Das Spielgeschehen bei Parks im Überblick. Die tolle Ausstattung trägt maßgeblich zum Spielgefühl bei.
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Das Spielgeschehen bei Parks im Überblick. Die tolle Ausstattung trägt maßgeblich zum Spielgefühl bei.

Entspannend wie ein Waldspaziergang

Parks im Test: Die ganze Schönheit der Nationalparks als Brettspiel

  • vonSebastian Hamers
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In Parks unternehmt ihr eine entspannte Wanderung zu den schönsten Nationalparks in Amerika und bestaunt dabei die atemberaubende Landschaft.

Eine Wanderung durch eine wunderschöne Landschaft zu einem der zahlreichen amerikanischen Nationalparks mag für viele eine attraktive Freizeitbeschäftigung sein. Doch taugt es auch als thematischer Unterbau für ein Brettspiel? Die Feuerland Verlagsgesellschaft hat sich auf genau dieses Experiment mit dem ihrem neuen Titel Parks eingelassen. Die Idee des Spiels geht zurück auf die Illustrationsreihe Fifty-Nine-Parks, bei der etliche Künstler die Schönheit der Nationalparks in ihren Gemälden festhielten. Viele dieser Artworks wurden nun im Brettspiel Parks verwendet. So ist es auch kein Wunder, dass das optische und haptischer Erlebnis ganz eng mit dem Spielspaß von Parks verbunden ist.

Stark heruntergebrochen handelt es sich bei Parks um ein zugängliches Spiel, bei dem diverse Ressourcen gesammelt werden, um damit siegpunktbringende Karten zu erwerben. Beim Sammeln helfen euch zwei Spielfiguren, die als Wanderer durch eine schöne Landschaft spazieren. Auf jedem Wegabschnitt können andere Ressourcen geerntet werden. Das größte Problem: auf jedem Feld kann sich in der Regel nur ein Wanderer aufhalten. So schnappt ihr euch möglicherweise die begehrten Ressourcen gegenseitig vor der Nase weg. Eine gut überlegte Routenplanung ist in Parks somit von hoher Bedeutung.

Ein entspannter Wandertag mit Parks

Jeder Wandertag beginnt bei Parks mit dem Einstieg auf dem Pfad. Die ersten Streckenabschnittskarten werden gemischt und in zufälliger Reihenfolge ausgelegt. Am Ende des Wegs wird lediglich noch der Ausstieg platziert. Am Ausstieg werdet ihr die Möglichkeit haben, eure auf dem Weg gesammelten Ressourcen einzutauschen oder Ausrüstungsgegenstände zu erwerben. Doch bis dahin ist es noch ein langer Marsch.

Der Yosemite Nationalpark ist nur einer von vielen Ausflugszielen für eure Wanderer.

Seid ihr am Zug, dürft ihr mit einem eurer Wanderer auf ein beliebiges Feld vorrücken. In Parks wird stets nach vorne gewandert, der Weg auf bereits passierte Abschnitte wird euch verwehrt. Ihr müsst eure Aktionen somit gut vorplanen, um die passenden Ressourcen auf der Wanderung einzusammeln. Wird ein Streckenabschnitt bereits von einem anderen Wanderer belegt, kann dort keine weitere Spielfigur pausieren. Ihr verfügt bei Spielbeginn allerdings über einen Lagerfeuermarker. Ihr dürft diesen einsetzen, um an einem besetzen Orte dennoch eine Rast einzulegen. In diesem Fall dreht ihr den Marker auf die andere Seite und deaktiviert ihn damit. Erst wenn einer eurer Wanderer den Ausstieg erreicht hat, wird das Lagerfeuer wieder aktiviert.

