OK Play Duel im Test: Fünf gewinnt

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Was macht eigentlich ein gutes Spiel aus? Faktoren wie Grafik, Story, Spieldesign und vieles mehr spielen hier eine Rolle. Spätestens seit Azul zum Spiel des Jahres 2018 gekürt wurde, taucht ein weiterer bedeutsamer Punkt immer wieder in den Rezensionen der Brettspiel-Gemeinde auf: die Haptik! Die wertigen Steine sind echte Handschmeichler und tragen maßgeblich zum Spielgefühl von Azul bei. Natürlich ist Azul nicht das erste Spiel, das mit einer tollen Haptik die Spieler begeistert. Der Evergreen Vier gewinnt wurde schon im Jahr 1974 veröffentlicht. Bereits damals war das taktile Element ein wesentlicher Bestandteil des Spiels. Ganz in der Tradition von Vier gewinnt steht OK Play Duel aus der britischen Spieleschmiede Big Potato Games.

Bevor ihr euch beim Spielen über das besagte haptische Erlebnis freuen dürft, sticht OK Play zunächst erstmal mit einer ungewöhnlichen Optik hervor. Das Spiel besteht aus 2x15 quadratischen Plastikchips in den Farben gelb und violett. Die Farbchips sind fein säuberlich, nach ihren Farben sortiert, auf zwei Spießen zu einem Turm angeordnet. Klick Klack, zuoberst fixiert ihr die Reihen mit einem Plättchen. Mit einem Karabinerhaken könnt ihr das Spiel nun theoretisch am Hosenbund befestigen.

Fünf gewinnt

Das wesentliche Spielprinzip läuft ganz nach dem Vorbild von Vier gewinnt ab. Es wird allerdings kein großes Plastikgehäuse benötigt, in denen ihr die Chips von oben einwerft. Ihr spielt OK Play ohne weitere Hilfsmittel auf dem Tisch. Der erste Spieler beginnt, indem er eines seiner Plättchen auf dem Tisch auslegt. Es folgt der zweite Spieler, der nun ebenfalls eines seiner farbigen Chips auslegt. Beim Legen der Plättchen muss eigentlich nur eine einzige Regel beachtet werden.

Jedes neu ausgelegte Plättchen muss immer an eine gerade Kante eines schon ausliegenden Chips platziert werden. Nachdem das erste Plättchen ausgelegt wurde, stehen euch folglich genau vier Optionen offen. Das Anlegen an den Ecken des Plättchens ist nicht erlaubt. Im weiteren Spielverlauf legen beide Spieler nun abwechselnd ihre Chips auf dem Spieltisch an. Ganz einfach!

Auf dem Verschiebebahnhof

Das Spielziel ist ebenfalls simpel. Wer zuerst eine Reihe, Spalte oder Diagonale aus fünf Chips zusammengebastelt hat, gewinnt das Spiel. Sollten euch die Chips ausgegangen sein, geht die Partie aber nicht unentschieden aus. Ihr führt die Runde fort, indem ihr die schon ausliegenden Plättchen umsortiert. Dies geschieht wie gehabt in abwechselnder Reihenfolge. Auch hier sind die Regeln für das Verschieben ganz einfach.

Ihr entnehmt einen eurer schon ausliegenden Chips und platziert ihn an beliebiger Position im Raster neu. Ihr müsst dabei nur beachten, dass alle Plättchen mit mindestens einer Seite an ein anderes Plättchen anliegen. Die vorgegebene Grundstruktur muss also gewahrt bleiben. Da jeder Spieler natürlich versucht, den anderen zu blockieren, kann sich die Partie an dieser Stelle nochmal ziemlich verlängern.

Mega-Vier-Gewinnt mit Erweiterung

Wie es der Name schon vermuten lässt, ist OK Play Duel für genau zwei Spieler ausgelegt. Big Potato Games hat jedoch auch eine Variante für bis zu vier Spieler im Programm. Wenn ihr die Standard- und die Duell-Variante besitzt, könnt ihr beide Spiele zusammenlegen für eine epische Sechs-Personen-Schlacht.

OK Play Duel kostet zwischen 10€ und 15€, ist jedoch nur in englischer Sprache verfügbar. Ein großes Hindernis sollte das aber nicht darstellen, selbst wenn ihr sonst eher ungerne Spiele in englischer Sprache spielt. Die Regeln passen samt umfangreicher Bebilderung auf ein DIN A5-Papier.

Dieses analoge Game aus dem Hause Big Potato Games stimmt mit eurem Geschmack nicht überein? Womöglich wären diese Brettspiele was für euch:

https://www.ingame.de/reviews/arkham-horror-3-edition-test-cthulhu-mythos-brettspiel/

https://www.ingame.de/reviews/adventure-games-im-test-point-and-click-adventure-als-brettspiel/

Pros

  • schöne Haptik
  • Evergreen mit Kniff
  • passt in jede Tasche
  • mit OK Play kombinierbar
  • keine Remis mehr

Cons

  • Plättchen sind etwas schwergängig beim Herausnehmen

Fazit

Kaum zu glauben, schon bald feiert Vier gewinnt den fünfzigsten Geburtstag. Fast ebenso unglaublich ist, dass sich die Spielidee bis heute so frisch gehalten hat. Während sich viele Spiele aus den 70er und 80er Jahren altbacken und staubig anfühlen, eine Partie Vier gewinnt geht auch heute noch. OK Play bietet sogar noch einiges mehr. Gerade wenn sich zwei geübte Spieler bei Vier gewinnt duellieren, geht die Partie doch ziemlich oft unentschieden aus. Bei Ok Play wird es an dieser Stelle jedoch erst so richtig spannend. Wenn jeder Spieler sämtliche Chips auf dem Tisch ausgelegt hat, wird es besonders taktisch. Jeder Zug will gut überlegt sein. Eine falsche Bewegung und ihr öffnet eurem Gegenspieler die Tür zum Sieg. Ein weiteres Plus ist auch die bessere Mobilität des Spiels. Ihr könnt das Spiel einfach an eurem Rucksack anklippen oder es in einem kleinen Fach verstauen. Dank des Verzichts auf ein Plastikgestänge passt das Spiel in jede Tasche. Viel Potenzial steckt zudem im Mehrspieler-Modus von OK Play. Wenn ihr euch das große Set leistet, können sich auch mehr als zwei Spieler an einer Partie beteiligen. Das Spiel wird dadurch zwar etwas weniger taktisch, der Chaosfaktor sorgt dafür aber umso mehr für Laune.

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