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Mystery House von Schmidt Spiele ist ein kooperatives Escape-Room-Erlebnis und kostet 35-40€.

Bei Mystery House steht der Erkundungsaspekt im Mittelpunkt

Mystery House im Test: Das Escape-Room-Spiel in 3D

  • vonSebastian Hamers
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Schon wieder ein neuer Escape Room? Mystery House bietet einen neuen Ansatz und stellt dabei den Erkundungsaspekt in den Vordergrund.

  • Escape-Room-Erlebnis
  • mit 3D-Objekt des Spukhauses
  • für 1-5 Spieler ab 12 Jahren
  • Preis: 35-40€

Eine neues Escape-Room-Brettspiel? Das ist im Jahr 2021 schon längst nichts Besonderes mehr. Der Hype um die rätselintensiven Spiele hält bereits seit geraumer Zeit an, so dass nahezu jeder Verlag seine eigene Variante in den Handel bringt. Als einer der traditionsreichsten Verlage gehört natürlich auch Schmidt Spiele zu den Mitbewerbern im Markt. Die Berliner haben mit Mystery House ihr eigenes Escape-Room-Projekt bereits im Frühling 2021 veröffentlicht. Leider war das Spiel dann jedoch lange Zeit vergriffen. Jetzt sollte der analoge Escape-Room aber endlich flächendeckend im Handel verfügbar sein. Wir verraten euch, warum Mystery House mehr ist als nur ein weiteres Escape-Room-Game.

Mystery House geht in die dritte Dimension

Inzwischen gibt es Escape Rooms in zahllosen Varianten. Einige kommen mit üppigem Material daher, einige beschränken sich auf ein paar wenige Karten. Bei einigen Titeln werden Teile des Spielmaterials zerstört werden, andere setzten wiederum auf Nachhaltigkeit und sorgen dafür, dass sich auch die nächste Gruppe noch über ein vollständiges Spiel freuen kann. In der letzten Zeit werden weiterhin immer mehr Spiele mit einer Begleit-App ausgestattet, um die Rätsel zu verwalten und den Immersionsgrad weiter zu erhöhen. Auch thematisch findet ihr im Handel Escape Rooms mit jedem erdenklichen Szenario. Für die Autoren wird es also immer schwerer, dem eigenen Spiel noch etwas wirklich Neues hinzuzufügen.

Bei Mystery House steckt ihr von oben die Raumkarten in das 3D-Modell des Spukhauses.

Bei Mystery House sieht man die Innovation auf den ersten Blick. Das Escape-Room-Erlebnis entführt euch in die dritte Dimension. Dem Spiel liegen nicht nur ein paar Karten bei, sondern gleich das ganze Gruselhaus als 3D-Modell. Die Darstellung der Villa fällt ein wenig abstrakt aus. Zu sehen ist nur die Basis des Hauses, das Dach wurde aus spieltechnischen Gründen kurzerhand wegrationalisiert. Dennoch hebt Mystery House durch das 3D-Objekt den Erkundungsfaktor eines Escape-Room-Spiels auf eine neue Ebene.

Mystery House ist eine Mischung aus Erkundung und Rätselknacken

Das Hausmodell bietet 6x6 Steckplätze für Raumkarten. Diese steckt ihr nach Aufbauanleitung von oben durch einen kleinen Schlitz, so dass im Inneren des Hauses Wände und Räume entstehen. Ihr setzt euch beim Spielen am besten rund um das Modell. So könnt ihr von außen gut in die Villa blicken. Für den besseren Durchblick stellt ihr das Haus vielleicht einfach auf ein oder zwei andere Spieleschachteln, damit ihr das Modell zumindest halbwegs auf Augenhöhe habt. Im Spielverlauf werdet ihr viel Zeit damit verbringen, die Räume im Haus ganz genau zu erkunden. Genaues Hingucken ist somit ein Schlüssel zur erfolgreichen Bewältigung des Escape Rooms.

Während des Spiels blickt ihr meist seitlich auf das 3D-Modell von Mystery House.

