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SPIEL 19: Diese Spiele hat Pegasus im Gepäck.

Anlauf auf die SPIEL 19

Pegasus Spiele: Das Verlagsprogramm für die SPIEL 19 in der Vorschau

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Pegasus Spiele rüstet sich für die Brettspiel-Eskalation in Essen. Wir haben schon einen Blick auf das Verlagsprogramm geworfen.

Sommerloch adé! In der Spielszene bricht die Crunch-Time an. Sowohl Video- als auch Brettspieler werden in den kommenden Wochen mit einer wahren Flut an neuen Spielen überschwemmt. Als einer der größten Anbieter für analoge Spiele hat das hessische Verlagshaus Pegasus Spiele seine Hausaufgaben erledigt und sich für die Internationalen Spieltage, der weltgrößten Publikumsmesse für nicht-elektronische Spiele, gerüstet. Wie in jedem Jahr umfasst die Palette des geflügelten Pferdes ein kunterbuntes Potpourri an Spielen für jegliche Zielgruppe. Anspruchsvolle Brettspielstrategen werden ebenso bedient wie Familien- und Gelegenheitsspieler sowie eingefleischte RPG-Jünger.

Einen recht hohen Stellenwert im Verlagsprogramm nimmt das hektische und kooperative Kitchen Rush ein. Das Spiel ist zwar schont seit einiger Zeit in englischer Sprache verfügbar, wurde aber für den deutschsprachigen Markt noch einmal weitreichend überarbeitet. Der Küchen-Wahnsinn läuft in Echtzeit ab und verdeutlicht auf spielerische Art und Weise wie hektisch es in einem Restaurant-Betrieb vielleicht zugehen mag. Ziemlich schnell wird auch klar, dass die Aufgabe ohne vernünftige Absprache schnell in einem absoluten Chaos endet. Während des Spiels seid ihr stets unter Zeitdruck. Dabei setzt ihr Sanduhren ein, um im Restaurant Aktionen durchzuführen. Da kann das Beobachten des rieselnden Sands schnell zur Geduldsprobe werden. Denn erst nachdem der Sand durchgelaufen ist, dürft ihr eine weitere Aktion angehen.

Kitchen Rush: Kooperativer Echtzeit-Wahnsinn in der Küche

Im Restaurant müssen jede Menge unterschiedliche Jobs verrichtet werden. Jemand begrüßt die Gäste am Empfang, ein anderer Mitarbeiter nimmt die Bestellungen entgegen. In der Küche hingegen werden die Zutaten für das bestellte Gericht zusammengesucht und das Menü auf dem Herd zubereitet. Im Spielverlauf werden die Aufgaben laufend erweitert. Es werden Gewürze benötigt und der Spül regelt sich auch nicht von alleine. Deshalb müsst ihr auch schon recht bald mit einer zweiten Sanduhr hantieren, um den Anforderungen der Gäste noch gerecht werden zu können. Kitchen Rush vermittelt ein gutes Gefühl dafür, wie hektisch der Betrieb in einem gut geführten Restaurant vielleicht sein mag.

Im kooperativen Kitchen Rush erahnt ihr vielleicht, wie hektisch es in einer Küche zugehen mag.

Ebenfalls familientauglich ist das quietschbunte Tricky Druids, in dem ihr versucht möglichst schnell eine vorgegebene Anzahl von Tränken zu brauen. Als Druide geht ihr hinaus in den Wald und sammelt vier Zutaten, die per Würfelwurf nach dem Zufallsprinzip ermittelt werden. Leider dürft ihr die Zutaten aber nicht einfach behalten, sondern müsst sie zunächst einem Mitspieler anbieten. Dieser darf die gesammelten Zutaten annehmen und für seine Tränken verwenden, aber natürlich auch ablehnen. In diesem Fall könnt ihr die Zutaten dann doch selbst verwenden.

Leider könnt ihr aber immer nur drei von insgesamt sechs verschiedenen Ingredienzien für den Trank gebrauchen. Überschüssige Ware landet im Mülleiner. Ist dieser gefüllt, fliegt euch die magische Suppe um die Ohren und ihr müsst mit der Brauprozedur von vorne beginnen. Wenn ihr ein wenig erahnen könnt, welcher Druide welche Zutaten sammelt, könnt ihr dem Glück etwas auf die Sprünge helfen.

Großer Familienspiel-Block bei Pegasus

Glück und ein wenig Deduktionsarbeit spielen auch in Evidence von der Edition Spielwiese eine wichtige Rolle. Hier seid ihr Mythen wie etwa dem Monster von Loch Ness auf der Spur. Im Spielverlauf werden ständig neue Hinweise ausgespielt. Sie lassen erahnen, wie wahrscheinlich die Existenz eines Mythos wohl sein mag. Zu passender Zeit sichert ihr euch Punktekarten, die einem Mythos zugeordnet sind. Am Ende des Spiels stellt sich dann heraus, ob ihr gut spekuliert habt. Handelt es sich bei einem Mysterium vermutlich doch um Realität? Dann habt ihr mit den passenden Punktekarten jetzt gute Chancen auf den Spielsieg.