Parks präsentiert euch die aktuelle Wettervorhersage

Stellt ihr einen Wanderer auf einen neuen Ort, löst ihr automatisch die Ortsaktion aus. In den meisten Fällen sammelt ihr auf diese Art und Weise neue Ressourcen. In Parks sind vier unterschiedliche Ressourcen von Bedeutung: Wald-, Berg-, Sonnen- und Wassermarker. Hinzu kommen lediglich noch die Wildtiere, die als Joker-Ressource fungieren und somit besonders wertvoll sind. Am Ausstieg angelangt, dürft ihr euch für eine von drei verschiedenen Aktionen entscheiden.

Das Spielgeschehen bei Parks im Überblick. Die tolle Ausstattung trägt maßgeblich zum Spielgefühl bei.

Um Siegpunkte zu erzielen, führt ihr eine Parkbesichtigung durch. Das Spiel bietet euch immer eine offene Auslage mit drei amerikanischen Nationalparks. Auf den Karten wird euch angezeigt, welche Ressourcen ihr ausgeben müsst, um den Park zu besichtigen. Ausreichend Mittel vorausgesetzt, dürft ihr jetzt einen Park aus der Auslage nehmen und an euch nehmen. Die ersten Siegpunkte habt ihr euch damit schon gesichert. Alternativ könnt ihr auch eure Wanderausrüstung verbessern. Hier gibt es ebenso eine offene Auslage mit drei Ausrüstungskarten. Neues Equipment wird immer mit Sonnenmarkern bezahlt. Mit neuer Ausrüstung erhaltet ihr dauerhafte Vorteile im Spiel. Hier gibt es beispielsweise Gratisressourcen, wenn ihr mit einem Wanderer bestimmte Streckenabschnitte betretet oder könnt Nationalparks zum vergünstigten Preis besichtigen.

Schnelligkeit wird in Parks belohnt

Erworbene Ausrüstung und besichtigte Parks sind für die anderen Mitspieler nicht mehr verfügbar. Wenn weg, dann weg! Deshalb könnt ihr euch als dritte Option am Ausstieg auch einen Nationalpark reservieren. Reservierte Parks bringen euch noch keine Siegpunkte ein. Landet euer nächster Wanderer auf dem Ausstieg, könnt ihr jetzt immer noch die geforderten Ressourcen abgeben, um den reservierten Park zu besichtigen und euch die Siegpunkte zu sichern.

Alle Marker finden in den beiliegenden Sortierkästen Platz.

Zusätzliche Siegpunkte könnt ihr außerdem durch schöne Fotos von eurer Wanderung erhalten. Auf der Strecke befindet sich ein Aussichtspunkt, ideal um die Schönheit der Natur in einem Foto festzuhalten. Auf diesem Feld dürft ihr zwei beliebige Ressourcen ablegen, um ein Foto zu schießen. Jedes Foto gibt euch am Spielende einen zusätzlichen Siegpunkt. Statt eines Fotos dürft ihr euch am Aussichtspunkt jedoch auch eine neue Feldflasche zulegen, die ihr ohne weitere Kosten vom Nachziehstapel nehmen dürft.

Feldflaschen sind ein wichtiges Gadget in Parks

Zunächst bringt euch eine Feldflasche erstmal keine direkten Vorteile. Sie entfaltet ihre Wirkung erst, wenn ihr sie mit Wasser betankt. Leider dürft ihr die Feldflasche immer nur befüllen, wenn ihr im laufenden Zug Wassermarker erhalten habt. Legt ihr den erhaltenen Marker jetzt auf die Feldflasche statt in den eigenen Vorrat, wird der Effekt der Feldflasche aktiviert. Die Feldflaschen bieten euch meist eine gute Möglichkeit, Wasserressourcen in andere Marker umzuwandeln und sind somit ein nicht zu unterschätzendes Hilfsmittel. Sie helfen euch vor allem auch etwas flexibler zu bleiben, was die Auswahl der eigenen Ressourcen betrifft.

Zu Beginn jeder Runde beginnen die Wanderer ihre Reise am Einstieg. Jeder Spieler übernimmt dabei die Kontrolle über gleich zwei Wanderer.

