerfinder. Alexander Pfister sorgte bereits mit Spielen wie Maracaibo, Great Western Trail oder Isle of Skye für Furore in der Brettspielszene.

Die Monster Expedition beginnt im Camp

Wie schon beim Vorgänger seid ihr wieder Mitglieder der Königlichen Monstrologischen Gesellschaft. Ihr unternehmt gewagte Expeditionen in verschiedenen Regionen des Landes, fangt dabei legendäre und natürlich ziemlich gefährliche Monster, um sie später am königlichen Hof zu präsentieren. Eure mächtigsten Waffen im Kampf gegen die Ungeheuer sind die vielen bunten Würfel, mit ihrer Hilfe geht ihr rundenweise auf Monsterjagd.

Einige Kreaturen sind ziemlich widerspenstig und lassen sich nur mit sehr hohen Würfelergebnissen einfangen.

Der Jagdausflug beginnt immer in einem eurer drei Camps. Vom Camp in den Wolkenlanden fangt ihr die Monster der Lüfte, das Camp der Tiefsee lädt zur Jagd auf die Monster des Wassers ein und den Waldmonstern begegnet ihr im Gebiet rund um das Camp im verwunschenen Wald. In jedem Zug müsst ihr also zunächst die Wahl treffen, welche Art von Monster gejagt werden soll. Dazu guckt ihr euch die offene Auslage an, die bei Spielbeginn aus zehn Monstern besteht.

Monster Expedition mit vielen bunten Würfeln

Auf jeder Monsterkarte wird die Stufe der Kreatur angezeigt. Um ein Monster zu fangen, müsst ihr mit euren Würfeln mindestens den Wert der Monsterstufe erreichen. Einige Monster sind wirklich harte Nüsse. Um den Draco Chelonia zu bezwingen, sollte ihr euch schon mindestens 35 Punkte erwürfeln. Es ist die stärkste Kreatur in Monster Expedition. Kleinvieh macht aber schließlich auch Mist. In die Startauslage kommen glücklicherweise ein paar schwache Monster wie der Füchsling, den ihr schon mit schmalen acht Punkten einfangen könnt.

Mit vielen bunten Würfeln geht es auf Monsterjagd.

Um die ganz dicken Biester einzukerkern braucht ihr also jede Menge Würfel. Wie viele Würfel ihr für die Jagd einsetzen dürft, hängt von der Stufe eures Camps ab. Im Spielverlauf wertet ihr eure Basislager immer weiter auf, so dass ihr euch früher oder später auch an den mächtigen Drachen versuchen könnt. Zum Einsatz kommen vier unterschiedliche Würfeltypen. Je nachdem ob ihr zur Jagd auf Luft-, Wald- oder Seekreaturen geblasen habt, bekommt ihr einen gelben, grünen oder blauen Würfel als Basisangriff. Diese Würfel sind unterschiedlich stark und schaffen es im Optimalfall auf immerhin zehn Punkte mit einem Wurf.

Zocken mit Monster Expedition

Eurem Angriff werden noch weitere schwarze Standardwürfel hinzugefügt. Je öfter ihr euer Camp schon aufgewertet habt, desto mehr Würfel stehen euch jetzt für die Jagd zur Verfügung. Der Angriff verläuft in der Regel über mehrere Phasen. Zunächst würfelt ihr alle verfügbaren Würfel. Dann legt ihr alle Würfel einer beliebigen Augenzahl heraus und legt sie auf den Spielplan. Mit den gewählten Würfeln dürft ihr später auf Monsterjagd gehen. Leider sind euch die gewählten Würfel noch keinesfalls sicher.

Der Spielplan gibt euch einen guten Überblick über die Werte der einzelnen Würfel.

Jetzt dürft ihr ein wenig zocken, um noch mehr aus euren Würfeln herauszuholen. Ihr könnt euch dazu entscheiden, mit den restlichen Würfeln weiterzuspielen. Ihr werft sie erneut und wiederholt die oben genannte Prozedur. Ihr dürft jedoch keine weiteren Würfel auf den Spielplan legen, die eine identische Augenzahl wie bereits beiseitegelegte Würfel aufweisen. Habt ihr nach einem Wurf nur noch Augenzahlen geworfen, die ihr schon herausgenommen habt, wird dies jetzt als Fehlwurf gewertet. Ziemlich ärgerlich, denn jetzt wird der Würfel mit der höchsten Augenzahl wieder entfernt. Ein herber Rückschlag für eure Jagd nach den Monstern.

Monster Expedition oder Monster-Shopping?

Könnt oder wollt ihr nicht mehr weiterwürfeln, dürft ihr jetzt endlich eure ersten Monster einfangen. Die Summe der gewürfelten Augenzahlen ergibt euren Jagdwert. Nehmt euch jetzt ein oder mehrere Monster, dessen Monsterstufe nicht euren Jagdwert übersteigen. Optional dürft ihr auch dem Monsterhändler einen Besuch abstatten. Er verkauft euch die Monster bereits frisch gefangen in Käfigen. Jeder Monsterkäfig kostet euch zehn Punkte eures Jagdwerts.

Ihr startet eure Expedition von einem der drei Camps. Diese lassen sich im Spielverlauf schrittweise upgraden.