Azul: Sommerpavillon sieht nicht nur schön aus, sondern macht auch die Punktezählung einfacher.

Auf der SPIEL wird es am Stand von Pegasus auch wieder eine neue Ausgabe von Azul zu sehen geben. Damit geht das Spiel des Jahres von 2018 schon in seine dritte Runde. Azul: Sommerpavillon macht vor allem die Punktezählung nochmals deutlich einfacher und behebt damit einen kleinen Makel des Originals. Wenn euch die etwa umständliche Punktevergabe bislang davon abgehalten hat, das grandiose Azul zu spielen, dann ist das Sommerpavillon eine gute Alternative. Ansonsten bleiben zum Glück die wesentlichen Grundmechanismen des ersten Spiels vorhanden.

Brettspiele haptisch genießen

In Sachen haptisches Spielerlebnis kann sich mit Bumuntu ein weiteres Spiel von Pegasus mit den Qualitäten eines Azul messen lassen. Das Spiel enthält einen ganzen Schwung schwerer Spielsteine mit verschiedenen Tiersymbolen, die ihr auf dem Dschungel-Brett auslegt. Mit eurer Spielfigur hoppst ihr über die Spielsteine, nutzt die Sonderaktionen der dort ausliegenden Tiere und sammelt verdeckt hinter eurem Sichtschirm neue Tiersteine. Welche Tiersteine die meisten Punkte bringen, lässt sich aber zunächst aber noch gar nicht absehen. Durch bestimmte Spielaktionen verändert sich die Punktevergabe ständig. Tiersteine, die eben noch begehrt waren, können in wenigen Runden rasch an Wert verlieren. Optisch und haptisch ist Bumuntu ziemlich ansprechend, aufgrund der vielen spielerischen Feinheiten richtet es sich eher an ein etwas spielerfahreneres Publikum.

Optisch und haptisch muss sich Bumuntu nicht hinter Azul verstecken.

Etwas zugänglicher ist da schon Tiny Town, das sich kurz und knackig herunterspielen lässt. Es können gleich bis zu sechs Leute am Spiel teilnehmen. Da alle Züge synchron ablaufen, gibt es dennoch kaum Wartezeiten. Tiny Town erinnert ein wenig an das gute alte Tetris. Ihr erhaltet rundenweise verschiedenfarbige Holzsteine, die ihr in eurer Stadt platziert. Durch die korrekte Platzierung von Holzsteinen könnt ihr Bauvorgaben für unterschiedliche Gebäude erfüllen. Die ausgelegten Holzsteine verschwinden vom Brett und werden durch das passende Gebäude ersetzt. Für die Gebäude erhaltet ihr am Spielende Siegpunkte, abhängig von bestimmten Bedingungen. Tiny Town spielt sich wirklich flott und zeichnet sich durch eine große Variabilität aus.

Spiele auch für Nerds

Neben den vielen Familienspielen hat Pegasus aber natürlich auch an die Vielspieler gedacht. Einen sehr guten Eindruck hat beispielsweise Imperial Settlers: Empires of the North hinterlassen. Brettspielfans ist die Imperial-Settlers-Reihe sicherlich bereits ein Begriff. Empires of the North handelt im gleichen Universum, ist jedoch ein komplett eigenständiges Spiel. Es ist vor allem noch etwas zugänglicher als der Original-Titel. Im neuen Imperial Settlers übernimmt jeder Spieler die Führung eines Clans. Jeder Clan verfügt über ein individuelles Kartendeck und kann dadurch auf komplett andere Möglichkeiten zurückgreifen. Durch das geschickte Auslegen von Karten in eurem Reich könnt ihr euch mächtige Kombinationen erarbeiten. Irgendwann ist euer Reich so zu einer perfekt abgestimmten Maschine geworden, bei der ein Rädchen in das andere greift. Das Spiel hat einen wirklich außerordentlich guten Ersteindruck hinterlassen und steht bei mir auf der Wunschliste ganz weit oben. Einziger Wehrmutstropfen: die Interaktion scheint weniger stark ausgeprägt zu sein. Dafür wurde dem Spiel jedoch ein Modus für einen Spieler spendiert.

Imperial Settlers: Empires of the North hat einen tollen Ersteindruck hinterlassen.

