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Oriflamme kommt über Pegasus Spiele in den Handel und kostet zwischen 12€ und 15€.

Komplott um die Krone

Oriflamme im Test: Das Micro-Spiel für Taktikfüchse

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Mit gerade einmal zehn Karten pro Spieler bietet Oriflamme ein taktisch forderndes Erlebnis.

Verrat und Intrige, das ist der Stoff mit denen wahre Tragödien erzählt werden. Wir scheinen wohl einen echten Hang zum Drama zu haben, erfreuen uns an pikanten Ereignissen und uferlosen Skandalen. Mit solchen Geschichten hat auch das Fantasy-Epos Game of Thrones eingeschlagen wie eine Bombe. Einen ganz ähnlichen Weg verfolgt Oriflamme: Komplott um die Krone. In adligen Kreisen lebt es sich verdammt gefährlich. Der König ist tot und die einflussreichen Familien des Reichs setzen alles daran, jemanden aus ihren Reihen auf dem Thron zu sehen. Geht es um die Thronfolge wird ganz tief in die Trickkiste gegriffen und selbst vor einem hinterlistigen Mord schrecken die Adligen nicht zurück.

Das Thema, das im Hintergrund von Oriflamme rumort, lässt auf ein komplexes Spielgeschehen schließen, vielleicht sogar auf ein dickes Paket mit kiloweise Spielmaterial. Tatsächlich ist aber so ziemlich das Gegenteil der Fall. Oriflamme kommt in einer schmalen Verpackung daher. Jeder Spieler muss mit einem Set aus gerade einmal zehn Karten auskommen. Hinzu kommen ein paar Marker und fertig ist die Laube.

Wenig Material, viel Taktik

Dennoch hat das kleine Kartenspiel taktisch einiges auf dem Kasten. Dabei legt ihr eigentlich in jeder Runde nur eine Karte aus und führt die darauf angegebene Aktion durch. Die Regeln passen auf ein kleines Faltblatt. Jede Karte stellt in Oriflamme einen Bediensteten eurer Familie dar. Alle Familien können dabei auf ein identisches Kartenpaket zurückgreifen. Drei der zehn Karten werden allerdings nach dem Zufallsprinzip schon vor Spielbeginn aussortiert. Jeder Spieler verfügt somit zunächst über sieben Handkarten.

Pro Runde spielt ihr nur eine einzige Karte aus. Die Schwertlanze markiert den Anfang der Einflussreihe.

Ansonsten müsst ihr keine große Zeit mit der Spielvorbereitung verschwenden. Es wird lediglich noch eine Schwertlanze in der Tischmitte ausgelegt, um den Anfang der sogenannten Einflussreihe zu markieren. In diese Einflussreihe spielt ihr nun reihum eine Karte verdeckt von der Hand aus. Dabei dürft ihr die Karten entweder an den Anfang oder ganz ans Ende der Reihe legen. Befinden sich noch eigene Karten aus vorherigen Runden in der Einflussreihe, dürft ihr die neue Karte auch auf eine solche spielen.

Thronfolge in sechs schnellen Spielrunden regeln

Erst wenn jeder Spieler seine Karte gelegt hat, werden die ausliegenden Karten in der Einflussreihe gewertet. Dabei wird immer mit der ersten Karte in der Reihe begonnen. Wurde die Karte bereits aufgedeckt, führt sie nun ihren Effekt aus. Kommt eine eurer verdeckten Karten an die Reihe, habt ihr zwei Optionen. Entweder ihr dreht die Karten herum und führt ebenfalls den Effekt aus oder aber ihr lasst sie im verdeckten Zustand. In diesem Fall dürft ihr einen Einflussmarker auf der Karte platzieren, ein Effekt wird dann aber nicht mehr durchgeführt.

Auf der Spielhilfe findet ihr eine Übersicht über alle Karten.

Genau auf diese Einflussmarker seid ihr als Adelsfamilie scharf. Sie entscheiden am Spielende, welches Haus den Thronfolger stellen darf. Liegen die Einflussmarker auf einer eurer Karten in der Reihe, habt ihr davon noch gar nichts. Verdeckte Karten ermöglichen euch zwar das Sammeln von Einflussmarkern, ihr dürft sie euch aber erst einverleiben, indem ihr ihr die Karte irgendwann aufdeckt.

Die richtige Position finden

Die Karten in eurem Set lassen sich in zwei verschiedene Typen aufteilen, dauerhafte und einmalige Karten. Einmalige Karten legt ihr direkt wieder ab, nachdem sie ihren Effekt abgegolten haben. Dauerhafte Karten verbleiben hingegen in der Einflussreihe. Sie führen ihren Effekt in jeder Runde erneut aus. Realistischerweise werden sie aber dort nicht besonders lange verharren. Die Adelshäuser dulden keine Störenfriede am Hof und finden sicher schnell einen Weg um allzu lästige Untertanen ihrer Rivalen zu beseitigen.

Mit zehn Karten pro Spieler geht Oriflamme als Mirco-Game durch.