Die bequeme Shopping-Tour kann sich durchaus lohnen. Allerdings kauft ihr beim Monsterhändler die Katze im Sack. Ihr legt erstmal die Kröten auf den Tisch, nehmt euch dann die Käfigkarte und erfahrt erst danach, was für ein Monster ihr euch da überhaupt zugelegt habt. Es handelt sich dabei um die gleichen Kreaturen, die ihr sonst in freier Wildbahn selbst erlegen müsstet. Allerdings ist ein Monster im Käfig nicht mehr ganz so beeindruckend und daher am Spielende auch weniger Siegpunkte wert. Mit etwas Glück kann der Ausflug zum Monsterhändler aber dennoch rentabel sein. Wenn ihr für schlappe zehn Punkte einen Draco Chelonia im Käfig geliefert bekommt, habt ihr ein gutes Geschäft gemacht.

Upgrade des Camps für die nächste Monster Expedition

Nachdem die Monster gefangen oder eingekauft wurden, habt ihr noch die Möglichkeit, eure Camps zu verbessern. Für das Camp-Upgrade benötigt ihr ein wenig Würfelglück. Legt ihr für die Monsterjagd bestimmte Augenzahlen heraus, dürft ihr mit jedem passenden Würfel jetzt ein Camp-Upgrade durchführen. Die Upgrades werden bei der weiteren Jagd hilfreich sein, euch neue Würfel spendieren und so die Chancen auf eine erfolgreiche Monsterhatz deutlich erhöhen. Manchmal dürfen Camps sogar in den Runden der Mitspieler aufgewertet werden. Auf diese Weise werden eure Lager schnell zu mächtigen Headquarters.

Beim Monsterhändler könnt ihr die Monster schon direkt im Käfig erwerben.

Im Spielverlauf wachsen eure Möglichkeiten somit ständig. Dafür sorgen nicht nur die immer besser ausgestatteten Camps. Gefangene Monster stellen ihre Sonderfähigkeiten in eure Dienste. Ihre übernatürlichen Kräfte sorgen beispielsweise dafür, dass ihr nach Fehlwürfen oder bestimmten Würfelergebnissen der Mitspieler, weitere Camp-Upgrades durchführen könnt. Sammelt ihr Sets aus je einem Luft-, See- und Waldmonster erhaltet ihr außerdem zusätzliche Würfel für die Jagd. Eure Macht als Monsterjäger wächst praktisch von Runde zu Runde.

Monster Expedition mit Solomodus

Auf dem Höhepunkt eures Schaffens endet die Partie dann aber jedoch schon recht zügig. Das Spielende wird eingeleitet, wenn der Nachziehstapel verbraucht wurde. Nachdem die laufende Runde beendet wurde, müsst ihr lediglich noch die Punkte addieren, um den Sieger des Spiels zu ermitteln. Monster Expedition spielt sich ziemlich flott herunter, so dass ihr für eine Partie selten länger als eine halbe Stunde benötigt.

Monster Expediton ist über Amigo erschienen und kostet 20-25€.

Am regulären Spiel können bis zu vier Monsterjäger teilnehmen. Das Regelwerk hat allerdings auch einen wirklich gut funktionierenden Solomodus integriert. In diesem müsst ihr insgesamt zehn Missionen beackern. Die Expeditionen haben eine angenehme Lernkurve und sind am Ende ziemlich herausfordernd. Monster Expedition steht ab sofort zum Preis von etwa 20-25€ im Handel.

Fazit: Die Königlich Monstrologische Gesellschaft bewertet die Monster Expedition mit folgender Wertung

Monster Expedition im Test: Ein starker Nachfolger von Alexander Pfister.

Im letzten Jahr hatte ich mit Carnival of Monsters bereits sehr viel Freude. Die einfachen Regeln, das coole Design und nicht zuletzt eine sanfte Prise Magic-Flair sorgten dafür, dass ich das Spiel recht häufig auf den Tisch bekam. Wer sich strategischen Tiefgang erhoffte, wurde von Carnival of Monsters jedoch sicherlich enttäuscht. Gleiches gilt nun ebenfalls für Monster Expedition. Durch den massiven Würfeleinsatz wurde die Glückskomponente sogar nochmals etwas verstärkt. Die junge Monsters-Serie hat sich einen Schritt auf die Familienspiele zubewegt. Die Regeln sind noch einen Schlag einfacher, die Spieldauer wurde verkürzt und der Materialumfang gestutzt. Mir haben die kleinen Veränderungen am Spielkonzept gut gefallen. Monster Expedition spielt sich noch etwas flotter als sein Vorgänger. Nach einer halben Stunde ist eine Partie schon wieder zu Ende. Die Zeit vergeht wie im Flug, denn auf dem Spieltisch ist immer was los. Das Upgraden der Camps ist sehr motivierend. Es gibt im Spielverlauf viele Erfolgserlebnisse und schon bald seid ihr tatsächlich in der Lage auch die dicken Drachen zu jagen. Mein persönliches Highlight ist allerdings der Solomodus, der mich wirklich positiv überrascht hat. Bei den meisten Spielen ignoriere ich die Solovariante, doch Monster Expedition hat mich als Einzelspieler-Muffel tatsächlich zu einigen Partien motivieren können.

ProsCons
+ leicht zu erlernen- höhere Glückskomponente
+ toller Einzelspielermodus
+ flüssiger Spielverlauf
+ schönes Kartendesign

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