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Panic Island ist über den Zoch-Verlag erschienen und ab sofort erhältlich. Kostenpunkt: 10-13€

Kooperatives Memory

Panic Island im Test: Der kooperative Partyspaß

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Panic Island greift auf die klassische Memory-Idee zurück, verleiht ihr einen kooperativen Anstrich und packt ein paar witzige Iden obendrauf.

Es gibt Spielkonzepte, die offenbar für die Ewigkeit bestimmt sind. Nehmen wir beispielsweise das klassische Jump’n’Run. Mario hat bereits im Jahr 1981 Jagd auf seinen Erzrivalen Donkey Kong gemacht. Die wesentliche Spielidee hat bis heute überlebt und beweist mit Titeln wie Mario Odyssey oder Rayman Legends, dass Plattformer auch 2019 noch für Innovationen sorgen können. In der analogen Szene gibt es ebenso viele Grundmechaniken, die seit vielen Jahrzehnten Verwendung finden und in modernen Spielkonzepten erneut aufblühen. Die Grundidee hinter dem Klassiker Memory etwa wird von vielen Spieleautoren immer wieder gerne aufgegriffen. Zu diesen Autoren zählt auch Antonin Boccara, der mit Panic Island ein kooperatives Memory mit zahlreichen witzigen Extras veröffentlicht hat.

Die Einwohner der paradiesischen Insel von Gouga sind in Aufruhr. Die Südsee-Idylle wird jäh getrübt, als der jahrelang ruhende Vulkan im Zentrum der Insel auszubrechen droht. Dem Inselvolk bleibt nur die Flucht aus dem Paradies. Ruder und Floß müssen herbei. Vielleicht bleibt sogar noch ein wenig Zeit, um ein paar Dodos, Dodoeier und den ein oder anderen Ureinwohner von der Insel zu retten. Die Zeit drängt, es bleiben euch nur wenige Minuten, bevor der Vulkan die Insel mit seiner Lavamasse überschwemmt. Doch wo verstecken sich die blöden Biester noch gleich?

Panic Island im Test: Kooperative Suche nach den Dodos

Euer Spielfeld besteht aus 25 Karten, die ihr verdeckt in Form eines Quadrats in der Tischmitte auslegt. In diesem Kartenwirrwarr befinden sich mehrere Ureinwohner, Dodos und Dodoeier in den Farben gelb und rot. Ganz wie beim klassischen Memory deckt ihr in eurem Zug immer genau zwei Karten auf. Dabei gilt es ebenso passende Paare zu finden. Deckt ihr einen Ureinwohner und einen Dodo der gleichen Farbe auf, wird der Dodo vom Ureinwohner gerettet. Der Dodo wird aus dem Raster entfernt und als gerettet auf die Seite gelegt. Der Ureinwohner verbleibt zunächst auf der Insel und wird wieder verdeckt.

Die Insel besteht aus 25 Karten, die quadratisch ausgelegt werden. Im Zentrum der Insel liegt der Vulkan, der kurz vor dem Ausbruch steht.

Ganz genauso funktioniert auch die Rettung der Dodoeier. Sie müssen allerdings von einem farblich passenden Dodo gerettet werden. Für die Ureinwohner gibt es zum Glück aber auch Hoffnung. Sie können auf die Kraft ihres Gottes Gouga vertrauen. Einmal pro Partie dürft ihr göttlichen Beistand erbitten. Dazu streckt ihr eure Arme in die Luft und ruft den Namen des Inselgottes. GOUGA!! Mit seiner Hilfe können jetzt einzelne Karten gerettet werden.

GOUGA!! Die Macht des Inselgottes

Reihum dürft ihr nun entweder Ureinwohner, Dodo oder Dodoei benennen und dann eine Karte herumdrehen. Liegt ihr mit eurer Ansage richtig, gewährt euch Gouga seine Gunst und die aufgedeckte Karte ist gerettet. Sie wird aus der Kartenauslage entfernt und beiseitegelegt. Die Prozedur wird solange fortgeführt, bis ein Spieler mit seiner Ansage danebengreift.

Der rote Ureinwohner rettet die roten Dodos von der Insel. Die Dodos kümmern sich ihrerseits um die Rettung der Eier.

Bei allem Rettungseifer solltet ihr aber auf keinen Fall vergessen, dass ihr für die Flucht von der Insel auf jeden Fall ein Floß und ein Ruder benötigt. Diese beiden Karten müssen zwingend aufgedeckt werden, wenn ihr von der Insel entkommen wollt. SobaldFloß oder Ruder aufgedeckt werden, nehmt ihr auch diese Karten aus der Auslage und legt sie zur Seite. Leider birgt die Insel aber auch so manche Gefahr. Es gibt einige Hindernisse, die euch die Suche nach den passenden Karten erschweren.

Der Vulkan bricht aus

Auf keinen Fall solltet ihr die Vulkan-Karte aufdecken. Sobald dies geschieht, bricht der Vulkan vorzeitig aus und reißt alle Lebewesen mit in die Lavafluten. Ihr habt das Spiel sofort verloren. Der Vulkan wird immer in der Mitte der Auslage platziert. Sollte also eigentlich kein Problem sein, diese Karte zu ignorieren, oder? Naja, unter Zeitdruck passieren manchmal die merkwürdigsten Dinge.