Eine gute Taktik kann es daher sein, bedeutsame Karten vor den Attacken der Feinde zu schützen. Deckt ihr so eine Karte mit einer weiteren Karte aus eurem Set zu, ist sie für den Gegner unsichtbar. Im Spielverlauf wird sich die Position dieser Karte, unter dem Deckmantel ihres Beschützers, verändern. Hat sie die optimale Stellung in der Einflussreihe erreicht, könnt ihr sie immer noch aktivieren und zu einem mächtigen Schlag ausholen.

Die Vasallen der Adligen

Für den Erfolg eures Hauses spielen die Positionen eurer Karten eine entscheidende Rolle. Der Soldat etwa ist in der Lage, eine benachbarte Karte mit einem Schwerthieb von der Bildfläche zu putzen. Leider führt er diese Aktion auch durch, wenn sich links und rechts von ihm ausschließlich Schergen des eigenen Adelshauses befinden. Je nach Position des Soldaten kann es da sehr sinnvoll sein, ihn im nächsten Zug mit einer eigenen Karte abzudecken. Er führt seine Aktion zunächst nicht durch und im folgenden Zug kann sich die Konstellation auf dem Spielfeld schon wieder ganz anders gestalten.

Jeder Charakter verfügt über eine individuelle Fähigkeit.

Regelmäßig werden Figuren aus der Einflussreihe entfernt und etwaige Lücken geschlossen. Durch das Abdecken einer Karte hat euer Haus zudem die Chance, in einem Zug gleich zweimal in Folge eine Figur zu aktivieren. Deckt ihr eine einmalige Karte auf, handelt ihr den Effekt ab und legt die Karte beiseite. Befindet sich darunter eine weitere eurer Karten, wird diese direkt im Anschluss aktiviert. Daraus ergeben sich manchmal mächtige Kombinationen, die eure Mitspieler zur Verzweiflung bringen.

Vom Attentäter bis zur Spionin

Die Funktionen der einzelnen Karten sind ziemlich vielfältig. Einige Karten wie der bereits erwähnte Soldat, aber auch der Attentäter und die Bogenschützin sorgen dafür, dass andere Karten eliminiert und aus dem Spiel genommen werden. Es gibt aber auch Schergen, die für eine Umverteilung von Einflussmarkern sorgen. In der Einflussreihe werden zudem Karten verschoben, Fähigkeiten kopiert und sogar Fallen aufgestellt.

Komplott um die Krone: der Spieler mit den meisten Einflussmarkern wird zum Thronfolger ernannt.

Auf der Karte „Hinterhalt“ könnt ihr im verdeckten Zustand seelenruhig Einfluss sammeln und darauf hoffen, dass eure Mitspieler die Karte mit dem Attentäter oder einer anderen Figur angreift. Jetzt schnappt die Falle zu und ihr erhaltet ganze vier Einflussmarker. Werdet ihr hingegen gezwungen, den Hinterhalt selbst aus dem Spiel zu nehmen, erhaltet ihr nur einen einzigen Marker. Ein guter Bluff und ein Pokerface können in Oriflamme also nicht schaden.

Taktischer Spiele-Quickie

Nach nur sechs Runden endet eine Partie Oriflamme auch schon wieder. Am Spielende haltet ihr entsprechend noch eine letzte Karte auf der Hand. Es gewinnt der Spieler, der sich in diesen sechs Runden die meisten Einflussmarker sichern konnte. Etwaige Einflussmarker, die sich noch auf Karten in der Einflussreihe befinden, werden dabei jedoch nicht angerechnet.

Oriflamme kommt über Pegasus Spiele in den Handel und kostet zwischen 12€ und 15€.

Für einen Durchlauf müsst ihr, je nach Zahl der Mitspieler, mit zwanzig bis vierzig Minuten Spielzeit rechnen. Oriflamme ist für drei bis fünf Spieler ab zehn Jahren geeignet. Es kommt über Pegasus Spiele in den Handel und kostet zwischen 12€ und 15€.

Fazit: Der Ingame-Herold verkündet die königliche Testnote

Oriflamme im Test: Viel Taktik im kleinen Rahmen.

Oriflamme ist ein echtes Micro-Game. Das Spiel hält für jeden Spieler gerade einmal zehn Karten bereit, von denen vor Spielbeginn sogar noch drei entfernt werden. Sieben Handkarten, sechs Spielrunden… was sich nach einem fluffigen Spiele-Quickie für zwischendurch anhört, hat taktisch einiges auf der Pfanne. In jedem Zug stellt sich nicht nur die Frage, welche Karte ihr spielt, sondern auch wohin. Die Position einer Karte in der Einflussreihe hat erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf. Ungeschicktes Taktieren kann möglicherweise sogar dafür sorgen, dass ihr am Ende euren Figuren selbst das Messer in den Rücken rammt. Auf der anderen Seite könnt ihr mit einem klugen Spiel eure Mitspieler auch gehörig unter Druck setzen. Eine gute Portion Bluffen gehört ebenfalls mit zum Spiel. Oriflamme hat diesen typischen „Er denkt, dass ich denke, dass er denkt…“-Faktor. Aus dem reduzierten Spielmaterial holt Oriflamme viel raus und bietet gerade angesichts des kleinen Preises und auch der kurzen Spieldauer einen taktischen Leckerbissen.

PROS

CONS

+ taktisch fordernd

- erst ab 3 Spielern spielbar

+ Bluffen als Spielelement

+ günstiger Preis

+ wertiges Spielmaterial

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