Mit dem dicksten Brett im Verlagsprogramm kann aber wohl Cooper Island aufwarten. Das Spiel ist ein echtes Schwergewicht und richtet sich an erfahrene Strategen. Die namensgebende Insel im Atlantik will von euch erkundet und kultiviert werden. Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist ein interessanter Plättchen-Anlegemechanismus. Doch auch das Management von Rohstoffen und das Errichten von Gebäuden spielt in Cooper Island eine gewichtige Rolle. Für eine Partie Cooper Island könnt ihr gut mal zwei Stunden einrechnen. Dafür dürft ihr aber einen anspruchsvollen Mix aus gut verzahnten Mechaniken erwarten.

Weniger komplex, aber dafür umso nerdiger ist Carthographers geworden. Das Spiel ist dem oben bereits erwähnten Tiny Towns etwas ähnlich. Für den König müsst ihr ein unbekanntes Areal in einem Fantasy-Setting kartographieren. Es werden laufend Karten nachgezogen, die euch immer wieder neue Aufgaben stellen. Mal soll eine Stadt eingezeichnet werden, mal sind es Wassergebiete oder auch Sümpfe. Auch Form und Umfang der Gebiete variieren von Karte zu Karte. Eure Aufgabe besteht nun darin, die Landschaftsgebiete nach bestimmten Vorgaben auf dem Blatt anzuordnen. Regelmäßig überfallen dabei Räuber euer Kartengebiet. Umrandet die Räuber auf dem Papier möglichst schnell mit beliebigen Landschaftstypen, um sie unschädlich zu machen. Cartographers ist ein ungewöhnliches Roll-and-Write-Spiel, das sich auch problemlos in einer großen Gruppe spielen lässt. In Sachen Spielerzahl gibt es nach obenhin praktisch kein Limit.

Verlag für Rollenspieler

Überhaupt hat Pegasus ein großes Herz für Rollenspieler. Das zeigen nicht nur Spiele mit Fantasy-Anstrich wie Carthographer oder die ebenfalls neue Erweiterung zu Roll Player, sondern auch die großen Bemühungen des Verlags im Pen-and-Paper-Bereich. Für Cthulhu-Fans erscheint zur Messe das Regelwerk für Spieler im schicken Hardcover-Format. Ebenfalls zur Messe ist auch endlich die 6. Edition des Cyberpunk-Rollenspiels Shadowrun verfügbar. Für Neueinsteiger hat Pegasus den Anschaffungswiderstand wieder erfreulich geringgehalten. Für knapp 20€ bekommt ihr das Grundregelwerk als gebundene Ausgabe.

Fog of Love überrascht mit einer wirklich ungewöhnlichen Spielidee.

Die Rollenspiele sind allerdings nicht die einzigen Produkte, bei denen Pegasus als Bucherverlag auftritt. Die beliebten Spielecomics haben auch in diesem Jahr einen festen Platz im Sortiment des Verlags. Beim Lesen des Comics sind immer wieder Entscheidungen von euch gefordert. So könnt ihr den Fortgang des Abenteuers aktiv beeinflussen. Besonders interessant ist der kooperative Spielecomic Kuala. Hier erhaltet ihr gleich vier Comicbücher. Sie erzählen zwar alle die gleiche Rahmenhandlung, allerdings immer aus der Sicht eines anderen Helden. Je nach gewähltem Charakter stehen euch andere Möglichkeiten der Problemlösung zur Verfügung. Dadurch erlebt ihr das Abenteuer gemeinsam als Team.

Mut zu neuen Spielideen

Neben Kuala könnte mit Fog of Love eine weitere mutige Spielidee auf der SPIEL für Furore sorgen. In diesem wirklich ungewöhnlichen Zwei-Personen-Spiel schlüpft ihr in die Rolle eines Pärchens, das sich mit den Problemen des Alltags auseinandersetzen muss. Beide Rollen verfolgen eine eigene Agenda, achten aber auch auf ihr Gegenüber. So müsst ihr beispielsweise entscheiden, wie ihr euch eurem Partner gegenüber positioniert, wenn die lieben Eltern mal wieder etwas an eurer großen Liebe zu mäkeln haben. Steht ihr eurem Partner treu zur Seite? Oder seid ihr nicht doch mehr den eigenen Eltern verpflichtet? In solche Gewissenskonflikte geratet ihr als Mann und Frau ständig, das Management des Alltags ist eben doch die schwerste aller Aufgaben. Beide Partner verfolgen individuelle Ziele und es besteht durchaus die Gefahr, dass die Beziehung am Ende auseinandergeht. Die Spielidee von Fog of Love ist mehr als ungewöhnlich und könnte eine der interessantesten Titel auf der Messe sein. Mal sehen, ob es Fog of Love schafft, dem Sims-Thema noch etwas mehr Tiefgang zu verpassen.

Wenn ihr neugierig auf das Programm von Pegasus geworden seid, könnt ihr die hier vorgestellten und auch einige Spiele mehr, auf der SPIEL direkt beim Verlag erwerben. Den Stand des Verlags findet ihr in Halle 3M101/103/105/110.

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