Spielt ihr Mystery House zu viert, kann jeder Spieler eine Seite des Hauses observieren. Ansonsten müsst ihr das Objekt gegebenenfalls ein wenig drehen. Eure Blicke fallen somit auf die Raumkarten, die von außen sichtbar sind. Die Räume, die tiefer im Zentrum des Hauses verborgen sind, bleiben euch zunächst versperrt. Ihr versucht daher, von außen immer weiter in das Haus einzudringen. Dazu seht ihr euch die Raumkarten an der Außenseite des Hauses zunächst ganz genau an.

Funktionen der Begleit-App zu Mystery House

Seht ihr auf einer Raumkarte etwas Interessantes, zückt ihr euer Smartphone oder Tablet mit der installierten Begleit-App. In der App wählt ihr die gewünschte Raumkarte an und es wird eine Liste mit Interaktionsmöglichkeiten angezeigt. Seht ihr auf einer Karte beispielsweise einen Gegenstand, könnt ihr diesen nun in der Liste auswählen, um ihn an euch zu nehmen. Keinesfalls solltet ihr jedoch wild in der App alle Optionen durchprobieren. Jede unsinnige Eingabe wird mit einem Zeitabzug von ein paar Sekunden bestraft. Je schneller ihr die Kampagne abgeschlossen habt, desto besser fällt am Ende eure Bewertung aus. Überlegt euch eure Züge also gut.

Bei Mystery House findet ihr so manchen hilfreichen Gegenstand.

Befindet sich der Gegenstand tatsächlich am aktuellen Ort, weist euch die App an, die passende Objektkarte zu nehmen. Ab sofort dürft ihr den neuen Gegenstand verwenden, wenn sich eine sinnvolle Möglichkeit dazu bietet. Die Nutzung von Objekten wird ebenfalls über die App geregelt. Auch hier solltet ihr mit Bedacht vorgehen, wenn ihr weitere Zeitstrafen vermeiden wollt. Bei erfolgreichen Aktionen verrät euch die App, wie sich die Situation neu entwickelt. Häufig werdet ihr aufgefordert, einzelne Raumkarten aus dem 3D-Modell zu entfernen. Euer Bewegungsspielraum hat sich damit ein Stück erweitert.

Schrittweise dringt ihr tiefer ins Mystery House ein

Durch das Entfernen von Karten weitet sich nun euer Blick. Raumkarten, die vorher noch hinter dichten Mauern verborgen blieben, sind nun begehbar. Es ist dabei auch explizit erlaubt, zwischen den Gängen hindurch zu blicken. Manchmal entstehen Konstellationen, bei denen ihr nur ein wenig schräg zwischen zwei Gängen spicken müsst, um einen kleinen Teil eines eigentlich noch verborgenen Abschnitts des Hauses zu erspähen. Zeitweise kann euch die simple Veränderung des Blickwinkels einen wichtigen Hinweis auf die Lösung eines Rätsels geben.

Schrittweise werden im Mystery House Raumkarten entfernt, so dass ihr ins Innere der Villa vordringen könnt.

Wenn ihr aber dennoch mal an einer Stelle nicht weiterkommt, könnt ihr auf das Hilfesystem der App zurückgreifen. Die App unterscheidet dabei zweierlei Arten von Hilfestellung. Folgt ihr gerade keiner heißen Spur, aktiviert ihr die allgemeinen Tipps. Jetzt gibt euch die App möglicherweise einen Hinweis, welche Raumkarte ihr euch noch einmal genauer anschauen solltet. Ihr könnt allerdings ebenso Tipps zu einem konkreten Rätsel anfordern. Hier hilft euch die App in drei Schritten auf die Sprünge.

Abenteuer-Nachschub für Mystery House

Das Spiel endet, sobald ihr das letzte Rätsel des Abenteuers gelöst habt. Die App gibt euch eine Stunde dafür Zeit. Ihr könnt die Partie nach Ablauf der Zeit natürlich noch weiterspielen. Das wirkt sich allerdings negativ auf eure Bewertung am Spielende aus. Neben dem zeitlichen Aspekt spielt auch die Zahl der benötigten Tipps eine Rolle.