Der Vulkan liegt immer in der Inselmitte aus. Floß und Ruder werden benötigt, um von der Insel zu entkommen.

Die größere Gefahr geht aber wohl von den Hindernissen aus. In jeder Partie werden sechs Hinderniskarten auf der Insel ausgelegt. Sobald ein Hindernis aufgedeckt wird, löst es einen Soforteffekt aus. Meist werden euch nur kleine Aktionen abverlangt. Sie bringen euch aber unter Stress ganz schön aus dem Spielfluss und kosten vor allem wertvolle Sekunden.

Tornado, Fata Morgana und Erdbeben

Ein Tornado beispielsweise sorgt für Bewegung am Tisch. Wird der Tornado aufgedeckt, müsst ihr alle aufstehen und eine Drehung um die eigene Achse machen. Anschließend darf direkt weitergespielt werden. Kommt es zu einem Erdbeben, müsst ihr sogar euren Sitzplatz mit einem anderen Spieler tauschen. Zieht ihr eine Fata Morgana, vertauscht ihr die Karte mit der zweiten gezogenen Karte in der Auslage. Sehr verwirrend!

Die Hindernisse machen euch die Suche nach den richtigen Karten schwer. Sie sorgen aber auch für viele Lacher am Spieltisch.

Einige Hindernisse haben sogar dauerhafte Effekte. Sie sind solange aktiv, bis ihr eine beliebige Karte von der Insel retten könnt. Ziemlich hinderlich ist zum Beispiel der Regenbogen, der für unklare Farbverhältnisse sorgt. Plötzlich retten die roten Ureinwohner nur noch gelbe Dodos und rote Dodos nur noch gelbe Eier. Auch die gelben Inselbewohner verhalten sich nun farbenverkehrt. Der Donner lässt euch hingegen sofort verstummen, während ihr bei Nebel ein Auge geschlossen haltet.

Bunte Vielfalt auf Panic Island

Insgesamt liegen dem Spiel zehn verschiedene Hindernisse bei. Ihr könnt also häufig variieren und euer Panic Island immer wieder etwas neu gestalten. In der Schachtel findet ihr weiterhin ein zusätzliches Paket mit weiteren Karten, die sich an fortgeschrittene Spieler richten. Es enthält neben drei weiteren Hindernissen auch noch blaue Ureinwohner, Dodos und Dodoeier. Mit einer dritten Farbe wird das Spiel nochmal eine Spur kniffliger.

Panic Island ist über den Zoch-Verlag erschienen und ab sofort erhältlich. Kostenpunkt: 10-13€

Das Spiel endet nach Ablauf von zwei Minuten. Dem Spiel liegt eine Sanduhr bei, mit der ihr die Zeit verwalten könnt. Sobald der Sand durch die Uhr gerieselt ist, solltet ihr auf jeden Fall Floß und Ruder entdeckt haben. Nur dann dürft ihr euch für jeden geretteten Ureinwohner, jeden Dodo und jedes Dodoei einen Punkt gutschreiben. Abschließend könnt ihr eure Bewertung anhand der Punktzahl im Regelheft nachschlagen.

Bei der Zahl der Mitspieler gibt es bei Panic Island im Grunde keine Begrenzung. Wenn ihr mögt, dürft ihr sogar alleine spielen. Klappt wunderbar. Mehr Spaß macht es aber dann doch in einer etwas größeren Runde. Der Verlag selbst empfiehlt Panic Island für ein bis acht Spieler ab acht Jahren. Panic Island ist über den Zoch-Verlag erschienen und steht ab sofort für 10-13€ im Handel.

Fazit: Diese Note erhält Panic Island im Test beim Ingame-TripAdvisor

Panic Island im Test: Diese Note erhält das kooperative Brettspiel.

Alter Wein in neuen Schläuchen? Dieses Urteil würde Panic Island nicht gerecht werden. Natürlich ist die Idee von Memory nicht gerade neu oder gar innovativ. Dennoch hat mir Panic Island sehr viel Spaß gemacht. Das liegt vor allem am ganzen Drumherum. Kooperativ habe ich Memory nur selten erlebt. Hinzu kommt der immense Zeitdruck, der permanent mitschwingt. Es wird von der ersten Sekunde an hektisch, zwei Minuten sind nicht viel, wenn man die Höchstwertung von 16 Punkten erreichen will. Da wird selbst auch der Vulkan im Zentrum der Insel gerne mal aufgedeckt. Für viel Gelächter sorgen auch die verschiedenen Hindernisse auf der Insel. Die Effekte sind zwar nicht sonderlich dramatisch, bringen euch aber aus dem Takt und lockern das Spielgeschehen vor allem ordentlich auf. Panic Island nimmt sich selbst nicht sonderlich ernst, sondern möchte vielmehr lockerleichte Unterhaltung bieten. Wer sich auf den Klamauk einlassen kann, freut sich über ein sehr zugängliches und kooperatives Spiel, das auch in größeren Gruppen gut funktioniert.

PROS

CONS

+ kooperative Spielweise

- im Kern nur ein einfaches Memory

+ auch für größere Gruppen geeignet

- erst in größerer Runde richtig lustig

+ sehr zugänglich

+ nimmt sich nicht allzu ernst

+ spaßige Hindernisse

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