Die Ausstattung von Perfect Match kann sich sehen lassen. Praktischerweise wird das Inlay gleich ins Spiel mit einbezogen.
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Die Ausstattung von Perfect Match kann sich sehen lassen. Praktischerweise wird das Inlay gleich ins Spiel mit einbezogen.

Kommunikativer Partyspaß

Perfect Match im Test: Das Partyspiel der Gegensätze

Wie Mainstream ist eigentlich Call of Duty? Über diese und viele weitere Fragen könnt ihr euch in Perfect Match Gedanken machen.

Im Frühling 2020 hatten analoge Partyspiele vielleicht nicht gerade den besten Stand. Weil Corona das soziale Leben vieler Menschen fast bis zur Gänze lahmlegte, war an Spieleabende außerhalb der eigenen Familie kaum zu denken. Doch sind wir doch einfach mal verhalten optimistisch und hoffen, dass sich die Lage langsam wieder zum Besseren wendet. Dann werden launige Partyspiele sicherlich wieder gefragter sein denn je. Ein heißer Kandidat für diese Zeit ist Perfect Match von Schmidt Spiele. Hier treten zwei Teams gegeneinander an und versuchen die Vorgabe eines Mitspielers auf einer stufenlosen Skala optimal einzuordnen. Das Perfect Match wird mit der Höchstpunktzahl belohnt.

Jährlich tauchen auf den Neuheitenlisten der Brettspielverlage haufenweise neue Partyspiele auf. Da fragt man sich manchmal, ob dieses Genre überhaupt noch irgendwelche nennenswerten Neuerungen hervorbringen kann. Beim ersten Blick auf Perfect Match stellt sich diese Frage erstmal nicht. Zumindest optisch macht das Spiel direkt neugierig auf die erste Partie. Trotz der recht großen Verpackung kommt Perfect Match mit ziemlich wenig Spielmaterial aus.

Perfect Match mit ungewöhnlichem Spielmaterial

Im Mittelpunkt des Spiels seht eine große Drehscheibe, die praktischerweise gleich im Inlay des Spiels fixiert wird. Auf der Scheibe befindet sich ein Zielbereich, der durch Rotation verstellt wird und sich so in jeder Runde an einer anderen Stelle verortet. Eure Aufgabe besteht darin, einen roten Zeiger so einzustellen, dass er möglichst exakt mit dem Zielbereich übereinstimmt. Das Problem: der Zielbereich wird in jeder Runde nach dem Zufallsprinzip neu eingestellt und nur der aktive Spieler weiß, an welcher Stelle er sich befindet.

Nur dem aktiven Spieler ist bekannt, wo sich der Zielbereich befindet.

Bei Perfect Match werden die Spieler in zwei Teams aufgeteilt. Zunächst bestimmt das aktive Team einen Spieler aus den eigenen Reihen, der sich die oberste Karte des Stapels nimmt. Auf einer Karte seht ihr immer zwei gegensätzliche Begriffe. Die gezogene Karte wird für alle einsehbar in den dafür vorgesehenen Platz im Inlay gesteckt. Dann wird die Abdeckung auf der Drehscheibe geschlossen und einmal kräftig am Rad gedreht, sodass der Zielbereich verschoben wird. Nur der aktive Spieler weiß jetzt noch, wo es die Punkte für sein Team zu holen gibt.

Perfekter Begriff für das Perfect Match

Seid ihr der aktive Spieler, müsst ihr euer Team auf die richtige Fährte führen. Dabei unterstützt euch die zuvor gezogene Karte mit den beiden konträren Begriffen. Für die linke Seite könnte etwa „leicht“, die recht Seite der Scheibe für „schwer“ stehen. Befindet sich der Zielbereich ziemlich weit auf der linken Seite der Skala, wählt ihr im oben genannten Beispiel vielleicht einen Begriff wie Feder oder Luft. Beide Begriffe würden die Mitspieler vermutlich als vergleichsweise leicht einzustufen.

Die Ausstattung von Perfect Match kann sich sehen lassen. Praktischerweise wird das Inlay gleich ins Spiel mit einbezogen.

Ein wenig kniffliger wird es oftmals, wenn sie der anvisierte Bereich irgendwo in der Mitte befindet. Was für ein Objekt wäre wohl so ungefähr „mittelschwer“? Hier gehen die Meinungen der Spieler nicht selten weit auseinander. Schnell entsteht eine rege Diskussion um die Relativität einzelner Begriffe. Gerade Runden mit nerdigen Spielern (hust!) neigen wohl zu seltsamen Debatten. Eine Feder ist im Vergleich zu einem Atom oder dem Corona-Virus ja schließlich schon fast wieder ein echtes Schwergewicht. Auch wenn sicherlich nicht in allen Spielerrunden so speziell diskutiert wird, der Austausch untereinander ist der Kern von Perfect Match und macht den Spielspaß aus.

