Nope! ist über Game Factory erschienen und kostet rund 10€.
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Nope! ist über Game Factory erschienen und kostet rund 10€.

In Nope! werden die Regeln auf den Kopf gestellt

Nope! im Test: Der Kartenspaß mit Twist

  • vonSebastian Hamers
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In Nope! versucht ihr eure Karten möglichst auf der Hand zu behalten, statt sie loszuwerden. Dieser kleine Twist verändert vieles.

Als Spieler arbeiten wir bestimmte Tätigkeiten schon ganz automatisch ab. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass wir die Bestätigungsaufforderungen auf dem Bildschirm mit der A-Taste (respektive dem X-Button) quittieren, das Menü mit dem Pause-Knopf aufrufen oder uns via WASD in einem Egoshooter auf dem PC fortbewegen. Bei Kartenspielen ist es Usus, dass man das Spiel gewinnt, wenn man zuerst alle seine Handkarten losgeworden ist. Nope von Game Factory bricht mit dieser steinalten Tradition. Hier ist das Gegenteil der Fall. Habt ihr eure sämtlichen Handkarten verloren, scheidet ihr aus dem Spiel aus. Ihr dürft euch als glücklicher Gewinner der Partie fühlen, wenn ihr als letzter Spieler noch Karten auf der Hand habt.

Sieht man vom ungewöhnlichen Spielziel einmal ab, hat Nope sehr viel Ähnlichkeit zu Kartenspiel-Klassikern wie Mau-Mau oder Uno. Jeder Spieler bekommt einen Satz mit Karten auf die Hand, eine Karte wird offen in die Tischmitte gelegt und die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel. Seid ihr an der Reihe, müsst ihr die oberste Karte auf dem Ablagestapel bedienen. So weit, so bekannt. Nope greift die Grundidee der Kartenspiel-Oldies auf, peppt sie aber mit ein paar frischen Ideen auf.

Kartenhamstern in Nope!

Jede Spielkarte verfügt über zwei wesentliche Informationen. Seid ihr am Zug, dann ist zunächst die Farbe der obersten Karte auf den Ablagestapel relevant. Diese Farbe müsst ihr jetzt bedienen. Einige Karten sind einfarbig, viele Karten zeigen jedoch gleich zwei Farben an. Im letzteren Fall dürft ihr euch für eine der beiden Farben entscheiden. Weiterhin ist die angegebene Zahl auf der Karte wichtig. Die Zahl gibt an, wie viele Karten mit der passenden Farbe nun von euch abgeworfen werden müssen.

Die oberste Karte auf dem Ablagestapel muss stets mit einer passenden Farbe bedient werden. Die Zahl zeigt an, wie viele Karten ihr abwerfen müsst.

Prinzipiell gilt: könnt ihr abwerfen, dann müsst ihr auch abwerfen. Bei Nope ist das allerdings keine gute Nachricht. Ihr könnt nicht die geforderte Kartenzahl in der passenden Farbe ablegen? Sehr gut, in diesem Fall zieht ihr eine Karte vom Nachziehstapel und geht gestärkt in die nächste Runde. Je mehr Karten ihr auf der Hand habt, desto komfortabler könnt ihr den weiteren Spielverlauf angehen. Doch leider steigt mit jeder gezogenen Karte auch die Wahrscheinlichkeit, dass euch die Mitspieler die Karten auch wieder abzocken.

Nope mit dem Boomerang-Effekt

Knallt euch ein Mitspieler beispielsweise eine blaue Dreierkarte hin, schlägt das schnell ein ziemlich großes Loch ins Kontor. Karten mit einer hohen Zahl können also brandgefährlich werden, sogar für den Spieler, der die Karte selbst ausgespielt hat. Der bereits erwähnte blaue Dreier kann sich auch schnell als Eigentor erweisen, wenn kein anderer Spieler mit den geforderten Karten dienen kann. Ratzfatz hat man die drei blauen Karten dann gleich selbst eingebüßt.

Die einfarbigen Karten lassen euch weniger Spielraum, ihr müsst die angegebene Farbe bedienen.

Der Schaden kann allerdings durch Aktionskarten ein wenig abgefedert werden. Statt das geforderte Set abzuwerfen, dürft ihr auch eine Aktionskarte ablegen. Sofern die Aktionskarte die richtige Farbe aufweist, könnt ihr damit einen größeren Verlust von Handkarten verhindern. Habt ihr eine dieser Sonderkarten auf der Hand, kann sie für euch die Rettung bedeuten. Es kann sich also lohnen, eine Aktionskarte in der Hinterhand zu behalten.

Aktionskarten in Nope!