Es hilft euch auf lange Sicht wenig, einfach nur möglichst viele Ressourcen in eurem Vorrat zu bunkern. Euer Wanderrucksack bietet lediglich Platz für insgesamt zwölf Marker. Am Ende des Wanderweges solltet ihr also möglichst auch wieder ein paar eurer Marker loswerden. Eine der Hauptaufgaben wird also sein, die richtigen Marker zum richtigen Zeitpunkt in der Reserve zu haben. Leider verfolgen eure Mitspieler die gleiche Agenda und schnappen euch möglicherweise einen begehrten Nationalpark vor der Nase weg.

Erholsamer Ausflug in die Natur mit Parks

Nach und nach trudeln die Wanderer am Streckenende ein. Jetzt wird es Zeit, eine neue Wandersaison einzuläuten. Alle Wandersleute werden wieder auf den Einstieg gestellt, ihre Feldflaschen werden geleert uns somit wieder einsatzbereit gemacht. Für die neue Saison wird ein zusätzlicher Streckenabschnitt mit hinzugenommen. Dann wird die neue Strecke wieder nach dem Zufallsprinzip ausgelegt. Abschließend seht ihr noch die Saisonkarte an. Jede Saison bringt eine kleine Besonderheit mit sich. Häufig werden Bonus-Ressourcen auf der Strecke verteilt oder es werden für bestimmte Regionen gesonderte Regeln ausgerufen. Jetzt seid seid bereit für die nächste Saison in wundervoller Landschaft.

Eine gute Wanderausrüstung bringt euch im Spielverlauf Vorteile ein. Es kommt eben auch auf das richtige Equipment an.

Parks ist ein zugängliches Spiel mit toller Ausstattung für ein bis fünf Spieler ab zehn Jahren. Für eine Partie müsst ihr rund eine Stunde einplanen. Die deutschsprachige Ausgabe von Parks kommt über Feuerland in den Handel und kostet etwa 45€.

Fazit: Der ingame-Wanderführer zeichnet Parks mit dieser Testwertung aus

Parks im Test: Nationalparks als Brettspiel – So gut funktioniert das ungewöhnliche Konzept.

Lässt man die tolle Ausstattung und die wundervollen Illustrationen mal beiseite, ist Parks ein ziemlich einfaches und zugängliches Spiel. Braucht es das ganze Brimborium darum überhaupt? Ist Parks am Ende einfach ein ziemlich überproduziertes Spiel? Sicher, man hätte Parks auch zu einem deutlich günstigeren Preis herstellen und in den Handel bringen können. Der Charme, den Parks mit seiner liebevollen Gestaltung ausstrahlt, wäre allerdings verloren gegangen. Erst das hochwertige Material machen das Spiel zu einem besonderen Erlebnis, bei dem man sich – wie bei einem Waldspaziergang – richtig schön entspannen kann. Guckt euch das Material an, es ist der helle Wahnsinn. Jedes der 28 Foto-Plättchen verfügt über ein individuelles Motiv, jedes Wildtier sieht anders aus. Kein Wunder also, dass die Liste der Illustratoren im Regelheft eine ganze Seite in Anspruch nimmt. Trotzdem würde ich Parks nicht als einen Grafikblender bezeichnen. Das Spiel ist zwar recht zugänglich, ringt euch aber dennoch einige taktische Entscheidungen ab. Dazu gehört nicht nur die Routenplanung der Wanderer, sondern auch die Zusammenstellung von Feldflaschen und Wanderausrüstung. Es gibt durchaus einige Stellschrauben, mit denen ihr den Spielverlauf stark beeinflussen könnt. Genau diese Mischung macht Parks zu einem tollen Brettspiel-Erlebnis.

ProsCons
+ schöne Illustration- aufgrund des wertigen Materials nicht ganz billig
+ hochwertige Materialien
+ kompaktes Inlay
+ einfacher Einstieg ins Spiel
+ taktisch forderndes Ressourcenmanagement

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