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In der ersten Phase des Spiels legt ihr verschiedene Farbreihen aus. Dabei versucht ihr numerisch nur möglichst kleine Lücken entstehen zu lassen.

Herbstneuheit vom Moses-Verlag

No Return im Test: Das Spiel für echte Zocker

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In No Return ist vor allem gutes Timing gefragt. Sammelst du noch oder punktest du schon? Das ist die Kernfrage des Spiels.

Der vielzitierte Point of no Return verheißt wenig Gutes. Er spielt auch in der Brettspiel-Neuheit vom Moses-Verlag eine Rolle. Glücklicherweise habt ihr das Heft des Handelns selbst in der Hand. Wann der Punkt ohne Wiederkehr eintritt, liegt ganz bei euch selbst. Bei No Return ist die Verlockung groß, diesen Moment ziemlich lange hinauszuzögern. Das kann sich jedoch als fataler Fehler erweisen. Poker-Naturen sind gefragt, die den optimalen Zeitpunkt austarieren, die Phase zwei des Spiels einzuläuten. Ab jetzt heißt es: No Return – Es gibt keinen Weg zurück!

No Return besteht fast ausschließlich aus kleinen schwarzen Spielsteinen. In der Verpackung befindet sich sonst lediglich noch ein blickdichter Stoffbeutel, in den ihr die Steine werft. Der Beutel bringt ganz schön Gewicht auf die Waage. 132 Spielsteine sind es insgesamt. Jeder Spielstein taucht zweimal im Spiel auf und enthält einen Zahlenwert zwischen einem und elf Punkten in sechs verschiedenen Farben. Euer Auftrag klingt zunächst banal. Bildet farbliche passende Reihen und versucht dabei eine möglichst lückenlose numerische Aufstellung zu erstellen.

Countdown von elf bis eins

Ihr beginnt zunächst mit acht Steinen, die ihr möglichst vor euren Mitspielern verbergt. Es gibt jetzt noch einmal die Chance, unliebsame Steine in den Beutel zurückzuwerfen und entsprechend neue Steine nachzuziehen. Dann wird es aber Ernst und das Spiel geht los. In eurem Zug dürft ihr beliebig viele Steine einer Farbe in eure ganz persönliche Auslage legen. Legt die Steine am besten untereinander und achtet darauf, dass dabei wenige Lücken entstehen. Ihr beginnt die Reihe mit einer möglichst hohen Zahl und arbeitet euch dann schrittweise nach unten.

In jeder Runde befinden sich acht Spielsteine auf der Hand.

Hier zeigt sich auch schon ein großes Problem und gleichzeitig wesentliches Spielprinzip von No Return. Sobald ihr einen Stein in der Auslage platziert habt, lässt sich kein Stein der gleichen Farbe mit einer höheren Zahl mehr anlegen. Am besten beginnt ihr die Farbreihe also immer mit einer elf. Wann ihr diese allerdings aus dem Beutel zieht, das bleibt die große Frage. Ihr müsst also Abstriche machen und Mut zur Lücke beweisen. Sonst läuft euch die Zeit am Ende davon.

Steinchen für Steinchen

Nachdem die Steine nun von der Hand in die Auslage gewandert sind, zieht ihr wieder auf acht Steine auf. Je höher der Durchlauf an Spielsteinen ist, desto größer sind somit auch die Chancen, auf eine vielversprechende Hand. In No Return gibt es nicht Schlimmeres als eine starke Fragmentierung der Spielsteine auf der Hand. Euch bleibt nicht viel Zeit. Das Spiel endet, sobald alle Steine aus dem Beutel gefischt wurden. Legt ihr also jede Runde nur einen einzigen Stein in die Auslage, kommt ihr rasch ins Hintertreffen.

Dem Spiel liegen insgesamt 132 Spielsteine bei.