Im Spiel tauchen Aktionskarten in drei verschiedenen Varianten auf. Besonders gemein ist dabei Auswahlkarte. Hier sucht ihr euch einen Spieler aus, der bis zu drei Karten einer vorgegebenen Farbe abwerfen muss. Pokert bei eurer Auswahl aber nicht zu hoch. Es besteht durchaus die Gefahr, dass ihr am Ende selbst die Karten ablegen müsst, wenn die Mitspieler nicht die passenden Karten auf der Hand haben.

In Nope tauchen Aktionskarten in drei verschiedenen Varianten auf.

Größere Verluste lassen sich ebenso mit der Durchblickkarte verhindern. Sofern die Durchblickkarte die passende Farbe aufweist, legt ihr sie auf den Ablagestapel und dürft die angegebene Zahl auf der Karte darunter ignorieren. Diese ist nun für den nächsten Spieler in der Reihenfolge bestimmt. Wie schon bei der Auswahlkarte gilt auch hier: können die anderen Spieler nicht bedienen, müsst ihr am Ende möglicherweise doch in den sauren Apfel beißen und die geforderten Karten abwerfen.

Bei Nope ist der sichere Neustart möglich

Wie ihr seht, ist der Einsatz der Aktionskarten sehr hilfreich, er birgt aber auch ein gewisses Risiko. Außerdem könnt ihr die Auswahl- und Durchblickkarten nur einsetzen, wenn ihr sie in der richtigen Farbe auf der Hand habt. Viel berechenbarer ist da schon die Neustartkarte. Diese Aktionskarten weisen gleich alle vier Farben auf und lassen sich somit universell einsetzen. Ihr legt die Karte ab, statt das geforderte Set abzuwerfen. Die Auswirkungen für den nächsten Spieler in der Reihe sind allerdings auch recht mild. Es muss lediglich eine Karte beliebiger Farbe abgelegt werden.

Nope! ist über Game Factory erschienen und kostet rund 10€.

Habt ihr eure letzte Handkarte abgeworfen, scheidet ihr aus dem Spiel aus und seid vorerst zum Zuschauen verdammt. Das Spiel wird solange fortgeführt, bis nur noch ein Spieler Karten auf der Hand hat. Dieser Spieler hat die Partie gewonnen! Selbst wenn ihr recht früh ausscheidet, bis zum Beginn des nächsten Durchlaufs müsst ihr in der Regel nicht lange warten. Für eine Partie könnt ihr etwa eine Viertelstunde einrechnen.

Nope! (… mich kickst du nicht raus!) ist ein schnelles Kartenspiel für zwei bis sechs Spieler ab sieben Jahren. Das Spiel ist über Game Factory erschienen, ihr findet es im Handel zum Preis von rund 10€.

Fazit: Am Ende hat es Nope bei folgender Testwertung rausgekickt 8.0

Nope im Test: So schneidet das schnelle Kartenspiel von Game Factory ab.

Von Spielen wie Mau-Mau oder Uno habe ich eigentlich genug. Seitdem ich tief in die Welt der Brett- und Kartenspiele eingetaucht bin, erscheinen mir die genannten Kartenspiel-Klassiker zu gewöhnlich und einfallslos, als dass sie mich noch zu einer Partie motivieren könnten. Es gibt einfach so viel spannendere und bessere Spiele, die mit ähnlich einfachen Regeln für Begeisterung sorgen. Nope zum Beispiel! Das kleine Kartenspiel von Game Factory weist einige Parallelen zu Uno & Co. auf, dreht den Spielverlauf aber komplett auf den Kopf. Am Anfang ist es schon eine große Umstellung. Seit jeher wurde uns Spielern eingehämmert, alle Handkarten möglichst schnell loszuwerden. Bei Nope ist hingegen Kartenhamstern angesagt. Dabei stellt ihr euren Mitspielern so manche Falle, müsst aber immer damit rechnen, am Ende selbst hineinzutappen. Gerade gegen Spielende ist äußerste Vorsicht geboten. Nope hat bei uns in der Runde viele Emotionen geweckt. Der Ärgerfaktor ist immens, außerdem entsteht ein sehr befriedigendes Gefühl, wenn man seinen Zug einfach mit einem „Nope!“ quittieren kann und sich auch noch eine Extra-Karte einverleibt. Deshalb bleibt es meistens auch nicht bei einer einzigen Partie, schnell reiht sich ein Spiel an das nächste und plötzlich hat Nope mehr Zeit vom Spieleabend gefressen als eigentlich geplant. Es gibt Schlimmeres…

Pros

Cons

+ einfache Regeln

- hoher Glücksfaktor

+ ungewöhnliche Siegbedingungen

+ Spielprinzip fühlt sich frisch an

+ motiviert zum wiederholten Spielen

+ für bis zu 6 Spieler geeignet

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