Punkte abstauben bei Perfect Match

Bevor die Abdeckung auf der Skala entfernt und das Ergebnis gelüftet wird, darf zuvor aber noch das gegnerische Team sein Glück versuchen. In der Gruppe wird diskutiert, ob sich das andere Team nicht vielleicht doch ordentlich verhauen hat und ob es den Zeiger links oder rechts vom gesuchten Zielbereich eingestellt hat. Ein korrekter Tipp bringt in diesem Fall einen Punkt ein. Dadurch bleiben auch die zunächst passiven Teilnehmer aktiv am Spielgeschehen beteiligt.

Nicht zu allen Gegensatzpaaren lässt sich so einfach ein passender Begriff finden. Der Schwierigkeitsgrad ist daher etwas schwanken.

Gerade in einer etwas kleineren Gruppe empfiehlt es sich jedoch Perfect Match in der kooperativen Variante zu spielen. Der Spielverlauf ändert sich dadurch nur unwesentlich. Gemeinsam werden insgesamt sieben Spielrunden absolviert, anschließend kann das Rating aus der beiliegenden Tabelle abgelesen werden. Mit bis zu etwas fünf Spielern funktioniert die kooperative Variante wunderbar. Oberhalb dieser Spielerzahl ist dann allerdings doch der kompetitive Ansatz spaßiger.

Vielseitiges Perfect Match

Damit sich die Themen nicht so schnell wiederholen, liegen dem Spiel knapp neunzig doppelseitige Karten mit gegensätzlichen Begriffen bei. Durch die gute Ausstattung ist nicht nur für genügend Abwechslung gesorgt, sondern auch für einen wechselhaften Schwierigkeitsgrad. Beim oben angeführten Beispiel mit den Kategorien leicht und schwer, kommen den meisten Spielern sicherlich schnell geeignete Begriffe in den Sinn. Bei Perfect Match finden sich aber auch ein paar exotischere Gegensatzpaare wieder.

Befinden sich auf der linken Seite die 70er und auf der rechten die 90er, da werden vor allem jüngere Mitspieler schnell ins Schlingern kommen. Viele Begriffe sind zudem absolute Auslegungssache. Beim Pärchen „Guter Film/Schlechter Film“ dürften die Meinungen wohl oftmals ziemlich weit auseinandergehen. Wo würdet ihr etwa den letzten Star-Wars-Streifen auf der Skala einstufen? Hier ist es natürlich wieder hilfreich, wenn ihr eure Mitspieler gut kennt, um eine passende Einschätzung vorzunehmen. In weniger gut vertrauten Runden, wird entsprechend etwas mehr im Dunklen herumgestochert.

Perfect Match von Wolfgang Warsch ist über Schmidt Spiele erschienen und kostet zwischen 30€ und 35€.

Für einen Durchlauf müsst ihr etwa mit einer dreivierteil Stunde rechnen. Die Spieldauer ist im kompetitiven und kooperativen Modus ungefähr gleich. Theoretisch lässt sich Perfect Match schon ab zwei Spielern zocken, richtig Freude kommt aber erst in einer etwas größeren Runde auf, da dann das Diskussionspotential wächst. Perfect Match kommt über Schmidt Spiele in den Handel und kostet zwischen 30€ und 35€.

Perfect Match im Test: Unser Fazit zum unkompliziertem Partyspaß

Perfect Match im Test: So schneidet das Partyspiel ab.

Partyspiele haben es in meinen Spielerunden nicht gerade leicht. Wenn das Spiel nicht gerade mit einem guten Schuss Nerdfaktor versehen ist, kann ich meine Mitspieler kaum zu einer Partie motivieren. Perfect Match hatte ebenfalls mit diesen kleinen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Zu Unrecht, denn letztlich blieben wir viel länger an diesem Spiel hängen, als wir uns das vorgestellt hatten. Für die Regelerklärung brauchte es nur ein paar Minuten, kurz darauf hatte uns Perfect Match bereits gefesselt. Im bekannten Kreis trauten wir und schnell, auch mal ein paar… sagen wir mal… etwas exotischere Begriffe zu verwenden, um den Zielbereich auf der Skala zu vermitteln. Auch mit Videospielen lassen sich erstaunlich viele Sachverhalte gut darstellen. Mainstream vs. Nische? Call of Duty! Sicher, der Zielbereich muss sich schon recht deutlich auf der Mainstream-Seite befinden. Aber vielleicht nicht ganz so weit wie Candy Crush oder Fortnite. Ob solche Begriffe aber tatsächlich zielführend sind, hängt natürlich maßgeblich von der Zusammenstellung der Gruppe ab. Perfect Match funktioniert zwar auch in weniger homogenen Runden, läuft aber erst in Gesellschaft guter Freunde zu Hochform auf. Uns hat Perfect Match jedenfalls sehr gut unterhalten und für hitzige Diskussionen am Spieltisch gesorgt. Für den kommunikativen Partyspaß gibt es deshalb den Daumen nach oben.

Pros

Cons

+ auch für größere Gruppen geeignet

- läuft erst in größerer Gruppe zu Hochform auf

+ sorgt für Diskussionsstoff

- Schwierigkeitsgrad der Karten schwankend

+ kooperativ und kompetitiv spielbar

+ wertiges Spielmaterial

+ umfangreicher Kartensatz

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