Notfalls dürft ihr sogar komplett auf das Auslegen eines Steins verzichten. Stattdessen werft ihr bis zu vier Steine von der Hand ab und zieht wieder neue Steine aus dem Beutel. Vor allem niedrige Zahlen sind willkommene Kandidaten, die ungenutzt wieder in die Schachtel zurückgelegt werden. Denn am Spielende werden die Werte auf den Steinen addiert und so die Zahl eurer Siegpunkte bestimmt. Die Punkte in der Auslage sind euch jedoch noch keinesfalls sicher. Ihr müsst die Steine erst erwerben, in dem ihr die zweite Phase des Spiels einleitet. Ab jetzt gibt es kein zurück mehr, es ist der Point of no Return.

Phase zwei

Jeder Spieler darf individuell festlegen, wann die zweite Phase des Spiels beginnt. Ab jetzt dürfen keine weiteren Steine mehr in die Auslage gepackt werden. Stattdessen gebt ihr nun Spielsteine von der Hand aus, um Steine in der Auslage zu bezahlen. Wieder legt ihr beliebig viele Steine einer Farbe ab. Addiert die Punktwerte und nehmt euch dafür Steine im gleichen Wert aus der Auslage. Hier greifen wieder ganz ähnliche Regeln. Ihr dürft nur Steine der gleichen Farbe wählen, ebenso muss die Reihenfolge eingehalten werden. Genommen werden dürfen die Spielsteine von klein nach groß. Ihr müsst also immer mit der kleinsten Zahl beginnen.

In der ersten Phase des Spiels legt ihr verschiedene Farbreihen aus. Dabei versucht ihr numerisch nur möglichst kleine Lücken entstehen zu lassen.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass ihr auch noch alle Steine vom Feld bekommt. Verbleibende Steine in der Auslage werden als Minuspunkte gewertet. Habt ihr schlecht kalkuliert, kann das ein dickes Loch in euer Punktekonto reißen. Solange sich noch Steine im Beutel zum Nachziehen befinden, wird das Spiel fortgeführt. Dann kommt es zur finalen Abrechnung, in der ihr die Punktwertungen der erworbenen Steine addiert und etwaige Minuspunkte wieder abzieht.

Eine Partie dauert gar nicht so lange. Die knappe halbe Stunde ist eine angenehme Spieldauer für ein Spiel mit geringerer Komplexität, bei dem auch eine gute Portion Glück gefragt ist. No Return kommt über den Moses-Verlag in den Handel und kostet etwa 25€.

No Return im Test: Von dieser Note gibt es keine Wiederkehr

So gut war No Return im Test.

No Return ist ein Spiel für Zocker! Es bleibt ein ständiges Spekulieren auf eine möglichst hohe Punktzahl. Lege ich meine gelbe Neun jetzt schon aus? Oder warte ich lieber doch auf eine höhere Zahl, um eine neue Reihe in der Auslage zu starten? Schmeiße ich meine vier niedrigen Ziffern ab? Oder warte ich auf den Moment, in dem ich sie auf einen Schlag passend auslegen kann? Mit diesen und vielen Fragen mehr müsst ihr euch in No Return laufend beschäftigen. Die wohl entscheidendste Frage ist aber wohl die nach dem Zeitpunkt des Wechsels in Phase zwei. Nicht selten kommt es zu einem echten Herzschlagfinale. Wenn ihr den letzten Stein in einem finalen Zug vom Feld abräumt, ist das schon ein sehr befriedigendes Gefühl. Mir hat No Return in der Vierer-Runde am meisten Spaß gemacht. Es entwickelt sich eine besondere Dynamik, da man hier den Fortschritt der Mitspieler besonders im Auge behalten muss. Es lohnt sich wohl nicht auf die gelbe Elf zu warten, wenn sich beide Steine schon in den Auslagen der Mitspieler befinden. Bei No Return gewinnt eben nicht zwingend der glücklichere Spieler. Ein geschicktes Abwägen der Chancen ist auf jeden Fall hilfreich, eben ein perfektes Spiel für Zocker.

PROS

CONS

+ ein Spiel für echte Zocker

- recht hoher Glücksfaktor

+ wertiges Spielmaterial

+ gutes Timing gefragt

+ oft mit Herzschlagfinale

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