Dem Grundspiel von Mystery House liegen gleich zwei Abenteuer bei.

Das Basisspiel besteht aus zwei Abenteuern. Mit „Familienportrait“ und „Der Herr des Labyrinths“ solltet ihr insgesamt rund zwei Stunden beschäftigt sein. Da ihr die Lösung zu allen Rätseln nun bereits kennt, gibt es bei Mystery House eigentlich keinen Wiederspielwert. Damit teilt Mystery House das Problem aller Escape-Room-Spiele. Das Spielmaterial wird jedoch weder verändert noch zerstört, somit kann zumindest eine weitere Gruppe noch ihren Spaß am Spiel haben. Schmidt Spiele hat zudem mit „Zurück nach Tombstone“ bereits die erste Erweiterung veröffentlicht. Ihr könnt das Spiel damit zum vergleichsweise günstigen Preis nochmal ein wenig erweitern.

Mystery House von Schmidt Spiele ist ein Escape-Room-Erlebnis für ein bis fünf Spieler ab zwölf Jahren. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von 35-40€ im Handel.

Fazit: Mit neuartigem 3D-Effekt und logischen Rätseln gruselt sich Mystery House zu dieser Testwertung

Mit neuartigem 3D-Effekt und logischen Rätseln gruselt sich Mystery House zu dieser Testwertung.

Ja, ich bin ein Fan von Escape-Room-Spielen. Ich mochte das Lösen von knackigen Rätseln schon in der Blütezeit der Point-and-Click-Adventures und war begeistert, als die ersten analogen Escape Rooms in den Handel kamen. Inzwischen haben sich bei mir jedoch erste Ermüdungserscheinungen eingestellt. Die Flut an neuen Escape Rooms ist kaum zu bewältigen. Auf Mystery House war ich dennoch gespannt. Zugegeben, es war zunächst die pure Optik des Spiels, die meine Neugier weckte. Mystery House hat aber nicht nur optisch, sondern auch spielerisch einiges zu bieten. Das Spiel stellt den Erkundungsaspekt stärker in den Vordergrund. Dieser funktioniert im Wesentlichen auch ganz gut. Manchmal muss man aber schon ziemlich genau hingucken, wenn ihr die notwendigen Hinweise in den Tiefen der Villa entdecken wollt. Eine Taschenlampe ist auf jeden Fall ein nützliches Utensil, um den Geheimnissen von Mystery House auf die Schliche zu kommen. Das exakte Aufspüren der Spuren kann zeitweise ein wenig anstrengend sein, hat allerdings einen ganz eigenen Reiz und trägt durchaus zur gruseligen Atmosphäre des Spiels bei. In Sachen Rätselkost kann Mystery House nicht ganz in der Champions League mitspielen, dennoch sind alle Puzzles logisch gestaltet und lassen sich mit etwas Überlegung lösen. Notfalls müsst ihr eben auf das integrierte Hilfesystem zurückgreifen. Ein kleiner Wermutstropfen ist der Kostenfaktor des Spiels. Für rund zwei Stunden Spielspaß bezahlt ihr knapp 40€, ein stolzer Preis. Dieser ist natürlich dem aufwändigen Spielmaterial geschuldet. Schiebt Schmidt Spiele noch ein paar neue Erweiterungen nach, relativiert sich der Preis wieder ein wenig. Die erste Erweiterung „Zurück nach Tombstone“ gibt es schon für vergleichsweise kleines Geld. Hoffen wir also, dass Mystery House bei den Spielern Anklang findet und dem Spiel noch ein paar Erweiterungen beschert werden.

ProCon
+ zwei Abenteuer in einer Box- Kurze Spieldauer
+ Escape-Room-Erlebnis mit Gruselatmosphäre
+ Entdeckungsfaktor steht im Fokus
+ mit 3D-Modell des Spukhauses
+ erste Erweiterung schon verfügbar

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